Das Ganze ist mir so peinlich. Was ich geschrieben habe, spiegelt nicht den Menschen, der ich gerne sein möchte. Ich entschuldige mich. Es war eine absolute Fehleinschätzung. Ich hätte niemals …
So oder so ähnlich tönt es uns in den letzten Wochen wieder und wieder aus Norwegen entgegen.
Von wo die Rufe kommen? Von Kronprinzessin Mette Marit, der künftigen Königin von Norwegen.
Es geht um ihre Freundschaft… nein BEZIEHUNG zum verurteilten Kinderschänder Jeffrey Epstein.
Wieso sage ich „Beziehung“? Ganz einfach! Lesen wir die Mails, die die beiden ausgetauscht haben und stellen wir uns vor, es stünden andere Namen als Absender. Paul und Paula? Sven und Annika? Wir würden auf jeden Fall sagen, dass zumindest die Frau heftig in den Mann verknallt ist. Sie flirtet. Mit dem Untergang – wie wir heute wissen.
Meine Oma hätte mit sehr schmalen Lippen gesagt: „Es schickt sich nicht für eine verheiratete Frau, nachts mit einem anderen Mann als ihrem eigenen durch einen Park zu spazieren.“ Und ich muss ihr Recht geben.
Stellt sich für mich die Frage: Mette Marit hat Epstein im Januar 2013 für vier Tage auf seinem Anwesen in Florida besucht. Sie trafen sich außerdem bei einem Urlaub auf der Insel Saint Barthélemy. In ihren Emails nennt sie ihn „Sweetheart“ und beteuert ihm, wie sehr sie ihn, „ihren verrückten Freund“, vermisse.
Dass auch die Norweger solches Verhalten ihrer künftigen Königin nicht goutieren, schlägt sich inzwischen in den Umfragen nieder. Nur noch knapp 20% aller Befragten halten sie als künftige Königin noch für tragbar. Tendenz fallend.
Je länger das Königshaus zuschaut, desto verheerender wird das Ergebnis sein. Jeder Tag, den man mit wachsweichen Erklärungen verschwendet, lässt die Abrissbirne einmal mehr in die Krone krachen.
Nun kann man natürlich sagen: Die versuchen zu retten, was zu retten ist. Respektive: sie denken, sie können den Kopf einziehen und warten bis der Sturm vorüberzieht. Aber ist das die Lösung? Ist das die Denke, die wir bei den Leuten an der Spitze unserer Gesellschaften sehen wollen? In das gleiche Loch fällt die heutige Erklärung des Prinzen und der Prinzessin von Wales, dass die Epstein- Affäre sie mit Sorge erfüllt, ihre Gedanken aber weiterhin auf die Opfer gerichtet sind. Oh NEIN! WIRKLICH???
Die Situation in England
Den Kopf einzuziehen – das versucht man derzeit in England, hat da aber auch eine andere Gemengelage: Der dort betroffen Andrew M-W ist ein Ex. Ein Ex- Prinz, ein Ex- Wirtschaftsbotschafter, ein Ex- Offizier, der keine Aufgabe mehr im öffentlichen Leben des Landes hat. Kein Working- Royal. Man kann ihn aus dem Blick der Öffentlichkeit nehmen und es entsteht keine Lücke. Das hatte man bereits versucht, doch nachdem man Andrew wieder und wieder auf dem Pferderücken durch den Windsor Great Park hat reiten sehen, oder tiefenentspannt mit dem Auto durch die Gegend schippern (wo er dann auch mal Bauarbeiter angeschnauzt hat, weil sie Bodenschwellen rund um sein Anwesen verlegt haben) – ist dem König offensichtlich die Hutschnur geplatzt und er hat nachts um 2 die Umzugs-LKWs zur Royal Lodge geschickt.
Die Situation in Norwegen
In Norwegen stellt sich die Situation allerdings anders dar. Hier haben wir es mit der künftigen Königin zu tun.
Selbst wenn ihr Email- Freund nicht der berüchtigte Jeffrey Epstein gewesen wäre, sondern ein x-beliebiger Sören, Malte oder Björn, hätte man verblüfft die Brauen hochgezogen. Eine künftige Königin, die solche Botschaften mit einem Mann austauscht, der nicht ihr Ehemann ist, würde auch so schon für Irritation sorgen, wenn aber dieser Mann auch noch ein verurteilter Sexualstraftäter ist, dann ist Schicht im Schacht.
Am Ende des Tages haben die Epstein- Akten aber nicht nur das englische und norwegische Königshaus ins Wanken gebracht, sondern auch die dortige politische Landschaft, wurde doch jetzt sogar bekannt, dass mehrere Millionen Dollar aus Epsteins Erbe an die Kinder von Rød Larsen (Mitinitiator der Oslo- Friedensverhandlungen und Präsident des International Peace Institute – IPI in New York) und dessen Frau Mona Yuul (vorweg. UN- Botschafterin) gehen sollten. Zwar gab es Rücktritte etc aber der Schaden ist angerichtet.
Jetzt ist es an uns allen, die richtigen Stellschrauben zu drehen, damit solcherlei in Zukunft nicht mehr passieren kann.
Wie wir wissen, wurden vor einigen Jahren die Knochen von Richard III, dem „Parkplatz- König“, gefunden.
In der Schlacht von Bosworth Field wurde er durch Soldaten seines Gegners Henry Tudor getötet. Dieser setzte sich noch auf dem Schlachtfeld die Krone auf und ward damit King Henry VII (exakt – der Papa von Henry VIII, dem mit den sechs Frauen…)
Die Leiche des toten Königs wurde geschändet und dann in aller Eile verbuddelt. Warum? Nun – Henrys Anspruch auf den englischen Thron war – vorsichtig gesagt – eher dürftig, denn er kam nicht zuletzt ausschließlich über die mütterliche Linie von Margaret Beauford, die üblicherweise eher zu vernachlässigen ist.
Nun haben Generationen von Historikern und Archäologen nicht geschafft, was einer Hobby- Historikerin gelang: Philippa Langley entdeckte die Überreste des Königs unter einem Parkplatz von Leicester, der auf dem Areal der ehemaligen Greyfriars Church lag, wo – so die Chroniken – der König bestattet worden sei. Daher mein Lieblings-Gag: „He put the KING into ParKING“ 😂
Inzwischen gibt es ein wunderbares Museum in Leicester, in dem nicht nur das Leben Richards vorgestellt wird, sondern auch die Suche nach seinen Überresten, sowie die wissenschaftliche Erforschung seiner Knochen.
Dabei wurden auch DNA- Proben genommen und mittels dieser Proben konnte man feststellen, dass es in Richards Ahnenreihe „Brüche“ gibt …
Ruckzuck waren die Hobby- Forensiker am Zug und Artikel wurden en masse veröffentlicht, die aus Richard ein „Kuckuckskind“ machten. Man verstieg sich sogar zur Überlegung, es sei ein Bogenschütze der Vater gewesen. In meinen Augen ein weiterer Versuch, Richard zu diskreditieren …
Die Brüche in der Ahnenreihe treffen nun nicht direkt auf Richard zu, sondern auf seine Ahnen. Das heißt – auch sein Bruder (und Vorgänger im Amt) war betroffen und im Nachgang der Thronanspruch aller Lancaster- Könige.
Nichts desto trotz muss man eines feststellen:
Wenn jemand Anspruch auf eine Krone hatte, war das eine feine Sache. Wenn er auf seine Ahnen deuten konnte und sagen: „Die Krone gehört MIR!“ Bekommen hat sie aber derjenige, der sie sich genommen, bzw. in der Schlacht erstritten hat. Das Konzept, dass man eine Krone „erbt“ und, dass die Erblinie wichtig ist, kommt von der Überzeugung, dass Gott sozusagen seine Finger im Spiel hat. Dass das „Königsheil“ von Gott an den rechtmäßigen Inhaber übertragen werde.
Das heißt nicht weniger als, dass der jeweilige Amtsinhaber unter Schutz und Zustimmung Gottes steht. Das zeigt sich dann auch gleich an den Heilerfähigkeiten des Monarchen. In England und Frankreich hielt sich der Glaube bis ins 18. Jahrhundert, dass ein König z.B. Skrofulose (Hauttuberkulose) durch Handauflegen heilen könne. („The Royal Touch“) In England war Queen Anne die letzte Monarchin, die dieses Handauflegen praktizierte. Noch heute erinnert der Maundy Service (Gründonnerstagsgottesdienst) an die königliche Tradition am Gründonnerstag, Almosen an Arme zu verteilen, was in England oft mit dem Verteilen von speziellen „Touch-Pieces“ (Berührungsstücken / Münzen) verbunden war.
Auf dem Photo sehen wir Queen Elizabeth und Prince Philip beim Maundy Service 2005. Der Blumenstrauß für Prince Philip dürfte vielleicht überraschen. Der Strauß erinnert daran, dass die an diesem Tag versammelten Armen und Kranken extrem stark gerochen haben und der Monarch deswegen stark duftende Kräuter bei sich getragen hat. Dies sollte nicht nur den Gestand übertönen, sondern auch die Luftqualität an sich verbessern. Man war der Überzeugung, dass Krankheiten auf „faulige“ Luft zurückgehen. Womit man ja gar nicht soooo falsch lag…
So treffen sich dann schlussendlich Wissenschaft und Religion…
In den aktuellen Skandalen gibt es nur Verlierer. So scheint es zumindest…
Verlierer Nr. 1 Das englische Königshaus
zunächst schauen wir mal nach London, wo sich König Charles gestern abermals einem Bürger stellen musste, der ihm bei einem Walkabout zurief, ob Andrew sich nicht langsam mal den Behörden stellen müsse.
Der Mann hat so Unrecht nicht.
Stehen doch nicht nur Kindesmissbrauch am Horizont, sondern auch Geheimnisverrat und Untreue. Kurz – Fehlverhalten im öffentlichen Amt.
Andrew Lownie wiederum wird nicht müde zu betonen, dass er diverse Unterlagen hat, die strafrechtlich relevant wären. Auch bietet er sie wie schales Bier den britischen Behörden an, da diese – so seine Einschätzung – wesentlich bessere Mittel zur Verfügung haben als er, um die Unterlagen zu prüfen und für ihre Ermittlungen zu verwenden.
Doch wenn es keine Ermittlungen gibt, bekommt man auch keine Einschätzung der Beweise.
Hier stoßen wir jetzt auf den seit Jahrzehnten propagierten Quatsch von der politischen Zurückhaltung, ja Neutralität des Königshauses. Sie mögen parteipolitisch den Mund halten, doch wenn es um ihre Belange geht, sind sie jeder Zeit bereit, in die (rechts)staatlichen Abläufe einzugreifen.
Eines der bekanntesten Beispiele: Der Paul Burrell- Prozess. Hier wurde Paul Burrell, Dianas Butler, angeklagt, zahlreiche Stücke aus ihrem Besitz gestohlen und auf seinem Speicher versteckt zu haben.
Er selbst behauptete, er habe die Sachen nach Dianas Tod in Sicherheit gebracht, da bereits Stücke verschwunden waren.
Im letzten Moment – der Prozess hatte bereits begonnen – der Knalleffekt: Die Königin selbst griff ein und erklärte, sie sei von Burrell unterrichtete worden, dass er Stücke in Sicherheit gebracht habe. Es sei also kein Diebstahl …
Jetzt sinn mer mal speziell und denken nach… Wieso ist es kein Diebstahl, nur weil ein anderer davon weiß? Wenn die Sachen nur in Sicherheit gebracht werden sollten – wo wären sie sicherer gewesen als auf einem königlichen Anwesen? In einem königlichen Tresor? Des Weiteren: die von Burrell „gesicherten“ Stücke gehörten Diana – die war tot – also gehörten sie ihren Erben. Wobei mir jetzt irgendwie zuallererst ihre Söhne einfallen. An deren Stelle – da minderjährig – hätte Charles die Stücke für die Söhne an sich nehmen müssen. Spannend, dass die Queen eingreift und all diese von mir genannten Punkt ad absurdum führt und damit auch noch durchkommt. So viel zur „neutralen“ Gerichtsherrin.
Wahrscheinlicherer Grund des Eingreifens: Man fürchtete, dass Zeugen Unliebsames zutage fördern könnten. Aussagen werden gemacht. Es wird nachgefragt. Man sieht nicht gut dabei aus.
Am Ende des Tages galt es, die Notbremse zu ziehen, was die Königin gemacht hat.
Und irgendwie fand das jeder okay.
Warum eigentlich?
Und auch was Andrew angeht, hat die Queen jahrelang die Türe zugehalten und Wachposten bezogen. Zahlreiche Zeugen stehen jetzt auf und berichten, wie sie direkt angedroht bekamen, dass es Konsequenzen habe, wenn sie mit ihren Geschichten an die Öffentlichkeit gingen. Der BBC wurde klargemacht, dass sie jeglichen Zugang zum Palast verlieren würden, wenn sie die Doku über Andrew, Sarah und Jeffrey machen würden. Andrew Lownie bekam es mit dem geballten Rechtsberaterstab des Palastes zu tun, als er nur die Archive mit den Unterlagen über Edward VII für sein Buch „Traitor King“ einsehen wollte.
Er ist es auch, der der Öffentlichkeit in Erinnerung bringt, dass in den Archiven der königlichen Schlösser einige der größten Kunstwerke der Menschheitsgeschichte lagern und der Öffentlichkeit vorenthalten werden, einfach, weil es die Krone so möchte. Es gibt auch keinerlei Handhabe, sie zu zwingen, einen Zugang zu ermöglichen, respektive eine Ausstellung zu organisieren. Die Stücke bleiben einfach unter Verschluss, als besitze sie kein europäisches Staatsoberhaupt, sondern ein russischer Oligarch.
Wir sehen – das Königshaus wird immer dann aktiv, wenn es um die eigenen Interessen geht. Sieht man sich (heraus)gefordert, zieht man es vor, mit altbekannten Sprüchen wie „Never complain – never explain“ (Niemals bescheren – niemals erklären) die Menschen abzuspeisen.
Und in dieser Tradition stellt man sich vor den Sohn/ Bruder Andrew und hilft diesem, den Nachstellungen der Justiz zu entgehen.
JETZT ZEIGT ES SICH, WER DEN LÄNGEREN ATEM HAT. KÖNIGSHAUS ODER ÖFFENTLICHKEIT…
Verlierer Nr. 2 Das norwegische Königshaus Zugegeben – sie sind in einem nicht auflösbaren Dilemma (eigentlich beide Königshäuser)…
Vor Jahren haben sie eine Art Ursünde zugelassen. Im einen Fall ein Prinz, der einfach mit allem durchkam und im anderen Fall, ein Prinz, der mit seiner Herzensdame durchkam.
Beides hätte gutgehen können, wäre den Nachrückern nicht ein gewisser Jeffrey Epstein begegnet.
Dieser packte die Royals wo sie verwundbar waren. Er war ein Mephistopheles, der sie in eine Welt entführte, die er aussehen ließ wie die jeweilige Traumwelt. Mette Marit erlebte Bestätigung. Vielleicht sogar etwas, das sie für echte Freundschaft hielt. Sarah Ferguson bekam Geld und Anerkennung. Andrew Sex und Privatjets. So bekam jeder wovon er träumte. Und sage jetzt niemand, Royals hätten doch alles. Die könnten doch von gar nichts mehr träumen…
Sie biederten sich dem Financier mit Privatinsel an, glitten auf seiner Schleimspur dahin und dachten, die Party werde niemals enden. Und was bekam Epstein im Gegenzug? Das Glitzern von Krönchen und jahrhundertealter Tradition. Netzwerke! Die größten, besten, berühmtesten Netzwerke der Welt. Die Queen als ultimativer Jackpot! Seine Lebensgefährtin Ghislaine Maxwell hatte einen „All Area“- Pass und konnte sich in den königlichen Palästen überall bewegen. Sarah Ferguson ermöglichte Führungen durch die Schlösser. Sie alle benutzten jene Schlösser, die ihnen gar nicht gehörten als Kulissen für ihre Finanztransaktionen. Mit dem jahrhundertealten Pomp beeindruckten sie zweifelhafte Geschäftspartner. Eine schmierige Truppe in einer Schmierenkomödie.
1973–1975: Arbeitet als Mathematiklehrer an der exklusiven Dalton School in Manhattan.
1976–1981: Startet seine Karriere an der Wall Street bei der Investmentbank Bear Stearns, wo er schnell zum Partner aufsteigt.
1988: Gründung seiner eigenen Firma J. Epstein & Company. Er beginnt, ein Vermögen zu verwalten, unter anderem für den Milliardär Leslie Wexner.
1990er Jahre: Erwirbt Immobilien weltweit, darunter ein Anwesen in Palm Beach und die Privatinsel Little St. James.
2. Der erste Skandal (Florida-Verfahren)
2005: Ermittlungen beginnen in Palm Beach, nachdem Eltern eine Anzeige wegen Belästigung einer Minderjährigen erstattet hatten.
2008: Epstein schließt einen höchst umstrittenen „Non-Prosecution Agreement“(NPA). Er entgeht Bundesanklagen und bekennt sich lediglich in zwei Fällen der Prostitution vor einem Staatsgericht schuldig.
2008–2009: Er verbüßt eine 13-monatige Haftstrafe, darf das Gefängnis jedoch an sechs Tagen die Woche für die Arbeit verlassen (Work Release).
3. Rückkehr in die Elite und neue Vorwürfe
2010er Jahre: Trotz seiner Registrierung als Sexualstraftäter pflegt Epstein weiterhin Kontakte zu Prominenten, Wissenschaftlern und Politikern.
2018: Ein Enthüllungsbericht des Miami Herald rückt den Fall und den milden Deal von 2008 wieder in den Fokus der Öffentlichkeit.
4. Die finale Verhaftung und der Tod
6. Juli 2019: Epstein wird am Flughafen Teterboro (New Jersey) festgenommen. Die Anklage lautet auf Sexhandel mit Minderjährigen und Verschwörung.
18. Juli 2019: Ein Richter verweigert ihm die Freilassung auf Kaution; er bleibt im Metropolitan Correctional Center (MCC) in Manhattan in Haft.
23. Juli 2019: Epstein wird mit Verletzungen am Hals in seiner Zelle gefunden und vorübergehend unter Selbstmordbeobachtung (Suicide Watch) gestellt.
8. August 2019: Epstein unterschreibt sein letztes Testament.
10. August 2019: Jeffrey Epstein wird leblos in seiner Zelle aufgefunden. Die offizielle Todesursache wird später als Suizid durch Erhängen festgestellt.
Sein Tod löste zahlreiche Spekulationen und Verschwörungstheorien aus, da Sicherheitsvorkehrungen in der Nacht seines Todes missachtet wurden (z. B. schlafende Wärter, defekte Kameras).
Immer, wenn man denkt, es könne nicht schlimmer kommen, hebt irgendwo irgendwer einen Deckel hoch und man kann in einen Topf schauen, in den man lieber nicht geblickt hätte …
Im Moment werden schier unfassbare Anschuldigungen laut, die sich aus den neu veröffentlichten Unterlagen von Jeffrey Epstein ergeben.
China- Gate
So ist seit 2005/ 2006 gerichtsnotorisch, dass Andrew einen direkten Informationskanal zum chinesischen Präsidenten Xi Jinping unterhielt. Sein enger Vertrauter Yang Tengbo (genannt: „H6“) wurde vom britischen Inlandsgeheimdienst MI5 als mutmaßlicher Spion eingestuft und aus Großbritannien verbannt. Er soll versucht haben, Andrews Einfluss für politische Einflussnahme Chinas zu nutzen. Tengo hatte Andrew unter anderem dabei unterstützt, eine Geburtstagskarte an den Präsidenten zu schreiben. Das dürfte allerdings noch der harmloseste Freundschaftsdienst gewesen sein …
Es wird derzeit untersucht, ob Gelder aus China über die Initiative „Pitch@Palace“ an Andrew flossen. Der britische Geheimdienst warnte, Andrew sei aufgrund seines angeschlagenen Rufs anfällig für eine sogenannte „Elite Capture“-Operation Pekings gewesen.
From Russia With Love
In den im Februar 2026 veröffentlichten Epstein-Akten finden sich Hinweise darauf, dass Jeffrey Epstein versuchte, über seine Kontakte zu Andrew und anderen Prominenten Einfluss in Russland zu gewinnen. Es gibt jedoch keine Belege für einen direkten Verrat von Staatsgeheimnissen an den Kreml durch Andrew. Berichten zufolge besaß Andrew sensible Dokumente (das sogenannte „Helmand-Dokument“) aus seiner Zeit als Handelsbotschafter. Es besteht der Verdacht, dass solche Informationen in den Dunstkreis Epsteins und damit potenziell an fremde Mächte gelangt sein könnten.
Ich fürchte, wer denkt, dass ein Jeffrey Epstein keine Gegenleistungen erwartet hat, ist ziemlich naiv. Und Andrew war sicherlich töricht und selbstverliebt genug, um dem Werben des Finanziers nachzugeben.
Bislang ist nur ein Bruchteil der Unterlagen ausgewertet und wir werden definitiv noch mit den Ohren schlackern. Dann geht es nicht mehr nur um solche Sex- Histörchen wie wir sie bislang von Andrew kannten …
Die letzten Monate haben uns alle mit Neuigkeiten überzogen, auf die wir gerne verzichtet hätten.
Ein langer Schatten zieht sich, von New York ausgehend, über den gesamten Erdball. Von wem er ausgeht? Von Jeffrey Epstein, einem amerikanischen Investmentbanker und verurteilten Sexualstraftäter. Ich glaube, ich muss seine Vita nicht noch einmal aufrollen, aber ich will einen genaueren Blick auf seinen Einfluss auf europäische Königshäuser werfen und das Ganze versuchen, in einen Kontext zu stellen.
Epstein hatte ein Netzwerk aus einfluss(reichen) Männern erschaffen, denen er bei allen Möglichkeiten junge Mädchen zum Sex zuführte. Diese Frauen waren sozusagen die Kirsche auf der „Entspannungstorte“ ihrer Meetings. Weiterhin hat er wohl auch Informationen über diese Männer gesammelt – für Regentage. Sozusagen.
Die Geschichte von Epstein hätte eigentlich im Jahre 2019 ihr endgültiges Ende finden können, denn da wurde er erhängt in seiner Gefängniszelle gefunden. Wie es heißt – unter mysteriösen Umständen zu Tode gekommen. Sei es nun drum – ob er Selbstmord begangen hat, oder ermordet wurde – für uns viel spannender ist die Frage, wer sich alles in seinem klebrigen Netz verfangen hatte. Zumal: welche (späteren) Royals…
Zunächst erwischte es Prince Andrew, da dieser direkt von Virginia Guiffre, einem der Epstein- Opfer öffentlich angeklagt wurde. Als sie drohte, ihn anzuzeigen, traf man eine außergerichtliche Vereinbarung mit ihr. Das Schweigegeld wurde von der Queen gestellt. Auch wenn Andrew in seinem umstrittenen Maitliss- Interview behauptete, jederzeit mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten zu wollen, fand sich dann im Nachgang leider nie ein passender Termin.
Erst als König Charles im Spätsommer bei der Beisetzung der Herzogin von Kent ganz ungeniert mit seinem Bruder Andrew scherzte und plauderte, platzte der Öffentlichkeit die Hutschnur. Prince William, dem der umtriebige Onkel schon lange ein Dorn im Auge war, schritt gemeinsam mit Stiefmutter Camilla zur Tat. Kurz darauf verzichtete Andrew auf all seine Titel und Ehrenzeichen. Dass man es gestattete, dass er in der Erklärung schrieb, dies sei seine Entscheidung gewesen und damit seinen Bruder einmal mehr als Weichei dastehen ließ, steht auf einem anderen Blatt. Auf diesem anderen Blatt steht auch die Frage, warum Andrews Töchter, die keine Working Royals sind, trotzdem auf Staatskosten Apartments im Kensington Palace und im St. James Palace haben, für die sie lediglich eine symbolische Miete entrichten. Auf dem Blatt steht weiterhin die Frage, warum die Töchter jahrelang auf Staatskosten mit ihrem Wirtschaftsbotschafter- Vater um die Welt reisen durften, um dann unterwegs für ihre jeweiligen Arbeitgeber Verbindungen zu knüpfen.
Aber mit dem Ablegen der Titel schien dieser Alptraum für das Königshaus gebannt.
Wäre da nicht der US-Kongress, der einfach keine Ruhe geben will … Und die Öffentlichkeit, die ein Ende der royalen Anspruchshaltung auf Kosten der Nation fordert. Zumal für untätige Royals, die nichts vorzuweisen haben als ihre Geburt im richtigen Bett.
Derzeit fordert nun Premierminister Keir Starmer, Andrew solle vor dem Untersuchungsausschuss des US-Kongresses aussagen. Das hatte er schonmal gefordert, aber damals wurde er niedergeschrien.
Da man Andrew nicht dazu zwingen kann, wird er sich wohl kaum dazu herbeilassen, Rede und Antwort zu stehen. Er wird weiterhin behaupten, unschuldig zu sein und das Leben eines reichen Schnösels führen. Wer das bezahlt? Der König natürlich und damit der Steuerzahler.
Ich trete nun hier nicht an, über Spione, Politiker und Wirtschaftsbosse zu spekulieren – ich schaue mir bekanntlich vor allem die Königshäuser an und die sind ganz offensichtlich ein gefundenes Fressen für die Epsteins dieser Welt.
Meistens nicht besonders helle und umgeben von Ja-Sagern, lieben sie die Art und Weise, wie sie in den USA hofiert werden. Man mag es kaum glauben, aber selbst Royals können Fanboys und Fangirls werden, wenn sie bei einer Einladung neben einem Bill Gates oder Elon Musk stehen. Diese wiederum lieben es, nach Windsor Castle eingeladen zu werden und umgeben zu sein von Geschichte und royalem Pomp.
Und das ist nur der zuckrige Überzug auf der Torte. Darunter liegt ein weniger appetitlicher Brei aus Geben und Nehmen. Aus Beziehungen, Geheimnissen, Druck. Aus Menschen, die gelernt haben, dass niemand ihnen was kann. Dass sie mit allem durchkommen. Und … ihren Opfern.
Und damit kommen wir nach Norwegen und Schweden, denn bis dorthin reicht der Schatten des Jeffrey E. In Schweden hat es Prinzessin Sofia, die Schwiegertochter von Königin Silvia und König Carl Gustav erwischt und in Norwegen Kronprinzessin Mette Marit. Immerhin die künftige Königin … Was die beiden gemeinsam haben? Nun – die Vergangenheit als das, was man gemeinhin als „Partygirl“ bezeichnet. Gutaussehende junge Frauen, die sich in einer Spaßgesellschaft bewegen, in der ein munteres Laissez Faire herrscht. Ein Gebäude, das auf den Säulen Feiern, Spaß, Drogen und Geld ruht. Hier fanden und finden sich die Reichen und Mächtigen ein. Vor allem aber Männer, die den Partygirls bieten, was diese wollen: ein gutes Leben in Reichtum und Einfluss. Passt dieser Life-Style zu einem Königshaus?
Nein!
Und nun werden jene Partygirls von damals von eben jener Vergangenheit eingeholt. Es werden E-Mails bekannt, die zwischen ihnen und JE hin und her gingen.
Mal so gefragt – glaubt irgendwer, dass ein Epstein – nachdem seine guten Freundinnen in die entsprechenden Kreise eingeheiratet hatten – nur noch goldige Selfies mit den Royals erwartet hat? Lassen wir uns nicht in die Irre führen. Epstein war Geschäftsmann. Bei dem hing an allem ein Preisschild und er hat sich am Ende mit absoluter Sicherheit sein Pfund Fleisch geholt. Seine Gäste mögen Fanboys gewesen sein – er war es mit Sicherheit nicht.
Sofia Hellqvist – eine nordische Schönheit, die von Epstein das Angebot bekam, ihr einen Platz auf einer Schauspielschule sowie einen auf seiner Privatinsel zu verschaffen… glaubt irgendwer, dass Epstein nicht erwartet hat, dass sie sich erkenntlich zeigt? Mette Marit Tjessem Høiby – ein weitere nordische Schönheit, die ihren guten Freund Jeffrey fragte, ob es wohl unpassend sei, dass sie ihrem fünfzehnjährigen Sohn (Marius) ein Wallpaper mit zwei nackten Surferinnen geschickt habe. Hi- hi- hi und ha-ha-ha. Wie witzig…
Aber wir alle haben ja gelernt, dass man nicht auf die Vergangenheit einer königlichen Braut schauen darf, wenn sie doch so herzig und nett/ adrett daherkommt. Wenn sie eine solch wunderbare Prinzessin ist.
Möglicherweise ist aber auch Vorsicht geboten, wenn Prinzen mit Bräuten ankommen, die außer einem großen Loch in ihrem Lebenslauf nicht viel vorzuweisen haben. Und vielleicht sollten wir uns daran erinnern, zu welchen Personen Royals Zugang haben… Könnte es eine charmantere Art der Einflussnahme geben, als eine kleine Plauderei bei einem schönen Essen in einem königlichen Schloss mit einer schönen Frau?
Dass Royals gerne solche Beziehungen nutzen, sehen wir nicht zuletzt bei Andrew, der als Wirtschaftsbotschafter seine Kontakte zu zwielichtigen Oligarchen genutzt hat, um ein Millionenvermögen anzuhäufen. Freunde, die zur Stelle waren, als er sein Haus Sunning Hill einfach nicht loswurde und die – ohne zu zögern – mehrere Millionen mehr bezahlt haben, als für das Anwesen verlangt wurde. Ja – Honi soit qui mal y pense… Und wer glaubt, dass diese Freunde keine Gegenleistung erwarten?
Inzwischen wissen wir, u.a. dank dem Buch „Entitled“ von Andrew Lownie, wie eifrig Andrew am Aufbau und der Verwaltung seines Privatvermögens gearbeitet hat. Dass seine (Ex)Frau Sarah Ferguson und er das Geld allerdings schneller ausgegeben haben als eingenommen, steht auf einem anderen Blatt. Man bekommt da schon den Eindruck, dass Royals, die nicht scharf auf Termine sind, ihre Zeit lieber ihren privaten Finanzen widmen als dem öffentlichen Wohl. Oder wie sagte Lownie: „Sie geben gerne Geld aus. Nur nicht ihr eigenes…“
Was lernen uns nun all diese Skandale? Ob es den Fürstenhäusern passt, oder nicht – wir brauchen Transparenz! Nicht MEHR Transparenz, sondern überhaupt mal Transparenz. Es kann nicht sein, dass man die Öffentlichkeit damit abspeist, die Royals arbeiteten halt „hinter den Kulissen“ unermüdlich. Wenn sie die Beziehungen, die sie in ihrer öffentlichen Position knüpfen, in ihr Privatleben mitnehmen und dort davon – nicht zuletzt finanziell – profitieren. Wenn sie Millionen von einem Oligarchen kassieren, dann brauchen sie die Steuergelder ja offensichtlich nicht. Wenn sie keine Termine wahrnehmen, dann sollen sie auch keine steuerfinanzierte Security bekommen, oder eine steuerfinanzierte Apanage. Wenn die Queen bezüglich Andrew gewarnt wird und daraufhin absolut nichts geschieht, dann kann das nicht sein. Wenn die BBC einen Bericht über Andrew machen will und man daraufhin klipp und klar sagt, dann verlöre die BBC den Zugang zum Königshaus – dann kann das nicht sein. Wenn das norwegische Kronprinzenpaar von Marius Freundin und ihrer Mutter gewarnt wird bezüglich Marius‘ Problemen und nichts geschieht, sondern weiter zwielichtige Gestalten auf Skaugum feiern kommen, dann kann das nicht sein.
Es müssen also unbedingt Strukturen geschaffen werden, um solches künftig zu verhindern. Die Personen, mit denen Royals sich umgeben werden ganz offensichtlich zu wenig bis gar nicht überprüft. Sicherheitsfreigaben existieren nicht. Jeder Andrew bekommt Zugang zu geheimdienstlich relevanten Dokumenten, auf die jeder seiner „Freunde“ Zugriff hat. Ganz zu schweigen von den gegnerischen Geheimdiensten, für die die Skandale eines Royals unbezahlbar sein dürften, wenn es darum geht, ihn – oder seine Familie – nun sagen wir … gewogen zu stimmen.
Da ich immer wieder höre, wie sehr euch die historischen Romane gefallen, habe ich mich umgeschaut und bin auf einen der besten der letzten Jahre gestoßen: „Judith und Hamnet“ von Maggie O’Farrell. Erschienen ist das Ganze im Piper Verlag. Ich persönlich habe es als E-Book gelesen, aber ihr bekommt es natürlich auch als Printausgabe.
Selbst bin ich über dieses Buch tatsächlich schon im Sommer gestolpert, da war ich mit meinem Sohn in England und wir waren auch in Stratford-upon-Avon, der berühmten Shakespeare-Stadt.
Shakespeares Elternhaus in Stratford-upon-Avon
In Stratford gibt es einige Buchgeschäfte und noch eine Handvoll Häuser, die man besichtigen kann, die mit Shakespeare selbst zu tun haben. Bevor ich anfange, den Roman vorzustellen, möchte ich euch ein bisschen was über Stratford erzählen. Es ist im Prinzip eine sehr hübsche Stadt, allerdings gibt es in England wesentlich schönere kleine Orte, die nicht derartig von Touristen überlaufen sind. Das ist in den Cotswolds immer ein bisschen schwierig, weil die hübschesten Orte voll touristisch erschlossen sind, wie man so schön sagt. Wir waren z.B. in Castle Combe – da gibt es einen Parkplatz vor der Dorf, auf den man sich stellen muss um dann zu Fuß in den Ort zu kommen.
Mit Stratford-upon-Avon habe ich persönlich soweit abgeschlossen. Das Ganze vor dem Hintergrund, dass es für mich nicht mehr gutierbar ist, weil jetzt sogar schon diese silber angemalten Automatik-Menschen vor den Sehenswürdigkeiten rumstehen und nach Münzen gieren. Wer noch nie in Stratford war, aber Shakespeare mag, dem sei es natürlich empfohlen, sich das Ganze mal anzugucken. Offiziell gibt es fünf Häuser, allerdings ist das Haus, in dem Shakespeare aufgewachsen ist, nicht mehr vorhanden. Es steht auf demselben Areal ein später errichtetes Haus. Jenes Haus, in dem er mit seiner Familie gewohnt hat, ist schon interessanter, allerdings sind auch darüber gefühlte Millionen von Touristen hinweggegangen. In Stratford legt man sehr viel Wert auf das Pfund der Touristen, aber man bekommt relativ wenig zurück.
Was ich aber dort im Museumsshop entdeckt habe, ist der Roman „Hamnet“.
Ich wollte ihn mir dort schon kaufen, habe es dann aber gelassen, bis ich wieder daheim war. Dann habe ich entdeckt, dass es eine deutsche Übersetzung gibt. Im Original heißt das Buch einfach nur „Hamnet“, in der deutschen Übersetzung heißt es „Judith und Hamnet“, weil – wichtig – der Roman dreht sich um das Zwillingspaar Judith und Hamnet, die Kinder von William Shakespeare.
Warum stelle ich euch dieses Buch vor? Weil es ganz ungewöhnlich geschrieben ist. Ich bin ein bisschen „geschmecklerisch“, was historische Romane angeht. Früher wollte ich viel über die Zeit lernen, heute sprechen mich Romane an, wenn sie von der „Schreibe“ her besonders sind. Ich mag weniger die Sachen, die brav runtererzählt sind. Bei Rebecca Gablé beispielsweise sind mir die Figuren oft zu „straight“ von A nach B erzählt, ohne große Entwicklung oder „Sapperlot-Momente“, wo man denkt: „Wow, das habe ich nicht kommen sehen.“
Mit Hamnet habe ich einen Roman entdeckt, wo nicht nur jede Menge dieser Sapperlot-Momente passieren, sondern wo ich Menschen und ihre Beziehungen sehr wahr und vielschichtig dargestellt bekomme. Maggie O’Farrell schafft es sprachlich, diese Interaktionen wunderbar darzustellen. Der Roman beginnt damit, dass Judith, die eine Hälfte des Zwillingspärchens, krank wird – sie hat offensichtlich die Beulenpest. Ihr Bruder Hamnet eilt durch das leere Haus und sucht nach Hilfe, findet aber niemanden. Die Autorin nimmt uns so geschickt an die Hand, dass man sich vollkommen mit Hamnet identifiziert. Die Szene spielt sich vor den Augen des Lesers wie ein Film ab.
So schreibt O’Farrell nicht einfach wie die Pest nach Stratford kam und wie sich Judith infizierte – sie nimmt die Leser förmlich zu einer Abenteuerfahrt mit. Wir lernen den Übertragungsweg kennen – aber anhand von Figuren, die uns innerhalb weniger Sätze ans Herz wachsen. Wir betrachten den Übertragungsweg sozusagen aus einer beinahe himmlischen Position heraus, wo wir alle wissen (oder ahnen), während die Betroffenen ahnungslos in ihren Untergang laufen.
Es gab diese Ausbrüche der Pest immer wieder. Ein Heilmittel gab es nicht. Die Menschen damals hatten viel Ahnung von Kräutern, weil Ärzte teuer und im Normalfall ahnungslos waren. Ein Küchengarten war immer auch ein Heilkräutergarten. Das Buch stellt dieses Leben in und mit der Natur wundervoll dar. Ich habe mich richtiggehend in die Atmosphäre der Shakespeare-Häuser zurückversetzt gefühlt.
Hier drüber seht ihr zwei Aufnahmen aus Anne Hathaways Haus in Shottery, vor den Türen von Stratford, die ich ebenfalls im letzten Sommer aufgenommen habe.
Kein Wunder, dass der Roman umgehend verfilmt wurde! Wie filmreif O’Farrell schreibt, seht ihr hier:
Sie stehen lange auf dem Feld, Bartholomew, John und Joan. Die anderen Kinder sehen unbemerkt, versteckt hinter einer Mauer, zu. Nach einer Weile tuscheln sie untereinander: »Ist es entschieden, ist es beschlossen, ist Agnes zu ihrem Haus gegangen, wird sie vermählt werden, wird sie nie wiederkommen?« Bis der kleinste Bruder dieses Spiels, dieses Herumstehens an irgendeiner Mauer überdrüssig wird und quengelt, dass er heruntergelassen werden will. Die Schwestern aber wenden ihre Augen keinen Moment lang von den drei Gestalten ab, die zwischen den Schafen stehen. Die Hunde rascheln und gähnen, legen den Kopf auf die Pfoten und heben ihn hin und wieder, um fragend zu Thomas zu schauen. Sie sehen, wie ihr ältester Bruder den Kopf schüttelt, sich zur Seite abwendet, als wolle er das Gespräch beenden. Der Handschuhmacher scheint inständig zu bitten, indem er erst die eine, dann die andere Faust aufmacht. Er zählt etwas an den Fingern seiner rechten Hand ab. Joan spricht aufgebracht und lange, wobei sie mit den Armen rudert, auf das Haus deutet, die Hände in ihre Schürze krallt. Bartholomew starrt grimmig auf die Schafe, bevor er die Hand ausstreckt, ein Schaf am Rücken packt und seinen Kopf in Richtung des Handschuhmachers dreht, als wolle er dem Mann in Bezug auf das Tier etwas beweisen. Der Handschuhmacher nickt heftig, hält eine wortreiche Rede, lächelt dann wie im Triumph. Bartholomew klopft sich mit seinem Knüppel gegen den Stiefel, ein sicheres Zeichen dafür, dass er unzufrieden ist. Der Handschuhmacher tritt näher; Joan weicht nicht zurück. Der Handschuhmacher legt Bartholomew eine Hand auf die Schulter; der Bauer lässt ihn gewähren. Dann schütteln sie sich die Hand. Der Handschuhmacher mit Joan, und dann mit Bartholomew. »Oh«, sagt eines der Mädchen. Die Kinder atmen auf. »Es ist beschlossen«, flüstert Caterina.
An dieser kleinen Szene erkennen wir die Meisterschaft der Autorin. Wir sehen die Szene der Eheverhandlungen zwischen den Shakespeares und den Hathaways aus der Perspektive von Agnes Geschwistern, die die Erwachsenen beobachten. Wir wissen nicht mehr als sie, was zur Spannung der Szene beiträgt (inklusive der falschen Schlüsse, die gezogen werden…) – umso überraschender das Ergebnis …
Es sind sehr realistische Menschen in ihrer ganzen Vielschichtigkeit. Spannenderweise heißt die Heldin im Roman Agnes (oder Anis gesprochen). Historisch ist sie als Anne Hathaway bekannt, aber zu der Zeit war der Name Agnes/Anis/ Anne austauschbar. Die Autorin wählte diesen Namen – wie sie sagte- bewusst, um die Figur von den Klischees zu lösen. Shakespeares Name selbst wird im ganzen Buch nie erwähnt, obwohl jeder weiß, wer gemeint ist. Er ist eine wichtige Nebenfigur. Man erfährt, wie er versucht, der Brutalität seines Vaters in Stratford zu entkommen, welche Hoffnungen er in die Ehe mit Agnes setzt. aber auch an ihrer Seite findet er keine Ruhe.
Historisch gesehen wissen wir wenig über Shakespeares Frau. In seinem Testament vermachte er ihr das „zweitbeste Bett“, was zu vielen Spekulationen führte. Er hat die wesentlich ältere Frau mit 18 geheiratet, da sie bereits von ihm schwanger war. Nach ihrem Tod wurde sie neben ihrem bereits verstorbenen Mann begraben. Wesentlich mehr ist nicht bekannt.
Man bekommt in dem Roman ein sehr gutes Gefühl dafür, wie entschleunigt, aber auch aufwendig das Leben damals war. Wenn man heute Hilfe braucht, greift man zum Handy. Damals war man darauf angewiesen, dass z.B. Briefe durch „Goodwill“ von Reisenden weitertransportiert wurden. Analphabetismus war ein großes Thema; selbst Shakespeares Kinder konnten kaum lesen. Es herrschte ein tiefes Wissen darüber, dass sich die Existenz von einer Sekunde auf die andere ändern kann. Man könnte auch Schicksalsergebenheit nennen. Dieses Wissen wird auf die Probe gestellt, als eben nicht Judith an der Pest stirbt, sondern ihr Zwillingsbruder Hamnet. Man erlebt eindringlich, wie die Familie mit dem Verlust umgeht. Judith wartet Nacht für Nacht am Haus der Großeltern auf ihren Bruder. Es ist unglaublich bewegend und ehrlich geschildert.
Nicht ohne Grund war Queen Camilla bei der Filmpremiere, wurde der Roman doch in ihrem „The Queen’s Reading Room“- Projekt empfohlen.
Gegen Ende des Romans erfährt Agnes übrigens, dass William in London ein Stück namens Hamlet aufführt. Sie reist empört nach London, um ihn zur Rede zu stellen, weil sie glaubt, er schlage Kapital aus dem Tod des Sohnes. Was passiert als sie das Stück sieht, will ich hier natürlich nicht verraten…
FAZIT „Judith und Hamnet“ ist ein wunderbarer Roman, den man einfach zur Unterhaltung lesen kann, um ins 16. Jahrhundert einzutauchen – aber auch mit tiefem emotionalem Gewinn. Wobei er nicht für einen Moment gefühlsduselig oder gar langweilig wird. O’Farrell beschreibt zutiefst menschliche, wahre Interaktionen. Man ist ganz dicht bei den Personen, denn gewisse Dinge ändern sich einfach nicht.
Ich möchte euch dieses Buch ganz besonders ans Herz legen. Schreibt mir gerne in die Kommentare, ob ihr es gelesen habt. Wie hat es euch gefallen? Hat es euch Lust gemacht, noch andere Bücher von O’Farrell zu lesen?
So heißt jener Film, der am Donnerstag der Weltöffentlichkeit erstmals mit großem Pomp auf Windsor Castle vorgestellt wurde.
Worum geht es? Nun – König Charles befasst sich seit Jahrzehnten mit dem Thema „Harmonie“ in all ihren Ausprägungen und Auswirkungen. Für ihn ist Harmonie ein ganzheitliches Konzept, das alle Lebensbereich umfasst. Menschen sollen MIT der Natur leben und nicht nur in ihr. Dazu gehört traditionelles Wissen, ökologische Landwirtschaft, nachhaltige Architektur und Naturschutz.
In der Doku schildert Charles seinen eigenen Weg als Umweltaktivist. Sie zeigt seine Projekte, zusammengefasst in der King’s Foundation, seiner Nachhaltigkeits- Stiftung. Gedreht wurde unter anderem in Highgrove und Dumfries House. Dabei geht es aber nicht nur um England, sondern um einen globalen Ansatz. Folgerichtig werden erfolgreiche Beispiele seiner Ansätze aus den Wäldern von Guyana bis zu nachhaltigen Gemeinden in Indien vorgestellt.
Moderatorin der Mischung aus Archivmaterial, Interviews und Naturaufnahmen ist dabei keine Geringere als Kate Winslet.
Wo kann man die Doku sehen? Ab dem 06. Februar 2026 auf Prime Video.
Bei der aufwendig inszenierten Premiere auf Windsor Castle gaben sich die ranghöchsten Royals ein Stelldichein: Das Königspaar selbst (ganz klar), Edward der Duke of Edinburgh, Sophie Duchess of Edinburgh, sowie der Herzog und die Herzogin von Gloucester. Weitere prominente Gäste waren Dame Judi Dench und Rod Stewart, sowie die Sprecherin des Films, Kate Winslet. Wie man sehen konnte, waren alle Anwesenden bester Laune – passend zum Filmtitel. Man plauderte, scherzte und herzte sich.
Also alles Friede, Freude, Eierkuchen?
Hmmmm…. nicht ganz… Ganz England ist vom König und seinen Fans besetzt. Ganz England? Nein! Ein von unbeugsamen Walisern bevölkertes Schlösschen hört nicht auf, dem Übermächtigen Widerstand zu leisten…
Auf der äußerst bemerkenswerten Liste an englischen (Ehedem-)Promis fehlten zwei große Namen: Prinz William und seine Frau Catherine.
Ja. So geht es bei mancher Party: Wirklich bemerkenswert ist, wer nicht da ist.
Jaaaa – jetzt höre ich euch schon wieder sagen: Ah ja – Die Wales waren nicht da, weil sie das Königspaar nicht überstrahlen wollten (wahlweise: sollten). Das ist ein immer wieder gebrachtes Erklärungsmuster, wenn es um die beachtlich vielen nicht- gemeinsamen Termine von Königspaar und Kronprinzenpaar geht. Das kann man natürlich sagen. Das ist auch das stets vom Palast- PR- Team wiederholte Liedlein, wenn die ekelhafte Presse keine Ruhe gibt und immer wieder nachfragt.
Tatsächlich kenne ich keine andere Monarchie, in der das Herrscherpaar und sein Nachfolger/ Nachfolgerin derart darauf erpicht sind, sich nicht gemeinsam zu zeigen wie in England. Haben Felipe und Letizia Angst, sich mit ihren Töchtern zu zeigen? Fürchten Willem Alexander und Maxima die Strahlkraft der jungen, schönen Amalia? Meiden König Philippe von Belgien und seine Mathilde die Thronfolgerin Elisabeth? Suchen König Carl Gustav und Königin Silvia das Weite, wenn Kronprinzessin Victoria bei einem Event auftaucht?
Nicht, dass ich wüsste.
Nur in England ist das scheinbar so.
HARMONIE sieht in meinen Augen anders aus. Und da kommt die Doku ins Spiel … Wie viel Harmonie gibt es denn im Privatleben des Königs? Wo ist da seine Vision?
Seit Jahrzehnten beobachten wir bei keiner Familie (außer vielleicht bei den Geissens) so viel Disharmonie wie bei den englischen Royals. Wenn man „Dysfunktional“ googelt, dürfte inzwischen ein Fotos der Windsors auftauchen.
Es ging schon mit dem Verhältnis zwischen Queen Elizabeth/ Prince Philip und (dem damals noch) Prince Charles los. Wieder und wieder hörten wir von Sticheleien und offenen Affronts, vor allem von Philip in Charles Richtung, denn er hielt seinen Sohn für ein ausgemachtes Weichei. Die Königin schien – wenn nicht zwischen den Männern – so im Normalfall auf der Seite ihres Mannes zu stehen. Weiter zur berüchtigten Ehe mit Diana, bei der sich bald niemand mehr wirklich Mühe gab, die offensichtlichen Risse zu kitten, oder zumindest zu übertünchen. Wir erinnern uns alle des Kriegszustandes, in den die Ehe spätestens Ende der 80er Jahre überging. Mit William und Harry entstand auch keine wirklich Harmonie. William lud seine Eltern demonstrativ von einem Schulfest aus und warf seiner Mutter ein „I hate you“ („Ich hasse dich!“) an den Kopf, nachdem sie ihm (von Paparazzi beobachtet) in der Schule ihr Panorama- Interview angekündigt hatte. Als dann die heimlich mitgeschnittenen Gespräche zwischen Charles und Camilla, sowie zwischen Diana und James Gilby bekannt wurden, war der Ofen völlig aus. Was wir nun alle wussten, nur nicht in allen schmuddeligen Details – wurde schlussendlich durch Prince Harrys Memoiren bestätigt. Rangeleien, Querelen, Petitessen, Zickigkeiten, Eitelkeiten … All das lief brühwarm aus der Druckerpresse. Und diesmal nicht durch einen Externen, sondern breitgetreten von einem Mann im Herzen der Ereignisse.
Seitdem scheint sich Charles absolut amateurhaft um die Wiederherstellung der niemals vorhandenen Harmonie. Und wenn er sie zu Hause schon nicht schafft, dann doch bitte draußen in der ganzen Welt. Nach dem Motto: Ich kann zwar nicht Radfahren, aber ich bringe es euch bei… Ist das nicht irgendwie so als würde jemand Bundestrainer, der nicht mal weiß, was eine Mannschaftsaufstellung ist?
Es mag Zeiten gegeben haben, wo man sich bemüht hat, Einheit zu demonstrieren. Ja – es gab Zeiten wo Charles und William sogar gemeinsame Termine hatten. (Von den obligatorischen Uniform- Events mal abgesehen…) Die gibt es auch heute noch. (Einen im letzten Jahr). Aber sieht man da irgendeine Interaktion zwischen Vater und Sohn? Sie kommen gemeinsam an, winken, fertig. Das war’s. Zuletzt sehr gut beim Staatsbesuch der Steinmeiers in London zu sehen. Die beiden Paare schauten sich kaum an. Schienen sich bestenfalls gegenseitig im Weg zu stehen. Miteinander plaudern, scherzen, ein humorvoller Austausch – Fehlanzeige.
Und jetzt? Aber vielleicht habe ich auch einfach den Titel der Doku nicht richtig gelesen… FINDING Harmony, heißt er. Nicht etwa „HAVING Harmony“. Harmonie FINDEN – nicht Harmonie HABEN… Vielleicht will Charles uns damit ja vor Augen führen, dass man aktiv zur Harmonie beitragen muss…. Vielleicht will er eine Botschaft an seinen Ältesten senden, dass er ihn gerne im Harmonie- Boot hätte.
Wir wissen es nicht.
Aber nach dem, was wir aus dem Palast gehört haben, hat man beim Königspaar schon den Titel der Times „Arise, Queen Catherine!“ („Erhebe dich, Königin Catherine“) eher zickig aufgenommen. So richtig harmonisch sieht es also auf keiner Seite aus …
LONDON- UK- 5th May 2023. Copyright: Gemeinfrei; Quelle: Wikipedia
Heute habe ich jemand ganz Besonderes in den Fokus gestellt, nämlich Prinz William, den Thronfolger, den künftigen König von England. Ich hatte ihn ja schon öfter mal in meinen Filmen auf YouTube, aber er war eigentlich immer nur eine Randfigur. Heute will ich mal ein bisschen genauer hinschauen, zumal er auch in letzter Zeit immer öfter seine Visionen seines eigenen Königtums, eines modernen Königtums, mitgeteilt hat.
Da muss ich jetzt etwas vorausschicken und vielleicht auch so ein bisschen etwas zur „Quellenlage“ klären, wie man so schön sagt. Es ist immer problematisch, wenn man rauskriegen will, was Royals denken, weil sie ja selten in einem „unkontrollierten Umfeld“ zugange sind. Im Normalfall haben Royals immer irgendwelche PR-Leute um sich rum, Berater, Ratgeber, und die schauen sehr genau hin, was die Royals so sagen, und schreiten dann auch ein, wenn ein Royal vielleicht mal versehentlich zu offen plaudert. Wenn sie das nicht tun, wie im Falle von Andrew Mountbatten-Windsor und dem berüchtigten BBC-Interview, dann sind sie ihren Job auch ziemlich schnell los. (Wovon Frau Thirsk heute ein Lied singen kann…)
William ist ein Mann, der inzwischen ein gutes Stück über 40 ist und sich in seinem Leben, sagen wir mal, zurechtgeruckelt hat. Er ist glücklich verheiratet. Er hat drei glückliche, zufriedene Kinder. Sein ältester Sohn George wird bereits auf seine künftige Rolle als König vorbereitet, was bedeutet, dass er bei großen Anlässen dabei ist, dass er aber auch schon Termine mit den Eltern wahrnimmt. Es wird immer großen Wert darauf gelegt, dass die Kinder ein ganz normales (schulisches) Umfeld haben. Inzwischen sind es keine Kleinkinder mehr, es sind (beinahe) Teenager, und als solche unterliegen sie dem englischen Schulsystem. In diesen speziellen Fällen haben wir es mit Ganztagsschulen und Internaten zu tun, wie Eton (ehemals William und Harrys Schule) oder dem Marlborough College (der ehemaligen Schule von Prinzessin Catherine).
Das bedeutet, die Kinder sind von morgens bis zum späten Nachmittag in der Schule. Danach sind sie dann noch mit Hausaufgaben und Lernen beschäftigt. Wenn sie dann in die weiterführende Schule kommen, wird über Internate nachgedacht. Das sind Internate, bei denen die Schüler nur in den Ferien heimkommen. Das heißt, die Eltern haben dann im Prinzip sieben Tage die Woche Zeit, um ihr Leben so zu gestalten, wie sie das möchten. Dieser Punkt spielt für die Wales insofern eine Rolle, als bislang immer als Grund für die viele Freizeit die Familie genannt wurde. Dass man mit den Kindern mehr Zeit verbringen wolle.
Wie gerade erwähnt, war Andrew ein Beispiel für Royals, die sich in Interviews um Kopf und Kragen reden… Ein weiteres Beispiel war Prinzessin Diana mit ihrem Panorama-Interview. Das hatte sie ohne Beratung durchgezogen, nur mit dem interviewenden Journalisten Martin Bashir, und das hat sich als ihr Untergang herausgestellt.
Jetzt hat William vor kurzem ein ziemlich ausführliches Gespräch geführt mit dem Schauspieler und Dokumentarfilmer Eugene Levy. Dieser hat auf Apple Plus eine Serie namens „The Reluctant Traveler“ – also der widerspenstige Reisende. Da besichtigt er in einer Folge Windsor Castle und, Überraschung, wer kommt da auf seinem E-Scooter angerollert? Kein Geringerer als Prinz William. Er hat auch noch Zeit mitgebracht und setzt sich nach einem ausführlichen Spaziergang durch Windsor mit Mr. Levy in ein Lokal und dann wird geplaudert bei einem Bierchen. Ein Publicity-Stunt, wie man ihn sich nur träumen kann.
Bei diesem Gespräch nun hat William zum Besten gegeben, wie er sich die Zukunft der Monarchie vorstellt, wie er das Ganze verschlanken will. Fokus auf Modernisierung. Sein Plan ist eigentlich, mit diesem Verschlanken, das schon sein Vater begonnen hat, weiterzumachen. Er will ein Gesamtpaket abliefern. Er will zum einen die Anzahl der „Working Royals“ reduzieren. Er will auch Prinzessin Anne, die ja jetzt immer noch zusammen mit dem König das Terminzugpferd der Show ist, sukzessive rausnehmen. Ist das der Plan?
Er will aber auch nicht seine Cousinen, zum Beispiel Zara Tindall oder die York-Schwestern, intensiver einbinden. Die Zauberformel ist: Wir werden weniger Themen abdecken, nämlich nur Nachhaltigkeit (also Umweltschutz) und das soziale Thema. Da dachte ich mir: Okay, wie viele andere Themen gibt es für englische Royals sonst noch? Diese wenigen Themen sollen durch das Engagement für wenige Charities abgebildet werden. Das zeigt sich jetzt schon: Catherine und er haben gerade mal jeder drei oder vier Schirmherrschaften, die sie regelmäßig besuchen. Im Gegensatz zu Prinzessin Anne, die mehrere hundert Schirmherrschaften hat, genau wie der König und vor ihm seine Mutter.
William selbst sieht das Ganze mehr wie ein Sozialunternehmer. Er sieht das Ganze als eine Firma. Er ist der Geschäftsführer, der General Manager. Er legt fest, wer wie unterstützt werden soll, und das sollen eben nur wenige Gruppen sein. Die restliche Zeit soll Hintergrundarbeit stattfinden. Hier ist für mich ein Punkt erreicht, wo ich sage: Stopp! Es ist klar, die Zeiten, wo Royals acht Kinder zur Welt gebracht haben, die dann früh ins royale Geschäft eingestiegen sind, sind vorbei. Aber viele Kinder zu haben, bedeutete auch immer eine starke Personaldecke.
Wie die Show einbricht, haben wir alle gesehen, als im vorletzten Jahr die Krebserkrankungen des Königs und von Catherine bekannt wurden. Zwei der stärksten Säulen sind weggebrochen. Catherine hat schon vorher nicht viele Termine gemacht, aber diese Termine haben eine weite Abdeckung in den Medien erfahren. Wenn der König zehn Termine gemacht hat, wurde er in einer Handvoll britischer Zeitungen erwähnt, aber wenn Catherine einen machte, wurde sie international gezeigt. Umso schmerzhafter war dieses Jahr der Erkrankung.
William hat dieses Jahr 2024 gegenüber Eugene Levy als das schlimmste Jahr seines Lebens bezeichnet. Das ist mehr als nur nachvollziehbar. Es muss verheerend sein, wenn du nicht nur um das Leben eines geliebten Menschen bangen musst, sondern auch um eine Säule deiner Institution. Dazu kamen die ganzen Querschüsse von seinem Bruder aus Montecito. Von daher müsste er eigentlich am besten wissen, dass es mit noch weniger Personal noch schlechter zu schaffen ist. Da nutzt es auch nichts, wenn man sagt: „Qualität statt Quantität.“
Für mich ist jemand, der zum Königshaus gehört, jemand, der seine Berühmtheit für so viel Gutes wie möglich nutzen sollte.
Er muss Organisationen nicht beraten, er muss Leute zusammenbringen.
Ein Beispiel: Eine kleine Kirchengemeinde im englischen Hinterland musste ihre Kirche renovieren und hatte kein Geld. Sie wandten sich an das Büro der Princess Royal (Anne) und baten um einen Brief, mit dem sie Spenden sammeln könnten. Die Antwort war: Wäre es nicht hilfreicher, wenn die Prinzessin persönlich vorbeikäme? Sie kam, es wurde in den Medien abgebildet, und die Gemeinde bekam ihr Geld zusammen. Das ist für mich „Soft Power“. Wenn William sich nur als Manager sieht, der bestimmte Dinge fördert, die in sein Portfolio passen, dann passt dieser moderne Managementansatz einfach nicht dazu. Wir sind von Königshäusern einfach ein anderes Vorgehen gewohnt.
William hat zwei große, aktive Projekte: Die „Homewards„-Initiative gegen Obdachlosigkeit. Er hat dafür eigenes Land der Duchy of Cornwall hergegeben. Das Ganze soll bis 2028 beendet sein. Es gibt Partnerschaften mit Banken und Unternehmen – eine Win-Win-Situation. Dann gibt es den „Earthshot Prize„, sein zweites zentrales Projekt. Ziel ist es, junge Leute zu finden, die sich um Nachhaltigkeit und Umweltschutz verdient machen. Hier sollen neue Technologien und besondere, neue Ansätze gefördert werden. Der Earthshot Prize hat William inzwischen internationales Renommee eingebracht und seine Position als Macher gestärkt. Mit dem Earthshot Prize ist William in den obersten Rängen der Wohltäter gelandet. Aber ich bin der Meinung: Das ist großartig, aber du darfst die anderen Dinge nicht hinten runterfallen lassen. Nicht jeder Brite ist obdachlos. Die verrottende Kirche im Dorf ist für Leute in ihrem Ort genauso wichtig. Wenn William kommuniziert: „Das ist mein Portfolio, der Rest geht mich nichts mehr an“, dann ist das verheerend. Dann werden noch mehr Leute sagen: „Not my King“.
Mit diesen Projekten repräsentiert er die Kerninteressen seiner Eltern: Nachhaltigkeit von Charles und Obdachlosigkeit von Diana.
Dasselbe haben wir bei Catherine. Sie hat nur wenige ausgewählte Schirmherrschaften, zum Beispiel die Förderung der ersten Lebensjahre, Rugby, die National Portrait Gallery. Das ist nicht ansatzweise das, was wir früher gewohnt waren. Die Sichtbarkeit der königlichen Familie in der Öffentlichkeit wird weiter sinken sobald die Zugpferde wie Charles oder Anne fehlen.
Die Royal Foundation
Das Geld, das nach Dianas Tod gespendet wurde, geht heute zur Hälfte an die Royal Foundation von William und Catherine und zur Hälfte an Prince Harry und dessen Charities. Die Royal Foundation hat im vergangenen Jahr ein Plus von über drei Millionen Pfund erwirtschaftet. (Böse gesagt sind das wahrscheinlich die drei Millionen, die Archewell ins Minus gerutscht ist.)
Die Personaldecke
Schauen wir uns die Personaldecke an: Wir haben momentan elf aktive Working Royals. Stand Januar 2026 ist das Durchschnittsalter 69 Jahre. Angeführt wird die Pyramide vom Herzog von Kent (90) und Prinzessin Alexandra (89). Dann kommen der Herzog von Gloucester (81), Birgitte (79), König Charles (77), Camilla (78) und Prinzessin Anne (75). Die „Jungspunde“ sind Edward und Sophie (beide 61), William (43) und Catherine (44).
Im Jahr 2025 sah die Termin-Hierarchie so aus: An der Spitze stand König Charles mit 535 Terminen, gefolgt von Anne mit 478. (Sie hatte weniger Termine als sonst wegen ihres Unfalls mit einem Pferd). Dann kam Edward (313), Sophie (235), Camilla (228), der Herzog von Gloucester (212), Prinz William (202), Birgitte (113), der Herzog von Kent (77) und an letzter Stelle Catherine mit 68 Terminen (wegen ihrer Erkrankung). Wir haben also sehr alte Royals, die aller Voraussicht nach nicht mehr lange leben werden. Am Ende wird William seine Regentschaft vielleicht mit fünf oder sieben Personen bestreiten müssen. Wenn nicht sogar noch weniger.
Die Umfragen
Die Unterstützung für das Königshaus ist laut Umfragen auf einem Allzeittief von etwas über 60%. Besonders dramatisch sind die Zahlen bei den 18- bis 24-Jährigen. Da liegt die Zustimmung zur Monarchie nur noch bei 30 bis 37%. Die Royals werden als abgehoben und distanziert wahrgenommen. William befasst sich zwar mit Obdachlosigkeit, aber die jungen Briten haben andere Probleme wie Arbeitslosigkeit (15,9% bei den 16- bis 24-Jährigen) und prekäre Arbeitsverhältnisse wie die „Zero Hour Contracts“. (Arbeitsverträge, die nach Stunden bezahlt werden, wobei vertraglich keine Mindeststundenzahl festgelegt wird)
Die junge Generation empfindet Traditionen als veraltet. Es fehlt jemand wie Diana, die mit 20 Jahren die jungen Leute abgeholt hat. Catherine ist heute doppelt so alt wie Diana damals zu Beginn ihrer royalen Karriere und funktioniert als Role Model eher für wohlhabende, nicht berufstätige Frauen. Auch die Kinder von William und Catherine wirken sehr elitär. Sie laufen in Maßkleidung rum, man sieht George nie in zerrissenen Jeans oder Charlotte in oversized Hoodies wie ihre Altersgenossen. Sie gehen auf Schulen wie das Marlborough College, die mehr kosten, als der Durchschnittsbrite verdient. Da ist kein Anknüpfungspunkt für das Volk.
Warum sind William und Catherine trotzdem beliebt? Sie kommen medial gut rüber, lachen viel, machen Shoutouts und Selfies mit. Sie nutzen Social Media perfekt. Aber in Umfragen werden sie oft nur im Vergleich zu den anderen Royals als die Beliebtesten genannt, weil die anderen als irrelevant wahrgenommen werden. Spannend wird es bei der Frage: Wie wichtig ist die Monarchie für die Zukunft? Da sagen immer mehr Leute: Juckt mich nicht. In Schottland dümpelt die Zustimmungsrate bei 30%. Viele Regionen fühlen sich abgekoppelt, weil die meisten Termine im Großraum London stattfinden.
Ein großes Problem ist auch das Geld. Unter Queen Elizabeth hat sich das Einkommen der Royals fast versiebzehnfacht. Die Briten müssen den Gürtel enger schnallen, während investigative Medien enthüllen, dass Charles und William Millionen vom klammen NHS kassieren. Da hilft es nicht, wenn man eine Krebsstation besucht, aber gleichzeitig Geld aus dem Gesundheitssystem zieht. Die Generation, die königstreu war und von solchen Untiefen gar nichts wissen wollte, stirbt derweil weg.
William wird oft als derjenige präsentiert, der aufräumt, besonders in der Kausa Andrew. Es heißt, er habe zusammen mit Camilla den König dazu gebracht, Andrew die Titel zu nehmen und ihn aus der Royal Lodge auszuweisen. Doch wirkliche Gerechtigkeit gäbe es erst, wenn ein Royal sich auch der Justiz stellen müsste. Andrew zieht nur von einem Schloss ins andere, sein Vermögen bleibt unangetastet. Er lässt sich privat auch sicher immer noch mit „Königliche Hoheit“ ansprechen. Insofern hat sich für ihn wenig geändert. Er wird noch immer zu Wochenendparties eingeladen und spricht seinerseits Einladungen aus.
William selbst lässt sich auch nicht gerne reinreden. Er zahlt keine Erbschaftssteuer und verweigert Einblicke in seine Finanzen. In ihm sehe ich immer noch Anteile des Schulhofbullies, der er mal war. Er war ein Rowdy, der andere Kinder mobbt. Selbst die Queen sagte damals, er sei „unhinged“ (von der Leine gelassen). Und das nicht in der guten Art und Weise. Nicht zuletzt deswegen hat sie ihn so oft als möglich zum Tee eingeladen, als er noch in Eton zur Schule ging. Einfach um ihn an die Leine zu legen. Ihm ein Gefühl für die Anforderungen seiner Rolle zu geben.
Ob es ihr gelungen ist, werden wir sehen, wenn er König ist. Er will die Krönung modernisieren, keine traditionellen Gewänder mehr sehen und bestimmte Personen wie Andrew oder Harry nicht dabei haben. Er will eine personelle Verschlankung, nicht zuletzt, weil eine kleine Gruppe besser zu steuern ist.
Was ist mit Harry?
Was Harry angeht: William sieht wohl kein Licht am Ende des Tunnels. Loyalität ist für Royals die absolute Existenzgrundlage. Harry hat das Vertrauen missbraucht, indem er aus dem Nähkästchen geplaudert hat – über körperliche Auseinandersetzungen oder Chats zwischen Catherine und Meghan. Harry hat keine wirklichen Skandale aufgedeckt, sondern nur peinliche Skandälchen. Er hat seinen eigenen Ruf ruiniert und das Verhältnis zu seinem Bruder für immer zerstört.
Die Menschen haben einen Wunsch nach Fairness. Deswegen heißt es immer wieder: „Warte bis William an die Reihe kommt – der wird mit Harry abrechnen. Der wird den Sussexes alle Titel nehmen.“ Dass Andrew seine Titel verloren hat, wird als Erniedrigung wahrgenommen, aber am Ende des Tages ist ihm nichts passiert. Er musste sich nie vor irgendeinem Gericht verantworten.
Wir projizieren auf William, dass er der Macher ist, während Charles der Weichherzige ist. Das ist wie im Nibelungenlied: Gut gegen Böse. William nutzt dieses Narrativ sehr geschickt. Dass William derjenige ist, der aufräumen wird mit all den Royals, die uns von den Medien als Schurken präsentiert werden.
Aber am Ende müssen Strukturen geschaffen werden, die Skandale verhindern. Ein Königshaus darf nicht über dem Gesetz stehen. Solange William das nicht verstanden hat, hat er ein Problem, denn die junge Generation buckelt vor keinem König mehr. Wenn die Royals nicht liefern für die Millionen, die sie bekommen, dann wird die Frage nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis immer lauter.
Wie William und Catherine nach dem Ende von Catherines Erkrankung ihr öffentliches Leben gestalten, werden wir in den kommenden Monaten und Jahren sehen. Als nächstes geht es für William auf jeden Fall im Auftrag der Regierung nach Saudi Arabien. Catherine bleibt derweil in England und absolviert dort Termine.
In den letzten Tagen überzieht man uns aus Richtung England mit immer neuen Geschichten über das Verhältnis der Prinzessinnen Beatrice und Eugenie of York und ihrem Vater Andrew Mountbatten Windsor. Grund genug für mich, mal tiefer in das Thema zu blicken…
Zunächst die Fakten: Prince Andrew Duke of York verlor mit dem endenden Jahr 2025 all seine Titel und Ehrenränge. Nach dieser öffentlichen Degradierung blieb ihm nur der Name Andrew Mountbatten Windsor.
Des Weiteren wurde er dazu gezwungen, seine bisherige Wohnadresse, die Royal Lodge, zu verlassen und in ein Gebäude auf dem Anwesen von Sandringham zu ziehen. (Wie gut, dass die Windsors mehr als ein Haus zur Verfügung haben…) Wie es derzeit um den Umzug bestellt ist, lässt sich nicht klären. Es werden wohl immer mal wieder Lastwagen gesehen, doch da diese prinzipiell ohne Firmenlogo unterwegs sind, könnte es sich hierbei auch um Lieferanten handeln.
Nun hat man Andrew zu Beginn der Woche in Windsor ausreiten sehen. An seiner Seite einen Mitarbeiter und im Schlepptau Prinzessin Beatrice, deren Tochter wohl gerade Reiten lernt. Beatrice begleitete ihre Tochter zu Fuß.
Offensichtlich war das Ziel, keine gemeinsamen Fotos von Vater, Tochter und Enkelin machen zu können. Dieses Ziel wurde erreicht.
Nichtsdestotrotz wurde deutlich, dass Beatrice noch immer ein enges Verhältnis zu ihrem Vater pflegt. Offensichtlich sind alle Enthüllungen der letzten Jahre und Monate spurlos am Vater/ Tochter- Verhältnis vorbeigegangen. In bekannter royaler Manier versucht man einfach nur, die Bilder zu steuern und macht ansonsten, was man für richtig hält.
Royales Motto: Duck dich nur tief genug unter dem Sturm weg, dann wird er schon weiterziehen.
Was ist daran so problematisch? Ganz einfach: Man fragt sich natürlich, inwieweit die Töchter noch glaubwürdig für ihre Charities eintreten können, wenn sie es bislang nicht einmal geschafft, öffentlich zu den Skandalen der Eltern Stellung zu beziehen. Business as usual – ist das wirklich genug?
Schauen wir uns also mal diese Charities der Prinzessinnen an: Aktuelle Schirmherrschaften und Initiativen von Prinzessin Beatrice:
Teenage Cancer Trust: Zusammen mit ihrer Schwester Eugenie und ihrer Mutter ist sie Schirmherrin des Teenage Cancer Trust, der junge Menschen, die an Krebs erkrankt sind, unterstützt. (Sarah wurde inzwischen vor die Tür gesetzt…)
The Big Change Charitable Trust: Beatrice ist Mitbegründerin dieses Trusts, der sich der Unterstützung junger Menschen widmet, um ihnen zu helfen, ihr Potenzial auszuschöpfen. (Mach mal jemand das Fenster auf, damit der Wortdunst abziehen kann…)
Outward Bound Trust: Im November 2025 wurde sie zur stellvertretenden Schirmherrin ernannt, nachdem sie zuvor sechs Jahre als Treuhänderin tätig war. Die Organisation inspiriert junge Menschen durch Abenteuer in der Natur. (Hat sich der König mit dieser Ernennung einen Gefallen getan?)
Chartered College of Teaching: Im Juli 2025 (!) übernahm sie die Schirmherrschaft für diese Organisation, eine Rolle, die zuvor ihr Großvater Prinz Philip innehatte. Damit unterstreicht sie ihr Engagement für den Lehrerberuf und Bildung.
Borne: Nach der Frühgeburt ihrer eigenen Tochter im Januar 2025 wurde sie Schirmherrin der Wohltätigkeitsorganisation, die sich für die Erforschung von Frühgeburten einsetzt und das Bewusstsein dafür schärft.
Wichtigste Schirmherrschaften und Initiativen von Prinzessin Eugenie:
The Anti–Slavery Collective: Eugenie ist Mitbegründerin dieser Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Bewusstsein für moderne Sklaverei und Menschenhandel zu schärfen und sich für die Rechte der Opfer einzusetzen. Sie arbeitet eng mit Partnern wie der Heilsarmee zusammen, um Überlebende zu unterstützen.
Artswork: Im Oktober 2025 wurde sie zur Schirmherrin dieser Kunstorganisation ernannt. Artswork setzt sich dafür ein, jungen Menschen Zugang zum kreativen Sektor zu ermöglichen und ihre Stimmen zu verstärken.
Royal National Orthopaedic Hospital (RNOH): Als Schirmherrin unterstützt sie dieses Krankenhaus, in dem sie als Kind selbst wegen Skoliose behandelt wurde. Das Thema liegt ihr sehr am Herzen.
Scoliosis Association UK: Seit Oktober 2020 ist sie auch Schirmherrin dieser Vereinigung, die Menschen mit Skoliose und ihren Familien Unterstützung bietet.
Teenage Cancer Trust: Zusammen mit ihrer Mutter Sarah Ferguson und ihrer Schwester Beatrice ist sie Schirmherrin dieser Organisation, die sich um junge Krebskranke kümmert.
Horatio’s Garden: Sie ist Schirmherrin dieser Wohltätigkeitsorganisation, die Gärten in Wirbelsäulenverletzungszentren im Vereinigten Königreich anlegt.
Sie nutzt ihre Plattform auch, um das Bewusstsein für andere Themen wie Umwelt- und Meeresschutz zu schärfen, unter anderem als Botschafterin für die Blue Marine Foundation.
Hier springt einem direkt die erste Organisation ins Auge: „The Anti-Slavery Collective“ – eine Gruppe, die es sich zum Ziel gesetzt hat, gegen moderne Sklaverei zu kämpfen. Hierzu zählt mit Sicherheit auch Menschenhandel und Prostitution zumal Minderjähriger. Finde den Fehler! Da fragt man sich natürlich schon, wie weit es mit diesem Engagement her ist, wenn die Schirmherrin es noch nicht mal nach Jahren schafft, mit dem eigenen Vater über das Thema zu sprechen und sich von diesem zu distanzieren … Oder hat irgendwer mitbekommen, dass Andrew zu seinen Taten Stellung genommen hätte? Dass er an irgendeiner Stelle mit den amerikanischen Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet hätte, so wie er es vollmundig verkündet hatte?
Angeblich – so hören wir jetzt aus England – habe Eugenie jetzt endgültig mit dem Vater gebrochen. „Big Time!“ „Beckham- Style!“ „Aaaaah-ja“, sagt sich da der überraschte Leser. Seit wann gibt es die Vorwürfe gegen Andrew? Wann gab es die außergerichtliche Einigung zwischen Andrew und Virginia Guiffre? Wann war die Selbsttötung von Virginia Guiffre? Wann sind ihre Memoiren erschienen? Und JETZT erst fällt es der großen Vorkämpferin gegen moderne Sklaverei ein, sich vom Vater zu distanzieren … Was für ein mutiger Schritt.
Was lernt uns das? Nun, es lernt uns, dass zumindest Eugenie davon ausgeht, dass sie den Kopf nur einziehen muss und dann wird alles schon wieder. Irgendwie.
Versuchen doch beide Schwestern derzeit den Limbo zwischen Öffentlichkeit, Eltern, Königshaus und ethisch- moralischem Anspruch, sprich dem eigenen Image. Und vertun wir uns nicht: Dieses Image dient nicht etwa dem persönlichen Seelenfrieden oder einer besseren Welt, sondern ist Grundlage ihrer Geschäfte, ihrer Einnahmen, ihrer Jobs. Ihr wirtschaftlicher Erfolg gründet auf ihrer persönlichen Integrität und da Eugenie sich da offensichtlich derzeit am meisten bedroht fühlt, hat sie an die Medien durchgereicht, dass sie mit dem Vater gebrochen habe. Was es jetzt noch zu tun gilt? Nun – keine gemeinsamen Fotos auftauchen zu lassen. Man darf künftig Eugenie weder auf dem Weg zur Royal Lodge fotografieren, noch beim Ausritt mit dem Papa. Insofern dürfte sie aufatmen, wenn er in Sandringham wohnt, denn dann kann sie ihn besuchen und sagen, sie sei aus anderen Gründen dort gewesen. Zum Beispiel um den König zu treffen.
Bis dahin demonstrieren beide Schwestern Einigkeit mit dem Königshaus, indem sie – wie zuletzt anlässlich des Weihnachtsfestes – Seite an Seite mit dem König marschieren.
Im „Rette sich wer kann“, waren die Yorks ja schon immer Weltmeister.