Finding Harmonie – A King’s Vision
So heißt jener Film, der am Donnerstag der Weltöffentlichkeit erstmals mit großem Pomp auf Windsor Castle vorgestellt wurde.
Worum geht es?
Nun – König Charles befasst sich seit Jahrzehnten mit dem Thema „Harmonie“ in all ihren Ausprägungen und Auswirkungen. Für ihn ist Harmonie ein ganzheitliches Konzept, das alle Lebensbereich umfasst.
Menschen sollen MIT der Natur leben und nicht nur in ihr. Dazu gehört traditionelles Wissen, ökologische Landwirtschaft, nachhaltige Architektur und Naturschutz.
In der Doku schildert Charles seinen eigenen Weg als Umweltaktivist. Sie zeigt seine Projekte, zusammengefasst in der King’s Foundation, seiner Nachhaltigkeits- Stiftung.
Gedreht wurde unter anderem in Highgrove und Dumfries House. Dabei geht es aber nicht nur um England, sondern um einen globalen Ansatz. Folgerichtig werden erfolgreiche Beispiele seiner Ansätze aus den Wäldern von Guyana bis zu nachhaltigen Gemeinden in Indien vorgestellt.
Moderatorin der Mischung aus Archivmaterial, Interviews und Naturaufnahmen ist dabei keine Geringere als Kate Winslet.
Wo kann man die Doku sehen?
Ab dem 06. Februar 2026 auf Prime Video.
Bei der aufwendig inszenierten Premiere auf Windsor Castle gaben sich die ranghöchsten Royals ein Stelldichein: Das Königspaar selbst (ganz klar), Edward der Duke of Edinburgh, Sophie Duchess of Edinburgh, sowie der Herzog und die Herzogin von Gloucester.
Weitere prominente Gäste waren Dame Judi Dench und Rod Stewart, sowie die Sprecherin des Films, Kate Winslet.
Wie man sehen konnte, waren alle Anwesenden bester Laune – passend zum Filmtitel.
Man plauderte, scherzte und herzte sich.
Also alles Friede, Freude, Eierkuchen?
Hmmmm…. nicht ganz… Ganz England ist vom König und seinen Fans besetzt. Ganz England? Nein! Ein von unbeugsamen Walisern bevölkertes Schlösschen hört nicht auf, dem Übermächtigen Widerstand zu leisten…
Auf der äußerst bemerkenswerten Liste an englischen (Ehedem-)Promis fehlten zwei große Namen: Prinz William und seine Frau Catherine.
Ja. So geht es bei mancher Party: Wirklich bemerkenswert ist, wer nicht da ist.
Jaaaa – jetzt höre ich euch schon wieder sagen: Ah ja – Die Wales waren nicht da, weil sie das Königspaar nicht überstrahlen wollten (wahlweise: sollten). Das ist ein immer wieder gebrachtes Erklärungsmuster, wenn es um die beachtlich vielen nicht- gemeinsamen Termine von Königspaar und Kronprinzenpaar geht.
Das kann man natürlich sagen. Das ist auch das stets vom Palast- PR- Team wiederholte Liedlein, wenn die ekelhafte Presse keine Ruhe gibt und immer wieder nachfragt.
Tatsächlich kenne ich keine andere Monarchie, in der das Herrscherpaar und sein Nachfolger/ Nachfolgerin derart darauf erpicht sind, sich nicht gemeinsam zu zeigen wie in England.
Haben Felipe und Letizia Angst, sich mit ihren Töchtern zu zeigen?
Fürchten Willem Alexander und Maxima die Strahlkraft der jungen, schönen Amalia?
Meiden König Philippe von Belgien und seine Mathilde die Thronfolgerin Elisabeth?
Suchen König Carl Gustav und Königin Silvia das Weite, wenn Kronprinzessin Victoria bei einem Event auftaucht?
Nicht, dass ich wüsste.
Nur in England ist das scheinbar so.
HARMONIE sieht in meinen Augen anders aus.
Und da kommt die Doku ins Spiel … Wie viel Harmonie gibt es denn im Privatleben des Königs? Wo ist da seine Vision?
Seit Jahrzehnten beobachten wir bei keiner Familie (außer vielleicht bei den Geissens) so viel Disharmonie wie bei den englischen Royals. Wenn man „Dysfunktional“ googelt, dürfte inzwischen ein Fotos der Windsors auftauchen.
Es ging schon mit dem Verhältnis zwischen Queen Elizabeth/ Prince Philip und (dem damals noch) Prince Charles los. Wieder und wieder hörten wir von Sticheleien und offenen Affronts, vor allem von Philip in Charles Richtung, denn er hielt seinen Sohn für ein ausgemachtes Weichei.
Die Königin schien – wenn nicht zwischen den Männern – so im Normalfall auf der Seite ihres Mannes zu stehen.
Weiter zur berüchtigten Ehe mit Diana, bei der sich bald niemand mehr wirklich Mühe gab, die offensichtlichen Risse zu kitten, oder zumindest zu übertünchen. Wir erinnern uns alle des Kriegszustandes, in den die Ehe spätestens Ende der 80er Jahre überging.
Mit William und Harry entstand auch keine wirklich Harmonie. William lud seine Eltern demonstrativ von einem Schulfest aus und warf seiner Mutter ein „I hate you“ („Ich hasse dich!“) an den Kopf, nachdem sie ihm (von Paparazzi beobachtet) in der Schule ihr Panorama- Interview angekündigt hatte. Als dann die heimlich mitgeschnittenen Gespräche zwischen Charles und Camilla, sowie zwischen Diana und James Gilby bekannt wurden, war der Ofen völlig aus.
Was wir nun alle wussten, nur nicht in allen schmuddeligen Details – wurde schlussendlich durch Prince Harrys Memoiren bestätigt.
Rangeleien, Querelen, Petitessen, Zickigkeiten, Eitelkeiten …
All das lief brühwarm aus der Druckerpresse. Und diesmal nicht durch einen Externen, sondern breitgetreten von einem Mann im Herzen der Ereignisse.
Seitdem scheint sich Charles absolut amateurhaft um die Wiederherstellung der niemals vorhandenen Harmonie. Und wenn er sie zu Hause schon nicht schafft, dann doch bitte draußen in der ganzen Welt.
Nach dem Motto: Ich kann zwar nicht Radfahren, aber ich bringe es euch bei…
Ist das nicht irgendwie so als würde jemand Bundestrainer, der nicht mal weiß, was eine Mannschaftsaufstellung ist?
Es mag Zeiten gegeben haben, wo man sich bemüht hat, Einheit zu demonstrieren. Ja – es gab Zeiten wo Charles und William sogar gemeinsame Termine hatten. (Von den obligatorischen Uniform- Events mal abgesehen…)
Die gibt es auch heute noch. (Einen im letzten Jahr).
Aber sieht man da irgendeine Interaktion zwischen Vater und Sohn? Sie kommen gemeinsam an, winken, fertig. Das war’s.
Zuletzt sehr gut beim Staatsbesuch der Steinmeiers in London zu sehen.
Die beiden Paare schauten sich kaum an. Schienen sich bestenfalls gegenseitig im Weg zu stehen. Miteinander plaudern, scherzen, ein humorvoller Austausch – Fehlanzeige.
Und jetzt?
Aber vielleicht habe ich auch einfach den Titel der Doku nicht richtig gelesen… FINDING Harmony, heißt er. Nicht etwa „HAVING Harmony“. Harmonie FINDEN – nicht Harmonie HABEN…
Vielleicht will Charles uns damit ja vor Augen führen, dass man aktiv zur Harmonie beitragen muss….
Vielleicht will er eine Botschaft an seinen Ältesten senden, dass er ihn gerne im Harmonie- Boot hätte.
Wir wissen es nicht.
Aber nach dem, was wir aus dem Palast gehört haben, hat man beim Königspaar schon den Titel der Times „Arise, Queen Catherine!“ („Erhebe dich, Königin Catherine“) eher zickig aufgenommen.
So richtig harmonisch sieht es also auf keiner Seite aus …