Diana im Epstein- Sumpf?

Diana im Epstein- Sumpf?

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Wir wissen, dass es einen schier endlosen Sumpf gibt, in dem Jeffrey Epstein der Alpha- Alligator war.

Nun wurden aus den USA Mitschnitte von Aussagen Ghislaine Maxwells bekannt, in denen sie sich auch zu Prinzessin Diana äußert.

Maxwell, Tochter des Medien- Moguls Robert Maxwell, sitzt derzeit in den USA eine 20jährige Freiheitsstrafe ab.

Verurteilt wurde sie für Sexhandel mit Minderjährigen, Verschwörung zum Sexhandel etc.

Da sie versucht, früher entlassen zu werden, ist es für sie ratsam, mit den Behörden zusammenzuarbeiten und gegebenenfalls einen Deal herauszuhandeln.

In den nun bekannt gewordenen Mitschnitten erwähnt sie auch Prinzessin Diana.

Sie wolle nicht schlecht über diese reden, betont sie, hängt dann aber an, es habe ein zwischen ihr und Epstein ein in den frühen 90er Jahren arrangiertes Date gegeben, für das dieser extra nach London geflogen sei.

Wir wissen heute, dass Ghislaine Maxwell sich dank ihres Vaters im Kreis der Royal Family bewegt hat. Nicht nur als Bekannte von Andrew Mountbatten Windsor, sondern weil der Vater Robert ein Wegbegleiter der Queen war.
Es gibt diverse Aufnahmen, die Vater und Tochter mit den Royals zeigen.

Wie ebenfalls bekannt ist, war Richard Branson, der Gründer von Virgin Air ebenfalls integraler Bestandteil des Epstein- Kreises. Er wiederum war ein enger Freund von Prinzessin Diana, die sogar den berühmten „Fly Atlantic – Virgin“- Sweater getragen hat, der zwischenzeitlich für mehrere tausend Dollar versteigert worden ist.
Inzwischen sind Anschuldigungen und wohl auch Bildmaterial aufgetaucht, die Branson bei Sexspielen mit Epstein und einer Frau zeigen. Es haben sich auch Opfer von Epstein zu Wort gemeldet, die an Branson vermittelt worden sein wollen.

Ein weiteres Mitglied des Epstein- Sets kennen wir nun zur Genüge: Andrew Mountbatten Windsor, der wiederum nicht nur Dianas Schwager war, sondern auch ein Freund seit Kindertagen.
Ihren Spitznamen „Dutch“ bekam sie nicht zuletzt deswegen, weil man früh vermutete, sie werde eines Tages Andrew heiraten. Dass es dann doch Charles wurde, konnte damals keiner ahnen.
wie wir von diversen Historikern und Biografen wissen, war Diana bis zu ihrem Tod eng mit Andrew verbunden, von daher frage ich mich, wieviel sie von seinen Verbrechen gewusst hat.

Eine weitere wichtige Persönlichkeit ist in diesem Zusammenhang Rosa Monckton, die bis zu deren Tod, Dianas wichtigste Freundin war. Monckton wiederum soll – so Maxwell – eine Einladung gegeben haben, um Diana und Epstein zusammenzubringen.
Es würde mich wundern, wenn ihr das nicht gelungen sein sollte.

Wir wissen heute, dass Diana – speziell nach ihrer Scheidung – die Nähe von vermögenden, gerne auch älteren Männern suchte. Epstein hätte mit Sicherheit bei Diana alle Kästchen abgehakt, was das angeht.

Wenn wir uns nun diese Punkte so ansehen – was denkt ihr – müssen wir uns auf noch wesentlich düsterere Neuigkeiten gefasst machen, zumal jetzt das Gerücht aufgetaucht ist, es gäbe Fotos mit anderen englischen Royals beim Sex mit Epstein?

Was sollen wir nur tun?

In den aktuellen Skandalen gibt es nur Verlierer. So scheint es zumindest…

Verlierer Nr. 1
Das englische Königshaus

zunächst schauen wir mal nach London, wo sich König Charles gestern abermals einem Bürger stellen musste, der ihm bei einem Walkabout zurief, ob Andrew sich nicht langsam mal den Behörden stellen müsse.

Der Mann hat so Unrecht nicht.

Stehen doch nicht nur Kindesmissbrauch am Horizont, sondern auch Geheimnisverrat und Untreue. Kurz – Fehlverhalten im öffentlichen Amt.

Andrew Lownie wiederum wird nicht müde zu betonen, dass er diverse Unterlagen hat, die strafrechtlich relevant wären. Auch bietet er sie wie schales Bier den britischen Behörden an, da diese – so seine Einschätzung – wesentlich bessere Mittel zur Verfügung haben als er, um die Unterlagen zu prüfen und für ihre Ermittlungen zu verwenden.

Doch wenn es keine Ermittlungen gibt, bekommt man auch keine Einschätzung der Beweise.

Hier stoßen wir jetzt auf den seit Jahrzehnten propagierten Quatsch von der politischen Zurückhaltung, ja Neutralität des Königshauses.
Sie mögen parteipolitisch den Mund halten, doch wenn es um ihre Belange geht, sind sie jeder Zeit bereit, in die (rechts)staatlichen Abläufe einzugreifen.

Eines der bekanntesten Beispiele: Der Paul Burrell- Prozess.
Hier wurde Paul Burrell, Dianas Butler, angeklagt, zahlreiche Stücke aus ihrem Besitz gestohlen und auf seinem Speicher versteckt zu haben.

Er selbst behauptete, er habe die Sachen nach Dianas Tod in Sicherheit gebracht, da bereits Stücke verschwunden waren.

Im letzten Moment – der Prozess hatte bereits begonnen – der Knalleffekt: Die Königin selbst griff ein und erklärte, sie sei von Burrell unterrichtete worden, dass er Stücke in Sicherheit gebracht habe. Es sei also kein Diebstahl …

Jetzt sinn mer mal speziell und denken nach…
Wieso ist es kein Diebstahl, nur weil ein anderer davon weiß?
Wenn die Sachen nur in Sicherheit gebracht werden sollten – wo wären sie sicherer gewesen als auf einem königlichen Anwesen? In einem königlichen Tresor? Des Weiteren: die von Burrell „gesicherten“ Stücke gehörten Diana – die war tot – also gehörten sie ihren Erben. Wobei mir jetzt irgendwie zuallererst ihre Söhne einfallen.
An deren Stelle – da minderjährig – hätte Charles die Stücke für die Söhne an sich nehmen müssen.
Spannend, dass die Queen eingreift und all diese von mir genannten Punkt ad absurdum führt und damit auch noch durchkommt.
So viel zur „neutralen“ Gerichtsherrin.

Wahrscheinlicherer Grund des Eingreifens:
Man fürchtete, dass Zeugen Unliebsames zutage fördern könnten. Aussagen werden gemacht. Es wird nachgefragt. Man sieht nicht gut dabei aus.

Am Ende des Tages galt es, die Notbremse zu ziehen, was die Königin gemacht hat.

Und irgendwie fand das jeder okay.

Warum eigentlich?

Und auch was Andrew angeht, hat die Queen jahrelang die Türe zugehalten und Wachposten bezogen.
Zahlreiche Zeugen stehen jetzt auf und berichten, wie sie direkt angedroht bekamen, dass es Konsequenzen habe, wenn sie mit ihren Geschichten an die Öffentlichkeit gingen.
Der BBC wurde klargemacht, dass sie jeglichen Zugang zum Palast verlieren würden, wenn sie die Doku über Andrew, Sarah und Jeffrey machen würden.
Andrew Lownie bekam es mit dem geballten Rechtsberaterstab des Palastes zu tun, als er nur die Archive mit den Unterlagen über Edward VII für sein Buch „Traitor King“ einsehen wollte.

Er ist es auch, der der Öffentlichkeit in Erinnerung bringt, dass in den Archiven der königlichen Schlösser einige der größten Kunstwerke der Menschheitsgeschichte lagern und der Öffentlichkeit vorenthalten werden, einfach, weil es die Krone so möchte. Es gibt auch keinerlei Handhabe, sie zu zwingen, einen Zugang zu ermöglichen, respektive eine Ausstellung zu organisieren.
Die Stücke bleiben einfach unter Verschluss, als besitze sie kein europäisches Staatsoberhaupt, sondern ein russischer Oligarch.

Wir sehen – das Königshaus wird immer dann aktiv, wenn es um die eigenen Interessen geht. Sieht man sich (heraus)gefordert, zieht man es vor, mit altbekannten Sprüchen wie „Never complain – never explain“ (Niemals bescheren – niemals erklären) die Menschen abzuspeisen.

Und in dieser Tradition stellt man sich vor den Sohn/ Bruder Andrew und hilft diesem, den Nachstellungen der Justiz zu entgehen.

JETZT ZEIGT ES SICH, WER DEN LÄNGEREN ATEM HAT. KÖNIGSHAUS ODER ÖFFENTLICHKEIT…

Verlierer Nr. 2
Das norwegische Königshaus

Zugegeben – sie sind in einem nicht auflösbaren Dilemma (eigentlich beide Königshäuser)…

Vor Jahren haben sie eine Art Ursünde zugelassen. Im einen Fall ein Prinz, der einfach mit allem durchkam und im anderen Fall, ein Prinz, der mit seiner Herzensdame durchkam.

Beides hätte gutgehen können, wäre den Nachrückern nicht ein gewisser Jeffrey Epstein begegnet.

Dieser packte die Royals wo sie verwundbar waren. Er war ein Mephistopheles, der sie in eine Welt entführte, die er aussehen ließ wie die jeweilige Traumwelt.
Mette Marit erlebte Bestätigung. Vielleicht sogar etwas, das sie für echte Freundschaft hielt. Sarah Ferguson bekam Geld und Anerkennung. Andrew Sex und Privatjets.
So bekam jeder wovon er träumte.
Und sage jetzt niemand, Royals hätten doch alles. Die könnten doch von gar nichts mehr träumen…

Sie biederten sich dem Financier mit Privatinsel an, glitten auf seiner Schleimspur dahin und dachten, die Party werde niemals enden.
Und was bekam Epstein im Gegenzug? Das Glitzern von Krönchen und jahrhundertealter Tradition.
Netzwerke! Die größten, besten, berühmtesten Netzwerke der Welt. Die Queen als ultimativer Jackpot!
Seine Lebensgefährtin Ghislaine Maxwell hatte einen „All Area“- Pass und konnte sich in den königlichen Palästen überall bewegen. Sarah Ferguson ermöglichte Führungen durch die Schlösser.
Sie alle benutzten jene Schlösser, die ihnen gar nicht gehörten als Kulissen für ihre Finanztransaktionen. Mit dem jahrhundertealten Pomp beeindruckten sie zweifelhafte Geschäftspartner.
Eine schmierige Truppe in einer Schmierenkomödie.

Kein Grund für Harmonie

Kein Grund für Harmonie

Finding Harmonie – A King’s Vision

So heißt jener Film, der am Donnerstag der Weltöffentlichkeit erstmals mit großem Pomp auf Windsor Castle vorgestellt wurde.

Worum geht es?
Nun – König Charles befasst sich seit Jahrzehnten mit dem Thema „Harmonie“ in all ihren Ausprägungen und Auswirkungen. Für ihn ist Harmonie ein ganzheitliches Konzept, das alle Lebensbereich umfasst.
Menschen sollen MIT der Natur leben und nicht nur in ihr. Dazu gehört traditionelles Wissen, ökologische Landwirtschaft, nachhaltige Architektur und Naturschutz.

In der Doku schildert Charles seinen eigenen Weg als Umweltaktivist. Sie zeigt seine Projekte, zusammengefasst in der King’s Foundation, seiner Nachhaltigkeits- Stiftung.
Gedreht wurde unter anderem in Highgrove und Dumfries House. Dabei geht es aber nicht nur um England, sondern um einen globalen Ansatz. Folgerichtig werden erfolgreiche Beispiele seiner Ansätze aus den Wäldern von Guyana bis zu nachhaltigen Gemeinden in Indien vorgestellt.

Moderatorin der Mischung aus Archivmaterial, Interviews und Naturaufnahmen ist dabei keine Geringere als Kate Winslet.

Wo kann man die Doku sehen?
Ab dem 06. Februar 2026 auf Prime Video.

Bei der aufwendig inszenierten Premiere auf Windsor Castle gaben sich die ranghöchsten Royals ein Stelldichein: Das Königspaar selbst (ganz klar), Edward der Duke of Edinburgh, Sophie Duchess of Edinburgh, sowie der Herzog und die Herzogin von Gloucester.
Weitere prominente Gäste waren Dame Judi Dench und Rod Stewart, sowie die Sprecherin des Films, Kate Winslet.
Wie man sehen konnte, waren alle Anwesenden bester Laune – passend zum Filmtitel.
Man plauderte, scherzte und herzte sich.

Also alles Friede, Freude, Eierkuchen?

Hmmmm…. nicht ganz… Ganz England ist vom König und seinen Fans besetzt. Ganz England? Nein! Ein von unbeugsamen Walisern bevölkertes Schlösschen hört nicht auf, dem Übermächtigen Widerstand zu leisten…

Auf der äußerst bemerkenswerten Liste an englischen (Ehedem-)Promis fehlten zwei große Namen: Prinz William und seine Frau Catherine.

Ja. So geht es bei mancher Party: Wirklich bemerkenswert ist, wer nicht da ist.

Jaaaa – jetzt höre ich euch schon wieder sagen: Ah ja – Die Wales waren nicht da, weil sie das Königspaar nicht überstrahlen wollten (wahlweise: sollten). Das ist ein immer wieder gebrachtes Erklärungsmuster, wenn es um die beachtlich vielen nicht- gemeinsamen Termine von Königspaar und Kronprinzenpaar geht.
Das kann man natürlich sagen. Das ist auch das stets vom Palast- PR- Team wiederholte Liedlein, wenn die ekelhafte Presse keine Ruhe gibt und immer wieder nachfragt.

Tatsächlich kenne ich keine andere Monarchie, in der das Herrscherpaar und sein Nachfolger/ Nachfolgerin derart darauf erpicht sind, sich nicht gemeinsam zu zeigen wie in England.
Haben Felipe und Letizia Angst, sich mit ihren Töchtern zu zeigen?
Fürchten Willem Alexander und Maxima die Strahlkraft der jungen, schönen Amalia?
Meiden König Philippe von Belgien und seine Mathilde die Thronfolgerin Elisabeth?
Suchen König Carl Gustav und Königin Silvia das Weite, wenn Kronprinzessin Victoria bei einem Event auftaucht?

Nicht, dass ich wüsste.

Nur in England ist das scheinbar so.

HARMONIE sieht in meinen Augen anders aus.
Und da kommt die Doku ins Spiel … Wie viel Harmonie gibt es denn im Privatleben des Königs? Wo ist da seine Vision?

Seit Jahrzehnten beobachten wir bei keiner Familie (außer vielleicht bei den Geissens) so viel Disharmonie wie bei den englischen Royals. Wenn man „Dysfunktional“ googelt, dürfte inzwischen ein Fotos der Windsors auftauchen.

Es ging schon mit dem Verhältnis zwischen Queen Elizabeth/ Prince Philip und (dem damals noch) Prince Charles los. Wieder und wieder hörten wir von Sticheleien und offenen Affronts, vor allem von Philip in Charles Richtung, denn er hielt seinen Sohn für ein ausgemachtes Weichei.
Die Königin schien – wenn nicht zwischen den Männern – so im Normalfall auf der Seite ihres Mannes zu stehen.
Weiter zur berüchtigten Ehe mit Diana, bei der sich bald niemand mehr wirklich Mühe gab, die offensichtlichen Risse zu kitten, oder zumindest zu übertünchen. Wir erinnern uns alle des Kriegszustandes, in den die Ehe spätestens Ende der 80er Jahre überging.
Mit William und Harry entstand auch keine wirklich Harmonie. William lud seine Eltern demonstrativ von einem Schulfest aus und warf seiner Mutter ein „I hate you“ („Ich hasse dich!“) an den Kopf, nachdem sie ihm (von Paparazzi beobachtet) in der Schule ihr Panorama- Interview angekündigt hatte. Als dann die heimlich mitgeschnittenen Gespräche zwischen Charles und Camilla, sowie zwischen Diana und James Gilby bekannt wurden, war der Ofen völlig aus.
Was wir nun alle wussten, nur nicht in allen schmuddeligen Details – wurde schlussendlich durch Prince Harrys Memoiren bestätigt.
Rangeleien, Querelen, Petitessen, Zickigkeiten, Eitelkeiten …
All das lief brühwarm aus der Druckerpresse. Und diesmal nicht durch einen Externen, sondern breitgetreten von einem Mann im Herzen der Ereignisse.

Seitdem scheint sich Charles absolut amateurhaft um die Wiederherstellung der niemals vorhandenen Harmonie. Und wenn er sie zu Hause schon nicht schafft, dann doch bitte draußen in der ganzen Welt.
Nach dem Motto: Ich kann zwar nicht Radfahren, aber ich bringe es euch bei…
Ist das nicht irgendwie so als würde jemand Bundestrainer, der nicht mal weiß, was eine Mannschaftsaufstellung ist?

Es mag Zeiten gegeben haben, wo man sich bemüht hat, Einheit zu demonstrieren. Ja – es gab Zeiten wo Charles und William sogar gemeinsame Termine hatten. (Von den obligatorischen Uniform- Events mal abgesehen…)
Die gibt es auch heute noch. (Einen im letzten Jahr).
Aber sieht man da irgendeine Interaktion zwischen Vater und Sohn? Sie kommen gemeinsam an, winken, fertig. Das war’s.
Zuletzt sehr gut beim Staatsbesuch der Steinmeiers in London zu sehen.
Die beiden Paare schauten sich kaum an. Schienen sich bestenfalls gegenseitig im Weg zu stehen. Miteinander plaudern, scherzen, ein humorvoller Austausch – Fehlanzeige.

Und jetzt?
Aber vielleicht habe ich auch einfach den Titel der Doku nicht richtig gelesen… FINDING Harmony, heißt er. Nicht etwa „HAVING Harmony“. Harmonie FINDEN – nicht Harmonie HABEN…
Vielleicht will Charles uns damit ja vor Augen führen, dass man aktiv zur Harmonie beitragen muss….
Vielleicht will er eine Botschaft an seinen Ältesten senden, dass er ihn gerne im Harmonie- Boot hätte.

Wir wissen es nicht.

Aber nach dem, was wir aus dem Palast gehört haben, hat man beim Königspaar schon den Titel der Times „Arise, Queen Catherine!“ („Erhebe dich, Königin Catherine“) eher zickig aufgenommen.
So richtig harmonisch sieht es also auf keiner Seite aus …

Prince William – Eine (Zwischen)- Bilanz

LONDON- UK- 5th May 2023. Copyright: Gemeinfrei; Quelle: Wikipedia

Heute habe ich jemand ganz Besonderes in den Fokus gestellt, nämlich Prinz William, den Thronfolger, den künftigen König von England. Ich hatte ihn ja schon öfter mal in meinen Filmen auf YouTube, aber er war eigentlich immer nur eine Randfigur. Heute will ich mal ein bisschen genauer hinschauen, zumal er auch in letzter Zeit immer öfter seine Visionen seines eigenen Königtums, eines modernen Königtums, mitgeteilt hat.

Da muss ich jetzt etwas vorausschicken und vielleicht auch so ein bisschen etwas zur „Quellenlage“ klären, wie man so schön sagt.
Es ist immer problematisch, wenn man rauskriegen will, was Royals denken, weil sie ja selten in einem „unkontrollierten Umfeld“ zugange sind. Im Normalfall haben Royals immer irgendwelche PR-Leute um sich rum, Berater, Ratgeber, und die schauen sehr genau hin, was die Royals so sagen, und schreiten dann auch ein, wenn ein Royal vielleicht mal versehentlich zu offen plaudert.
Wenn sie das nicht tun, wie im Falle von Andrew Mountbatten-Windsor und dem berüchtigten BBC-Interview, dann sind sie ihren Job auch ziemlich schnell los. (Wovon Frau Thirsk heute ein Lied singen kann…)

William ist ein Mann, der inzwischen ein gutes Stück über 40 ist und sich in seinem Leben, sagen wir mal, zurechtgeruckelt hat. Er ist glücklich verheiratet. Er hat drei glückliche, zufriedene Kinder.
Sein ältester Sohn George wird bereits auf seine künftige Rolle als König vorbereitet, was bedeutet, dass er bei großen Anlässen dabei ist, dass er aber auch schon Termine mit den Eltern wahrnimmt.
Es wird immer großen Wert darauf gelegt, dass die Kinder ein ganz normales (schulisches) Umfeld haben. Inzwischen sind es keine Kleinkinder mehr, es sind (beinahe) Teenager, und als solche unterliegen sie dem englischen Schulsystem. In diesen speziellen Fällen haben wir es mit Ganztagsschulen und Internaten zu tun, wie Eton (ehemals William und Harrys Schule) oder dem Marlborough College (der ehemaligen Schule von Prinzessin Catherine).

Das bedeutet, die Kinder sind von morgens bis zum späten Nachmittag in der Schule. Danach sind sie dann noch mit Hausaufgaben und Lernen beschäftigt. Wenn sie dann in die weiterführende Schule kommen, wird über Internate nachgedacht.
Das sind Internate, bei denen die Schüler nur in den Ferien heimkommen. Das heißt, die Eltern haben dann im Prinzip sieben Tage die Woche Zeit, um ihr Leben so zu gestalten, wie sie das möchten. Dieser Punkt spielt für die Wales insofern eine Rolle, als bislang immer als Grund für die viele Freizeit die Familie genannt wurde. Dass man mit den Kindern mehr Zeit verbringen wolle.

Wie gerade erwähnt, war Andrew ein Beispiel für Royals, die sich in Interviews um Kopf und Kragen reden…
Ein weiteres Beispiel war Prinzessin Diana mit ihrem Panorama-Interview. Das hatte sie ohne Beratung durchgezogen, nur mit dem interviewenden Journalisten Martin Bashir, und das hat sich als ihr Untergang herausgestellt.

Jetzt hat William vor kurzem ein ziemlich ausführliches Gespräch geführt mit dem Schauspieler und Dokumentarfilmer Eugene Levy. Dieser hat auf Apple Plus eine Serie namens „The Reluctant Traveler“ – also der widerspenstige Reisende. Da besichtigt er in einer Folge Windsor Castle und, Überraschung, wer kommt da auf seinem E-Scooter angerollert? Kein Geringerer als Prinz William. Er hat auch noch Zeit mitgebracht und setzt sich nach einem ausführlichen Spaziergang durch Windsor mit Mr. Levy in ein Lokal und dann wird geplaudert bei einem Bierchen. Ein Publicity-Stunt, wie man ihn sich nur träumen kann.

Bei diesem Gespräch nun hat William zum Besten gegeben, wie er sich die Zukunft der Monarchie vorstellt, wie er das Ganze verschlanken will. Fokus auf Modernisierung. Sein Plan ist eigentlich, mit diesem Verschlanken, das schon sein Vater begonnen hat, weiterzumachen. Er will ein Gesamtpaket abliefern. Er will zum einen die Anzahl der „Working Royals“ reduzieren. Er will auch Prinzessin Anne, die ja jetzt immer noch zusammen mit dem König das Terminzugpferd der Show ist, sukzessive rausnehmen.
Ist das der Plan?

Er will aber auch nicht seine Cousinen, zum Beispiel Zara Tindall oder die York-Schwestern, intensiver einbinden. Die Zauberformel ist: Wir werden weniger Themen abdecken, nämlich nur Nachhaltigkeit (also Umweltschutz) und das soziale Thema.
Da dachte ich mir: Okay, wie viele andere Themen gibt es für englische Royals sonst noch?
Diese wenigen Themen sollen durch das Engagement für wenige Charities abgebildet werden. Das zeigt sich jetzt schon: Catherine und er haben gerade mal jeder drei oder vier Schirmherrschaften, die sie regelmäßig besuchen. Im Gegensatz zu Prinzessin Anne, die mehrere hundert Schirmherrschaften hat, genau wie der König und vor ihm seine Mutter.

William selbst sieht das Ganze mehr wie ein Sozialunternehmer. Er sieht das Ganze als eine Firma. Er ist der Geschäftsführer, der General Manager. Er legt fest, wer wie unterstützt werden soll, und das sollen eben nur wenige Gruppen sein. Die restliche Zeit soll Hintergrundarbeit stattfinden.
Hier ist für mich ein Punkt erreicht, wo ich sage: Stopp!
Es ist klar, die Zeiten, wo Royals acht Kinder zur Welt gebracht haben, die dann früh ins royale Geschäft eingestiegen sind, sind vorbei. Aber viele Kinder zu haben, bedeutete auch immer eine starke Personaldecke.

Wie die Show einbricht, haben wir alle gesehen, als im vorletzten Jahr die Krebserkrankungen des Königs und von Catherine bekannt wurden. Zwei der stärksten Säulen sind weggebrochen. Catherine hat schon vorher nicht viele Termine gemacht, aber diese Termine haben eine weite Abdeckung in den Medien erfahren. Wenn der König zehn Termine gemacht hat, wurde er in einer Handvoll britischer Zeitungen erwähnt, aber wenn Catherine einen machte, wurde sie international gezeigt. Umso schmerzhafter war dieses Jahr der Erkrankung.

William hat dieses Jahr 2024 gegenüber Eugene Levy als das schlimmste Jahr seines Lebens bezeichnet. Das ist mehr als nur nachvollziehbar.
Es muss verheerend sein, wenn du nicht nur um das Leben eines geliebten Menschen bangen musst, sondern auch um eine Säule deiner Institution. Dazu kamen die ganzen Querschüsse von seinem Bruder aus Montecito.
Von daher müsste er eigentlich am besten wissen, dass es mit noch weniger Personal noch schlechter zu schaffen ist. Da nutzt es auch nichts, wenn man sagt: „Qualität statt Quantität.“

Für mich ist jemand, der zum Königshaus gehört, jemand, der seine Berühmtheit für so viel Gutes wie möglich nutzen sollte.

Er muss Organisationen nicht beraten, er muss Leute zusammenbringen.

Ein Beispiel: Eine kleine Kirchengemeinde im englischen Hinterland musste ihre Kirche renovieren und hatte kein Geld. Sie wandten sich an das Büro der Princess Royal (Anne) und baten um einen Brief, mit dem sie Spenden sammeln könnten. Die Antwort war: Wäre es nicht hilfreicher, wenn die Prinzessin persönlich vorbeikäme? Sie kam, es wurde in den Medien abgebildet, und die Gemeinde bekam ihr Geld zusammen. Das ist für mich „Soft Power“. Wenn William sich nur als Manager sieht, der bestimmte Dinge fördert, die in sein Portfolio passen, dann passt dieser moderne Managementansatz einfach nicht dazu.
Wir sind von Königshäusern einfach ein anderes Vorgehen gewohnt.

William hat zwei große, aktive Projekte:
Die „Homewards„-Initiative gegen Obdachlosigkeit. Er hat dafür eigenes Land der Duchy of Cornwall hergegeben. Das Ganze soll bis 2028 beendet sein. Es gibt Partnerschaften mit Banken und Unternehmen – eine Win-Win-Situation.
Dann gibt es den „Earthshot Prize„, sein zweites zentrales Projekt. Ziel ist es, junge Leute zu finden, die sich um Nachhaltigkeit und Umweltschutz verdient machen. Hier sollen neue Technologien und besondere, neue Ansätze gefördert werden.
Der Earthshot Prize hat William inzwischen internationales Renommee eingebracht und seine Position als Macher gestärkt. Mit dem Earthshot Prize ist William in den obersten Rängen der Wohltäter gelandet.
Aber ich bin der Meinung: Das ist großartig, aber du darfst die anderen Dinge nicht hinten runterfallen lassen. Nicht jeder Brite ist obdachlos. Die verrottende Kirche im Dorf ist für Leute in ihrem Ort genauso wichtig. Wenn William kommuniziert: „Das ist mein Portfolio, der Rest geht mich nichts mehr an“, dann ist das verheerend. Dann werden noch mehr Leute sagen: „Not my King“.

Mit diesen Projekten repräsentiert er die Kerninteressen seiner Eltern: Nachhaltigkeit von Charles und Obdachlosigkeit von Diana.

Dasselbe haben wir bei Catherine. Sie hat nur wenige ausgewählte Schirmherrschaften, zum Beispiel die Förderung der ersten Lebensjahre, Rugby, die National Portrait Gallery. Das ist nicht ansatzweise das, was wir früher gewohnt waren. Die Sichtbarkeit der königlichen Familie in der Öffentlichkeit wird weiter sinken sobald die Zugpferde wie Charles oder Anne fehlen.

Die Royal Foundation


Das Geld, das nach Dianas Tod gespendet wurde, geht heute zur Hälfte an die Royal Foundation von William und Catherine und zur Hälfte an Prince Harry und dessen Charities.
Die Royal Foundation hat im vergangenen Jahr ein Plus von über drei Millionen Pfund erwirtschaftet. (Böse gesagt sind das wahrscheinlich die drei Millionen, die Archewell ins Minus gerutscht ist.)

Die Personaldecke



Schauen wir uns die Personaldecke an: Wir haben momentan elf aktive Working Royals. Stand Januar 2026 ist das Durchschnittsalter 69 Jahre. Angeführt wird die Pyramide vom Herzog von Kent (90) und Prinzessin Alexandra (89). Dann kommen der Herzog von Gloucester (81), Birgitte (79), König Charles (77), Camilla (78) und Prinzessin Anne (75). Die „Jungspunde“ sind Edward und Sophie (beide 61), William (43) und Catherine (44).

Im Jahr 2025 sah die Termin-Hierarchie so aus: An der Spitze stand König Charles mit 535 Terminen, gefolgt von Anne mit 478. (Sie hatte weniger Termine als sonst wegen ihres Unfalls mit einem Pferd). Dann kam Edward (313), Sophie (235), Camilla (228), der Herzog von Gloucester (212), Prinz William (202), Birgitte (113), der Herzog von Kent (77) und an letzter Stelle Catherine mit 68 Terminen (wegen ihrer Erkrankung).
Wir haben also sehr alte Royals, die aller Voraussicht nach nicht mehr lange leben werden. Am Ende wird William seine Regentschaft vielleicht mit fünf oder sieben Personen bestreiten müssen. Wenn nicht sogar noch weniger.

Die Umfragen

Die Unterstützung für das Königshaus ist laut Umfragen auf einem Allzeittief von etwas über 60%. Besonders dramatisch sind die Zahlen bei den 18- bis 24-Jährigen. Da liegt die Zustimmung zur Monarchie nur noch bei 30 bis 37%. Die Royals werden als abgehoben und distanziert wahrgenommen. William befasst sich zwar mit Obdachlosigkeit, aber die jungen Briten haben andere Probleme wie Arbeitslosigkeit (15,9% bei den 16- bis 24-Jährigen) und prekäre Arbeitsverhältnisse wie die „Zero Hour Contracts“. (Arbeitsverträge, die nach Stunden bezahlt werden, wobei vertraglich keine Mindeststundenzahl festgelegt wird)

Die junge Generation empfindet Traditionen als veraltet. Es fehlt jemand wie Diana, die mit 20 Jahren die jungen Leute abgeholt hat. Catherine ist heute doppelt so alt wie Diana damals zu Beginn ihrer royalen Karriere und funktioniert als Role Model eher für wohlhabende, nicht berufstätige Frauen.
Auch die Kinder von William und Catherine wirken sehr elitär. Sie laufen in Maßkleidung rum, man sieht George nie in zerrissenen Jeans oder Charlotte in oversized Hoodies wie ihre Altersgenossen. Sie gehen auf Schulen wie das Marlborough College, die mehr kosten, als der Durchschnittsbrite verdient. Da ist kein Anknüpfungspunkt für das Volk.

Warum sind William und Catherine trotzdem beliebt?
Sie kommen medial gut rüber, lachen viel, machen Shoutouts und Selfies mit. Sie nutzen Social Media perfekt. Aber in Umfragen werden sie oft nur im Vergleich zu den anderen Royals als die Beliebtesten genannt, weil die anderen als irrelevant wahrgenommen werden.
Spannend wird es bei der Frage: Wie wichtig ist die Monarchie für die Zukunft? Da sagen immer mehr Leute: Juckt mich nicht. In Schottland dümpelt die Zustimmungsrate bei 30%. Viele Regionen fühlen sich abgekoppelt, weil die meisten Termine im Großraum London stattfinden.

Ein großes Problem ist auch das Geld. Unter Queen Elizabeth hat sich das Einkommen der Royals fast versiebzehnfacht. Die Briten müssen den Gürtel enger schnallen, während investigative Medien enthüllen, dass Charles und William Millionen vom klammen NHS kassieren. Da hilft es nicht, wenn man eine Krebsstation besucht, aber gleichzeitig Geld aus dem Gesundheitssystem zieht. Die Generation, die königstreu war und von solchen Untiefen gar nichts wissen wollte, stirbt derweil weg.

William wird oft als derjenige präsentiert, der aufräumt, besonders in der Kausa Andrew. Es heißt, er habe zusammen mit Camilla den König dazu gebracht, Andrew die Titel zu nehmen und ihn aus der Royal Lodge auszuweisen. Doch wirkliche Gerechtigkeit gäbe es erst, wenn ein Royal sich auch der Justiz stellen müsste. Andrew zieht nur von einem Schloss ins andere, sein Vermögen bleibt unangetastet. Er lässt sich privat auch sicher immer noch mit „Königliche Hoheit“ ansprechen. Insofern hat sich für ihn wenig geändert. Er wird noch immer zu Wochenendparties eingeladen und spricht seinerseits Einladungen aus.

William selbst lässt sich auch nicht gerne reinreden. Er zahlt keine Erbschaftssteuer und verweigert Einblicke in seine Finanzen. In ihm sehe ich immer noch Anteile des Schulhofbullies, der er mal war. Er war ein Rowdy, der andere Kinder mobbt. Selbst die Queen sagte damals, er sei „unhinged“ (von der Leine gelassen). Und das nicht in der guten Art und Weise.
Nicht zuletzt deswegen hat sie ihn so oft als möglich zum Tee eingeladen, als er noch in Eton zur Schule ging. Einfach um ihn an die Leine zu legen. Ihm ein Gefühl für die Anforderungen seiner Rolle zu geben.

Ob es ihr gelungen ist, werden wir sehen, wenn er König ist. Er will die Krönung modernisieren, keine traditionellen Gewänder mehr sehen und bestimmte Personen wie Andrew oder Harry nicht dabei haben. Er will eine personelle Verschlankung, nicht zuletzt, weil eine kleine Gruppe besser zu steuern ist.

Was ist mit Harry?

Was Harry angeht: William sieht wohl kein Licht am Ende des Tunnels.
Loyalität ist für Royals die absolute Existenzgrundlage.
Harry hat das Vertrauen missbraucht, indem er aus dem Nähkästchen geplaudert hat – über körperliche Auseinandersetzungen oder Chats zwischen Catherine und Meghan. Harry hat keine wirklichen Skandale aufgedeckt, sondern nur peinliche Skandälchen. Er hat seinen eigenen Ruf ruiniert und das Verhältnis zu seinem Bruder für immer zerstört.

Die Menschen haben einen Wunsch nach Fairness. Deswegen heißt es immer wieder: „Warte bis William an die Reihe kommt – der wird mit Harry abrechnen. Der wird den Sussexes alle Titel nehmen.“
Dass Andrew seine Titel verloren hat, wird als Erniedrigung wahrgenommen, aber am Ende des Tages ist ihm nichts passiert. Er musste sich nie vor irgendeinem Gericht verantworten.

Wir projizieren auf William, dass er der Macher ist, während Charles der Weichherzige ist. Das ist wie im Nibelungenlied: Gut gegen Böse. William nutzt dieses Narrativ sehr geschickt. Dass William derjenige ist, der aufräumen wird mit all den Royals, die uns von den Medien als Schurken präsentiert werden.

Aber am Ende müssen Strukturen geschaffen werden, die Skandale verhindern. Ein Königshaus darf nicht über dem Gesetz stehen. Solange William das nicht verstanden hat, hat er ein Problem, denn die junge Generation buckelt vor keinem König mehr. Wenn die Royals nicht liefern für die Millionen, die sie bekommen, dann wird die Frage nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis immer lauter.

Wie William und Catherine nach dem Ende von Catherines Erkrankung ihr öffentliches Leben gestalten, werden wir in den kommenden Monaten und Jahren sehen.
Als nächstes geht es für William auf jeden Fall im Auftrag der Regierung nach Saudi Arabien. Catherine bleibt derweil in England und absolviert dort Termine.

Es bleibt also spannend…

Archie und Lilibet – mehr als eine Frage des Titel

Vor kurzem hatte ich anlässlich von Prince Harrys ABC- Interview auf Instagram das Thema behandelt, was mit seinen Titeln würde, wenn er amerikanischer Staatsbürger würde.
Da ich inzwischen auch schon mehrmals nach den Titeln seiner Kinder gefragt wurde, dachte ich: schreib mal was Ausführlicheres dazu, denn die Sache ist komplexer als man denkt …

What about Harry?

Was Prince Harry angeht, so stehen die Dinge relativ klar: Derzeit ist er britischer Staatsangehöriger und trägt all seine Titel zurecht.
Durch seine Frau hat er ein aufenthaltsrecht in den USA.
Sollte er aber bei seinem Visa-Antrag gelogen haben, könnte das weitreichende Konsequenzen, bis hin zur Ausweisung, nach sich ziehen. Mit einem US-Bürger verheiratet zu sein, schützt einen nämlich im Fall von Straffälligkeit nicht vor der Ausweisung.

Würde er allerdings US-Bürger werden, so müsste er nach amerikanischem Recht alle Titel zurückgeben, denn es ist US-Bürgern nicht erlaubt, Titel zu tragen. Dann allerdings könnte er auch im Fall von Straffälligkeit in den USA bleiben.

Könnte Harry eine doppelte Staatsbürgerschaft beantragen?
Das wäre tatsächlich nicht möglich. Er muss sich sozusagen für eine Seite entscheiden und das mit allen Konsequenzen.



Der Fall Archie und Lilibet

Im Fall seiner Kinder liegen die Dinge anders:
Sie haben qua Geburt zwei Staatsbürgerschaften: die amerikanische durch ihre Mutter und die englische durch ihren Vater.

Deswegen können sie auch die Prinzen/ Prinzessinnen-Titel in Amerika tragen. Das tun sie dann nämlich sozusagen als die Kinder ihres Vaters.

Meghan Markle hat ihre amerikanische Staatsbürgerschaft nie abgelegt, wie es eigentlich bei einer royalen Braut üblich gewesen wäre.

Blut oder Boden?

Es gibt bei Staatsbürgerschaften im Prinzip zwei Varianten:
1. „Blut“ (= „Ius Sanguinis“): Hierbei bekommt das Baby die Staatsbürgerschaft entsprechend jener (im Normalfall) der Mutter. Es ist also die Abstammung ausschlaggebend.
2. „Boden“ (= „Ius Soli“): In manchen Ländern erhält das Kind die Staatsbürgerschaft je nachdem ob es im betreffenden Land geboren wurde. Woher die Eltern stammen spielt dabei keine Rolle. So ist zum Beispiel ein Kind, das nach dem 1. Januar 2000 in Deutschland geboren wurde, automatisch deutscher Staatsbürger. Allerdings müssen noch weitere Voraussetzungen erfüllt werden. So muss sich ein Elternteil mindestens acht Jahre gewöhnlich und rechtmäßig in Deutschland aufgehalten haben.
Es gilt das „Geburtsortsprinzip“ . Welche Staatsangehörigkeit die Eltern haben, spielt keine Rolle.

Für die USA ergab sich aus diesem Prinzip das Problem, dass tausende von hochschwangeren Frauen aus China, Taiwan, Russland etc in die USA einreisten, um dort ihre Kinder zu gebären, die dann automatisch US-Staatsbürger wurden. Gegen Reiseagenturen, die das organisierten wurde zwischenzeitlich Klage erhoben.

Zurück zu den Sussexes …

Archie:
Er wurde in England geboren, hat aber durch seine Eltern zwei Staatsbürgerschaften
Lilibet:
Sie wurde in den USA geboren und hat durch ihre Eltern beide Staatsbürgerschaften

Schauen wir ein wenig in die Zukunft:

Was passiert möglicherweise wenn die beiden älter sind?
Das National Constitution Center schreibt dazu, dass bislang US-Bürger, die in königliche Familien geheiratet haben (zum Beispiel die in Washington D.C. geborene Königin Noor al Hussein, geborene Lisa Najeeb Halaby), oder die den Thron eines Landes eingenommen haben (Prinz Albert von Monaco), üblicherweise mit diesem Schritt, oder der Volljährigkeit, die US-Staatsbürgerschaft abgelegt haben.
Fürst Albert von Monaco hatte die amerikanische Staatsbürgerschaft durch seine Mutter, Grace Kelly.

Dadurch vermeidet man Konflikte mit dem royalen Satus.

Im Fall der beiden Sussex- Kinder stünde dies potentiell ebenfalls im Raum. Wobei dabei auch ausschlaggebend sein könnte, wo die beiden ihren Lebensmittelpunkt sehen und ob sie ihr Leben so gestaltet haben, dass sie keinen königlichen Titel brauchen, um erfolgreich zu sein.
Für ihre Eltern gilt ja nach wie vor, dass der königliche Titel ihr Geschäftsmodell ist und sie insofern auf diesen auch gar nicht verzichten können.

Was aber, wenn Archie und Lilibet eines Tages Kinder bekommen?
Die englische Regierung schreibt dazu: Diese Kinder, sollten sie auerhalb von Großbritannien geboren werden, müssten eines Tages die britische Staatsbürgerschaft ganz normal beantragen.

Haben Royals Pässe?

Ja. alles außer dem König. Da alle Pässe in seinem Namen ausgestellt werden, braucht er selbst keinen. Alle anderen Familienmitglieder brauchen hingegen einen, um ins Ausland reisen zu können.

Gewinnspiel und neuer Bildband Queen Elizabeth II

Gewinnspiel und neuer Bildband Queen Elizabeth II

Bücher über die Queen gibt es es wie Sand am Meer. Aber eines wie es der Gerstenberg Verlag jetzt veröffentlicht hat, findet man kein zweites Mal.
Was ist das Besondere: Die Faksimile- Einlagen!

Credit: Gerstenberg Verlag

Es gibt alles über die Queen: Bildbände, Monografien, Biografien und Zeitschriften.

Ihre einmalig lange Regierungszeit hat dazu geführt, dass man sich mit allen Facetten ihres Lebens befasst hat, zumal sie bis zum Ende ein Rätsel geblieben ist, da sie sich im Gegensatz zu ihrer Familie nie in Interviews geäußert hat oder irgendeine Form von Memoiren verfasst hätte.
Diese Lücke haben hunderte, wenn nicht tausende von Büchern zu füllen versucht.

Ich muss gestehen, dass ich einige von denen gelesen habe, um mir ein Bild von dieser „Frau ohne Eigenschaften“ zu machen. Denn was wissen wir denn tatsächlich von ihr? Das sie fleissig war. Sich stets um Sichtbarkeit bemüht hat. Diszipliniert war und – wäre sie nicht Königin geworden – eine sehr gute Pferdezüchterin abgegeben hätte.

Was aber mochte sie? Über was konnte sie lachen? Welche Bücher hat sie gelesen? Welche Komponisten geliebt? Gab es Dinge, für die sie kämpfen musste? Was waren ihre ganz persönlich empfundenen größten Niederlagen?

Alles Fragen, auf die sie nie eine Antwort gegeben hat.

Wenn wir diese Fragen zumindest annähernd beantworten wollen, sind wir darauf angewiesen, auch weiterhin Bücher über sie zu lesen. Von Menschen, die sie möglichst gut persönlich kannten, oder zumindest einen besonders guten Zugang zu ihrem persönlichen Umfeld hatten.

Letzteres dürfte immer schwieriger werden, da ihre Wegbegleiter langsam aber sicher aussterben. Und dann heißt es irgendwann nur noch „Mein Großvater, Lord XY, erzählte immer, dass die Queen …“

Im deutschsprachigen Raum ist aber auch das schon ein Problem, denn nur die allerwenigsten Bücher über die diversen Königshäuser werden ins Deutsche übersetzt und wir bekommen solche Ausgaben eigentlich nur dann, wenn ein besonderes Ereignis stattfindet, oder ein Jubiläum.

Umso mehr freue ich mich, dass der Gerstenberg Verlag einen neuen großformatigen Band über die Queen vorgelegt hat, der nicht nur die Etappen ihres Lebens vorstellt, sondern auch bestimmte Aspekte besonders beleuchtet.

So mochte ich besonders das Kapitel, das sich mit ihrem Hochzeitskleid befasst oder mit ihrer Zeit als junge Ehefrau eines Marineoffiziers auf Malta, das die Queen bis zum Schluss als eine der glücklichsten Zeiten ihres Lebens bezeichnet hat.

Zum ersten Mal habe ich auch eine Grafik gesehen, die in einer Zeitleiste die wichtigsten Persönlichkeiten auf der Weltbühne während der Regentschaft der Queen vorstellt. Von Winston Churchill bis Papst Franziskus. Eine weitere informative Grafik stellt ihren „aktuellen“ Familienstammbaum dar mit Kindern, Enkelkindern, deren Ehepartnern etc. Ein weiterer (mit Fotos bestückter) Stammbaum stellt uns wiederum das Haus Windsor vor.

Die Hochs und Tiefs der Queen finden ebenso Platz wie eine Betrachtung ihres Erbes für ihren Nachfolger und das Land.

Wie zu erwarten war, finden sich keine historischen Fehler und die Recherche ist auf den Punkt. Die Fotos sind von hervorragender Qualität und machen das wiederholte durchblättern zu einem wirklichen Genuss.

Doch etwas hebt dieses Buch über alle anderen – speziell Bildbände – zur Queen heraus: Die Faksimile- Beilagen.

In fünf großformatigen Taschen finden sich Faksimile- Drucke von Briefen, Fotografien und anderen Dokumenten, die mit der Queen in Zusammenhang stehen. Auf dem Foto oben seht ihr einen handgeschriebenen Brief der Queen an Präsident Eisenhower vom Januar 1960 mit ihrem persönlichen Rezept für Drop Scones. Die hatten es dem Präsidenten offensichtlich angetan und so wurde er von der Queen mit dem Rezept versorgt. (Nicht viel anders als bei Lieschen Müller, wenn Tante Herta der Käsekuchen so gut geschmeckt hat, dass sie ihn nachbacken will …)

FAZIT:

Das vorliegende Buch ist im allerbesten Sinne ein Coffee-Table-Book. Interessante Artikel treffen auf gut gemachte und informative Grafiken und wunderbare Fotos. Aber getoppt wird alles von den unglaublichen Faksimiles, die dem Buch beigelegt sind und die einem eine ganz persönliche Anbindung an die Queen ermöglichen.
Man hat plötzlich das Gefühl, ein wirkliches Stück Geschichte in Händen zu halten.
„Queen Elizabeth II – Eine Hommage in Bildern“ ist ein Buch, das man nicht nur eingefleischten Royalistas schenken kann, sondern auch sich selbst.

FAKTEN:

Joel Levy, Marnie Fogg: Queen Elizabeth II.: Eine Hommage in Bildern Mit zahlreichen Faksimiles. Gerstenberg Verlag, Januar 2024, 176 Seiten, 36€

Mehr Infos über den Verlag:
https://www.gerstenberg-verlag.de

GEWINNSPIEL

Da der Gerstenberg Verlag so nett war, mir dieses wunderbare Buch für diese Buchvorstellung zu überlassen, möchte ich die Gelegenheit wahrnehmen und einen Band unter euch zu verlosen.

Was müsst ihr tun, um in den Lostopf zu hüpfen?

Kommentiert einfach unter diesem Artikel, welcher Moment euch besonders für die Königin eingenommen hat. War es die Art, wie sie stoisch nach den Schüssen auf sich mit Burmese weitergeritten ist? Waren es ihre Worte aus dem Buckingham Palast nach dem Tod von Prinzessin Diana? War es, wie sie in Regenmantel und mit Regenhaube durch das ausgebrannte Schloss von Windsor gelaufen ist? Oder ihre Tränen, als sie sich von der Britannia verabschieden musste?

Was war euer ganz persönlicher Moment mit der Queen?

Ich drücke die Daumen!

Diana – Blick zurück im Zorn

Diana – Blick zurück im Zorn

Die Bücher, die über die verstorbene Prinzessin von Wales mittlerweile geschrieben wurden, füllen ganze Bibliotheken. Jeder Aspekt ihres kurzen, wenig glücklichen Lebens wurde auf tausenden von Seiten vorgestellt und analysiert.
Wenn man ehrlich ist, muss man sagen, dass man sich da kaum noch zurechtfindet.
Ein Grund mehr für mich, zu den Wurzeln zurückzukehren und ihre eigenen Worte dazu zu lesen.

Credit: Lifestyle Busse Seewald Verlag

Wenn man sich in all den hunderten und aberhunderten von Titeln zurechtfinden will, die in den vergangenen Jahrzehnten über Prinzessin Diana geschrieben worden sind, ist das ein fast unmögliches Unterfangen. Ob ihre Mode, ihre Beziehung zu ihren Kindern, oder ganz allgemein ihr Lebensweg – es blieb kaum ein Aspekt unbeachtet.

So habe ich mich umso mehr gefreut, dass ich die Gedächtnis- Ausgabe des Buches von Andrew Morton bekommen habe und diese nun vorstellen darf.

Nach dem Vorwort finden wir zunächst Dianas eigene Anmerkungen zu bestimmten Schlagworten. Knapp dreissig Seiten lang lesen wir, was sie unter anderem zu ihrem Mann, ihren Söhnen, ihrer Kindheit und der Königsfamilie zu sagen hatte. Mehr oder minder kurz hingeworfene Gedankenschnipsel, die Morton nicht kommentiert und nicht relativiert.

Der Großteil des Buches dann wird von der offiziellen Version seiner Biografie eingenommen, in der er praktisch nur Dianas eigene Aussagen umformuliert hat.
Jener Biografie, die er mit Hilfe von Dianas besprochenen Tonbändern geschrieben hat und das jahrelang als ausschließlich aus seiner Feder stammend ausgegeben wurde.

Bereits im Vorwort fällt die absolute Distanzlosigkeit auf, die Morton an den Tag legt, wenn er Dianas Situation in ihrer Ehe schildert.

Verschleiern für Fortgeschrittene

Wie sind Diana und Morton nun vorgegangen?

Tatsächlich hatten sie vereinbart, dass sie sich nicht persönlich treffen durften, damit Diana glaubwürdig behaupten konnte, nicht mit Morton unter einer Decke zu stecken. (Lustige Haarspalterei …)

Sie brauchten also einen Mittelsmann. Dianas Wahl fiel auf ihren Freund James Colthurst.

Colthurst und Morton wurden also im Folgenden zu Dianas Mitverschwörern. Morton schickte die Fragen und Diana antwortete auf Tonbändern, die wiederum Colthurst an Morton überbrachte. Das Ganze glich einem Manöver aus der Welt der internationalen Spionage.

Man muss dabei bedenken, dass als Diana die Bänder besprochen hat, sie noch mit Charles, dem damaligen Prince of Wales, verheiratet war und auch mit ihm zusammenlebte. Dennoch folgen in ihren eigenen Worten wenige Seiten später Überlegungen zur Scheidung und wen sie danach wohl heiraten würde. (Was nicht nach einer Frau klingt, die erst mal genug vom Thema Ehe hat …)

Aus zahlreichen Stellen im Vorwort merkt man, wie trunken Morton von seiner eigenen Bedeutung zu dieser Zeit war und dies erklärt sicherlich auch die Kritiklosigkeit, mit der er – sicherlich wider besseres Wissen – jede von Dianas Behauptungen als Faktum übernommen hat. Dass sie ihn sogar um Rat bat, als sie sich von ihrem alten Friseur trennen wollte und nicht wusste, wie sie das zustande bringen sollte, ohne, dass dieser seine Story im Zorn an Zeitungen verkaufte, hat Morton ohne jeden Zweifel enorm geschmeichelt.

Zeigt sich hier Dianas manipulativen Seite? Ihre Fähigkeit aus Außenstehenden klaglose Bewunderer zu machen? Ich denke ja. Denn was Morton für diesen Coup riskierte, war nicht weniger als seine Glaubwürdigkeit, sein Ansehen, ja seine Zukunft. (Wir wissen von Omid Scobie, wie es jemandem ergeht, der sein Schicksal an einen fallenden Stern kettet …)

Dianas Interesse an diesem Buch ging übrigens so weit, dass sie ihren Vater schriftlich bat, Morton Fotos aus seiner Sammlung zu überlassen, was der alte Earl auch tat.
Dies vor dem Hintergrund, dass sie sicherstellen wollte, dass sich das Buch von allen anderen Titeln seiner Art abheben sollte.

Insofern muss man sich auch schon beim Lesen des Vorwortes fragen, ob Diana je geglaubt – beziehungsweise gewollt hat, dass das Buch nicht als mit ihrem Beitrag zustandegekommen ausgegeben werden könnte.

Sie war sogar so von diesem Buch und der eigenen Rechtfertigung besessen, dass sie ihren Schwager Robert Fellowes, den Privatsekretär der Queen, auf dessen direkte Nachfrage angelogen hat. Die Queen hatte ihn um Aufklärung gebeten, weil schnell klar war, dass die Informationen im Buch eigentlich nur von Diana persönlich mitgeteilt, bzw. autorisiert worden sein konnten. Fellowes sprach daraufhin Diana an und überbrachte direkt die Frage der Queen. Diana antwortete, sie habe null und nichts mit dem Buch zu tun.

Als herauskam, dass Diana ihn angelogen hatte, ging er sofort zur Queen und bot seinen Rücktritt an, was diese ablehnte.

Am 7. Juni 1992 veröffentlichte die Sunday Times einen ersten Bericht über das Buch und machte hierbei mit Dianas zahlreichen Selbstmordversuchen auf.
Die Welt erstarrte.

Wie wenig Morton selbst die Reaktionen verstand, zeigt sich in meinen Augen alleine schon an dieser Stelle:

„Es ist eine der Ironien in dieser Geschichte, dass eine Biografie, die mit umfassender und enthusiastischer Unterstützung der Betroffenen geschrieben und produziert wurde, fromm boykottiert werden sollte aufgrund des Verdachts, es handele sich um eine falsche Darstellung von Dianas Leben.“

Tatsächlich ist die Biografie wirklich insofern „falsch“, als sie komplett und kritiklos auf den Aussagen der Heldin beruht. Wo es doch eigentlich üblich ist, dass ein Autor solche Selbstzeugnisse zwar heranzieht, sie aber überprüft, hinterfragt und widersprüchliche Funde vorstellt.

Insofern ist es interessant, wenn Morton folgende Anekdote berichtet: „Der Autor und Fernsehstar Clive James erinnerte sich gern daran, wie er sie (Diana) beim Lunch fragte, ob sie selbst hinter dem Buch stecke. Er schrieb: „Mindestens einmal hat sie mich jedoch regelrecht belogen. ‚Ich habe mit dem Buch von Andrew Morton wirklich nichts zu tun gehabt‘, sagte sie mir. ‚Doch nachdem meine Freunde ihm gegenüber ausgepackt hatten, konnte ich sie natürlich nicht im Regen stehen lassen.‘ Und während sie das sagte, sah sie mir direkt in die Augen. So bekam ich also mit, wie plausibel sie aussehen konnte, wenn sie eine faustdicke Lüge auftischte.“

Bevor nun das Buch mit ihren eigenen Worten losgeht, macht der Verlag die Anmerkung, dass auch diese Zitate ausgewählt und editiert wurden. Sprich: wir lesen abermals das, was andere aus Dianas Worten gemacht haben.
In diesem Zusammenhang hätte ich mich gefreut, wenn man diese Editierung kenntlich gemacht hätte. So wissen wir nicht, inwieweit man Veränderungen vorgenommen hat.

Natürlich lesen wir Biografien unter anderem deshalb, weil wir eine bestimmte Person verstehen, beziehungsweise mehr über sie erfahren wollen. Nicht zuletzt, wenn es darum ging, die Prinzessin von Wales als erwachsene Frau einzuschätzen. Insofern war selbst dieses unübertroffen einseitige Buch erhellend für mich.

Dianas Hass

Dass man den Erinnerungen an die Kinderzeit nicht zwingend trauen darf, liegt auf der Hand. Wenn die erwachsene Person aber von Dingen berichtet, die sich nur wenige Jahre zuvor zugetragen haben, darf man sicherlich davon ausgehen, dass sie belastbar sind.

Vor diesem Hintergrund war es besonders schockierend für mich zu lesen, mit welchem Hass sie ihre Stiefmutter Lady Raine Spencer verfolgte.

„Ich weiß noch wie ich ihr richtig an die Gurgel fuhr – ich war so wütend. Ich sagte: ‚Ich hasse dich so sehr, wenn du doch nur gewusst hättest, wie sehr wir alle dich für das, was du getan hast, gehasst haben, du hast das Haus ruiniert, du hast Daddys Geld ausgegeben – und wofür?“
Nun muss man dazu sagen, dass Diana bei diesem „Gespräch“ bereits erwachsen, Mutter und Prinzessin von Wales war. Was war geschehen? Raine hatte, um die immensen Schulden abzuzahlen, die sich über dem schwerkranken Earl seit Jahren türmten, Kunstgegenstände aus dem Schloss verkauft. Nur so konnte sie das Anwesen überhaupt retten.
Ein Faktum, das von allen anerkannt wurde und wird.
Auch ist unumstritten, dass es Raine war, die durch ihre unermüdliche Pflege den Earl am Leben erhielt.
Die Stiefkinder waren die einzigen, die das nicht sahen, sondern sie auch weiterhin mit ihrem unstillbaren Hass aus Jugendtagen verfolgten.

Diese von Diana selbst geschilderte Szene lässt eines vermissen (von der viel beschworenen Caritas abgesehen): Selbstreflexion.
Diana ist auch mit größerer Distanz zum Ereignis unfähig, die Rolle der Stiefmutter neu zu bewerten und über Punkte nachzudenken, die zu deren Entlastung ins Feld geführt werden könnten.
Sie scheint noch immer vom Hass zerfressen auf jene Frau, die nichts anderes getan hat, als den Vater zu heiraten und das Erbe der Spencers zu retten, das seit Jahrzehnten im Niedergang begriffen war. Übrigens hat dann Jahre später Dianas Bruder Charles von der Vorarbeit der „bösen Stiefmutter“ profitiert, da er das Erbe praktisch grundsaniert antreten konnte.

Und es ist nicht nur Raine Spencer, die ihr Fett abbekommt. Selbst die eigene Mutter wird nicht verschont …

„Meine Mutter hat mich furchtbar im Stich gelassen bei der Hochzeit. Sie weinte pausenlos und gab sich so tapfer und sagte, sie sei an der Grenze der Belastbarkeit. Ich dachte irgendwie, dass ich diejenige wäre, die unter Druck stand, denn ich war die Braut. Darum habe ich danach drei oder vier Jahre nicht mehr mit ihr gesprochen.“

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen!

Und es sei an dieser Stelle nochmals betont, dass wir es nicht mit den Äußerungen eines Teenagers zu tun haben, sondern mit jenen einer erwachsenen Frau. Einer Frau, die selbst mit einem Abstand von mehreren Jahren nicht in der Lage ist zu sagen: Das habe ich falsch gemacht. Das weiß ich heute und es tut mir leid.

Umso überraschender, da sie nicht müde wurde, als Advokatin der Belange anderer aufzutreten und die Fehler am Verhalten anderer aufzuzeigen. Insofern hätte ich ihr zumindest mehr Bewusstsein für die Problematik ihrer Haltung erwartet.

In diesem Zusammenhang frage ich mich auch, ob Dianas Hass auf Camilla aus dem gleichen Brunnen gespeist wurde. Unreflektiert. Egomanisch. (Selbst)Zerstörerisch.
Und da muss man dann ganz klar sagen, dass Diana ihre Medienmacht genutzt hat, nicht nur um den Ruf von Raine Spencer beinahe unwiderruflich zu schädigen, sondern auch, um Camilla zu vernichten.

Kann ich den Tiger wieder einfangen?

Das ist bekanntermaßen ein schwieriges Unterfangen …

Prince William versucht es seit Jahren mit dem desaströsen Panorama- Interview, das Diana seinerzeit gegeben hatte und das ebenfalls dem Wunsch entsprang, sich zu rechtfertigen und die öffentliche Meinung auf die eigene Seite zu ziehen.

Er war dabei in gewissem Maße erfolgreich, denn die BBC hat den Film zwischenzeitlich in den Giftschrank gepackt, nicht zuletzt wegen der Methoden, mit denen Journalist Martin Bashir Diana dazu gekriegt hatte, bei dem Interview mitzumachen. Selbst auf YouTube sind heute nur noch Schnipsel der Sendung zu finden.

Ich persönlich bin der Meinung, dass auch dieses Interview zugänglich sein sollte, denn es ist eh in den Köpfen der Menschen präsent. Die Zitate („Wir waren zu dritt in dieser Ehe und da wurde es ein bisschen eng.“) sind inzwischen Allgemeingut geworden und mindestens genauso schädlich, als würde man das Interview selbst sehen.

Das Panorama- Interview, wie auch Mortons Buch, sind Zeitzeugnisse. Sie müssen allgemein zugänglich bleiben, denn sie erklären viel von Diana und auch viel von ihrem Phänomen, ihrer Faszination.

Will man verstehen, was sich seit ein paar Jahren im Königshaus zuträgt, sind diese Quellen ebenfalls unverzichtbar, denn man lernt durch sie die Frau kennen, die ihre Söhne William und Harry nachhaltig geprägt hat.

Versteht man Diana -> versteht man ihre Faszination bei den Massen -> versteht man ihren Einfluss u.a. auf die Medien -> versteht man, warum das Königshaus so reagiert hat wie es reagiert hat (in der Diana-Krise und danach) -> Versteht man die Reaktion des Königshauses -> versteht man Charles und die Söhne.

Und dies ist das große Verdienst dieses Buches: Wir lernen Diana in all ihren Untiefen kennen. In eben jenem Moment ihres Lebens, als für sie alles auf dem Spiel stand, weil sie alles auf eine Farbe gesetzt hatte. Dadurch, dass kein Autor, kein PR-Berater, kein Mitarbeiter des königlichen Stabes ihre Aussagen durchgesehen und bearbeitet hat, sehen wir tatsächlich einige der Facetten der wirklichen Diana.

Und da darf man sich am Ende der Lektüre durchaus fragen, ob man gerne mit ihr privat zu tun gehabt hätte.

Nicht nur Harry Potter benötigt seinen Nimbus

Wenn wir Dianas Äußerungen betrachten, erkennen wir sehr schnell, dass sie wenig Selbstbewusstsein hatte. Was es davon gab, bezog sie vom Publikum. Sie sagt selbst in Morton Buch, dass sie am besten mit Kindern und Bedürftigen klarkomme und, dass sie in der Arbeit mit diesen Gruppen ihre Zukunft sieht.

Natürlich klingt das auf den ersten Blick nett und „volksnah“, doch auf den zweiten Blick, verbunden mit ihren übrigen Äußerungen, stimmt es doch nachdenklich. Hat sich Diana damit nicht ausgerechnet jene Menschen ausgesucht, von denen sie am wenigstens Widerspruch zu erwarten hatte?

Von Hellsehern und Wunderheilern

Ein weiterer Punkt stimmt einen mehr als nachdenklich: Ihre im Buch nachzulesende Hingabe an Wahrsager und Wunderheiler.
Plus, Dianas Überzeugung, dass sie selbst über die Gabe, in die Zukunft sehen zu können, verfüge.

Wir finden ihre geglaubten hellseherischen Fähigkeiten auch bei Harry wieder, der das Buch offensichtlich förmlich inhaliert haben muss.

Wie komme ich darauf?

Diana schildert Morton an mehreren Stellen, wie sie zukünftige Ereignisse vorhergesehen habe. So sei Prince Charles Pferd an ihr und einem Begleiter vorbeigelaufen und sie habe vorhergesehen (und es dem Begleiter auch gesagt), dass das Pferd an einem Hitzschlag eingehen werde und so sei es auch gekommen. (Das bedarf eigentlich keines Kommentars mehr …)
Wir alle kennen außerdem ihre immer wieder zitierte „Vorhersage“, die Königsfamilie werde einen Unfall inszenieren, bei dem sie getötet werden würde.

Es ist nicht zynisch, wenn ich sage, dass alles, was dann zu ihrem tatsächlichen Tod geführt hat, ein ungenutzter Sicherheitsgurt war. Den hatte die Prinzessin in jener verhängnisvollen Nacht in Paris nämlich einfach nicht angelegt.

Dass sie eine Wahrsagerin als ihre Freundin bezeichnet, mag noch nachvollziehbar sein, doch, dass sie als derart genau beobachtete und verfolgte öffentliche Person sich die Zukunft vorhersagen lässt, bzw. Hinweise geben lässt, wie sie sich verhalten sollte, stimmt zumindest nachdenklich.
Diana hat sich nämlich offensichtlich keinerlei Gedanken gemacht, was passieren würde, wenn sie mit diesen Sachen erpresst würde, denn sie hat sicherlich diesen Freunden -gutgläubig – sehr viel Intimes berichtet.

Selbst dann nicht, als sie auf die harte Tour lernen musste, dass ihre Handys abgehört werden und die Mitschnitte in der Öffentlichkeit landen.

FAZIT:

Es ist erfreulich, dass dieses Buch, das seinerzeit international derart hohe Wellen geschlagen hat, jetzt vom Lifestyle Busse Seewald Verlag in einer erweiterten und bearbeiteten Version auf Deutsch vorgelegt wurde.
Es ist ein unbedingtes Zeitzeugnis und enorm hilfreich beim Verständnis jener Frau, die die Menschen wie kaum eine zweite in der Gegenwart bewegt hat.
Wenn man sich für das englische Königshaus und die englische Zeitgeschichte interessiert, ist die Lektüre ein Muss.
Vielleicht kann es auch dazu dienen, ein wahrhaftigeres Bild der Prinzessin, jenseits aller Heiligenverehrung, zu schaffen.

Insgesamt muss ich gestehen, fand ich speziell die Äußerungen zu den Schlagworten, also die Diana-Zitate, auf Dauer schwer erträglich.
Es handelt sich bei diesen Worten Dianas um eine einzige Aneinanderreihung von Beschwerden. Nach wenigen Seiten bekommt man das Gefühl, selbst in einem sowjetischen Gulag sei es angenehmer gewesen als im Königshaus. Mir wäre praktisch keine Stelle aufgefallen, wo sie sich freundlich oder dankbar geäußert hätte. Alles und alle waren mies. (Sie fand nur süß, dass ihr Vater bereits in St. Martin in the Fields hatte aus der Hochzeitskutsche aussteigen wollen, weil er dachte, sie seien schon in St. Paul’s.)

Insgesamt lernen wir eine unzufriedene, ständig sich beklagende junge Frau kennen, deren Welt nur um sich selbst und ihre Bedürfnisse kreist, und die bereit ist, selbst ihr sehr nahestehende Menschen aufgrund von Nichtigkeiten zum Teil für Jahre zu ghosten. (Was zum Beispiel die Herzogin von York bestätigt hat.)

Man kann nur hoffen, dass – hätte sie länger gelebt – Diana den Groll und die Verletzungen hätte hinter sich lassen können. So aber hat sie (nicht nur) ihren Söhnen ein schweres Erbe hinterlassen.

Wer sich für weitere Titel des Verlages interessiert, dem sei die Homepage der Frech Verlagsgruppe empfohlen:
https://www.topp-kreativ.de

Ich danke dem Verlag dafür, dass sie mir ein Exemplar zur Besprechung überlassen haben.

FAKTEN:

Andrew Morton: Diana. Ihre wahre Geschichte in ihren eigenen Worten. Memorial Edition: Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe zum 25. Todestag: Biographie von … mit Material aus seinen Original-Interviews, Busse Seewald Verlag 2022, 496 Seiten, 30€

Harry und Meghan – Die Timeline

Es fällt inzwischen wirklich schwer, die verschiedenen Stationen der Geschichte (des Niedergangs) von Harry und Meghan im Blick zu behalten. Deswegen habe ich mich mal hingesetzt und die verschiedenen Daten zusammengestellt.
Ich hoffe, es hilft euch ein bisschen, auch wenn ihr mal wieder was nachschauen wollt.

2016

Juli – Blind Date in der 76, Dean Street in London;

31.10.: Die ersten Berichte erscheinen, dass Harry eine amerikanische Schauspielerin datet;
– Meghan Markle postet auf Instagram das Foto von zwei kuschelnden Bananen;

November: Meghan gibt ein Interview zu ihrer Zusammenarbeit mit Reitmans, erwähnt Harry dabei aber nicht; Zu dieser Zeit hat Harry Meghan bereits seinem Vater und der Queen vorgestellt.

8.11.: Harry veröffentlicht ein Statement, in dem er die Presse angreift und auffordert, die Verfolgung seiner Freundin zu unterlassen;

27.11.: Prinz William veröffentlicht ein Statement, nachdem in der Presse die Behauptung aufgestellt worden war, er sei gegen die schnelle Bekanntgabe der Beziehung zu Meghan Markle gewesen. Sie lautet: “The Duke of Cambridge absolutely understands the situation concerning privacy and supports the need for Prince Harry to support those closest to him.“ (=“Der Herzog von Cambridge hat volles Verständnis für die Situation in Bezug auf die Privatsphäre und unterstützt das Bedürfnis von Prinz Harry, diejenigen zu unterstützen, die ihm am nächsten stehen.“)

Dezember: Meghan wird in Toronto mit einer Halskette mit ihren und Harrys Initialen fotografiert;
– H&M werden beim Christbaumkauf gesehen;
– des Weiteren sieht man die beiden händchenhaltend durch Soho spazieren;
– Gemeinsam sehen sie sich eine Show im Westend von London an;
– Sie verbringen Weihnachten getrennt, treffen sich aber zu Neujahr wieder in London.

2017

Januar: Das Paar unternimmt eine Reise nach Norwegen; Sie reisen inkognito und wohnen bei Harrys Freundin Inge Solheim in deren Luxusanwesen in Tromsø;

Beginn des Jahres: Harry stellt William und Catherine seine neue Freundin vor;
– In einem Interview äußern H&M sich enthusiastisch über Bruder und Schwägerin und wie fantastisch sie miteinander ausgekommen seien.

Anfang Februar: Meghan dreht „Suits“ in Toronto. Dennoch treffen sie sich in London, wo sie in Soho House, einem Restaurant gesehen werden.

12.2.: Nach einer längeren Pause postet Meghan wieder auf ihrem Instagram-Account: („#NoBadEnergy“)

März: Die beiden reisen nach Montego Bay/ Jamaika zur Hochzeit von Harrys Freund Tom „Skippy“ Inskip;

April: H&M verbringen Ostern in Toronto; Meghan schließt nach drei Jahren ihre Homepage „The Tig“;

Mai: H&M treten zum ersten Mal offiziell als Paar beim Audi Polo Challenge in Ascot auf;
– Beide sind Gäste bei Pippa Middletons Hochzeit in London; Meghan ist bei der eigentlichen Trauung nicht dabei, kommt aber zum anschließenden Empfang.

August: gemeinsame Reise nach Afrika; Meghans 36. Geburtstag;

Oktober: In der Oktober-Ausgabe von Vanity Fair berichtet Meghan in der Cover-Story: We’re a couple. We’re in love. I’m sure there will be a time when we will have to come forward and present ourselves and have stories to tell, but I hope what people will understand is that this is our time. This is for us. It’s part of what makes it so special, that’s just ours. But we’re happy. Personally, I love a great love story.“ (= Wir sind ein Paar. Wir sind verliebt. Ich bin mir sicher, dass es eine Zeit geben wird, in der wir uns präsentieren und Geschichten erzählen müssen, aber ich hoffe, dass die Leute verstehen, dass dies unsere Zeit ist. Sie ist für uns. Das ist ein Teil dessen, was es so besonders macht, dass es nur uns gehört. Aber wir sind glücklich. Ich persönlich liebe große Liebesgeschichten.“);
– Meghan begleitet Harry zu einem ersten royalen Termin und zwar zur Eröffnungszeremonie der Invictus Games; Hier ist auch Doria Ragland mit von der Partie;

27.11.: Die Verlobung wird bekanntgegeben;

1.12.: Erster gemeinsamer offizieller Termin der beiden als Verlobte in Nottingham;
– Gemeinsamer Auftritt anlässlich des Weihnachtsfestes in Sandringham;

2018

1.2.: erster gemeinsamer Abendtermin für H&M für den Endeavour Fund;

28.2.: H&M Mit William und Catherine auf dem Podium für die Royal Foundation

19.5.: Hochzeit auf Windsor Castle; Es fehlt die komplette Familie von Meghan Markle. Alleine ihre Mutter Doria Ragland ist erschienen. Zuvor hatte es diverse Auseinandersetzungen mit Thomas Markle gegeben, die jeweils umgehend öffentlich gemacht wurden;

22.5.: Erster offizieller Termin als Ehepaar bei einer Gartenparty im Buckingham Palace;

14.6.: Erster offizieller gemeinsamer Termin Meghan Markle und Queen Elizabeth II;

Juli: H&M besuchen offiziell Dublin

5.10.: Die erste Schwangerschaft von Meghan Markle wird bekanntgegeben

15.-31.10: Die beiden bereisen Australien, Neu Seeland, Tonga, Fiji;

2019

23.-25.2.: H&M besuchen offiziell Marokko

4.4.: Sie ziehen aus dem Kensington Palace nach Frogmore Cottage

6.5.: Archie kommt im Portland Krankenhaus zur Welt. Bruch mit der Tradition, da seit Prince Williams Geburt alle Royals im Lindo Flügel des Saint Marys Krankenhauses zur Welt gekommen sind. Einen weiteren Bruch mit der Tradition stellt die Tatsache dar, dass keine Einzelheiten über die Geburt mitgeteilt wurden. Lediglich, dass Meghan in den Wehen läge. Zum Zeitpunkt dieser Verlautbarung war Archie allerdings schon auf der Welt;

8.5.: Archie wird bei einem Pressetermin vorgestellt;
– H&M teilen mit, dass sie für ihn den Ehrentitel „Earl of Dumbarton“ nicht verwenden werden;

9.5.: Harry reist nach Den Haag, um die Invictus Games zu starten;

24.5.: Harry reist nach Rom, um an einem Polospiel zugunsten von Sentebale teilzunehmen;

20.6.: H&M trennen sich von der Royal Foundation

7.7.: Taufe Archie; Im Bruch mit der Tradition werden keine Taufpaten bekanntgegeben;

August: Das Paar zieht die öffentliche Kritik auf sich, da sie mit einem Privatjet zu Elton John nach Südfrankreich fliegen;

September: H&M heuern die PR- Firma „Sunshine Sachs“ an, um sie zu vertreten;

3.9.: Harry kommt nach Amsterdam, um TraveLyst zu promoten, eine Firma, die sich nachhaltiges Reisen zum Ziel gesetzt hat;

23.9.- 2.10.: H&M reisen offiziell nach Malawi, Südafrika, Angola und Botswana; Hier gibt Meghan Thomas Brady eines von mehreren Interviews für eine Doku über die Afrika-Reise; Sie bedankt sich, dass er nach ihrem Zustand fragt und sie beklagt, dass sich niemand um sie kümmert und es ihr nicht gut gehe.

1.10.: Harry startet Attacke auf die Presse;

14.11.: H&M teilen mit, dass sie Weihnachten nicht in Sandringham verbringen werden, da Archie zu jung für eine solche Flugreise sei; stattdessen reisen sie für 6 Wochen nach Kanada;

2020

Beginn d.J.: Es wird bekannt, dass H&M bereits seit Beginn des. Jahres 2020 alleine 11 Firmen, sowie einen Trust in Delaware angemeldet haben. Dort ist aus steuerlichen Gründen auch Archewell „beheimatet“.

8.1.: Sie teilen offiziell mit, dass sie sich aus der Royal Family zurückziehen werden. Meghan kehrt nach Kanada zurück;

13.1.: Harry nimmt am „Krisengipfel“ in Sandringham teil

18.1.: Der Palast bestätigt die Austritts-Modalitäten; (Sie dürfen geschäftlich aktiv werden, dabei aber den Begriff „Royal“ nicht mehr verwenden;) Den HRH-Titel dürfen sie behalten, dürfen ihn aber nicht mehr verwenden. zu diesem Zeitpunkt kommen ca. 95% des Einkommens des Paares aus direkten Zahlungen von Prince Charles an seinen Sohn aus seinen Einnahmen aus der Grafschaft Cornwall. Harrys Rolle soll bis zum März 2021 betrachtet werden und danach entschieden, welche weiteren Veränderungen notwendig sind.

19.1.: Prince Charles lässt verlautbaren, dass er das Paar für ein volles Jahr weiter unterstützen werde, allerdings nicht aus seinen Einnahmen aus der Grafschaft Cornwall. Dies, damit sie sich in ihrem neuen Leben etablieren können.

20.1.: CNN berichtet, dass H&M entgegen den Absprachen mit dem Palast die Marke „Sussex Royal“ gestartet haben und deswegen damit gerechnet werde, dass dies noch einmal überarbeitet werden müsse;

21.1.: Harry reist nach Kanada ab; Kanadas Premier Trudeau verweigert einmal mehr eine Aussage dazu, wer die Sicherheitskosten für Prince Harry während dessen Zeit in Kanada übernehmen werde.

6.2.: H&M sprechen bei einem JP Morgan Event

14.2.: Das Paar lässt verlautbaren, dass es sein Büro im Buckingham Palace schließen wird;

19.2.: Sie geben auf Wunsch des Palastes hin offiziell ihre königlichen Titel zurück;

21.2.: Das Paar teilt mit, dass es den Begriff „Sussex Royal“ fortan nicht mehr verwenden werde;

27.2.: Die kanadische Regierung teilt mit, dass man weiterhin für den Schutz der Sussexes aufkommen werde, allerdings nur bis zum 31.3.2021, da dann deren Status sich ändern werde und es keine Verpflichtung zu ihrem Schutz mehr gebe.

9.3.: Letzte Rückkehr um noch letzte offizielle Termine wahrzunehmen; sie besuchen gemeinsam den Commonwealth Day service in der Westminster Abbey; Sie verlegen ihren Lebensmittelpunkt nach Kalifornien; Donald Trump lässt verlautbaren, die US-regierung werde nicht für die Sicherheit der Familie aufkommen, woraufhin die Sussexes mitteilten, dass sie darum gar nicht gebeten hätten. Sie bewohnen zu diesem Zeitpunkt ein Haus von Tyler Perry.

30.3.: H&M teilen mit, dass ihre Seite „Sussex Royal“ sowie die zugehörigen Social Media-Accounts geschlossen würden. Sie kündigten an, einen stärkeren Schwerpunkt auf ihre philanthropischen Aktivitäten lenken zu wollen.

31.3.: Offizielles Ende ihrer Karriere in der Royal Family; zu diesem Zeitpunkt wird Harrys persönliches Vermögen auf 30 Millionen Pfund geschätzt.

6.4.: Erste Arbeiten für die Gründung von Archewell beginnen;

Juni: H&M schließen einen Vertrag mit der Agentur Harry Walker, um sie für redner-Jobs zu vermitteln.

Juli: H&M kaufen eine Villa in Montecito;

11.8.: Omid Scobies „Finding Freedom“ erscheint;

September: H&M unterschreiben Netflix Deal; Die Renovierungskosten für Frogmore Cottage werden von ihnen erstattet;

Dezember: Ein Weihnachtsspecial mit H&M erscheint bei Netflix;

2021

Februar: Buckingham Palace teilt mit, dass die beiden nicht mehr zurückkehren werden. In zwei gleichzeitigen Statements bestätigen der Palast sowie H&M, dass es keine Rückkehr geben wird; Sie verlieren ihre royalen Schirmherrschaften und Harry seine militärischen Ehrentitel.
– H&M teilen am Valentinstag mit, dass sie ihr zweites Baby erwarten.

März: Oprah Winfrey Interview – im Zentrum steht Meghan, später kommt Harry dazu;
– BetterUp verlautbart, dass sie Harry als ersten Chief Impact Officer engagiert haben. Die Firma vermittelt Berater zur besseren Arbeitsatmosphäre in Firmen.
– Im gleichen Monat wird Harry vom  Aspen Institute’s Commission on Information Disorder engagiert, um eine Studie zur Falschinformation in Social Media durchzuführen.

21.3.: Das Forbes Magazine schätzt die Kosten für H&Ms Rund-um-die-Uhr- schütz auf 2,3 bis 3 Millionen Dollar jährlich.

April: Der Telegraph berichtet, dass H&M bereits 2019 Gespräch mit Jeffrey Katzenberg geführt hätten, um mehrere 10 Minuten-filme auf dem inzwischen eingestellten Streamingdienst „Quibi“ zu präsentieren.
– Harry gibt während der Invictus Games ein Interview mit Hoda Kotb von Today, in dem er behauptet, er habe seine Großmutter, die Königin, früher besucht, um sich zu vergewissern, dass sie „beschützt wird und die richtigen Leute um sich hat“.

9.4.: Prince Philip stirbt

17.4.: Beisetzung Prince Philip entsprechend den Corona-Vorschriften;
– Harry verlangt Gespräch mit William und Charles im Anschluss an die Beisetzung

21.5.: Harry bringt die Doku „The Me You Can’t See“ über die psychologischen Folgen seines Lebens zusammen mit Oprah Winfrey heraus; er fungiert als Co-Produzent;

4.6.: Geburt Lillibet Diana in Santa Barbara;

Juli: Harry kündigt „Spare“ an;
– Er kommt nach England, um gemeinsam mit Prince William die Statue ihrer Mutter in Kensington Gardens zu enthüllen;

– Für „Spare“ erhält er einen Vorschuss von 20 Millionen Pfund.

Oktober: H&M geben ihre Zusammenarbeit mit ETHIC bekannt, einer Firma, die sich um nachhaltige Investments kümmert und auch das Vermögen der Sussexes verwaltet.

2022

Januar: Es wird bekannt, dass Harry bereits seit 2021 in einem Rechtsstreit mit dem englischen Innenministerium ist, was die Übernahme seines Schutzes in UK betrifft.

April: Auf dem Weg zu den Invictus Games in den Niederlanden, machen H&M einen Zwischenstop in England und treffen die Queen und Prince Charles;
– Es wird berichtet, dass die Coaches von BetterUp die neuen Kriterien für die Bewertung ihrer Leistungen und die undurchsichtige Rolle von Harry in der Firma kritisierten.

Mai: Das Santa Barbara Police Department teilt mit, dass es zwei Fälle von illegalem Betreten der Villa von H&M gegeben habe;

Juni: Teilnahme am Dankgottesdienst anlässlich des Platin-Jubiläums der Queen

23.8.: Meghan startet ihren Podcast „Archetypes“ bei Spotify;

September: H&M Meghan besuchen Manchester und Düsseldorf für mehrere Charity-Events. Unter anderem in Vorbereitung der Invictus Games in Düsseldorf 2023;

8.9.: Während H&M sich für Charity Events vorbereiten, stirbt die Queen; Nach größerem Hin und Her wird klar, dass nur Harry zur Beisetzung erscheinen wird. Meghan müsse bei den Kindern bleiben, heißt es.

Titel- Eklat: Seit ihr Großvater Charles am 8. September 2022 seiner Mutter auf den Thron gefolgt ist, stehen Lillibet Diana und Archie – als Kinder eines Sohnes des Monarchen – die Prädikatstitel Her/ His Royal Highness und Prince(ss) zu (HRH Princess Lilibet of Sussex). Da ihre Eltern bereits bei der Geburt auf Adelstitel für ihre Kinder verzichtet haben, war zunächst nicht davon auszugehen, dass sie den Prinzen/ Prinzessinnentitel führen werden. Im März 2023 gaben ihre Eltern und der Palast jedoch bekannt, dass die Titel bei formellen Anlässen verwendet werden würden. Inzwischen werden die Kinder immer mit den Titeln erwähnt.

2023

Januar: Vor der Veröffentlichung seiner Memoiren „Spare“ hat Harry eine Reihe von Interviews gegeben, darunter ein Interview mit Anderson Cooper in 60 Minutes, ein weiteres mit Tom Bradby unter dem Titel „Harry: The Interview“ auf ITV1 und ein drittes Interview von Michael Strahan auf Good Morning America mit dem Titel „Prince Harry: In His Own Words“. In dem Interview mit Bradby sagte Harry, dass er „meinen Vater zurückhaben möchte, ich möchte meinen Bruder zurückhaben“. Er bezeichnete die Presse als „den Teufel“ und behauptete außerdem, dass „bestimmte Mitglieder“ seiner Familie mit ihnen „im Bett“ seien, um „ihr Image zu rehabilitieren“.

10.1.: „Spare“ erscheint und bricht alle Rekorde, was die Verkaufszahlen eines nicht-fiktionalen Textes angeht. Es werden am ersten Tag 400.000 Exemplare verkauft; Harry kündigte an, dass er 1,5 Mio Dollar an Sentebale spenden wolle und 300.000 Pfund an WellChild.

Juni: Archetypes, Meghans Podcast wird eingestellt. Einer der Spotify-Manager bezeichnet H&M als „verdammte Diebe“, da sie für ihr Geld nichts geliefert hätten. Harrys eigene Podcast- Ideen zu Interviews mit Personen wie Putin, dem Papst und Donald Trump waren von Spotify zurückgewiesen worden.

8.8.: H&M kaufen die Rechte am Roman „Meet Me At the Lake“ und wollen diesen verfilmen.

9.-16.9.: Invictus Games in Düsseldorf

September: Die Netflix- Doku „Heart of Invictus“ startet. Sie schafft es nicht mal auf die hinteren Ränge der Streaming-Charts.

Oktober: Die Byline Times meldet, dass König Charles seine Zahlungen an Harry eingestellt habe, da dieser Interna veröffentlicht habe. Zudem habe Charles die Übereinkunft von Sandringham für hinfällig erklärt nach diesen Vorkommnissen. Dies geschah Berichten zufolge, weil Harry in einem juristischen Schreiben vom April 2020 einen wichtigen Berater von Prinz William benannt hatte, der angeblich Zahlungen von Dan Wootton, dem damaligen leitenden Redakteur der Zeitung The Sun, für Geschichten über Megxit und Archie im Rahmen eines „Cash-for-Leaks-Skandals“ erhalten hatte. Diese Berichterstattung bestätigte Harrys eigene Darstellung in seinen Memoiren Spare, die Wootton zuvor abgestritten hatte.

28.11.: Omid Scobies „Endgame“ erscheint; Von dem hochgepuschten Titel verkauften sich in UK in den ersten Tagen gerade mal 6500 Exemplare.

Dezember: Die Zeitschrift Us Weekly meldet, dass H&M ihr großes Jahr vor sich hätten. Meghan sähe ihre Zukunft hinter der Kamera als Regisseurin und Produzentin.

LESETIPP:
https://edition.cnn.com/2020/01/19/uk/harry-meghan-royal-explainer-gbr-scli-intl/index.html – sehr interessanter Artikel, der auch anmahnt, dass das Paar seine Einnahmen substantiell steigern müsse, wollten sie ihren Lebensstandard erhalten

Einzelheiten der Trennungsvereinbarung mit dem Palast:

Die wichtigsten Details
– Das Paar wird die Königin nicht mehr vertreten. Dies steht im Gegensatz zu der früheren Erklärung des Paares auf ihrer Website sussexroyal.com, dass sie in Zukunft Aufgaben für die Königin wahrnehmen würden.
– Sie werden den Stil der Königlichen Hoheit beibehalten, ihn aber nicht verwenden.
– Sie werden finanziell unabhängig von der britischen Staatskasse sein (und werden die 2,4 Millionen Pfund Renovierungskosten für Frogmore Cottage zurückzahlen);
– Harry wird nicht mehr für alle Ernennungen des britischen Militärs zuständig sein (einschließlich Captain General Royal Marines) und wird die königliche Familie nicht mehr offiziell bei militärischen Zeremonien vertreten.
Weitere Einzelheiten
– Das Paar wird die meiste Zeit in Nordamerika verbringen.
– Frogmore Cottage würde weiterhin als ihr britisches Haus fungieren, aber sie würden eine „kommerzielle Miete“ dafür zahlen.[69]
– Das Paar würde seine privaten Schirmherrschaften und Vereinigungen (z. B. Invictus Games) beibehalten, nicht aber die königlichen (z. B. Commonwealth Youth Ambassador).
– Prinz Charles würde weiterhin finanzielle Unterstützung leisten.
Nicht enthaltene Punkte
– Die Sicherheitsvorkehrungen des Paares waren unklar; die Erklärung der Königin besagte lediglich, dass es gut etablierte unabhängige Verfahren gibt, um die Notwendigkeit öffentlich finanzierter Sicherheitsmaßnahmen zu bestimmen“.
– Es war nicht klar, ob die Marke „Sussex Royal“ verwendet werden konnte.
Quelle: wikipedia

Sarah – in Gnaden zurück

So viele Jahre war es für Fergie ein einziges Auf und Ab. Mal wurde sie zu Events der Königsfamilie eingeladen, mal musste sie zu Hause bleiben.
Über die Jahre hinweg hat sie sich aber einen festen Platz in der öffentlichen Sympathie erarbeitet. Wobei niemand besser wissen dürfte als sie, wie wandelbar diese Sympathie ist.

Zu Harrys Hochzeit durfte sie kommen, musste sich aber nach der Trauung verziehen. Zum Essen und zur Party wollte man sie lieber nicht dabeihaben.

Als Diana beigesetzt wurde, war sie ebenfalls beim Trauergottesdienst mit dabei. Dies sicherlich, weil sie über die Jahre mit Diana eine On/ Off- Freundschaft verbunden hatte. Zuletzt hatte Diana sich von ihr losgesagt, aber Fergie wurde nicht müde zu betonen, dass sie gerade dabei gewesen seien, die Sache zu kitten.

Dass sie heute Morgen nun wieder mit von der Partie war, zeigt sicherlich, dass der König damit demonstrieren wollte, dass sie wieder in Gnaden aufgenommen ist.
Aber natürlich auch, dass Andrew jemanden an seiner Seite braucht, der ihn unter Kontrolle hält.
Nicht zuletzt mag man dabei hoffen, dass die Zuschauer ruhig bleiben, denn sie erinnern sich an bessere Zeiten Andrews, als dieser sich noch nicht mit minderjährigen Mädchen hat bespaßen lassen.

Es zeigt aber auch, dass der König nicht vergisst und zum gegebenen Zeitpunkt Dankbarkeit zeigt.
All die Jahrzehnte, da Fergie zwar Interviews gegeben hat (und nicht zu knapp), aber nie über die Königsfamilie hergezogen hat. Selbst in ihrer Autobiografie spricht sie von der Queen und Co. nur im Guten.

Fergie hat im Übrigen hart gearbeitet, um ihre Schulden zu begleichen. Im Gegensatz zu anderen hat sie keine Unterstützung dabei durch die Krone erhalten. Im Gegenteil: in einem ziemlich einzigartigen Vorgang, ließ die Queen seinerzeit mitteilen, dass sie nicht vorhabe, für die Schulden der (ehemaligen) Schwiegertochter aufzukommen. Nicht das einzige Mal, dass man sie seitens der Royal Family hat im Regen stehen lassen.
(Hier darf ich übrigens auch auf mein YouTube- Video zum Vergleich Sarah/ Meghan hinweisen: https://youtube.com/live/LEW9ZK7nObQ?feature=share )

Sie hat Bücher geschrieben, für die Weight Watchers geworben und jeden Job angenommen, der sich geboten hat. Ihr endgültige „Rettung“ kam von ihren historischen Romanen „Her Heart for a Compass“ und „A Most Intriguing Lady“. Die haben ihr schlussendlich sogar ein Haus in Belgravia finanziert.

Zudem – und das muss man ganz klar sagen – hat Sarah niemals nicht nur auf sich selbst geachtet, sondern stets an andere gedacht. Erst in diesem Jahr wurde sie führ ihr Engagement für die Krebshilfe geehrt.
Als bei ihr im Frühjahr Brustkrebs diagnostiziert wurde, ließ sie sich operieren und die ersten Interviews, die sie gab, drehten sich um den Aufruf, die Vorsorgemöglichkeiten zu nutzen.

Was würde Sarah aber selbst als ihre größte Leistung bezeichnen?
Mit Sicherheit ihre Töchter Beatrice und Eugenie.

Neuigkeiten vom Wiener Hof

Neuigkeiten vom Wiener Hof

Kaiserin Elisabeth von Österreich fasziniert die Menschen bis heute.
Auch mich.
Allerdings muss ich auch gestehen, dass mein Bild von ihr alles andere als positiv ist …
Da ich nun gerne all das hinterfrage, was ich so an Vorstellungen über die Vergangenheit habe, wartete ich sehnsüchtig auf eine neue Sisi-Biografie, die eventuell noch das eine oder andere Neue seit Erscheinen der epochalen Kaiserinnen-Biografie von Brigitte Hamann bringen würde.
Mir konnte geholfen werden!





Zunächst eine WARNUNG!
Dieses Buch zerschießt euch alle rosaroten Blütenträume, die ihr je von Sisi gehabt haben mögt und füllt gleichzeitig jene Lücken, die Hamann noch stehen lassen musste, da die entsprechenden Quellen einfach nicht vorlagen.

Da es zahllose Biografien gibt, die das Leben der Kaiserin schildern, konzentriert sich Katrin Unterreiner auf jene Bereiche, die aufzuklären sie sich vorgenommen hat. Seien es die Reisen der Kaiserin, ihr Begleitpersonal oder ihr privates Vermögen.
Hier tun sich dann auch Abgründe auf, wenn ich das so sagen darf, ohne zu Spoilern.

Mein eigenes Bild der Kaiserin war – jenseits meiner Liebe zu Romy Schneider und jenseits der Sissi-Filme – ein negatives.
In meinen Augen war sie eine auf SEHR hohem Niveau jammernde Frau, die sich selbst permanent bemitleidete und mit einer kaum noch nachvollziehbaren Egomanie alle und alles ignorierte, worum sie sich eigentlich hätte kümmern müssen. Inklusive ihrer engsten Familie.

Nun dachte ich immer, dass ich ein zu negatives Bild von Sisi hätte und wartete gespannt auf Unterreiners Buch, das neue Informationen und Belege versprach.
Ich wurde nicht enttäuscht.

Wir alle wissen ja, dass der Großteil von Sisis Erwachsenenleben aus Reisen bestand. Wohl gemerkt: Vergnügungsreisen! Denn sie vermied es so gut es nur ging, auf andere Staatsoberhäupter zu treffen, oder sonstwie zu repräsentieren.
Für diese Reisen kamen der Kaiser privat oder die kaiserliche Schatulle, sprich: der Steuerzahler, auf.
Alleine dieses Kapitel über die Reisen lässt einen erkennen, mit wem man es bei Sisi zu tun hatte … Sie fragte nicht, was etwas kostete oder was sie anderen abverlangte – sie sah nur, was ihr selbst in den Sinn kam und das wurde umgesetzt.

So schreibt die ihr ergebene Hofdame Marie Festetics:
„Am Schiff wird es von Tag zu Tag unerträglicher … Ihre Majestät besetzt das ganze Schiff, wenn es regnet, oder am Abend weiß man nicht wohin zu gehen. Ihre Majestät erzählt die vertraulichsten Sachen, sie ist sehr lieb und gut, doch oft erschaudere ich über die schöne Seele, die in Egoismus und Paradoxen untergeht.“

Wenn das nun schon eine Frau schreibt, die der Kaiserin zutiefst ergeben war – was dachten dann erst andere von ihr? Zum Beispiel das Personal, das mitreisen musste? Wenn man alleine bedenkt, dass die Kaiserin bei jeder Witterung Wandern ging oder in See stechen ließ … (Wobei sie gerne ihre wertvollen Kleider – sobald es ihr heiß wurde – einfach zu Boden warf. Ihre Begleiter durften diese dann aufheben und tragen …)

Es ist in diesem Zusammenhang übrigens traurig in dem Buch zu lesen, was der Kaiser selbst an seine Frau geschrieben hat:
Meine Stimmung ist melancholisch mit wehem Herzen und Heimweh nach Gastein. Als ich Gestern den Berg unter der Johannespromenade hinunter fuhr und mich traurig und sehnsüchtig nach der Helenenburg umsah, glaubte ich Deinen weißen Sonnenschirm auf dem Balkon zu erkennen und die Tränen traten mir in die Augen. Nochmals meinen heißen Dank für Deine Liebe und Güte während meines Gasteiner Aufenthaltes; so gute Tage habe ich jetzt selten.
An dieser Stelle sei noch einmal daran erinnert, dass Sisi ihren Mann nicht so alleine ließ, weil sie vielleicht hätte zur Kur gemusst oder durch andere Notwendigkeiten von ihm ferngehalten gewesen wäre. Nein! Sie machte Urlaub. Wie immer. Beziehungsweise, besuchte die Familie in Bayern. (Bei ihrem Tod stellte man übrigens fest, dass sie kerngesund war. Selbst das jahrelang vorgeschützte Herzproblem existierte nicht!)

In Bayern war sie übrigens, wie Unterreiner belegen kann, wesentlich öfter als allgemein angenommen. Sisi hielt sich sehr oft in München auf, um in der Nähe ihrer Mutter und Geschwister zu sein. Besonders an ihrer Mutter hing sie offensichtlich sehr, wohingegen sie ihre Schwestern nur dann schätzte, wenn diese sich ihr vollkommen unterordneten.
Was diese Familienbesuche anging, so waren sie nicht weniger kostspielig als ihre Fernreisen. Ein Sommeraufenthalt der Kaiserin in Feldafing und Ischl 1883 kostete umgerechnet ca. 2,7 Millionen Euro. Und das – so belegt es Hinterreiner – war nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

Woher das kam? Auch dieses Rätsel wird gelöst: Die angeblich so menschenscheue und auf Einsamkeit bedachte Kaiserin reiste keineswegs nur von einer Hofdame begleitet. Mitnichten!
Jede Reise erforderte ein ungeheures Gefolge und einen ungeheuren Aufwand. Begleitet wurde sie im Normalfall von mindestens 50 Bediensteten/ Begleitpersonen. Mitgeführt wurden u.a. Mobiliar, Geschirr, Hunde, Pferde. Wobei alleine ihr Fechtmeister pro Monat umgerechnet 8.400 Euro Gehalt bekam.
Da Sisi eine zeitlang auf frischer Schafsmilch bestand, wurde nicht nur ein Schaf angeschafft, sondern eine ganze Herde gekauft.
Und was der Narreteien mehr waren.
Dies alles – wohlgemerkt – zu Zeiten, da sich Österreich in einer tiefen wirtschaftlichen Krise befand und die Menschen kaum die Kartoffeln auf dem Teller bezahlen konnten.

Wenn es nun nur Sisis Verschwendungssucht gewesen wäre, so hätte man vielleicht noch irgendwo sagen können: ja, sie war halt ein schwieriger Charakter, sie nutzte die Liebe ihres Mannes aus etc. Sie hatte als junge Kaiserin schwere Zeiten zu überstehen gehabt und war sich vielleicht auch über die Tragweite ihrer Extratouren gar nicht im Klaren …


Doch da war noch etwas anderes…

Sisi hatte einen zutiefst bösartigen Zug, der sie – beinahe soziopathisch – von scheinbar jeglicher Empathie fernhielt.

Wir alle kennen die Geschichte der zutiefst unglücklichen Ehe ihres Sohnes, des Kronprinzen Rudolf, mit Stephanie von Belgien. Das junge Mädchen, aus einem zerrütteten Elternhaus stammend (Kongo- Dämon Leopold II war ihr Vater), war weder gebildet noch schön. Sie konnte weder mit den anderen Damen bei Hof mithalten, noch gab es auch nur so etwas wie Zuneigung zwischen dem Kronprinzen und ihr.


Es steht wohl inzwischen fest, dass Rudolf seine Frau mit Syphilis angesteckt hat und sie deswegen nach der Tochter kein weiteres Kind mehr bekommen konnte. (Die Schuld dafür gab Sisi – erwartungsgemäß – der Schwiegertochter.)
Elisabeth nun – bei der wir immer wieder über ihre böse Schwiegermutter Sophie hören – entpuppte sich als Schwiegermutter from Hell für Stephanie.
Man muss nun zu Sisis Gunsten sagen, dass sie nicht erst nach der Hochzeit mit dem Stänkern gegen Stephanie anfing, sondern von Anfang an gegen die geplante Ehe anging.
So oft als möglich erklärte sie ihrem Sohn, wie unpassend das Mädchen für ihn sei und stellte unermüdlich deren Nachteile heraus. (Wobei sie da offensichtlich offene Türen einrannte …).
Da die Ehe vom Kaiser allerdings beschlossen war (und andere Prinzessinnen bereits dankend abgelehnt hatten), fand die Trauung statt.
Doch das bedeutete für Sisi keineswegs, dass sie sich geschlagen gab und die beiden jungen Leute einfach ihren gemeinsamen Weg finden ließ – die Kaiserin ließ keine Gelegenheit verstreichen, an der sie die Schwiegertochter bloßstellen oder beleidigen konnte. Dies nicht nur hinter deren Rücken, sondern auch direkt in ihr Gesicht.
War niemand da, bei dem sie über Stephanie ablästern konnte, so bedachte sie die Schwiegertochter in ihren Gedichten mit „Aufmerksamkeit“:

Ob’ron, ei! Zu deiner Rechten
Welch‘ ein mächtig Trampeltier,
Statt der langen falschen Flechten
Siehst du blondes Fell jetzt hier!

Dieses „Trampeltier“ über das sie nach dem Geburtstagsdiner anlässlich Kaiser Franz Josefs 57. Geburtstag dichtet, ist keine andere als Stephanie von Belgien.

Aber es wird in diesem „Gedicht“ noch besser, denn sie nimmt sich sogar ihre eigene Tochter Gisela mit deren Kindern vor:

Oberon zu deiner Linken,
Einer rackerdürren Sau
Blaue Äuglein ehrlich blinken
Ähnlich Dir fast im Geschau.

Ihre Ferkelein, herzig kleine,
Bracht’s sie aus dem Nachbarreich;
Sehen dort dem Vaterschweine
Bis aufs letzte Härchen gleich.

Wer solch eine (Schwieger)Mutter hat, braucht keine Feinde mehr …

So schlimm diese Zitate sind, so kurzweilig machen sie das Buch doch auch.
Die vielen alten Zöpfe, die Unterreiner gleichzeitig abschneidet, beziehen sich nicht nur auf die angeblich so einsamen Reisen der Kaiserin, sondern auch nicht zuletzt um ihre viel diskutierte Ernährung.
Es gelingt der Autorin, zum Beispiel mittels Lebensmittelrechnungen und Aufzeichnungen der Beteiligten, nachzuweisen, dass Sisi keineswegs unter Essstörungen litt.
Bulimie oder Anorexie wären auch nicht vereinbar gewesen mit dem äußerst sportiven Lifestyle, dem Sisi frönte. Seien es die Hetzjagden zu Pferd oder die tagelangen Gewaltmärsche bei Wind und Wetter durch die Berge – ohne etwas im Magen hätte sie das sicherlich nicht geschafft.
Im Gegenteil! Unterreiner stellt Sisis teilweise exzentrische Ernährung vor, die zwischen Diäten und Völlerei zu schwanken schien. So genoss sie, wenn sie sich in München aufhielt, jedesmal die Schweinshaxen und Bier im Hofbräuhaus. Ansonsten hatte sie einen Hang zu Süßem. Sei es Veilchen-Eis oder österreichisch- bayerische Mehlspeisen.

Es werden ja gerne Vergleiche zwischen Sisi und Prinzessin Diana angestellt.
Es gibt tatsächlich eine Verbindung zwischen den beiden Frauen:
Sisi hielt sich des öfteren in Althorp zu Jagden auf, jenem Schloss, in dem Diana aufgewachsen ist. Bei der Organisation ihrer Jagdaufenthalte unterstützte übrigens Dianas Ahnherr Lord Spencer, der damalige Vizekönig von Irland.
Ich fürchte, dass damit die Parallelen zwischen den beiden Frauen enden …

FAZIT:

Für mich ist das von Unterreiner vorgelegte Buch eines der wichtigsten wenn es darum geht, sich ein vollständiges Bild vom Leben der Kaiserin zu machen. Seien es ihre Reisen, ihre Ernährung oder ihre innenfamiliären Beziehungen. Hier kann man sich ein authentisches Bild der Kaiserin machen.
Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und mich nicht eine Sekunde gelangweilt. Auch bin ich auf keinen Punkt gestoßen, den ich als schlecht belegt oder unlogisch empfunden hätte.
Schlussendlich bin ich ungeheuer froh, dass ich das Buch entdeckt habe und euch vorstellen darf.

ZUR AUTORIN:

Katrin Unterreiner ist studierte Historikerin und war lange Jahre wissenschaftliche Leiterin der Schloss Schönbrunn Ges.m.b.H. und Kuratorin des Sisi-Museums in der Wiener Hofburg. Sie veröffentlicht immer wieder Titel zum Thema k. u. k. – Monarchie und ist beratend für TV-Dokumentationen tätig.
Also – eine Frau mit enorm viel Expertise.

FAKTEN:

Katrin Unterreiner: Sisi – Das geheime Leben der Kaiserin, Ueberreuther Verlag 2023, 198 Seiten, 25 €

MEHR INFOS:

https://www.ueberreuter.at