Dior – Zeitlose Eleganz

Dior – Zeitlose Eleganz

Wenn man an Haute Couture denkt, denkt man DIOR!

Credit: Amazon
Hier auf das Coverfoto klicken, wenn ihr das Buch erwerben wollt …


Für mich selbst hat die Begeisterung für Dior schon vor Jahrzehnten begonnen, als ich in den französischen Zeitschriften meiner Mutter die Abbildungen der Modestrecken seiner Werke zum ersten Mal gesehen habe.
Niemals kam ein Modeschöpfer näher daran, aus normalen Frauen Königinnen zu machen als Christian Dior mit seinen Roben.

Der Prestel Verlag hat nun mit dem großformatigen Bildband von Jérôme Gautier ein ganz besonderes Meisterwerk vorgelegt.
In den wunderbaren Bildern weltberühmter Fotografen wie Cecil Beaton, Horst P Horst, Irving Penn und Annie Leibovitz, finden wir die Geschichte des Hauses kongenial zur Mode dargestellt.

In den Textteilen erfahren wir, wovon die Mode Diors inspiriert wurde (und wird). Vor allem aber auch, wie es gelingen konnte, direkt nach dem Krieg, wo die Europäer noch mit Rationierungsmarken um das tägliche Überleben kämpfen mussten, ein Haute Couture Haus zu etablieren.

Dior schaffte dies vor allem mittels seiner Opulenz, denn bereits zwei Jahre nach Kriegsende gab es wieder genügend reiche Leute, die ihr Geld für solche Mode ausgeben konnten und wollten.

Dior kleidete die Damen für die wieder aufgenommenen Bälle, aber auch für Kostümfeste, die sich großer Beliebtheit erfreuten.
300 Meter Tülle und 500 Meter Seide für ein Haute Couture- Kleid waren bei Dior keine Seltenheit.

Tatsächlich profitierten aber alle Franzosen von den enormen Summen, die das Haus Dior mit seiner Mode einnahm: alleine hierdurch konnten z.B. mehrere tausend Säcke Getreide in den USA gekauft werden, die dann wiederum in den Vorratsschränken der französischen Hausfrauen landeten.

Musen und Inspirationen

Dank des Buches konnte ich zum ersten Mal nachvollziehen, wie Dior sich derart an die Spitze arbeiten konnte und wo seine Wurzeln liegen. Nicht zuletzt in Granville, in der Belle Epoque und bei seiner Mutter Madeleine, deren stilsicheren Geschmack er schon als Kind bewundert hatte.

Übrigens kann ich Granville mit dem Dior Museum in seinem Elternhaus „Les Rhumbs“ nur wärmstens empfehlen. Hier erschließt sich einem das ganze Genie Christian Diors und der Garten mit dem Blick über das Meer ist auch nicht zu verachten! (Übrigens muss man nur für Haus/ Museum Eintritt zahlen)

Les Rhumbs im Sommer 2021
Der Blick vom Garten über das Meer. Mit wenigen Stufen kommt man übrigens zu einer kleinen Badebucht.

Sein Genie, seine Kreativität, brachten Dior in den Modeolymp, aber es waren seine Inspirationen, die ihn dort hielten.

Das Buch präsentiert uns nämlich nicht nur seine Erfolgsgeschichte, sondern – anhand der Arbeiten kongenialer Fotografen – auch, wie das Haus sich über Jahrzehnte dort behaupten konnte.

Nicht zuletzt dank Royalty und Hollywood erzielte Diors Mode nämlich die Breitenwirkung, die es brauchte, um ganz nach oben zu kommen. (Nicht zu vergessen, einen mehrmals verfilmten, sehr unterhaltsamen Roman namens „Ein Kleid von Dior“)

Marlene, Margaret und andere Modegöttinnen

Bereits in der zweiten Dior-Modenschau saß Marlene Dietrich in der ersten Reihe.
Die Kleider Diors waren wie für sie erschaffen. Sie betonten ihre schmale Silhouette und betonten gleichzeitig die weibliche Linie. Wo es keine Rundungen gab, zauberte Dior sie.
Zeitlebens galt das Motto: „No Dior – No Dietrich!“.
Marlene Dietrich trug seinen Namen nach Hollywood, wo er begeistert von Schauspielerinnen wie Lauren Bacall aufgenommen wurde.
Bacall trug sogar eine seiner Roben als ihr Mann Humphrey Bogart seinen Oscar für „African Queen“ entgegennahm.

Damit hatte Dior die USA erreicht. Aber was war mit Großbritannien?
Hier gelang sein größter Coup:
Prinzessin Margaret konnte in ihrer Mode wesentlich freier agieren als ihre gekrönte Schwester.
Bei ihrem ersten Besuch in Paris kam sie unter anderem mit der französischen Haute Couture in Berührung – eine Begegnung für’s Leben.
Eigentlich durfte sie ja – wie auch ihre Schwester – nur britische Designer tragen. (Norman Hartnell war der Mann der Stunde, der auch das Brautkleid von Prinzessin Elizabeth gefertigt hatte)

Tatsächlich aber schaffte Margaret es, ihre Mutter davon zu überzeugen, dass sie ein Kleid von Dior brauche. Die Königin-Mutter (eine große Freundin von Luxus) gab nach und schon lieferte Christian Dior drei verschiedene Skizzen, aus denen Margaret eine auswählte.

Endgültig den royalen Olymp erreichte Dior, als Margaret sich anlässlich ihres 21. Geburtstages in ihrer Dior- Robe von Cecil Beaton fotografieren ließ.

Jahrzehnte später wurde das Kleid übrigens nochmals ausgestellt als es darum ging, den Stil der Prinzessin zu würdigen …

In den Diors frühem Tod folgenden Jahrzehnten prägten diverse Designer das Gesicht des Hauses: Yves Saint-Laurent, Marc Rohan, Gianfranco Ferré, John Galliano und aktuell Raf Simons.
Und hier nun zeigt sich die besondere Stärke des Buches: Durch die geschickte Auswahl der Fotografien erkennen wir, wie diese Designer es geschafft haben, die bereits von Christian Dior vorgegebene Linie des Hauses zwar beizubehalten – aber immer auch dem Zeitgeschmack anzupassen.

Wir erkennen also, dass die Genialität des Hauses in der Wahl solcher Designer liegt, die es schaffen, klassisch zu bleiben, doch das Ganze stets im Jetzt zu verankern.

Wie die Designer das hinkriegen?
Indem sie sich vom gleichen inspirieren lassen, was schon Dior selbst den Weg gewiesen hat: von der Natur und den Frauen.

Ich darf mich an dieser Stelle ganz besonders beim Prestel Verlag bedanken, der mir diesen wundervollen Bildband zur Verfügung gestellt hat.
Wenn euch das Buch ebenso gut gefällt wie mir und auch ihr euch inspirieren lassen wollt vom Werk des Jahrhundertgenies, nutzt bitte den Link oben, den ich mit dem Coverfoto verknüpft habe, indem ihr einfach auf das Bild klickt.
Amazon teilt dann bei eurem Kauf seinen Gewinn mit mir. ACHTUNG: Ihr müsst nicht mehr bezahlen! Für euch gilt der reguläre Preis.

FAKTEN:
Gautier, Jérôme: Dior – Zeitlose Eleganz, Prestel Verlag, 2015, 304 Seiten, Preis: 69€

Der König, der niemals einer war – Beatrice Borromeo Casiraghi und der Mord auf der Île de Cavallo

Wir kennen Beatrice Borromeo Casiraghi in Deutschland vor allem als Schwiegertochter von Prinzessin Caroline von Hannover. Die meisten wissen, dass sie Markenbotschafterin für Dior ist und immer umwerfend aussieht. Ob privat in Jeans und weißer Bluse oder beim großen Auftritt wie dem Rosenball in Monaco.

Jetzt aber hat sie einmal mehr ihr eigentliches Können gezeigt, nämlich mit der Dokumentation „Der König, der nie einer war“, die als Kurzserie derzeit bei Netflix gestreamt werden kann.

Il Principe – Der Fürst

Nicht ohne Grund hat Borromeo diesen Titel gewählt, der sich zwar mit dem True Crime- Fall des Mordes am Studenten Dirk Hamer befasst, aber tatsächlich der Titel des weltberühmten Buches von Niccolò Machiavelli ist, indem er in einem Lehrbuch den idealen Herrscher beschreibt.

Seinen doppelten Twist bekommt der Titel der Reihe dadurch, dass Vittorio Emanuele heute König von Italien wäre, gäbe es dort noch eine Monarchie.

Tatsächlich ist Vittorio Emanuele di Savoia, wie sein richtiger Name lautet, eher eine tragisch/ umstrittene Gestalt.
Geboren am 12.2.1937 in Neapel, war er der letzte Kronprinz des Königreichs Italien. Sein Vater Umberto II war vom 9.5. bis zum 18.6.1946 letzter König Italiens. Dann kam ein Referendum, das den König vom Thron und die Familie aus Italien fegte.

Es dauerte dann bis zum Jahr 2002 bis er und seine Familie wieder italienischen Boden betreten durften.

Sein wechselvolles Leben brachte ihm eine glückliche Ehe (mit der Sportlerin Marina Doria) und einen Sohn (Emanuele Filiberto *1972).
Er wurde Starverkäufer mehrerer italienischer Firmen, was ihn bis nach Teheran führte, wo er sich mit dem Schah anfreundete (der bald das Exil mit ihm teilen sollte) und diesem 30 Helikopter verkaufte. Hier in Teheran heiratete Vittorio Emanuele seine Frau auch kirchlich wobei der Schah Trauzeuge war.

Sein Feriendomizil hatte der Prinz auf der französischen Île de Cavallo, von der aus man nach Italien schauen kann. Im französisch italienischen Grenzgebiet verbrachte er seine Ferien mit seiner Familie. Das Betreten italienischen Bodens blieb ihm und seiner Familie verboten.

Und hier war es auch, wo sich jene Tragödie abspielte, über die Borromeo in ihrer Doku berichtet und die am Ende das Leben zahlreicher Menschen auffraß.

Tod eines Studenten

Am 17. August 1978 fragte die italienische Clique von Birgit Hamer, ob diese sie bei einem Bootsausflug begleiten dürfe. Die Eltern verweigerten eine Zustimmung, wenn nicht Birgits Bruder Dirk mitkäme. Zunächst war die Clique aus Shiny Happy People nicht begeistert, den kleinen Bruder mitschleppen zu müssen, doch erwies sich Dirk bald als echte Bereicherung.
Der junge Mann sprach vier Sprachen und erwies sich als enorm sportlich. Sympathisch und intelligent, wurde er schnell Teil der Gruppe.
Mit drei Booten fuhr man zur Île de Cavallo und vergnügte sich beim Baden. Die Gruppe wusste, dass sie in der Insel angelegt hatte, auf der der Prinz von Savoyen lebte und man unterhielt sich über ihn.
Zu einem ersten Zusammentreffen kam es in einem Restaurant.
Heute sagen die Gruppenmitglieder, dass sie sich nicht gut benommen hätten in dem Restaurant. Sie hätten laut geredet und viel Wirbel veranstaltet, woraufhin der Prinz und seine Frau sich beschwert hätten. Es seien wohl auch Schimpfwörter gefallen.
Nach dem Essen kehrte man zu den Booten zurück.
Nun aber schlug das Schicksal zu: ein Sturm kam auf und die Wellen machten ein Auslaufen unmöglich. Die jungen Leute beschlossen, die Nacht auf ihren Booten schlafend zuzubringen.

Da die vorhandenen Boote nicht genug Platz boten, holte ein Teilnehmer eines der Boote des Prinzen, das dort vor Anker lag.
Die Gruppe verteilte sich auf die Boote und schlief ein.

Als plötzlich Schüsse fielen, waren alle hellwach. Die Hölle schien losgebrochen. Alle schrieen durcheinander, denn niemand wusste, von wo geschossen wurde und warum. Leuchtraketen wurden abgefeuert.
Was die jungen Leute nicht mitbekommen hatten: Der Prinz hatte, erbost von dem Diebstahl, sein Gewehr geholt und begonnen, auf die Boote zu schießen.

Und hier gehen die Berichte auseinander: Nicky Pende, ein junger Mann aus der Gruppe, stand auf seinem Boot, als er bemerkte, dass da ein Mann war, der ein Gewehr hatte und genau auf seinen Kopf zielte. Er warf sich zu Boden und schon fiel der erste Schuss. Im Versuch, das zu beenden, warf Pende sich auf den Prinzen und beide Männer fielen ins Wasser.

Nun ist die Frage: hat der Prinz vor dem Sturz ins Wasser noch mehr Schüsse abgegeben?

Tatsächlich hatte ein Schuss den schlafenden Dirk Hamer in die Oberschenkelarterie getroffen. Die Freunde, die sich um ihn versammelten, erkannten sofort den Ernst der Lage.
Nach einigem Hin und Her tauchten die Inselwachleute auf und man brachte den schwer Verletzten nach Frankreich ins Krankenhaus.
Die herbeigerufenen Eltern Hamer, beide Ärzte, sorgten für eine Überführung des Schwerverletzten ins Klinikum an ihrem Heimatort Heidelberg.
Dort wurde dem jungen Mann ein Bein amputiert. Aber auch das rettete ihn nicht mehr. Nach 18 weiteren Operationen starb Dirk Hamer neunzehnjährig.

Bei seiner Beerdigung zog seine Schwester Birgit einen Ring von ihrem Finger und warf ihn ins Grab. Es war ihr Schwur, für Gerechtigkeit zu sorgen.

Der Prinz seinerseits wurde verhaftet und in Untersuchungshaft gebracht. Dies sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die französischen Behörden praktisch keine Ermittlungsarbeit leisteten. Es wurden vom Meeresgrund Patronenhülsen gesichert und – Tage später – das Gewehr des Prinzen. Aber das war’s dann auch.
Bei den Vernehmungen unterschrieb der Prinz ein Schuldeingeständnis, welches er aber später wieder zurückzog und behauptete, jemand anderer müsse den tödlichen Schuss abgegeben haben, da er selbst nach dem ersten Schuss ins Wasser gerissen worden sei.
Einer aus der Gruppe hatte eine Pistole, die auch nach der Tat sichergestellt wurde, und aus der scheinbar ebenfalls geschossen worden war.
Diese Pistole verschwand allerdings und tauchte dann wieder auf.
Damit war sie als Beweismittel kaum noch zu gebrauchen.

Und nun machten die Eltern Hamer einen fatalen Fehler: sie verlangten von dem Prinzenpaar Geld. Die Prinzessin sprach von mehreren 100.000 Mark, während die Mutter Dirk Hamers nur davon sprach, Geld für den Genesungsfall verlangt zu haben, um ihren Sohn bezüglich der Spätfolgen abzusichern.
Dies war der Moment, an dem Birgit Hamer beschloss, ohne ihre Eltern weiter zu kämpfen, da sie diese Geldforderung für einen fatalen Fehler hielt.

Bei wem übrigens bei dem Namen „Hamer“ etwas klingelt – Dirk und Birgit Hamers Vaters Ryke Geerd Hamer, hat in den zurückliegenden Jahren mit seiner höchst umstrittenen „Germanischen“ Krebs“therapie“ Furore gemacht, die nach Meinung von Fachleuten inzwischen mehrere hundert Krebspatienten das Leben gekostet hat.

Als es nach Jahren endlich zu einem Prozess in Frankreich kam, waren die Spuren nachhaltig verwischt. Die Beweismittel hatten ihre Aussagekraft verloren und der Prinz von Savoyen brachte mehr als zwanzig Zeugen, die zwar keine Fakten beizutragen hatten (u.a. eine bekannte französische Schriftstellerin), die aber als Leumundszeugen für den Adligen offensichtlich Eindruck machten.
Ende der Prozedur: der Prinz wurde in allen Anklagepunkten freigesprochen bis auf einen: unerlaubten Waffenbesitz. Dafür bekam er fünf Monate auf Bewährung und konnte den Gerichtssaal als freier Mann verlassen.

Es vergingen Jahre, in denen der Prinz ans Geldverdienen ging. Sein Ruf war nachhaltig zerstört, doch das behinderte ihn nicht.
Sein Sohn Emanuele Filiberto wiederum machte sich bei „Dance with the Stars“ einen Namen.

2002 stimmten die Italiener ab und nun durfte die Familie Savoyen auch endlich wieder nach Italien zurückkehren. Sie behielten ihr Chalet in der Schweiz (wo wohl auch die Interview-Teile der Doku gedreht wurden), außerdem ihre Anwesen in Frankreich und bezogen die verloren geglaubten in Italien.

Der Schweizer Wohnort war übrigens dem Prinzen viele Jahre segensreich gewesen, denn hier hatte er sich vor der Strafjustiz verstecken können.

2006 nun erwischte es ihn weiteres Mal. Er wurde diesmal in Italien unter Anklage gestellt. Bestechung, Förderung der Prostitution, Wettbetrug … Ihm wurden Verbindungen zur berüchtigten Loge P2 nachgesagt (man erinnert sich an den Skandal rund um die Vatikan Bank) und natürlich zur Mafia. (Was zumindest zeitweise das gleiche war.) In den von ihm verantworteten Spielkasinos in Campione waren Automaten manipuliert worden und er hatte zahlungskräftigen Gästen das Gesamtpaket „Glücksspiel und Gespielinnen“ angeboten.
Das ganze ging aus wie das berühmte Hornberger Schießen: der Prinz wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen.
Ein übler Nachgeschmack bleibt, denn in seinen abgehörten Telefonaten sagte er so aufschlussreiche Dinge wie: „Ich bin sehr mächtig geworden in Italien, mächtiger, als ich es je geglaubt hätte. Heute versohle ich jedem den Arsch, der mir auf die Nerven geht. Wer nicht spurt, der bezahlt, verstanden?
Was wiederum ins abstoßende Bild des Prinzen passt, von dem sich seit längerem sogar seine Schwestern losgesagt haben.

Was aber wurde aus Familie Hamer und ihrem Kampf um Gerechtigkeit?
Die Mutter des ermordeten Dirk Hamer war wenige Jahre nach ihrem Sohn an Krebs verstorben. Ihr Mann Geerd folgte ihr nach.
Zum Schluß blieben nur noch Birgit und ihr kleiner Bruder. Sie warteten auf den Tag, an dem endlich ihre Chance kommen würde.
Sie brauchten Geduld …

Tatsächlich tauchten nämlich im Zuge des Casino-Prozesses Aufnahmen des Prinzen aus der U-Haft auf, in denen er vor seinen Zellengenossen prahlte, dass er die französischen Gerichte verarscht habe. Er habe den Jungen erschossen, aber man habe ihm nichts beweisen können.
Mit den Aufnahmen vor Gericht konfrontiert, stritt Savoyen ab.
Die Bänder seien zusammengeschnitten worden und verfälscht. Das alles habe er nie gesagt.

Diese Position behielt er auch jetzt in der Doku bei. Sein Sohn Filiberto schlug in die gleiche Kerbe auf seiner kuscheligen Chalet-Couch.

Tatsächlich kämpften die Zeitungen, allen voran Il Fatto Quotidiano, für die Beatrice Borromeo Casiraghi als Journalistin arbeitet. Und ihnen gelang der Coup: nach zahllosen Klagen wurden ihnen die Bänder ausgehändigt. Und – Überraschung: Es waren nicht nur Tonmitschnitte, sondern Videos!

Nun konnte der Prinz nur noch behaupten, er könne sich nicht erinnern, jemand solche Sachen gesagt hau haben.
Und – verklagte die Zeitung sowie Beatrice Borromeo wegen Rufmordes.

Endlich kam die Stunde der Hamers: Das Gericht wies die Klage des Prinzen ab. Sowohl die Zeitung als auch Beatrice Borromeo und jeder andere durften von jetzt an laut und deutlich sagen, dass der Prinz den Mord gestanden hat.

Wer sich nun fragt, ob der Prinz neuerlich angeklagt wurde – Nein! Tatsächlich kann man nicht zwei Mal für das gleiche Vergehen/ Verbrechen angeklagt werden.
Und dieser Rechtsgrundsatz, der Rechtssicherheit für alle Bürger schaffen soll, gilt auch für einen Mörder: Vittorio Emanuele war bei seinem Prozess (s.o.) freigesprochen worden und damit war es das für ihn.

Künftig wird er eine fragwürdige Existenz unter fragwürdigen Existenzen führen können. Gemieden von jedem, der einen Hauch Anstand besitzt.

Aber – wie wir an diesem Fall sehen können – der Sieg der Gerechtigkeit ist nicht immer ein Triumph. Manchmal bleibt am Ende eines langen, alles auffressenden Kampfes – nur ein wenig … Ruhe.

Birgit Hamer hat übrigens zwei wunderbare Töchter und ist noch heute eng mit Beatrice Borromeos Familie, speziell ihrer Mutter, befreundet. Diese hatten sie über all die Jahre eng begleitet, unterstützt und ihr geholfen.

NACHWORT:
Vielleicht habt ihr meinen Text gelesen und gedacht: Hmmmm … irgendwie kommt mir jetzt dauernd Ex-König Juan Carlos in den Sinn.
Der ist ja auch so eine miese Gestalt …
Und was sage ich —- Tatsächlich gilt das Schlusswort des Prinzen Vittorio Emanuele in der Doku Juan Carlos und ihrer Jahre andauernden Männerfreundschaft, die sich erst verflüchtigte, als Savoyen die nicht standesgemäße Marina Doria heiraten wollte. Da habe Juan Carlos sich „nicht gut benommen“. Dabei habe der ja sogar seinen Bruder erschossen … Ja – über den könnte er eine Menge erzählen. Er habe von all dessen Skandalen nicht nur gehört. Nein! Er sei ja dabei gewesen!
Was für eine Überraschung…

FAZIT:

Die Doku ist unbedingt sehenswert. Geschickt konstruiert und mit Interviewpartnern, die mehr über sich preisgeben als sie wohl geplant haben.
Ein Stück Zeitgeschichte, das gesehen werden muss.
Ich bin sehr gespannt auf weitere Dokumentationen von Beatrice Borromeo Casiraghi.
Als nächstes werde ich mir ihren Film über die kalabrische Mafia „Lady Ndrangheta“ ansehen.
Sie hat auch ein neues Projekt in der Mache: Zusammen mit ihrem Mann Pierre arbeitet sie an einem Mehrteiler über die Familie Grimaldi im Stil von „The Crown“.

Man darf gespannt sein!






Homewards – Prince William macht Nägel mit Köpfen

Es ist eine Win-Win- Situation.
Der Prince of Wales nimmt 3 Millionen Pfund in die Hand, um seinem Projekt HomeWards einen guten Start zu verschaffen. Dadurch erreicht er internationale, positive Publicity und die Obdachlosen bekommen eine Zukunft.

Was macht HomeWards? Das Projekt soll auf Land, das sich im Besitz der Krone befindet, Wohnprojekte für Obdachlose aufziehen. Dort soll den Menschen aber mehr als nur ein Dach über dem Kopf verschafft werden.

In einem 5 – Jahres- Plan und an sechs Muster-Orten will der Prinz zusammen mit der Royal Foundation gemeinsam mit seiner Frau, der Prinzessin Catherine, die Obdachlosigkeit für immer beseitigen. Ein großes Vorhaben mag man denken. Vielleicht sogar ein bisschen größenwahnsinnig? Selbst wenn! Es ist großartig, dass jemand den Mut hat, es überhaupt anzugehen.

Wenn man jetzt fragt, was Prinzessin Catherine dabei tut – In ihrem Projekt zum frühkindlichen Lernen, so sagt sie selbst, hat sie festgestellt, wie ungeheuer viele Kinder von der Wohnsitzlosigkeit betroffen sind. Von daher ist sie sozusagen die natürliche Fürsprecherin für die Kinderbelange in dieser Konstellation.

Erste Unterstützer hat Prince William bereits: die Führungsspitzen diverser wohltätiger Organisationen haben sich seinem Kampf angeschlossen. Aber auch Prominente engagieren sich. So unter anderem Geri Halliwell Horner, Sara Cox, Gail Porter, Sir Bryn Terfel, Tyrone Mings etc. Dazu kommen noch Firmen wie IKEA, Homebase, NatWest Group, Salesforce und viele andere.


Wie aber soll das nun funktionieren? Was unterscheidet HomeWards von anderen Initiativen?

Der Plan sieht so aus: An den Muster-Plätzen wird mit lokalen Gruppen und Unterstützern gearbeitet. Man stellt dem Projekt ein engmaschiges Netz an Partnern zur Verfügung.
Es sollen vor Ort individuelle Pläne erstellt werden, um die Obdachlosigkeit zu beenden.
Denn, so gibt der Prinz zu bedenken: Obdachlosigkeit ist nicht erst dann gegeben, wenn jemand mit Zeitungen zugedeckt im Park schläft.
Es gibt geschätzt alleine im Vereinigten Königreich eine halbe Million Menschen, die sich dadurch über Wasser halten, dass sie bei Freunden auf der Couch schlafen, in ihren Autos wohnen oder in billigen Jugendherbergen unterkommen.

Jedem Standort werden 500.000 Pfund als Starthilfe zur Verfügung gestellt. Zudem gibt es ein Qualitätsmanagement, mit dem der Erfolg der einzelnen Maßnahmen gewertet wird.

HomeWards will auch eine Plattform sein, die Menschen zu Wort kommen lässt, die obdachlos waren, um ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen. Dafür, das Problem offen anzusprechen und sich nicht länger zu verstecken.

Es gibt auch Vorbilder: in Finnland zum Beispiel wird seit Jahren erfolgreich ein solches Programm betrieben.


Dianas Erbe

Wie die meisten sicherlich wissen, war Obdachlosigkeit bereits für Prinzessin Diana ein großes Thema.
So hat sie ihre Söhne immer wieder zu entsprechenden Hilfsorganisationen mitgenommen und William hat als Erwachsener öfter Nächte auf der Straße zugebracht, um ein Gefühl für dieses Leben zu bekommen.
Wenn er auch betont, dass ihm natürlich jederzeit klar sei, dass eine Nacht auf der Straße, nach der man wieder in sein Haus heimkehrt, nicht gleichzusetzen ist mit einem erzwungenen Leben auf der Straße.

Wie die Homepage berichtet, bereitet Prinz William das Projekt HomeWards seit zwei Jahren vor. Da könnte man nun hellhörig werden …
Ich möchte nun auf keinen Fall jemandem etwas unterstellen, und wenn Prinz William erfolgreich wäre, wäre die Breitenwirkung sicherlich gar nicht zu überschätzen … Dennoch kann ich nicht anders als mich zu fragen, ob das Projekt nicht auch – zumindest randständig – etwas mit seinem Bruder zu tun hat.

Beide Brüder sind ja in so eine Art Wettstreit eingetreten, was das Erbe der Mutter, vor allem bei sozialen Projekten, angeht.

Ich könnte mir nun gut vorstellen, welchen Schlag es für Harry bedeuten muss, dass sein Bruder nicht nur Millionen aus der Royal Foundation zur Verfügung stellen kann, sondern auch noch das ganze auf Kronland starten, während er selbst in Kalifornien sitzt und dabei zusehen muss, wie ihm alle Felle davonschwimmen.

Es dürfte ihm spätestens jetzt klarwerden, welche Möglichkeiten er gehabt hätte Gutes zu tun, wenn er in der Royal Family geblieben wäre.
Wie ist es nur so weit gekommen, fragt man sich da …

Seit das Phänomen Harry und Meghan auf meinem Bildschirm gelandet ist, befasse ich mich mit dieser Frage.

Das komplette Narrativ das die beiden mittlerweile vollendet haben, ist für mich nicht mehr nachvollziehbar gewesen. Dass sie von Anfang an mit Hass und Rassismus verfolgt worden wären. Dass die Presse und die königliche Familie sie den Wölfen zum Fraß vorgeworfen hätten. Daß die öffentliche Meinung von Beginn an gegen sie gewesen wäre und und und … Ja – schlussendlich habe man sie sogar außer Landes getrieben.

Diese Flucht, so ließ Harry vor wenigen Tagen verlautbaren, habe im übereilten Unterschreiben von Verträgen gemündet, die sie gezwungen hätten, ihre so hart erkämpfte Privatsphäre wieder ein stückweit aufzugeben.
Schuld natürlich auch hier am Ende das Königshaus, das sie mit dem Umzug in die USA und der Aufgabe ihrer Tätigkeit als Working Royals, von jeglicher finanzieller Unterstützung abgeschnitten habe.
Wobei man natürlich bemerken muss, dass Harry mit einem stolzen Erbe von 20 Millionen Pfund seiner Mutter Diana nach Kalifornien gestartet ist.
Aber das reicht natürlich nicht weit, wenn man den Lebensstil eines Menschen pflegt, der diesen Betrag alleine monatlich an Zinsen bekommt.

Und dann begriff ich es: dieses selbstgestrickt Narrativ von den anderen, die sie praktisch zur Flucht getrieben haben, das die beiden jedem erzählten, der nicht schnell genug davon kam, war einzig und allein eines: Ausrede vor sich selbst.
Die beiden brauchten einen Schuldigen, auf den sie zeigen konnten, wenn ihre Sache in den USA zu scheitern drohte.

Die Themen, für die Harry sich bislang eingesetzt hatte, machten für ihn keinen Sinn mehr. Denn sie hätten Arbeit erfordert.
Hier darf man nämlich nicht vergessen: Wenn William oder der König sich für etwas einsetzen möchten, können sie auf einen Stab erfahrener Zuarbeiter setzen, die sie mit Infos versorgen, Termine koordinieren, PR machen usw.
All das hat Harry nicht mehr.
Nun bleiben ihm zwei Möglichkeiten: entweder er macht das alles selbst, oder er heuert jemanden für gutes Geld an, der es für ihn macht.

Beide Möglichkeiten führen in eine Sackgasse wie wir inzwischen wissen. Harry ist nämlich nicht nur beratungsresistent, wie der Chef von Spotify berichtet hat, sondern auch offensichtlich faul.
Meghan und er müssten unglaublich viel Kärrnerarbeit leisten, wenn sie sich auf dem Charity-Sektor wirklich positionieren wollten. Der Wille dazu ist nicht vorhanden.

Und so sitzen die beiden in Montecito und schauen William und Catherine dabei zu, wie diese mit ihren Projekten nach vorne gehen.
Selbst die Königin Camilla hat mit ihren stillen Projekten rund um häusliche Gewalt und Leseförderung nachhaltige Erfolge zu verzeichnen.

Wenn sie auch immer wieder versuchen, sich als direkte Nachfolger von Prinzessin Diana zu positionieren, so führt das keineswegs zum gewünschten Erfolg, sondern endet höchstens in Hähne und Kopfschütteln beim Publikum.

Und nun zieht William im ureigensten Gebiet der Mutter davon.
Wäre Obdachlosigkeit nicht auch ein wichtiges Thema speziell in Kalifornien? Was ich so höre, gibt es in der Bay Area zahllose Wohnsitzlose, die Hilfe gebrauchen könnten. Aber das würde auf Seiten von Harry und Meghan harte Arbeit und zähen Willen erfordern. Beides können (und wollen) sie offensichtlich nicht leisten.
Insofern essen sie nun die Suppe, die sie sich selbst eingebrockt haben.

Wer mehr über HomeWards erfahren möchte, dem sei deren Homepage empfohlen, die auch ständig neue Infos bereithält: www.homewards.org.uk




Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe …

Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe …

Copyright: C.H. Beck Verlag

Seine Memoiren zu veröffentlichen ist nun wirklich nichts Neues.
Das hat man zu allen Zeiten getan, wenn man selbst (oder die Leute um einen herum) der Meinung war, diese seien der Veröffentlichung wert.

In diesem speziellen Fall nun handelt es sich um jene des Herzogs von Bayern. Jenes Mannes, der heute König von Bayern wäre, wenn es denn noch eine Monarchie gäbe. (Oder auch König von Schottland. Aber das ist für einen anderen Tag …)

Tatsächlich denke ich, sind wir alle froh, dass wir unsere Herrscher inzwischen selbst wählen können und nicht mehr auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen sind, dass es das Schicksal und die Erbfolge gut mit uns Völkern meinen.

Betrachtet man aber Herzog Franz, kann man ohne jeden Zweifel sagen, dass an diesem sicherlich ein guter König verloren gegangen ist.
Warum?

Das erschließt sich aus seinen Erinnerungen!
In einem sanften Parlando gehalten, entstand das Buch aus Gesprächen, die der Herzog seit 2021 mit der Historikerin Marita Krauss geführt hat.

Das Buch zeichnet auf über 300 Seiten das Porträt eines Mannes, der in seinem Leben – wie man so schön sagt – viel rumgekommen ist.
Geboren als Nachfahre des letzten bayerischen Königs, wurde seine Familie, die Wittelsbacher, bald von den Nationalsozialisten verfolgt.

Dies ging soweit, dass die Familie in diverse KZs gebracht wurde. Flossenbürg, Sachsenhausen, Dachau waren nur einige Stationen.
Der kleine Franz blickte auf Leichenberge und erkannte für sich selbst „Da kommen wir nicht lebend raus.“
Aber – getreu dem Motto seines Vaters – hieß es: Geheult wird nicht!
Auch nicht, als der Vater in der Gefangenschaft schwer krank wurde, und nur allzu häufig auf Stress und Krankheit mit Aggressivität reagierte.
Dass es immer Menschen gab, die der Familie halfen, prägte sicherlich das Denken und die Haltung des Herzogs.

Ohne Selbstmitleid und mit einem unbändigen Wissensdurst startete der Herzog nach dem Krieg durch. Er verkaufte seine Briefmarkensammlung, um seine erste Reise nach Amerika anzutreten. (Die Familie war nicht mit Reichtümern gesegnet …)
In New York kam er zur zeitgenössischen Kunst, die er zu sammeln begann und deren Fürsprecher er in Deutschland bis heute mit großer Leidenschaft ist.

Diese Leidenschaft prägt ihn bis heute. Schmunzelnd lesen wir von seinen Abenteuern, wie er z.B. versuchte, seiner Bank einen 8000 DM- Kredit für einen Jasper Johns aus den Rippen zu leiern, diese aber den Kredit nicht geben mochte.
Dumm gelaufen – denn heute hängt das Werk im Museum of Modern Art in New York.
Seine Expertise war übrigens derart gefragt, dass er in den Beirat des MoMA gewählt wurde.

Bemerkenswert ist nun nicht nur der Lebensweg des Herzogs an sich und die vielen Anekdoten, mit denen er seine Erinnerungen würzt, bemerkenswert ist auch, mit welcher geistigen Offenheit er bis ins hohe Alter Neuem begegnet.

Ungeheuer amüsant sind sie allemal, seine Geschichten. Sei es die Story der sprudelnden „Teekanne“, die Prince Charles eine warme Dusche verpasste oder Prince Philip, der bei einem Besuch in München die Mikrophone mit seinen ganz eigenen Sprüchen testete.
Auch die Reise auf der „Agamemnon“ nach dem Krieg bleibt nicht unerwähnt, bei der sich so ziemlich alle gekrönten Häupter Europas ein Stelldichein gaben. Nicht zuletzt, um die zahlreichen Prinzen und Prinzessinnen in den Stand der Ehe zu bugsieren.
Warum für Herzog Franz von Bayern da nichts draus wurde – dazu komme ich später.

Die STRUKTUR
Zur Struktur des Buches – Tatsächlich wechselt Herzog Franz nach ungefähr dem ersten Drittel des Buches den Duktus. Jetzt begleiten wir ihn nicht mehr chronologisch durchs Leben, sondern lesen, wie er sich an bestimmte prägende historische Ereignisse erinnert. Ob es die 68er sind (bei denen er sich nur wundert, warum es so lange gedauert hat, bis die jungen Leute sich aufgelehnt haben), die Mondlandung, die Ermordung Kennedys oder 9/11 ist – stets geht sein Blick über das Ereignis hinaus und führt zu einer höheren Ebene.

Im letzten Teil der Memoiren ändert sich abermals die Struktur. Von A wie „Älterwerden“ bis zu Z wie „Zufriedenheit“ lässt er die Leser nun teilhaben an den Erkenntnissen aus seinem langen und ereignisreichen Leben.

Zu dieser Fülle an Sichten und Einsichten kommt noch eine unglaubliche Offenheit über sich selbst, so wenn er sich mit seinen Ängsten auseinandersetzt, was das Altern angeht. Das drohende Schicksal, dement oder anderweitig pflegebedürftig zu werden und anderen zur Last zu fallen. Aber auch hier wird nicht „geheult“, sondern nüchtern festgestellt.

Was ihm – so denke ich – wirklich zu schaffen macht, ist die Tatsache, dass er oftmals auf den Kontakt zur jungen Generation verzichten muss. Wenn er, speziell innerhalb der Familie, einlade, so kämen sie natürlich alle, aber ihn anrufen – das täten sie eben kaum.
Es ist für mich wirklich rührend gewesen, von diesem schlichten Schmerz bei einem so weithin und über die Grenzen Bayerns hinaus geschätzten Mann zu lesen.

Zu den vielfältigen Interessen des Herzogs gehört aber nicht nur seine Leidenschaft für zeitgenössische Kunst, sondern auch sein Engagement für Natur und Umweltschutz, sowie sein soziales Engagement. Hier wären nicht nur der Hilfsverein Nymphenburg zu nennen, sondern auch die „Learning Lions“, für die sich der künftige Chef des Hauses Wittelsbach, Prinz Ludwig von Bayern, engagiert.

Das Fazit seines Lebens ist offensichtlich nicht das Bedauern dessen, was er getan hat, sondern höchstens Bedauern über das, was er NICHT getan hat.
Das schreibt er auch selbst. Dass es ihm heute noch leid tut, wenn er Dinge unterlassen hat. Weil er nicht die Stärke zu dem entsprechenden Schritt hatte, oder ihm die Expertise fehlte, die Wichtigkeit zu erkennen.

Was mir übrigens auch überaus gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass das ganze Buch gespickt ist mit Privataufnahmen. Das geht los mit Fotos aus dem Familienalbum seiner Eltern bis hin zu Schnappschüssen der Gegenwart, die ihn auch immer wieder mit seinem Lebenspartner Thomas Greinwald zeigen.
(Dies ist übrigens ein Thema, das der Herzog deutlich, aber doch auch mit Fingerspitzengefühl aufgreift. Er steht offen zu seiner Homosexualität, skandalisiert sie aber nicht.)


Was die Bebilderung angeht, so gebührt den Machern des Buches ein ganz großes Lob, denn es sind gerade diese Fotografien, die das Buch zu einem ganz besonderen Dokument machen.

Alles in allem ist das Buch dazu geeignet, es immer wieder hervorzuholen und die Gedanken des Herzogs zu den unterschiedlichen Themen als Denkanstöße zu nehmen.

FAZIT:
Das Buch ist mehr als nur empfehlenswert. 302 Seiten prallvoll mit Erinnerungen, Anekdoten und Weisheiten. Die Memoiren eines klugen und stets neugierigen Mannes. Eines Mannes, dessen Körper vielleicht inzwischen alt geworden ist, dessen Geist aber noch immer frisch und jung geblieben ist.

Vielleicht hat die Monarchie doch etwas für sich …

FAKTEN:
von Bayern, Franz: Zuschauer in der ersten Reihe, Verlag C. H. Beck, 2023, 303 Seiten, 28,-€

Und wenn ihr hier klickt, kommt ihr zum YouTube-Video




König Charles III – reinschauen und schwelgen

König Charles III – reinschauen und schwelgen

Coverfoto
Copyright: Petra von Straks

Wenn ich zusammenzählen müsste, wie viele Bücher ich zunächst über Prinz Charles und dann über König Charles III über die Jahre gelesen habe, ich würde scheitern.

Naturgemäß gibt es auf Englisch wesentlich mehr Titel als auf Deutsch. Deswegen war ich sehr froh, diesen Titel aus dem Verlag BusseSeewald entdeckt zu haben und euch vorstellen zu können.

Nun muss ich warnen: Wer eine ausgereifte Analyse seiner Zeiten als Prince of Wales oder eine Darstellung seiner Zukunftsvisionen erwartet, wird enttäuscht. Mit 133 Seiten ist das gar nicht machbar.
Wer aber eine überraschend neutrale Sicht auf den König sucht, mit wunderbar bebilderten Seiten, der ist genau richtig.

Vom Design her sehr ansprechend gemacht, unterhält es und informiert gleichzeitig. Weder wird dabei die äußerst problematische Beziehung zu seiner ersten Ehefrau Diana ausgespart, noch seine so überaus erfolgreiche zweite Ehe mit Königin Camilla.

Ein neues Kapitel
Copyright: Petra von Straks

Ich fand es ungemein erfrischend, dass in diesem Buch nicht versucht wird, für eine Seite Partei zu ergreifen. Die Autoren bemühen sich, die Ereignisse möglichst unverfälscht aus einem neutralen Blickwinkel zu berichten.

Das schlimmste Gegenbeispiel fand ich in einem Buch, von dem ich gute Fotos und brauchbare Informationen erhofft hatte und in dem ich grobe Beleidigungen gegen König Charles und Königin Camilla fand:

Was ihr hier seht, ist das Ende des Vorworts …
Als ich eine Rezension dieses „Werkes“ bei Amazon einstellen wollte und auf die Beleidigung hinweisen (die ich als Zitat kenntlich gemacht hatte), wurde eine Veröffentlichung abgelehnt. LOL

Also solcherlei Frechheiten werdet ihr bei diesem Buch nicht finden.
Stattdessen folgen die Autoren chronologisch seinem Leben bis hin zum Tod der Königin und ihrer Beisetzung.

Besonders interessant finde ich auch den Artikel zu seinem ökologischen Engagement. Ob es die Duchy Originals Produkte sind, mit denen er bereits vor Jahrzehnten den internationalen Nahrungsmittelmarkt im Sturm erobert hat (er war einer der Ersten, die bezahlbare Bioprodukte in die Supermärkte gebracht hat), oder Nachhaltigkeit beim Bau – alles findet seinen Raum, ohne dabei jene Leser zu überfordern, die wenig von der Materie an sich verstehen.

Jetzt muss ich noch erläutern, warum ich von „Autoren“ spreche …

Es gibt tatsächlich nicht DEN Autoren oder DIE Autorin. Stattdessen zeichnet für jedes Kapitel eine andere Autorin verantwortlich. Nun habe ich ein wenig nachgeforscht und zu meiner eigenen Überraschung festgestellt, dass es sich bei dem bei uns mit festem Einband angebotenen Buch eigentlich um eine umfangreiche Veröffentlichung aus dem Zeitschriftenverlag Future Publishing handelt.
(Der vorliegende Titel erinnert übrigens von Größe und Aufmachung her etwas an die Was ist Was- Bücher.)

Ich bin nun ein großer Fan dieser wertig aufgemachten englischen Themenhefte. Future Publishing bietet Ausgaben zu allen möglichen, bevorzugt historischen, Themen an. Alle Hefte, die ich bislang gekauft habe, sind fachlich korrekt vom Inhalt her und mit hervorragendem Bildmaterial versehen.
Wenn ihr mal in England seid, solltet ihr unbedingt bei WHSmith in die Zeitschriftenabteilung gehen, da findet ihr mehrere Regalmeter mit diesen Ausgaben.

Wenn ihr ans Ende des Buches blättert, findet ihr übrigens noch zahlreiche andere Titel von BusseSeewald rund um „Königs“ und Großbritannien. Hierbei habe ich den Band über Highgrove bereits besprochen und kann ihn euch mehr als nur empfehlen.
Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, könnt ihr gerne in den entsprechenden Film auf meinem YouTube-Kanal aus der Roseraie in Saverne schauen … (Einfach auf das Foto klicken …)


FAZIT:
Wenn ihr einen reich bebilderten Überblick über das Leben und Wirken des Königs bekommen wollt, sei euch dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt.
Wer eigentlich über Charles Bescheid weiß, aber einfach nur nostalgisch schwelgen will (vor allem in Bildern) – auch der ist hier absolut richtig.
Wer eine fundierte und in die Tiefe gehende Darstellung seiner Biografie und Analyse seines Wirkens sucht, dem sei zum Beispiel das im gleichen Verlag erschienene Buch „Prinz Charles“ von Sally Bedell Smith empfohlen.
Das nach wie vor gültige Non plus Ultra der Charles- Biografien ist die von Jonathan Dimbleby, der einen einzigartigen Zugang speziell auch zu den privaten Unterlagen des (damals noch) Prince of Wales bekommen hat. Dieses Buch bekommt man allerdings leider nur noch antiquarisch und auf Englisch.
Äußerst amüsant und „aus der Nähe“ ist die Doppelbiografie über Charles und Camilla von Gyles Brandreth, der ein guter Freund der Königsfamilie ist und mehrere hervorragende Biografien verfasst hat. Zuletzt über Queen Elizabeth II.

FAKTEN:
König Charles III, Busse Seewald Verlag, 2022. 133 Seiten, fester Einband.




Die Diamanten der Queen – Buchpräsentation

Die Diamanten der Queen – Buchpräsentation

Copyright: Gerstenberg Verlag

Sechs Königinnen und gaaaanz viele Schmuckstücke

Als ich dieses Buch im Mai im Shop des Buckingham Palace im englischen Original in Händen gehalten habe, war ich augenblicklich hin und weg.
Es verbindet nämlich alles, was mich an diesem Thema interessiert: fabelhafte Fotos, Königinnen, Royalty und – SCHMUCK!

Verteilt auf über 300 Seiten findet ihr aber nicht nur Details zu den Schmuckstücken und Informationen zu den Trägerinnen – es gibt auch ein hervorragendes Glossar und einen Stammbaum ab George III.

Copyright: Gerstenberg Verlag

Die innere Struktur des Buches bewegt sich an den Biografien der Königinnen seit Queen Adelaide bis Elizabeth II entlang, wobei jedem Kapitel eine kleine Biografie der Königin vorangestellt wird.
Wir lernen dann die wichtigsten Stücke kennen und finden sie auf diversen Porträts der Königinnen wieder.

Schnitzeljagd für Fortgeschrittene

Das ist nun etwas richtig Cooles bei dem Buch – man kann sich auf Porträt-Schnitzeljagd begeben.
Will sagen: Seit ich das Buch gelesen habe, macht es mir einen Riesenspaß, die Porträts der Königinnen durchzugehen und die jeweils getragenen Juwelen zu erkennen.

Tipp hier: Es geht um eine Tiara in verschiedenen Tragevarianten
Copyright: Gerstenberg Verlag

Die Greville Erbschaft
Mit Margaret Greville, der schottischen Bierbrauer-Erbin, lernen wir einen wirklich zweifelhaften Charakter kennen, die von Cecil Beaton als „galoppierende, neidische, arrogante alte Kröte“ bezeichnet wurde, „der das Wasser beim Anblick von Königen im Mund zusammenläuft, und die in ihrem Leben nie für jemanden etwas Gutes getan hat, außer für die Reichen.“
Und Lady Leslie fügte an: „Maggie Greville – ich hätte lieber ein offenes Abwasserrohr in meinem Wohnzimmer.“

Nun – womit hat die gute Margaret dieses vernichtende Urteil verdient? Genau weiß ich es natürlich nicht, aber ich habe mir vorgenommen, es herauszufinden, denn nachdem Margaret verwitwet war, schaffte sie es, ihren Ruf als Gastgeberin der Chromklasse aufrecht zu erhalten.
Ihre Empfänge waren derart beliebt, dass es nicht mal der Prince of Wales schaffte, die Treppe zu den Empfangssälen hochzukommen, weil sich die Gäste dort derart drängten.
Also muss wohl etwas an ihr gewesen sein, das die Leute angezogen hat.

Nach ihrem Tod wurde die Königinmutter zur Nutznießerin der von Margaret angehäuften Juwelen. Hatte Greville nämlich zu Zeiten als der spätere König George VI noch Duke of York war und nicht davon auszugehen war, dass er jemals König würde, zugesagt, ihren Landsitz Polesden Lacey dem Freund zu hinterlassen, vererbte sie das Schloss tatsächlich an den National Trust.

Wahrscheinlich dachte sie, dass er als König nicht noch ein Schloss bräuchte.
Zum Ausgleich aber erhielt die Königin Elizabeth die Königin Mutter ihren gesamten Schmuck.

Hier seht ihr die Greville Honigwaben Tiara, die heute bevorzugt von Queen Camilla getragen wird
Copyright: Gerstenberg Verlag

Die Begeisterung für das Erbe hinderte die Königin Mutter allerdings nicht daran, diverse Stücke komplett verändern zu lassen.

Das ist übrigens etwas, das ihr in dem Buch „Die Diamanten der Queen“ immer wieder findet: wie stark die einzelnen Schmuckstücke verändert wurden. Teilweise wurden sie komplett auseinander genommen und die Steine zu etwas vollständig Neuem zusammengefügt.

Version 1901
Version 1921
Copyright: Gerstenberg Verlag

Oben auf dem Bild seht ihr ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man mit den Schmuckstücken umging. Auf dem oberen Bild seht ihr die Tiara, die Boucheron 1901 für Mrs Greville angefertigt hat. In den 20er Jahren ließ sie dann die komplette Tiara auseinandernehmen und die wesentlich geometrischere Honigwaben- Tiara kreieren.
Jetzt ist es natürlich eine Frage des persönlichen Geschmacks, was man hübscher findet.

Tatsächlich stellt das Buch mehrere Fälle vor, bei denen massiv in das Design eines Stückes eingegriffen wurde.
Hierbei tauchte für mich die Frage auf, ob es den Königinnen tatsächlich freisteht, historische Stücke so intensiv umarbeiten zu lassen und ob es keine Fachleute gibt, die da gegebenenfalls einschreiten.
Was mich zur Queen bringt, die scheinbar solche Eingriffe nie hat vornehmen lassen.
Sie trug die meisten Stücke tatsächlich unverändert. (Ich denke, die Queen war einfach auch kein kreativer Mensch. Wenn sie einmal eine Sache für brauchbar erachtet hat, hat sie sie unverändert über Jahrzehnte beibehalten. Das galt sogar für ihren Ehemann …)


Auch schön von hinten

Nein, das ist keine anzügliche Bemerkung, sondern eine absolut passende Feststellung, wenn es um royalen Schmuck geht.

Vorder, -oder Rückseite?
Copyright: Gerstenberg Verlag

An dieser Brosche Ihrer Majestät könnt ihr sehen, was ich meine. Sie ist von der Rückseite ebenso schön gearbeitet, wie wenn man sie vorne betrachtet …

Hier seht ihr auch noch einmal das filigran auf der Rückseite eingearbeitete EIIR (= Elizabeth II Regina)
Wer übrigens wissen will, wie die Brosche von vorne aussieht, muss sich dringend das Buch besorgen …


Der Cullinan Diamant und seine „Geschwister“

Wie die meisten sicherlich wissen, ist der Cullinan Diamant der größte jemals gefundene Diamant. Er war so gewaltig, dass er 1908 in Amsterdam von Joseph Asscher in 105 Steine gespalten werden musste, um überhaupt weiter bearbeitet werden zu können.
Es entstanden dadurch neun große und 96 kleine Steine.
Die Geschichte dieses wohl großartigsten Diamanten der königlichen Sammlung stellt der Autor ebenfalls vor.

Hier sehen wir Joseph Asscher mit seinem Team bei der Überlegung, wie der Stein zu spalten sei …
Copyright: Gerstenberg Verlag

Und hier trägt Ihre Majestät die große Cullinan- Brosche sowie den Cullinan IX als Ring.


Das ist übrigens so ein Fall, bei dem ich mich fragte, wie man es schafft, dass ein solch gewaltiger Stein den Stoff des Kleides nicht bis auf den Boden zieht.
Tatsächlich erklärt Roberts auch das …

FAZIT


Dass ich das Buch großartig finde – ich denke, das ist bereits klar geworden. Es ist ein wunderbarer Titel, der mit ungeheuer viel Liebe und Expertise gemacht wurde.
Wenn man vielleicht auch keine Tiara vererben kann, so tut dieses Buch den gleichen Dienst.

Selbstverständlich ist es mit 79€ nicht gerade billig, aber absolut preis-wert.
Nicht nur, weil qualitativ alles stimmt, sondern weil man es aufgrund seiner Schönheit immer wieder gerne aufschlägt.
Ich selbst habe es auf einem Ständer präsentiert, sodass ich immer andere Seiten aufschlagen und betrachten kann.
Von daher ist es sogar ein kleines Kunstwerk.

Ich hoffe sehr, dass es noch einen weiteren Band geben wird, wo Roberts sich vielleicht mit den Farbsteinen (Smaragde, Rubine etc) der königlichen Juwelen befasst. Auch würde mich interessieren, inwieweit König Charles III sich um das Thema kümmert. (Ob er da genauso involviert ist, wie seinerzeit Prinz Albert?)

Was ich definitiv aus dem Buch mitnehme, ist ein tiefer Respekt alleine schon für den handwerklichen Aspekt dieser Juwelen.

Tatsächlich ist der Titel aber auch ein Zeitdokument, denn wenn ich die jüngere Generation der Royals (Princess Catherine, Princess Beatrice, Princess Eugenie, Zara Tindall etc) betrachte, sehe ich keine unter ihnen, die eben jene Juwelen tragen würde wie z.B. noch die Queen.
Die Prinzessin von Wales hatte nicht einmal bei der Krönung eine Tiara auf.

Bei ihrer Hochzeit sah man sie ebenfalls nur mit der sehr dezenten Halo-Tiara.
Die letzte Trägerin dieser Stücke dürfte wohl Königin Camilla sein und dies womöglich auch nur, weil der König seine Frau gerne so geschmückt sieht. (Sie selbst trägt privat ja praktisch keinen Schmuck).

Von daher gehe ich davon aus, dass wir diese wunderbaren Stücke künftig nicht mehr an der Frau, sondern bestenfalls noch irgendwann im Museum sehen werden.
Das ist natürlich auch toll, aber doch nicht das gleiche. Oder?

Infos:
Roberts, Hugh: Die Diamanten der Queen, Gerstenberg Verlag 2012, 320 Seiten, 79€

Einen Film von mir zum Buch gibt es natürlich auch: https://youtu.be/wKjrLuuat_Y

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose

Was für eine Umgebung! Was für Themen!
Für meine aktuelle Buchpräsentation fiel mir sofort einer der schönsten Rosengärten ein, die ich kenne: die Roseraie de Saverne im Elsaß.

Kleiner Ausschnitt der Roseraie in Saverne
Copyright: Petra von Straks

In dem Film, den ihr auf meinem Kanal „KTT – Kronen, Tee und Traditionen“ auf YouTube findet, gibt es ein buntes Potpourri von Themen: Ein Update zu Prinz Harrys laufenden Prozessen, aber auch Reisetipps, sowie die Halsbandaffäre rund um Königin Marie Antoinette.

Hier aufs Bild klicken und schon geht’s zum Film …

Königliche Gärten

Das erste Buch, das ich vorstellen möchte, ist leider nur noch antiquarisch zu bekommen (Amazon Marketplace, ZVAB, Ebay). Das tut der Qualität aber keinen Abbruch.

Copyright: amazon

Fakten:
Strong, Roy: Royal Gardens, BBC Books, 1992, 167 Seiten, durchgängig farbig bebildert, gebundene Ausgabe; Preis variiert je nach Anbieter.

Roy Strongs Buch bietet einen hervorragenden Überblick über die Gärten der englischen Könige, beginnend im Jahr 1660.
Seine innere Struktur findet das Buch anhand der Abfolge englischer Könige und ihrer Gärten, beginnend mit König Charles II und endend mit dem Ausblick auf den kommenden König Charles III (damals noch Prince of Wales).

Strong untersucht nicht nur, wie sich die Gärten der einzelnen Herrscher voneinander unterschieden, sondern auch, woher ihre Einflüsse kamen (Schloss Het Loo/ Niederlande, Versailles/ Frankreich etc).

Schlossgärten Versailles
Copyright: Petra von Straks

Warum beginnt Strong nun erst mit dem Jahr 1660, werdet ihr fragen? Könige hatten doch zu allen Zeiten Gärten angelegt …
RICHTIG! Aber die meisten dieser Gärten gingen in England im Original mit dem Bürgerkrieg unter Cromwell und der daraus resultierenden Hinrichtung von König Charles I, verloren.
Sie wurden zwar zum Teil in den zurückliegenden Jahren wieder rekonstruiert, aber tatsächlich erhalten geblieben sind nur jene, die nach dem Bürgerkrieg entstanden sind.

Gartenbau und Menschenbild

Jeder, der sich einen Garten (jenseits von Nutzgärten/ Küchengärten) leisten konnte, wollte damit etwas demonstrieren.

Gärten waren – besonders auch für Herrscher – Ausdruck ihres Selbstverständnisses.
Von den formellen Gärten des Barock, wie wir sie in Versailles oder Hampton Court finden, die die vollkommende Macht des absoluten Herrschers spiegelten, bis zu den Landschaftsgärten des 18. und 19. Jahrhunderts, wo der Mensch sich (basierend auf der Philosophie Rousseaus) als Teil der Natur zu empfinden begann.

So waren die royalen Gärten immer auch Ausdruck des Zeitgeistes und der politischen Befindlichkeiten.

Strong stellt auch vor, wie es sich mit Königin Elizabeth II verhielt, die ihrerseits herzlich wenig Interesse am Garten, – und Landschaftsbau hatte. Im Gegensatz zu König Charles III.

Allerdings, so Strong, kam auch die Königin nicht umhin, sich dem Thema zu widmen, denn im Zuge diverser Einsparmaßnahmen, wurden auch die königlichen Gärten umstrukturiert.
Man legte die Gärten also so an, dass sie weniger Manpower zu ihrer Erhaltung brauchten.
Dazu kam dann noch die Energiekrise der 70er Jahre, die dazu führte, dass diverse Gewächshäuser nicht mehr unterhalten werden konnten.
Sie waren zu energieintensiv und verfielen nach ihrer Stilllegung derart, dass sie schlussendlich ganz abgerissen werden mussten.

König Charles ist ein anderes Kaliber. Doch auch in seinen Gärten drücken sich der Zeitgeist und seine Ideen aus.
Seit Jahrzehnten befasst er sich mit nachhaltiger Landwirtschaft, Ökologie etc.
All diese Erkenntnisse fließen in seine Gärten ein.
Sicherlich hätte er die Gewächshäuser nicht abreißen lassen, sondern nach Wegen gesonnen, sie energieeffizient zu machen und somit zu erhalten.

FAZIT:
Das Buch ist, wenn auch nur noch antiquarisch zu bekommen, ein sehr empfehlenswerter Titel, wenn man sich einen Überblick über die Geschichte der Königlichen Gärten verschaffen will.
Die Fotos sind natürlich qualitativ nicht das, was wir heutzutage gewöhnt sind, aber dennoch informativ.
Im Übrigen ist das Buch enorm kenntnisreich und man findet viele Informationen, jenseits der Gartenmauer, die einen die Herrscher und Strukturen der vergangenen Zeiten wesentlich besser verstehen lassen.
Da das Buch sehr viel Text hat und nur auf englisch erhältlich ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, ob es sprachlich für ihn „passt“.

Copyright: Petra von Straks

„Buckingham Palast – Der Königliche Garten

Copyright: Gerstenberg Verlag

FAKTEN:
Masset, Claire: Buckingham Palast – Der königliche Garten, Gerstenberg Verlag 2022, 119 Seiten, durchgängig farbig illustriert, gebundene Ausgabe, Sprache: Deutsch, Preis: 24€.

Wer schon immer mal einen Blick in den geheimen Garten des Buckingham Palace werfen wollte, kommt um dieses Buch nicht herum.

Wunderschön bebildert führt es einen über die verschlungenen Wege, die sonst nur die Königsfamilie und ihre MitarbeiterInnen gehen dürfen.

Aufgebaut entsprechend der Jahreszeiten, lernen wir das Areal mit all seinen Strukturen und Pflanzen kennen.

Es wird auch ein Blick auf die Arbeit der Gärtner und Gärtnerinnen geworfen und wir sehen, was es braucht, um solch ein Paradies zu erhalten.
Nichtsdestotrotz kann man auch für den eigenen Garten die eine oder andere Erkenntnis mitnehmen.

Wie ihr hier meinem kleinen Foto-Versuch entnehmen könnt, sind die Bilder im Buch wunderschön und muten teilweise wie kleine Gemälde an.

Tatsächliche Gemälde finden sich aber auch. So, wenn die Autorin in die Vergangenheit zurückgeht und die Aquarelle vorstellt, die Queen Victoria von dem Garten angefertigt hat.
Hier war sie wohl auch König Charles III Vorbild, denn er malt selbst leidenschaftlich gerne Aquarelle.

Es gibt auch noch historische Einblicke.

So beantwortet das Buch die Frage, wie eine gewaltige Stein-Vase, die Kaiser Napoleon Bonaparte in Auftrag gegeben hatte, in den Garten des Buckingham Palace geraten ist.
Glück übrigens für Cecil Beaton, denn so konnte er die Queen Mum in einem wundervollen Foto neben eben jener Vase verewigen …

FAZIT:
Wer diesen normalerweise verborgenen Garten einmal kennenlernen will, sollte die Ausgabe von 24€ auf keinen Fall scheuen.
Das etwas kleinere Format finde ich sehr angenehmen, denn ich nehme Bücher gerne mit. Und sei es nur in den Garten.
Insgesamt ist jede Seite ein neues Erlebnis und man wird es in den kommenden Jahren sicher immer mal wieder hervorholen und darin blättern.
Es gibt auch eine sehr schöne Timeline, angefangen mit jenem ersten Maulbeergarten bis hin zum ersten eigenen Gin des Palastes, der parfümiert ist mit Blüten und Kräutern aus dem eigenen Garten.
Diesen Gin kann man übrigens im Shop des Palastes erwerben.

Wer dort mal stöbern möchte: https://www.royalcollectionshop.co.uk

Copyright: Petra von Straks

Highgrove – Ein kleines, großes Paradies

Copyright: amazon

FAKTEN:
Seine Königliche Hoheit, der Prinz von Wales: Highgrove – Ein Jahr im königlichen Garten, Lifestyle BusseSeewald in der frechverlag GmbH, 2019. 239 Seiten, broschiert; 19,95€, Sprache: Deutsch

Damit wären wir nun bei meinem absoluten Lieblingsgarten gelandet.
Highgrove nahe dem Städtchen Tetbury in den Cotswolds.

Als König Charles III, damals noch Prince of Wales, das Anwesen kurz vor seiner Verlobung mit Lady Diana Spencer kaufte, war es ein Kartoffelbauernhof.
Er hatte sich nach einem Refugium umgesehen und für Highgrove entschieden, da es unweit von Gatcombe Park liegt, dem Haus seiner Schwester Anne. Außerdem hatte es in seinen Augen jede Menge Potential.

Der Prinz hatte nämlich Großes vor.
Er wollte nicht nur ein Privathaus mit einem charmanten Garten, sondern seine eigene Visionen von einem ökologischen Garten verwirklichen.

Das dürfte ihm gelungen sein.

Das wunderbar gemachte Buch präsentiert in unglaublich schönen Bildern all jene ikonischen Motive, die aus zahllosen Berichten über den König und seine erste Frau Diana bekannt sind.

Doch nicht nur die Motive überzeugen. Aufgeteilt in die Monate des Jahres, finden sich als Gruß zum Beginn jedes Kapitels sehr schöne, stimmige Aquarelle, die allerdings nicht der König, sondern Carolyn Jenkins gemalt hat.
Allerdings stammt der jeweils einleitende Text vom späteren König.


Wir lernen nicht nur seine Philosophie im Bezug auf die Gartengestaltung kennen, sondern lesen die Erklärungen aus erster Hand zu den diversen Strukturen, die sich im Garten finden.

Wo unsereiner nämlich Postkarten und Schlüsselanhänger von Reisen mitbringt, sind es beim König Tore aus Indien und Brunnen aus Marokko. All diese Souvenirs finden ihren Platz im Garten.

Doch nicht nur seine Reisen spiegeln sich in Highgrove – auch die Menschen, die ihn begleitet haben und gehen mussten, wie Queen Elizabeth, die Königin Mutter sind Denkmäler gesetzt worden. Der verehrten Großmutter ist sogar eine Art Tempel gewidmet.

Mark Shand wiederum, der viel zu früh verstorbene geliebte Bruder von Königin Camilla, ist mit zwei hölzernen Elefanten-Skulpturen vertreten, die an sein Engagement für den Schutz dieser Tiere erinnert, und deren Schwester-Skulpturen auf einer Art Rundreise Geld für diese Charity sammeln.

Wir finden in Highgrove einen lebenden, sich stets verändernden Garten. Ich durfte selbst schon mehrmals dort zu Gast sein und kann nur sagen, dass man nie zweimal den gleichen Garten zu sehen bekommt.

Highgrove Frühling 2019
Copyright: Petra von Straks
Die Foto-Ecke 2019. Damals noch mit Harry und Meghan
Copyright: Petra von Straks

FAZIT:
Ein Buch, zu schön, um es aus der Hand zu legen. Egal wie oft man hineinschaut – man bekommt nicht genug. Die Fotos entführen uns in eine paradiesische Gartenwelt und wenn man dann die Augen schließt, meint man, der Duft der Blüten sei noch immer da.
Wer sich selbst etwas Gutes tun will, dem sei der Titel ans Herz gelegt.
Kleines „Manko“: Da das Buch so großartig ist, dass man es am liebsten auch mitnehmen würde, wenn man zum Beispiel in einen Park geht, ist das Format ein wenig zu groß geraten. Aber – das ist Jammern auf verdammt hohem Niveau!

ÜBRIGENS: die Gewinne aus dem Buchverkauf fließen der „The Prince of Wale’s Charitable Foundation“ zu .
Insofern tut ihr mit dem Kauf auch gleich noch etwas Gutes!

Copyright: Petra von Straks

P.S. Alle Angaben sind ihn Gewähr.

Übrigens könnt ihr sowohl den Buckingham Palace als auch Highgrove Gardens besichtigen. In highgrove selbst gibt es auch einen schönen Laden. Falls ihr keine Tickets ergattern konntet, sei euch der Highgrove Shop im benachbarten Tetbury empfohlen. Übrigens eine sehr schöne Gegend und in Tetbury kann man sich auch auf die spuren von Prinzessin Diana begeben.

Wenn ihr mal die Roseraie in Saverne besuchen wollt: https://www.roseraie-saverne.fr
Zum Rohan Schloss geht es hier: https://www.visit.alsace/de/221004749-rohan-schloss/


Das jordanische Königshaus und die verschwundene Königin

Normalerweise – so kennt es die Geschichte – haben Könige immer dann die größten Probleme, wenn sie keinen Nachfolger zu zeugen in der Lage sind.

Aber es gibt auch die raren Fälle, wo sie nicht zu wenig, sondern zu viele potentielle Thronerben haben.
König Hussein I von Jordanien war so ein Fall. Insgesamt vier Mal verheiratet, zeugte er in diesen Ehen insgesamt zwölf Kinder, unter anderem den heutigen König Abdullah (*1962).

Während seine ersten drei Ehefrauen (von Nummer 1 und 2 ließ er sich scheiden, die dritte kam bei einem Helikopterabsturz ums Leben) im öffentlichen Bewusstsein hierzulande nicht wirklich hängen geblieben sind, machte Ehefrau Nummer vier umso mehr Furore:

Lisa Najeeb Halaby, geboren 1951 in Washington D.C., schaffte es von 0 auf 100 in Sekundenschnelle in den deutschen und internationalen Boulevard.
Ebenso wie Königin Rania heute, beherrschte sie Woche für Woche die Schlagzeilen. Schön, intelligent, westlich orientiert und dazu noch sozial engagiert. Jeder ihrer Schritte wurde im Bild festgehalten und die Leserinnen und Leser verschlangen jede Zeile über die schöne Amerikanerin.

Offensichtlich war das Königspaar außergewöhnlich glücklich und der Altersunterschied schien sich keinesfalls störend auszuwirken.
Sie schenkte dem König vier Kinder: Prinz Hamzah (* 29. März 1980), Prinz Hashim (* 10. Juni 1981), Prinzessin Iman (* 24. April 1983) und Prinzessin Raiyah (* 9. Februar 1986).

Dann aber schlug am 7. Februar 1999 das Schicksal zu und König Hussein verstarb am Non- Hodgkin-Lymphom, dem selben Krebs, der auch Jacqueline Kennedys Leben forderte.

Der König hatte zuvor noch festgelegt, dass ihm nicht sein Bruder, sondern sein ältester Sohn Abdullah auf den Thron folgen sollte.
Seine Beisetzung zeigte demonstrativ die Qualität des verstorbenen Herrschers der Hashemiten, denn an seinem Sarg versammelten sich 17 regierende Staatschefs, Vertreter verschiedener Monarchien und früherer politischer Verhandlungspartner, darunter die ehemaligen US-Präsidenten Gerald FordJimmy Carter und George H. W. Bush. Auch der Staat Israel setzte seine Fahnen auf halbmast, denn der König hatte jahrelang – wenn auch im Geheimen – mit dem Staat Israel gesprochen und das Land immer wieder auf diplomatischen Missionen besucht. Mit Premier Jitzchak Rabin verband ihn eine persönliche Freundschaft und so war es ihm eine Selbstverständlichkeit, dass er zu dessen Beisetzung nach Israel reiste.

Es wurde nun still um Königin Noor („Licht“), wenn sie auch mit ihrer karitativen Arbeit fortfuhr und ihre Zeit zwischen Jordanien, den USA und Großbritannien aufteilte. In den Schlagzeilen erschien sie nur noch selten. Jetzt nahm Königin Rania das Rampenlicht ein

Wie ihr alle wisst, hat nun in der vergangenen Woche Kronprinz Hussein in Amman geheiratet und dabei musste ich feststellen, dass ein Name auf der Gästeliste fehlte: nämlich der der früheren Königin Noor.

Was war geschehen?

Wie wir gesehen haben, hat Königin Noor ja einen Sohn mit König Hussein, nämlich Prinz Hamzah.

Achtung – jetzt wird es ein bisschen kompliziert:

Im Jahr 1999, nämlich beim Tod des Vaters, wurde er Kronprinz. Dann bestieg sein Halbbruder Prinz Abdullah den Thron.
Prinz Abdullah überholte damit auch seinen Onkel Kronprinz Hassan Bin Talal. Dem Wunsch des Vaters Rechnung tragend, unterschrieb König Abdullah, dass sein Nachfolger nicht etwa sein ältester Sohn werden solle, sondern Prinz Hamzah. Aus diesem Grunde wurde Prinz Hamzah für mehrere Jahre Kronprinz.
Dann aber erklärte König Abdullah in einer interessanten Kehrtwende, dass nicht etwa Prinz Hamzah sein Nachfolger werden solle, sondern sein eigener (inzwischen geborener) ältester Sohn, Prinz Hussein (genau – der, der am Donnerstag geheiratet hat).

Laut der jordanischen Verfassung wird nämlich automatisch der älteste Sohn des Königs Thronfolger, außer, der König bestimmt einen seiner Brüder als Kronprinzen.

Vor allem auch für Königin Noor bedeutete dieser Schritt einen schweren Schlag.

Was war geschehen?
Im Zuge des Arabischen Frühlings hatte Prinz Hamzah sich mit Oppositionellen getroffen. Dies führte dazu, dass er 2021 durch den König unter Hausarrest gestellt wurde. Die Situation hatte sich verschärft, nachdem man Hamzah davor gewarnt hatte, sich in der Opposition zu engagieren.
Er wurde wohl nicht zuletzt wegen seiner großen Ähnlichkeit mit seinem Vater als geeigneter Ersatz für König Abdullah gesehen, dessen Regierung von der Opposition als autoritär empfunden wurde.

Königin Noor stellte sich ohne zu zögern an die Seite ihres Sohnes und erklärte Medienvertretern, dass dieser nie vorgehabt habe, den König zu stürzen. Sie wies die Vorwürfe eines versuchten Putsches entschieden zurück.

In Protest gegen die – in seinen Augen – konservative Politik König Abdullahs, legte Prinz Hamzah den Prinzentitel im Jahr 2022 ab.
So sind inzwischen Mutter und Sohn nicht mehr länger gern gesehene Gäste im Palast, auch wenn Prinz Hamzah zwischenzeitlich seine Loyalität zum Halbbruder bekundet hat.

Jetzt versteht ihr vielleicht, warum die einst so vielbewunderte amerikanische Königin der Jordanier heute nicht mehr zu Familienfeiern eingeladen wird …

„Ungeschminkt“ – Gloria von Thurn und Taxis

„Ungeschminkt“ – Gloria von Thurn und Taxis

Es ist ja immer toll, wenn man wieder einen neuen Film auf YouTube präsentieren kann. Noch toller ist es allerdings, wenn das in einem vergleichsweise neuen Format geschieht.

In diesem Fall ist es „Petra.Draussen.Mit Buch.“

In diesem Format gehe ich an schöne und auch historische Orte und stelle dort ein Buch vor.

Eigentlich war ursprünglich die Idee, dass das Buch jeweils in einem Zusammenhang mit dem Ort steht.

Leider ist das nicht wirklich machbar, wenn ich nicht nur ein oder zwei Bücher pro Jahr vorstellen mag …

In diesem Fall also sind wir nicht nach Regensburg gefahren (leider), sondern nach … AH! Das wird noch nicht verraten.

Schaut euch den Film an und dann findet ihr des Rätsels Lösung …

Regensburg ist natürlich ein tolles Stichwort, denn Regensburg ist die Heimat der Fürstenfamilie von Thurn und Taxis und in dem Buch geht es um Artikel und Interviews von, mit und über Gloria von Thurn und Taxis.

Die Fürstin ist ja für ihre provokativen Äußerungen bekannt und ein ganz gesehener Gast auf Talkshow-Stühlen.

Aber macht euch doch euer eigenes Bild über die Frau, die seit Jahrzehnten (nicht nur) den Boulevard in Atem hält …

Einfach den Link hier drunter nutzen und ab zum neuen Film …

https://youtu.be/-btF652298s

Drei Rosen. Keine davon ohne Dornen … 😉

Märchen aus Tausendundeiner Nacht

Endlich mal wieder eine richtige Traumhochzeit:
Am gestrigen Tage fand in Amman die Hochzeit von Kronprinz Hussein mit der Architektin Rajwa Al Saif statt.

Was in Europa eine Krone trägt (oder dies mal tun wird), fand sich deswegen im Zahran Palast ein und wartete wie abertausend anderer vor Ort oder über Live-Stream auf die Braut.


Zunächst aber kam der Bräutigam mit forschen Schritten und in Gala-Uniform durch die Wandelgänge und Gärten des Palastes geeilt, als könne er das große Ereignis selbst gar nicht mehr abwarten.

Er nahm sodann neben seinem Vater, dem König Abdullah von Jordanien am Hochzeitstisch Platz. Hier warteten auch schon die Geistlichen.

Dann endlich traf der Rolls Royce Phantom aus dem Jahr 1968 mit der Braut ein. Die 29-jährige Architektin Rajwa Al-Saif übertraf wohl die höchsten Erwartungen, als sie am Arm des jüngeren Bruders des Bräutigams, Prinz Hashem, den Weg zur Hochzeitsgesellschaft antrat.
Die Prinzessinnen Salma und Iman fungierten als Brautjungfern, die sich immer wieder um die Schleppe bemühen mussten, wenn die Braut die Kurven durch die Palastgänge nahm.

Die Trauung selbst wurde von Dr. Ahmed Al Khalaileh, dem Imam des Hofes, durchgeführt.


Anschließend ging es zum Empfang in den Al Husseiniya Palast.

Inzwischen war auch bekannt geworden, dass die frischgebackene Prinzessin ein Kleid von Elie Saab trug. Es hatte nicht nur die wundervollen und ungewöhnlichen Blütenapplikationen im Rückenbereich, sondern auch eine abnehmbare Schleppe mit einem höchst ungewöhnlichen Lochmuster.
Die Schuhe der Prinzessin waren denkbar simpel und flach gehalten, wohl nicht zuletzt, damit sie ihren Mann nicht allzusehr überragte.

Die Gästeliste des Tages war nun nicht gerade kurz, wenn man betrachtet, dass insgesamt 1700 Gäste der Einladung gefolgt waren. Unter anderem praktisch alle gekrönten Häupter Europas. Aber auch Prinzessin Beatrice fiel auf, die mit ihrem Mann Eduardo Mapelli Mozzi, der vom Kronprinzen mit begeisterter Umarmung begrüßt wurde, ebenfalls vor Ort war. Da auch der Prinz und die Prinzessin von Wales geladen waren, kann man davon ausgehen, dass die Mapelli Mozzis persönliche Freunde des Brautpaares sind.


Es fiel übrigens insgesamt auf, wie locker und entspannt die jordanische Königsfamilie ist.

Beim Empfang bestand die Dekoration aus Jasminblüten und Weizenähren, die an die Erntezeit erinnern, sowie fünf großen, geflochtenen Bögen. Alles erinnerte an die Landschaft Jordaniens und repräsentierte Geschichte und Handwerkskunst des Landes.

Am Abend trafen sich dann alle Gäste in großer Robe. Nicht nur, um dabei zu sein, wenn die Hochzeitstorte angeschnitten würde. Allerdings hätte mir persönlich die Hochzeitstorte als Grund schon gereicht …

Die Braut hatte sich für das Bankett übrigens nochmals umgekleidet. Jetzt trug sie ein wundervolles Kleid von Dolce und Gabbana mit aufwendigen Blütendekorationen.
Übrigens war ihre Tiara eine Neuanfertigung.
Es ist inzwischen nicht nur unter Popstars, sondern auch bei gekrönten Häuptern üblich geworden, dass ein so genanntes Zweites Brautkleid getragen wird. Die Braut wechselt dann im Normalfall nicht nur in ein langes, weißes Abendkleid, sondern wird auch neu frisiert und legt normalerweise dann auch neuen Schmuck an.

Nach der Hochzeit der Prinzessin Iman von Jordanien im März wurde vom Hof ein wunderschöner kleiner Film veröffentlicht, in dem man das Brautpaar nochmals vor romantischer Kulisse bewundern konnte. Jetzt hoffe ich mal, dass auch anlässlich dieser Hochzeit ein solcher Film veröffentlicht wird.

Wer sich übrigens noch eingehender mit der Hashemitischen Königsfamilie von Jordanien beschäftigen möchte, dem seien die sehr schönen Homepages des Hofes, sowie der einzelnen Familienmitglieder empfohlen:

https://rhc.jo/en (Der Hof)
https://kingabdullah.jo/en (Der König)
https://www.queenrania.jo/en (Die Königin)
https://www.alhussein.jo/en (Der Kronprinz)

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