26 Jahre …

Morgen vor 26 Jahren starb Prinzessin Diana im Alma-Tunnel in Paris.

Wäre sie nicht in jener verhängnisvollen Nacht gestorben (hätte sie sich angeschnallt, oder hätte man die berühmteste Frau der Welt nicht einem betrunkenen Chauffeur anvertraut) – was hätten wir dann noch alles von dieser bemerkenswerten Frau erwarten dürfen?!

Ich glaube, es war unsere damalige Englischlehrerin Frau Kerstjens, die Postkarten der Königsfamilie mitbrachte und diese in den Schaukasten unseres Klassenzimmers hängte. Fasziniert schielte ich wieder und wieder zu den Fotos, die die Queen und Prince Philip einträchtig auf einer Couch sitzend zeigten und Prince Charles beim Wandern im schottischen Hochland.
Da war noch nicht mal im Traum an eine Lady Diana Spencer gedacht, deren Bilder bald die Welt überfluten sollten.

Sobald Lady Diana Spencer die Bühne betrat, gab es bei mir kein Halten mehr. Ich verfolgte jeden ihrer Schritte. Sammelte Artikel über sie und klebte jedes Bild in kleine Vokabelheftchen ein. Als ich der Flut nicht mehr Herrin wurde, legte ich Leitzordner an.

Wenn es schon mir so ging – wie musste sich Diana erst fühlen?
Heute verstehe ich, dass der Ursprung der späteren menschlichen Katastrophen unter anderem darin begründet lag, dass es keine Blaupause für ein solches Phänomen gab.
Diana erwartete Hilfe der Königsfamilie. Doch wie kann man Hilfe bei etwas bieten, das ohne Beispiel ist? Dazu kommt noch, dass man zu Zeiten der Queen mit dem Thema Emotionen weitaus robuster umgegangen ist, als das heutzutage der Fall ist.
War es keine institutionalisierte Trauer wie bei Queen Victoria, so behielt man die eigene Gefühlslage für sich. Das galt übrigens nicht nur für Herrscherhäuser, das wurde in den meisten normalen Familien ebenso gehandhabt.

Wenn aber Diana etwas (außer Schönheit) im Überfluss hatte, dann waren es Emotionen. Das, was sie nun bei den normalen Menschen so gut ankommen ließ, war das, was sie von der Königsfamilie trennte. Denn niemand begibt sich gerne in eine Situation, die ihm fremd ist und so hätte man es sicherlich vorgezogen, wenn Diana nach außen gestrahlt hätte und nach innen den Ball flach gehalten.

Ein Gutteil dieser Emotionen bezog sich auf ihren Ehemann. Im Gegensatz zu Diana (oder zumindest nach dem, was so kolportiert wird), hatte er männliche und weibliche Freunde, wohingegen Diana nur Freundinnen hatte.
Ob Camilla und Charles nun wirklich durchgängig (bis die Ehe irreparabel zerstört war) lediglich Freunde waren, lässt sich wohl nicht mehr belegen. Das ist aber auch nicht mein Ziel.
Vielmehr geht es mir darum darzulegen, dass Diana in meinen Augen ein Ungleichgewicht verspürt hat. Eine Ungerechtigkeit. Die Ungerechtigkeit, dass sie von ihrem Mann nicht das zurückbekam, was sie ihrerseits in die Beziehung und in das Königshaus investierte.

Gegensatzpaare
Ein immer größeres Ungleichgewicht machte sich breit in ihrem Leben:

Liebe zu Charles – Unerwiderte Liebe durch Charles
Euphorie bei öffentlichen Terminen – Einsamkeit mit Tablett auf der Couch im Kensington Palace
Freiheitliches Leben der Menschen mit denen sie zusammenkam – Höfisches Protokoll
Große Gefühle für die Familie – Kalte, abweisende Haltung der Royal Family
Keine tiefere Bildung ihrerseits – Charles als Intellektueller
Diana mit gleichaltrigen Freundinnen/ Spaß – Charles mit wesentlich älteren Freunden (ebenfalls Intellektuelle)
Überwältigender Zuspruch durch die Öffentlichkeit – Kein Lob von Seiten der Royal Family
Charles vertraut sich ihr nicht an – Charles teilt alles mit Camilla

Dies sind nur ein paar der Gegensatzpaare, die mir spontan eingefallen sind und die zu jener Gefühlslage geführt haben dürften, die Diana schlussendlich eskalieren ließ. (Wohlgemerkt: aus ihrer Perspektive betrachtet. Andere mögen die Situationen anders eingeschätzt haben).
Für sie muss festgestanden haben, dass Camilla als Frau, mit der Charles alles teilte, auch die Frau sein müsse, mit der er das Bett teilte. Da sie von allen im Stich gelassen wurde, inklusive ihrer eigenen Familie (Bruder Charles manövrierte sie Mal um Mal aus, wenn sie um seinen Beistand bat. Zum Beispiel, indem sie bat, sich für eine gewisse Zeit nach Althorp zurückziehen zu dürfen, um zur Ruhe zu kommen. Er ließ sie nicht, da er das Eindringen der Presse in seine eigene Privatsphäre befürchtete), fand sie alleinigen Zuspruch bei der Presse.
Da im privaten Rahmen keine der maßgeblichen Persönlichkeiten ihr Gehör schenkte, suchte sie diese Aufmerksamkeit bei der Presse. (Übrigens war die Sache nicht nur kein Ruhmesblatt für ihren Bruder Charles, der sich am Ende als kühner Rächer an der Königsfamilie gerierte, auch ihre Schwestern dürfen von Kritik nicht ausgenommen werden, denn sie waren es, die durch die Nähe zum Thron (speziell der Ehemänner) eindeutige Nachteile fürchteten, sollten sie sich zu eng an Diana anschließen.

Alle mal herhören!
Und so kam es, wie es kommen musste: Diana, die immer mehr in ihrem eigenen Saft schmorte, sah die Front gegen sich immer mächtiger werden. So mächtig, bis sie ihr einziges Heil im Rundumschlag zu finden glaubte.

Das war die Geburtsstunde von Andrew Mortons Buch „Diana – Ihre wahre Geschichte“ und schlussendlich das berüchtigte Panorama-Interview mit Martin Bashir, in das sie Bekannterweise hineinmanipuliert worden war. Nicht zuletzt durch ihren eigenen Bruder, der die Unterlagen Bashirs nicht überprüfte, sondern seiner Schwester vorlegte, woraufhin diese einwilligte, das Interview zu geben.

Wie so viele Menschen, die Interviews geben, musste auch Diana im Nachgang erfahren, dass sie damit einen großen Fehler gemacht hatte. Dass das, was sie für sehr klug gehalten hatte, sich als schrecklicher Fehler entpuppt, weil sie keine Ahnung von den Konsequenzen hatte.
Im Fall Diana muss man wohl auch dazu sagen, dass sie zwar einen Medienberater bezahlte, diesen aber in beiden Fällen nicht informiert hatte. Wahrscheinlich hat sie geahnt, dass er versuchen würde, beide Stunts zu verhindern.

Was bleibt?

Wenn wir uns an die Zeit direkt nach Dianas Tod erinnern, erinnern wir uns vor allem der alles überwältigenden Trauer, die die Welt erfasst hatte.

Der Diana Princess of Wales Memorial Fund
Geldspenden brachen förmlich über den Kensington Palace herein, denn die Menschen wollten damit ihre Unterstützung für Dianas Anliegen zum Ausdruck bringen.Um diese Spenden an die richtigen Empfänger zu bringen, gründete man eine Stiftung („Diana Princess of Wales Memorial Fund„), bei der Dianas Schwestern im Stiftungsrat saßen.
Millionen von Pfund wurden an Organisationen gegeben, mit denen Diana zusammengearbeitet hatte.
Jährlich wurde überprüft, ob und wie man sich neu ausrichten solle. Man beschloss bald, nur noch zeitlich begrenzte Projekte zu unterstützen.
Im Jahr 2012 war dann endgültig Schluss. Die Stiftung schloss für immer ihre Tore. Was noch an Finanzmitteln da war, floss in die Royal Foundation, deren Schirmherren die Prinzen William und Harry waren/ sind.

Das ganze Konstrukt klingt nun erst mal ganz gut.
Doch dann überlegt man, warum die Stiftung aufgegeben wurde. Da landet man dann bei der US- Firma Franklin Mint, die bereits 1998 angefangen hatte, Diana-Memorabilia zu verkaufen. Die Stiftung verweigerte Franklin Mint die Lizenzen, was diese aber nicht davon abhielt, ohne Lizenzen weiter zu verkaufen.
Daraufhin verklagte die Stiftung Franklin Mint in Kalifornien. Das Urteil war schnell gefällt: da man in Kalifornien nur im Namen einer verstorbenen Person klagen kann, die Einwohner des Staates ist, wurde die Klage abgewiesen.
Franklin Mint seinerseits hatte die Stiftung wegen Rufschädigung verklagt und gewonnen. Man einigte sich schlussendlich außergerichtlich. Über die Details schweigen beide Seiten.
Die Konsequenz für die Stiftung: sie mussten ihre Zahlungen an wohltätige Organisationen und Projekte einstellen und schlussendlich ganz aufgeben. Was noch übrig war, nachdem man Franklin Mint abgefunden hatte – wie gesagt – floss in die Royal Foundation.

Ein trauriges Ende für etwas, das so hoffnungsvoll begonnen hatte.

Diana Princess of Wales Memorial Fountain + Princess Diana Memorial Garden
Eine ziemlich hässliche Statue im Garten von Kensington Palace und eine in Grenzen nützliche Fontäne in Hyde Park. Wobei sechs Wächter bei letzterer darauf aufpassen, dass niemand mehr durch den Brunnen läuft, das es mehrere Stürze gegeben hatte, wo die Verunfallten sogar ins Krankenhaus gebracht werden mussten.
Angeblich sei das Gras rund um die Fontäne stark in Mitleidenschaft gezogen und die ganze Anlage nicht wirklich gepflegt.

Das sind die Gedenkstätten für Diana.
Dazu kommt noch ein absolut geschmackloser „Tempel“ (respektive dessen Fassade) im Park von Althorp, wo man Blumen zum Gedenken ablegen kann (was sicherlich schon lange niemand mehr tut), da man Dianas Grab auf der kleinen Insel im ovalen Teich nicht besuchen darf. (Früher ruderten ihre Söhne an Jahrestagen dort hinüber).
Was man allerdings – zumindest anlässlich der runden Jahrestage – immer noch findet, sind Sonderhefte, und ab und zu noch Titelseiten auf Zeitschriften, die Dianas Antlitz ziert.

Die Diana Gedächtnis- Ausstellung in Althorp House

Wir erinnern uns alle an jene zornerfüllte Rede, die Charles Spencer, Dianas Bruder, in der Westminster Abbey anlässlich ihrer Beisetzung gehalten hat.
Die schockstarre Königsfamilie lauschte den Worten des Earls, der pathetisch schwor, stets für seine Neffen da zu sein. (Damit diese der grausamen Königsfamilie niemals zum Opfer fallen würden wie seine arme gejagte Schwester …)
Er ließ Althorp renovieren und eröffnete in den Ställen eine sehr schöne Gedächtnis- Ausstellung, bei der man u.a. die Hochzeit noch einmal nachverfolgen konnte und als Herzstück ihr Brautkleid bewundern.
Ich war damals in Althorp und durfte auch den Earl Spencer kennenlernen. Das Haus selbst ist wunderschön und die Ausstellung war ein Traum für jeden Fan.
Allerdings schloss die Ausstellung 2013 für immer ihre Tore. Wohingegen man Althorp noch immer im Sommer besichtigen kann.

Die Mode

Eine der intensivsten Erinnerungen an Diana ist mit Sicherheit ihre Mode. Noch heute erscheinen Bücher zu ihrem Stil und die Art und Weise wie sie nachgeahmt wurde, sucht sicherlich ihresgleichen.
Größtes Event seinerzeit: Die Auktion ihrer Kleider zu einem guten Zweck.
So konnten Fans zum Beispiel die entsprechende Ausstellung im Kensington Palace mit den erworbenen Stücken sehen, die sich zu einem sofortigen Kassenmagneten entwickelte.
Nach einer Weile wurden nur noch einzelne Kleider gezeigt und dann war komplett Schluss.

Was die privat ersteigerten Roben angeht, so sind sie teilweise bereits zum dritten und vierten Mal aus den unterschiedlichsten Gründen unter dem Hammer.
Jetzt im September gibt es wieder mehrere Auktionen, wo nicht nur Abendkleider erneut versteigert werden, sondern auch ein Exemplar ihres berühmten roten Schäfchen-Pullovers.
Diesen hatten die Besitzerinnen der Strickwarenladens auf dem Dachboden wiedergefunden. Diana hatte ihn seinerzeit zur Reparatur gegeben und niemand hatte den Pullover je wieder abgeholt.
So hat man jetzt also die (vielleicht nicht ganz) einmalige Chance, das inzwischen etwas mitgenommene Stück zu ersteigern.
Vorausgesetzt, man kann (und will) bei einem Startgebot von 50.000 Pfund mithalten …

Ihre Erben

Das sind natürlich in erster Linie ihre beiden Söhne. Dem Vernehmen nach hat Prince Harry seinerzeit 20 Millionen Pfund von seiner Mutter geerbt, die inzwischen den zentralen Grundstein seiner Existenz in den USA bilden.
Beide Söhne haben u.a. Schmuckstücke von Diana geerbt, die sie ihren jeweiligen Ehefrauen geschenkt haben. Wenn der berühmte diamantgerahmte Saphir, Dianas Verlobungsring, auch eigentlich die Hand von Harrys Frau hätte zieren sollen, hatte dieser das Stück seinerzeit William für seine Verlobung mit Kate überlassen.

Bis zu ihrem endgültigen Bruch hatten die beiden Söhne sich zumindest noch zu den Todestagen der Mutter zusammengefunden, aber auch dies gehört inzwischen dank Harrys Memoiren der Vergangenheit an.

Aus der Royal Foundation hat sich Harry zurückgezogen und es scheint fast so, als wage nicht mal er, den Namen der Mutter für seine geschäftlichen Ziele einzusetzen, nannte er seine Firma doch „Archewell“.

Der Fall Prince Harry

Manchmal scheint es, als wäre Prince Harry der einzige, der ostentativ das Gedächtnis an seine Mutter am Leben erhält. Er berichtet in seinen Memoiren von ihr.
Erzählt von seinen halsbrecherischen Fahrten in den Alma-Tunnel (was mich extrem verärgert hat, da ich die dortige Verkehrssituation mit den vielen Fußgängern kenne …)
Berichtet von seiner Jugend, die eine einzige Flucht vor der Verlassenheit nach ihrem Tod war. Wieder und wieder geht es um die Mutter, ohne deren Tod sein ganzes Leben natürlich vollkommen anders verlaufen wäre …
Da es am Ende des Tages um die eigene Marke und das Geldverdienen geht, macht auch Ehefrau Meghan mit und lässt sich mit dem Baby Lilibet Diana (!) vor einem Foto der Großmutter ablichten, wobei die Kleine die Oma neugierig anschaut.

Wobei ich es schon irritierend finde, dass bei den Sussexes an der Wand nicht etwa ein privater Schnappschuss der Mutter/ Schwiegermutter/ Großmutter hängt, sondern ein offizielles Fotografen-Bild.
So erinnert das Ganze eher an das Zimmer eines Fans, der sein Lieblings-Starfoto an der Wand hängen hat.

Wie sicherlich die meisten Leser wissen, beließ es Harry nicht bei den Schilderungen seines Verlustschmerzes. Er wird nicht müde, die Parallelen zwischen seiner ach so verfemten Ehefrau und seiner Mutter zu betonen. Das ging sogar soweit, dass in diesem Jahr eine hart durch New York von Harry und Meghan so aufgeplustert wurde, dass sie sogar von einer „Verfolgungsjagd mit beinahe tödlichem“Ausgang sprachen.
Sehr schnell zeigte sich allerdings, dass es sich um keine Verfolgungsjagd gehandelt hatte, wie der Bürgermeister von New York betonte. Mit einer gewissen Süffisanz fügte er hinzu, dass jeder, der den New Yorker Verkehr kenne, wisse, dass dies schlicht unmöglich sei.
Am Ende des Tages waren die beiden die Gelackmeierten über die sich die Welt den Mund zerriss und/ oder kaputtlachte.
Mit dieser grotesken Neuinszenierung war Harry endgültig zu weit gegangen.

Resumee

Ich vergleiche die Zeit bis gleich nach Dianas Tod mit dem, was heute, knapp 30 Jahre später noch von ihr geblieben ist.
Es ist verzweifelt wenig.
Von ihrem vielgerühmten sozialen Engagement bis zu ihrer Liebe zu ihren Söhnen …
William geht seinen eigenen Weg mit seiner Familie und was er empfindet, eröffnen nur kleine Blitze, die plötzlich eine Landschaft zu erhellen scheinen, so als er eine Teilnahme seines Vaters bei den Gedenkfeiern für die Mutter ablehnt.
Die Brüder wirkten vor Jahren an einer Doku zu Dianas Leben mit, aber das war es dann auch.
Alles in allem, muss man wohl feststellen, ist nicht viel geblieben.
Ob Diana Menschen zu aktivem sozialem Handeln inspiriert hat? Mit Sicherheit.
Ob sie noch immer Menschen inspiriert? Mit Sicherheit nicht in dem Maß, wie man es hätte erwarten können.
Vieles von dem Guten, das sie ohne Zweifel getan hat, wird überschattet von ihren Skandalen.

Insofern hätte ich mir – als ehemals weltgrößter Fan – gewünscht, sie hätte länger gelebt. Wäre ruhiger geworden. Hätte vielleicht Altersweisheit entwickeln können und mit einer gewissen Milde zum Buckingham Palace und nach Clarence House schauen können.

Auf dem Weg war sie wohl, als alles in jener Nacht im Alma Tunnel endete.






Diana – eine Prinzessin verschwindet

Diana – eine Prinzessin verschwindet

In meiner Live-Sendung habe ich mir vor kurzem die Frage gestellt, was von Prinzessin Diana geblieben ist …
Auf die Frage gebracht hat mich dieses Buch aus dem Busse Seewald Verlag, das mit großformatigen Fotos an die Geschichte der unvergessenen Königin der Herzen erinnert.

Ich bin mit diesem Buch noch einmal auf eine Reise auch zurück in meine eigene Jugend gegangen, als ich der weltgrößte Diana-Fan war. Bis hin zur Frisur. (Gescheitert bin ich an ihrer Größe und Figur …)

Hier ahnt man, warum … Sie und ich bei Madame Tussaud in London, Mai 2023, anlässlich der Krönung

Deswegen hat mich auch das Buch so sehr interessiert. In deutscher Sprache gibt es überraschend wenige Titel über Prinzessin Diana. Noch dazu fehlen solche, die versuchen, ein ausgewogenes Bild der Prinzessin zu erarbeiten.
Tatsächlich bleibt das Buch „Diana – Vermächtnis einer Prinzessin“ zwar tendenziell auf ihrer Seite, ist dabei aber nicht so extrem wie andere Publikationen, die sogar vor Beleidigungen von König Charles und Königin Camilla nicht zurückschrecken.
Von daher ist es auch für jene gut lesbar, die sich als bekennende Charles und Camilla-Fans outen (Ich hebe hier mal den Finger…)

Was für mich an dem Buch aber besonders wichtig ist, ist die Tatsache, dass man eine unbeschwerte Reise in die Vergangenheit unternehmen kann. Man darf Dianas Weg noch einmal nachvollziehen, ohne, dass zu tief in jenen Wunden gebohrt würde, die das Prinzenpaar sich seinerzeit gegenseitig zugefügt hat und welche auch an ihren Anhängern nicht folgenlos vorbeigegangen sind.

Wir gehen mit den wunderbaren Bildern noch einmal in jene scheinbar unbeschwerten Jahre zurück, als die von der ganzen Welt beobachtete Hochzeit in London stattfand…

St. Paul’s Cathedral – Schauplatz der Hochzeit von Charles und Diana. Diese Aufnahme habe ich im Mai 2023 gemacht.
Credit: Petra von Straks
Timeline der Kathedrale in der Krypta
Credit: Petra von Straks, Mai 2023

Die Kapitel „Dianas Jugend“, „Diana findet ihren Prinzen“, „Eine moderne Prinzessin“, „Eine liebevolle Mutter“, „Im Dienst der Humanität“, „Der Tod der Königin der Herzen“ und schlussendlich „Dianas Vermächtnis“ nehmen uns chronologisch und thematisch mit durch ein Leben, in dem noch so viel möglich gewesen wäre.

Die durchaus ausführlichen Texte, die die Bilder begleiten, rufen einem nochmals all jene Stationen ihres Lebens in Erinnerung, fügen zusammen und lassen auch die Untiefen nicht aus. Das ist es, was das Buch besonders empfehlenswert macht.

Für wen ist es geeignet?
Sicherlich für LeserInnen wie mich, die Dianas Weg begleitet haben und inzwischen jenen der erwachsenen Söhne und des mittlerweile gekrönten Ex-Mannes Charles. Wir können noch einmal in die Vergangenheit reisen ohne dabei Gegenwart und Zukunft zu vergessen, denn das Buch stellt auch den Weg der beiden Prinzen William und Harry vor.
Aber auch jene, die Diana nicht mehr erlebt haben, die vielleicht die weltweite, beinahe an Hysterie grenzende Trauer nicht nachvollziehen können, die ihr Tod ausgelöst hat – sie können sich auf die Spuren dieser außergewöhnlichen Frau begeben und so vielleicht besser verstehen, warum Diana noch heute zum Beispiel das Leben ihres Sohnes Harry und von dessen Frau Meghan so offensichtlich zu beeinflussen scheint.

Ich selbst habe während der Lektüre begonnen zu rechnen … wie alt Diana jetzt wäre. Wie alt sie bei ihrem Tod war. Dass ich längst wesentlich älter bin als sie je wurde. Das Gefühl des Weitergehens und in gewisser Weise auch des Zurücklassens stellte sich ein.
Es wird einem wehmütig, wenn man dann die Zahlen betrachtet.
Aber dann löst man sich auch wieder von ihnen und blättert zurück in diesem Leben, betrachtet ihre Mode und ihr soziales Engagement und stellt fest, dass es doch wahr ist, wenn man sagt, man solle nicht so sehr betrauern, dass man etwas verloren hat, sondern dankbar sein, dass man es haben durfte.

In diesem Sinne empfehle ich das Buch eindeutig. Und wenn es dazu anregt, sich noch eingehender mit Diana und den Ihren zu befassen – umso besser.
Dann darf ich nämlich auf jene Titel aus dem Busse Seewald Verlag verweisen, die ich bereits besprochen habe. Zudem gibt es im Anhang des Buches noch die Hinweise auf diverse Titel rund um Großbritannien und die Königsfamilie. Besonders hervorheben möchte ich hierbei das wunderbare Buch über die Gärten von Highgrove.

FAKTEN:
Diana – Vermächtnis einer Prinzessin, Busse Seewald Verlag, Reihe: Lifestyle, 133 Seiten, gebunden, 22,00€

Und hier noch der Link zur Verlagsseite, wenn ihr euch über weitere Titel informieren möchtet: https://www.topp-kreativ.de/diana-vermaechtnis-einer-prinzessin-25180

Richtig oder falsch

Wir alle mögen relativ wenig mit Königs gemeinsam haben.
Im Gegensatz zu ihnen wohnen wir normalerweise nicht in Schlössern. Wir haben auch keine Parks, in denen andere unsere Hunde ausführen, wenn uns das Wetter zu schlecht ist. Während Königs um die Welt reisen, bleiben wir auf Balkonien und was das Personal angeht – na ja, also ich habe keine Dienerschaft. (Putzen muss ich auch ungerechterweise selbst …)

Doch eine Sache gibt es – die haben die Royals (zumindest die Männer) mit so ziemlich jedem gewöhnlichen Herrn Jedermann gemein: den so genannten Alopecia Areata. Umgangssprachlich: Kreisrunder Haarausfall.

Fake News und Zeitungsenten

Wir leben in Zeiten, wo – gefühlt – noch nie so viel ge, -und verfälscht wurde wie heute. Das Internet bietet eine herrliche Spielfläche für all jene, die ihre eigene Agenda mittels frei erfundener Nachrichten, oder geschickt verfälschten Berichten, voranzubringen versuchen.
Deshalb erscheint es mir heute wichtiger denn je, authentisch zu sein.
Selten schien es wichtiger als heute, einem anderen vertrauen zu können.
Ja, man wird beinahe das Gefühl nicht los, als sei man wieder im Mittelalter, wo der Leumund eines Menschen über Leben und Tod entscheiden konnte.

Jetzt fragt ihr euch natürlich, was diese beiden Themen miteinander zu tun haben …

Das ist also die Wahrheit. So sehen wir Harry tagtäglich. Kein Problem. Höchstens für seine Eitelkeit.
Aber dann gibt es auch noch sowas …

Jetzt kann man natürlich sagen: Lasst ihn doch machen. Was kann Harry dafür, wenn sie sein Foto so bearbeiten?
Das stimmt natürlich. Allerdings gibt so ein Promi für Gewöhnlich die Fotos zu einem Artikel frei. Alles andere wäre amateurhaft.
Aber selbst wenn er dieses Foto nicht freigegeben hätte, oder es wäre ihm einfach nicht aufgefallen, dass man ihn so „verschönert“ hat (das Rot ist übrigens auch verschwunden …), dann bliebe noch jenes Foto, das ich gefunden habe, als ich die Firma „BetterUp“ recherchiert habe, bei der er als Chief Impact- Officer für mehrere Millionen pro Jahr engagiert ist und sich um die Auswirkungen des Handelns der Firma auf Umwelt und Gesellschaft kümmern soll.

Auch hier wurde eindeutig getürkt. Die Dichte und Farbe seines Haares wurde offensichtlich bearbeitet.

Ich könnte jetzt stundenlang darüber philosophieren, wieso ein Mann wie der Herzog von Sussex sich der öffentlichen Debatte seiner Eitelkeit aussetzt, während sein Bruder einfach sein Haar kurz schneidet und es gut sein läßt.
Ich tue es nicht, weil mich Harrys Eitelkeit schlicht und ergreifend null interessiert.

Was mich aber interessiert ist sein Zugang zum Thema Authentizität.

Haben wir uns auch hier zulande damit abzufinden, dass Körper mittels Software verändert werden? Dass wir eben nicht mehr den echten Menschen sehen, sondern das, was man uns als „echt“ verkaufen will? (Die BetterUp- Homepage gibt es auch auf Deutsch, weil man die Beratungsservices der Firma auch in Deutschland in Anspruch nehmen kann …)

Was ist von einer Firma zu halten, die derart ungehemmt die Bilder ihrer Mitarbeiter bearbeitet?
Es mag altbacken wirken, aber ich bin nicht gewillt, mir diese (optischen) Lügen auftischen zu lassen.

Ich feiere all diejenigen, die zu ihrem Aussehen stehen.
Wie Caroline von Hannover

Oder jetzt ganz frisch (anlässlich ihres 50. Geburtstages) Kronprinzessin Mette Marit

Oder die spanische Königin Letizia

Und natürlich muss ich auch noch ein Foto von Prince William einfügen …

All diese Royals stehen zu ihrem Aussehen. Sie zeigen sich, wie sie sind. Eitelkeit hin oder her.
Nur Harry – der Mann, der seit Jahren andere als Lügner und Vernebler diskreditiert, der lässt seine Fotos nach eigenem Gusto bearbeiten, bis er mit viel Fülle und wenig Rot glänzt.

Es liegt mir nun fern, Prince Harry durch den Dreck zu ziehen. Wie gesagt – jeder hat seine Eitelkeiten. Aber sieht er wirklich nicht, dass tausende von Fotos von ihm im Umlauf sind, auf denen man genau sieht, wie es um seine Haarpracht steht?

Es gehört einfach dazu, wenn man in der heutigen Zeit lebt und wieder und wieder die Medien (zu Recht) an ihre Pflicht zur Wahrheit und Authentizität erinnert, dass man selbst mit gutem Beispiel vorangeht.

A propos „vorangeht“ … Ich hätte da noch ein paar Bilder, die genau so veröffentlicht worden sind.
Falls sich jemand an ferngesteuerte Spielfilm- Aliens erinnert fühlt … Willkommen im Club!

Manchmal fehlen einem einfach die Worte.

Homewards – Prince William macht Nägel mit Köpfen

Es ist eine Win-Win- Situation.
Der Prince of Wales nimmt 3 Millionen Pfund in die Hand, um seinem Projekt HomeWards einen guten Start zu verschaffen. Dadurch erreicht er internationale, positive Publicity und die Obdachlosen bekommen eine Zukunft.

Was macht HomeWards? Das Projekt soll auf Land, das sich im Besitz der Krone befindet, Wohnprojekte für Obdachlose aufziehen. Dort soll den Menschen aber mehr als nur ein Dach über dem Kopf verschafft werden.

In einem 5 – Jahres- Plan und an sechs Muster-Orten will der Prinz zusammen mit der Royal Foundation gemeinsam mit seiner Frau, der Prinzessin Catherine, die Obdachlosigkeit für immer beseitigen. Ein großes Vorhaben mag man denken. Vielleicht sogar ein bisschen größenwahnsinnig? Selbst wenn! Es ist großartig, dass jemand den Mut hat, es überhaupt anzugehen.

Wenn man jetzt fragt, was Prinzessin Catherine dabei tut – In ihrem Projekt zum frühkindlichen Lernen, so sagt sie selbst, hat sie festgestellt, wie ungeheuer viele Kinder von der Wohnsitzlosigkeit betroffen sind. Von daher ist sie sozusagen die natürliche Fürsprecherin für die Kinderbelange in dieser Konstellation.

Erste Unterstützer hat Prince William bereits: die Führungsspitzen diverser wohltätiger Organisationen haben sich seinem Kampf angeschlossen. Aber auch Prominente engagieren sich. So unter anderem Geri Halliwell Horner, Sara Cox, Gail Porter, Sir Bryn Terfel, Tyrone Mings etc. Dazu kommen noch Firmen wie IKEA, Homebase, NatWest Group, Salesforce und viele andere.


Wie aber soll das nun funktionieren? Was unterscheidet HomeWards von anderen Initiativen?

Der Plan sieht so aus: An den Muster-Plätzen wird mit lokalen Gruppen und Unterstützern gearbeitet. Man stellt dem Projekt ein engmaschiges Netz an Partnern zur Verfügung.
Es sollen vor Ort individuelle Pläne erstellt werden, um die Obdachlosigkeit zu beenden.
Denn, so gibt der Prinz zu bedenken: Obdachlosigkeit ist nicht erst dann gegeben, wenn jemand mit Zeitungen zugedeckt im Park schläft.
Es gibt geschätzt alleine im Vereinigten Königreich eine halbe Million Menschen, die sich dadurch über Wasser halten, dass sie bei Freunden auf der Couch schlafen, in ihren Autos wohnen oder in billigen Jugendherbergen unterkommen.

Jedem Standort werden 500.000 Pfund als Starthilfe zur Verfügung gestellt. Zudem gibt es ein Qualitätsmanagement, mit dem der Erfolg der einzelnen Maßnahmen gewertet wird.

HomeWards will auch eine Plattform sein, die Menschen zu Wort kommen lässt, die obdachlos waren, um ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen. Dafür, das Problem offen anzusprechen und sich nicht länger zu verstecken.

Es gibt auch Vorbilder: in Finnland zum Beispiel wird seit Jahren erfolgreich ein solches Programm betrieben.


Dianas Erbe

Wie die meisten sicherlich wissen, war Obdachlosigkeit bereits für Prinzessin Diana ein großes Thema.
So hat sie ihre Söhne immer wieder zu entsprechenden Hilfsorganisationen mitgenommen und William hat als Erwachsener öfter Nächte auf der Straße zugebracht, um ein Gefühl für dieses Leben zu bekommen.
Wenn er auch betont, dass ihm natürlich jederzeit klar sei, dass eine Nacht auf der Straße, nach der man wieder in sein Haus heimkehrt, nicht gleichzusetzen ist mit einem erzwungenen Leben auf der Straße.

Wie die Homepage berichtet, bereitet Prinz William das Projekt HomeWards seit zwei Jahren vor. Da könnte man nun hellhörig werden …
Ich möchte nun auf keinen Fall jemandem etwas unterstellen, und wenn Prinz William erfolgreich wäre, wäre die Breitenwirkung sicherlich gar nicht zu überschätzen … Dennoch kann ich nicht anders als mich zu fragen, ob das Projekt nicht auch – zumindest randständig – etwas mit seinem Bruder zu tun hat.

Beide Brüder sind ja in so eine Art Wettstreit eingetreten, was das Erbe der Mutter, vor allem bei sozialen Projekten, angeht.

Ich könnte mir nun gut vorstellen, welchen Schlag es für Harry bedeuten muss, dass sein Bruder nicht nur Millionen aus der Royal Foundation zur Verfügung stellen kann, sondern auch noch das ganze auf Kronland starten, während er selbst in Kalifornien sitzt und dabei zusehen muss, wie ihm alle Felle davonschwimmen.

Es dürfte ihm spätestens jetzt klarwerden, welche Möglichkeiten er gehabt hätte Gutes zu tun, wenn er in der Royal Family geblieben wäre.
Wie ist es nur so weit gekommen, fragt man sich da …

Seit das Phänomen Harry und Meghan auf meinem Bildschirm gelandet ist, befasse ich mich mit dieser Frage.

Das komplette Narrativ das die beiden mittlerweile vollendet haben, ist für mich nicht mehr nachvollziehbar gewesen. Dass sie von Anfang an mit Hass und Rassismus verfolgt worden wären. Dass die Presse und die königliche Familie sie den Wölfen zum Fraß vorgeworfen hätten. Daß die öffentliche Meinung von Beginn an gegen sie gewesen wäre und und und … Ja – schlussendlich habe man sie sogar außer Landes getrieben.

Diese Flucht, so ließ Harry vor wenigen Tagen verlautbaren, habe im übereilten Unterschreiben von Verträgen gemündet, die sie gezwungen hätten, ihre so hart erkämpfte Privatsphäre wieder ein stückweit aufzugeben.
Schuld natürlich auch hier am Ende das Königshaus, das sie mit dem Umzug in die USA und der Aufgabe ihrer Tätigkeit als Working Royals, von jeglicher finanzieller Unterstützung abgeschnitten habe.
Wobei man natürlich bemerken muss, dass Harry mit einem stolzen Erbe von 20 Millionen Pfund seiner Mutter Diana nach Kalifornien gestartet ist.
Aber das reicht natürlich nicht weit, wenn man den Lebensstil eines Menschen pflegt, der diesen Betrag alleine monatlich an Zinsen bekommt.

Und dann begriff ich es: dieses selbstgestrickt Narrativ von den anderen, die sie praktisch zur Flucht getrieben haben, das die beiden jedem erzählten, der nicht schnell genug davon kam, war einzig und allein eines: Ausrede vor sich selbst.
Die beiden brauchten einen Schuldigen, auf den sie zeigen konnten, wenn ihre Sache in den USA zu scheitern drohte.

Die Themen, für die Harry sich bislang eingesetzt hatte, machten für ihn keinen Sinn mehr. Denn sie hätten Arbeit erfordert.
Hier darf man nämlich nicht vergessen: Wenn William oder der König sich für etwas einsetzen möchten, können sie auf einen Stab erfahrener Zuarbeiter setzen, die sie mit Infos versorgen, Termine koordinieren, PR machen usw.
All das hat Harry nicht mehr.
Nun bleiben ihm zwei Möglichkeiten: entweder er macht das alles selbst, oder er heuert jemanden für gutes Geld an, der es für ihn macht.

Beide Möglichkeiten führen in eine Sackgasse wie wir inzwischen wissen. Harry ist nämlich nicht nur beratungsresistent, wie der Chef von Spotify berichtet hat, sondern auch offensichtlich faul.
Meghan und er müssten unglaublich viel Kärrnerarbeit leisten, wenn sie sich auf dem Charity-Sektor wirklich positionieren wollten. Der Wille dazu ist nicht vorhanden.

Und so sitzen die beiden in Montecito und schauen William und Catherine dabei zu, wie diese mit ihren Projekten nach vorne gehen.
Selbst die Königin Camilla hat mit ihren stillen Projekten rund um häusliche Gewalt und Leseförderung nachhaltige Erfolge zu verzeichnen.

Wenn sie auch immer wieder versuchen, sich als direkte Nachfolger von Prinzessin Diana zu positionieren, so führt das keineswegs zum gewünschten Erfolg, sondern endet höchstens in Hähne und Kopfschütteln beim Publikum.

Und nun zieht William im ureigensten Gebiet der Mutter davon.
Wäre Obdachlosigkeit nicht auch ein wichtiges Thema speziell in Kalifornien? Was ich so höre, gibt es in der Bay Area zahllose Wohnsitzlose, die Hilfe gebrauchen könnten. Aber das würde auf Seiten von Harry und Meghan harte Arbeit und zähen Willen erfordern. Beides können (und wollen) sie offensichtlich nicht leisten.
Insofern essen sie nun die Suppe, die sie sich selbst eingebrockt haben.

Wer mehr über HomeWards erfahren möchte, dem sei deren Homepage empfohlen, die auch ständig neue Infos bereithält: www.homewards.org.uk




Der Diana – BBC – Bashir- Skandal

Alles begann im Jahre 1993 als Martin Bashir sich an Commander Patrick Jephson, Dianas Privatsekretär, wandte, um sie um ein Interview mit seiner (erfahrenen BBC- Kollegin) Sue Lawley zu bitten. Jephson lehnte in Dianas Namen ab.



Doch Bashir war wild entschlossen, diesen Coup zu landen.

Er brachte einen freischaffenden Grafik-Designer dazu, Bankbelege zu fälschen, die dazu dienen sollten, Alan Waller, den Sicherheitsexperten von Dianas Bruder, in Misskredit zu bringen.
Es sollte so aussehen, als habe Waller Zahlungen von der britischen Presse und zweifelhaften Offshore-Firmen bekommen. Im Gegenzug habe er Storys der Spencer- Familie durchgestochen.
Der Künstler hatte keine Ahnung, was er da tat.

Im September nun legte Bashir Charles, dem Earl Spencer, die gefälschten Unterlagen vor.
Kurz danach präsentierte er Dianas Bruder weitere Unterlagen, die scheinbar belegten, dass Jephson und Richard Aylard (Prince Charles‘ Privatsekretär) ähnliche Zahlungen erhalten hatten. Zudem gab es Unterlagen, die beweisen sollten, dass Tiggy Legge Bourke, die von Charles engagierte Begleiterin der Prinzen William und Harry, eine Abtreibung gehabt hätte und es sich dabei um Charles‘ Kind gehandelt habe.
Spencer – nicht dumm – meldete sich bei der BBC und fragte nach, ob Bashir vertrauenswürdig sei. Dies wurde bestätigt. (Warum er sich nicht bei Waller erkundigt hat – keine Ahnung)

Spencer kontaktierte sofort seine Schwester Diana, die noch angefasst war durch das lange Interview, das Charles Jonathan Dimbleby gegeben hatte und in dem er seinen Ehebruch gestanden hatte.

Am 19. September fand das erste Treffen zwischen Diana und Bashir statt.
Es fiel Bashir nicht schwer, Diana zu manipulieren, da diese von jeder Menge Wahnvorstellungen heimgesucht wurde. Sei es, dass man sie ausspioniere (nicht übertrieben gedacht) und, dass man ihr nach dem Leben trachte. (Eher nicht…)

Ihre Furcht, man würde einen Wagen so manipulieren, dass die Bremsen versagen würden und sie getötet (oder zumindest schwer verletzt), scheint für viele auf den ersten Blick ein A-Ha-Moment, bedenkt man, wie sie starb. Doch tatsächlich hätte sie überlebt, wäre sie nur – ganz banal – angeschnallt gewesen.

Auch, dass sie abgehört werde, bestätigte sich nicht, denn sonst hätte das Königshaus (oder andere finstere Mächte im Dienste des Systems) gewusst, dass sie Bashir traf und hätten versucht, diese Bombe rechtzeitig zu entschärfen.

Spencer seinerseits, der bei dem Treffen dabei war, teilte später bei der offiziellen Untersuchung mit, dass er immer misstrauischer geworden sei, denn vieles von dem, was Bashir jetzt zu Diana sagte, passte nicht zu dem, was er zuvor Spencer bei deren Treffen in Althorp gesagt hatte. Wieso er dann aber seine Schwester nicht ermahnt hat, das Interview sein zu lassen – diese Frage darf wohl erlaubt sein.

Als das Interview schlussendlich ausgestrahlt wurde, schlugen die Zuschauerzahlen alles bislang Dagewesene. Circa das halbe Vereinigte Königreich hatte vor dem Fernseher gesessen. Nicht zu vergessen alle im Nachgang ausgestrahlten Dokumentationen in aller Welt.

Doch gleichzeitig begannen die Alarmglocken bei den Beteiligten zu schrillen. Der Grafik-Designer, der die Dokumente gefälscht hatte, meldete sich damit bei der BBC. Diese hatte sämtliche Schutzmechanismen des sauberen Journalismus bewusst außer Kraft gesetzt, damit das Interview zustande kommen sollte. Bashirs Produzent, der normalerweise jeden Schritt (vor allem eines noch recht unerfahrenen Journalisten wie Bashir) in mehreren Stufen hätte kontrollieren müssen, ließ diesem vollkommen freie Hand. Offensichtlich waren beide (wir erinnern uns an die Mechanismen bei den gefälschten Hitler- Tagebüchern) angefixt von dem Köder, der vor ihren Nasen baumelte: ein Tell-All-Interview mit der berühmtesten Frau der Welt!

Als Vorgesetzte Bashir im Dezember 1995 schlussendlich mit den Vorwürfen konfrontierten, gab dieser zu, die Unterlagen erfunden zu haben, aber er hätte sie niemals Diana selbst gezeigt.
Das sollte sich als enorm kluger Schachzug erweisen, denn es ersparte ihm am Ende sogar eine Gefängnisstrafe, denn die BBC- Granden baten kurzerhand Diana, dies schriftlich zu bestätigen, was diese naiverweise auch tat.

Im März 1996 rief die Mail on Sunday bei Spencer an (der Grafik-Designer hatte ihnen einen Tipp gegeben) und fragte ihn nach seiner Meinung zu den Vorgängen.
Der Earl verweigerte einen Kommentar.

Doch nun war die Katze aus dem Sack und die Mail hatte nicht vor, sich mit dem Einfangen derselben zu beeilen.
Stattdessen riefen sie bei der BBC an, die sich wiederum Bashir vorknöpfte. Der gab jetzt zu, die Unterlagen zwar nicht Diana, aber ihrem Bruder gezeigt zu haben.
Die Beteiligten hatten Glück. Da die Mail keine Zeugen auftreiben konnten, verlief die Geschichte im Sand.

Es dauert beinahe 25 Jahre, bis die Story endlich explodierte.

Jetzt war die BBC gezwungen, eine Untersuchung zu beauftragen. Der Dyson Report wurde erstellt.
Die BBC schrieb Entschuldigungsbriefe an die Prinzen Charles, William und Harry. An Jephson, den Grafik-Designer und den Earl Spencer.
Jephson, Waller und der Grafik-Designer erhielten ebenso wie Tiggy Legge Bourke ein Schmerzensgeld.

Legge Bourke war sogar von der empörten Diana bei einer Feier vor allen Gästen konfrontiert worden und die Story von der Abtreibung fand sich in mehr als einem Artikel oder Buch wieder …

Die BBC gab des Weiteren alle Preise (inklusive dem BAFTA Award) zurück, die sie für das Interview erhalten hatten.
Bashir beharrt bis zum heutigen Tag darauf, dass es nicht die gefälschten Unterlagen gewesen seien, die Diana dazu gebracht hätten, das Interview zu geben. Die Unterlagen hätten ihm lediglich den Zugang zur Prinzessin über ihren Bruder ermöglicht. Gegeben hätte Diana das Interview mit Sicherheit sowieso.

Es bleibt festzustellen, dass der Betrug für Bashir keine weiteren Konsequenzen hatte. Er wechselte 1999 zu ITV und arbeitete in Großbritannien und dann in den USA als Korrespondent und kehrte 2016 sogar zur BBC zurück.

Aus gesundheitlichen Gründen beendete er 2021 seine Karriere als Journalist.
Die Verantwortlichen bei der BBC erlitten auch keine weiteren Konsequenzen. Sie wurden von den Vorwürfen und naseweisen Kollegen abgeschirmt.
(Wer sich für die kritischen Recherchen anderer Presseleute interessiert, dem sei der Artikel „The Big Lie“ von Tom Mangold in der aktuellen Ausgabe von „The Critic“ empfohlen …)


Wenn ich nun diesen Skandal so betrachte, frage ich mich schon, wie die BBC es vor sich selbst und ihren Zuschauern verantworten konnte und kann, einen Mann wie Bashir nach diesem Skandal auch nur mit der Kneifzange anzufassen.

In Zeiten wie diesen, wo sauber durchgeführter Journalismus so rar geworden zu sein scheint wie ein gelber Diamant, müssten die Verantwortlichen anders mit ihrem Ethos umgehen.
In Zeiten, wo Wahrheit ein beliebiges Gut geworden ist, das jeder nach eigenem Gusto hinbiegen kann, empört mich dieser Skandal über alle Maße.

Und wenn ich noch weiter über all diese Vorgänge nachdenke, die uns allen ein scheinbar so klares Bild der auf Messers Schneide spazierenden Diana präsentierten, die mit Kuhblick berichtete, dass Charles nicht gemacht sei für den „Top Job“ etc – dann frage ich mich, was eines Tages über Harry und Meghan herauskommen mag.

Ich sage nicht: der hat Recht und der lügt. Ich sage nur: wir müssen vorsichtig sein. Wir müssen Dinge überprüfen und nicht leichtfertig über Dinge hinweggehen, denn am Ende sind es Menschen, die den Preis bezahlen.

Was mich selbst angeht, so hat mich die neuerliche Beschäftigung mit diesem Skandal in der Überzeugung bestärkt, dass wir unseren Kindern schon in der Schule beibringen müssen, wie man herausfindet, ob etwas wahr oder falsch ist. Wie man mit Quellen umgeht.
Und wir müssen ihnen und uns beibringen, wachsam zu sein. Wachsam und misstrauisch.

26.04.2023 – Neuigkeiten von Harrys Prozessfront …

Am gestrigen Tage hat der Anwalt von Prince Harry Unterlagen aus dem Prozess gegen NGN (News Group Newspapers) vorgelegt.
In diesen Unterlagen behauptet Harry, dass Prince William 2020 eine sehr hohe Entschädigungssumme dafür kassiert habe, dass man sein Handy gehackt hatte und um zu vermeiden, dass Prince William vor Gericht ziehe.
Daraufhin habe es ein Übereinkommen zwischen dem Königshaus und der Mediengruppe gegeben, künftig nicht mehr zu klagen.

Prince Harry selbst habe von dem Übereinkommen erst sehr viel später erfahren, nachdem er sich gewundert habe, dass man von Seiten des Palastes permanent versucht habe, ihn von Klagen abzuhalten, beziehungsweise sich geweigert habe, in seinem Namen zu klagen.

Es habe sogar eine noch ältere Übereinkunft gegeben und zwar, nachdem Gespräche zwischen Prince Charles und seiner Geliebten Camilla Parker- Bowles im Jahre 1989 von der Sun veröffentlicht worden waren. Man habe zwischen Palast und Medien abgesprochen, dass man auch künftig auf Klagen verzichten werde, wenn die Presse ihrerseits keine Gespräche mehr belausche.
Dies sei mit der Zustimmung der Königin geschehen.
Der Hof habe offensichtlich gehofft, auf diesem Wege Ruhe zu bekommen.
Diese Übereinkunft, so Harry, habe dazu geführt, dass seine Klagen nie aufgenommen wurden.

Laut seinem Anwalt Mr Sherborne verlangte Harry von NGN seit 2017 eine Entschuldigung und wurde vertröstet bis 2019. Zu diesem Zeitpunkt habe er beschlossen, vor Gericht zu gehen.

Der Anwalt von NGN weist die Vorwürfe zurück. Die Behauptung, es habe solche Übereinkünfte gegeben, seien widersprüchlich zu anderen Aussagen des Herzogs im Fall. Außerdem habe der Herzog nicht einen einzigen Beweis hierfür.
Diese angeblichen Übereinkünfte dienten alleine dazu, die verspätete Klage des Herzogs zu begründen. Tatsächlich seien seine Anklagen längst verjährt.

Zudem bemängelt der Anwalt die diffuse Beschreibung einer Übereinkunft, von der der Herzog weder sagen könne, zwischen welchen Parteien sie wie geschlossen worden sein solle, noch habe er irgendwelche Beweise, dass sie überhaupt stattgefunden habe. Es sei auch nicht klar, welchen zeitlichen Umfang die Übereinkunft haben solle, für wen sie gälte und wer die Personen seien, die dies abgemacht hätten.

Harrys Aussage betonte nochmals seine Anklagen aus „Spare“, dass jeder seiner Versuche vom Palast konterkariert worden sei, ohne, dass er dies habe verstehen können. Es sei so weit gegangen, dass er verlangt habe, die Presse komplett von seiner Hochzeit auszuschließen, bis er eine Entschuldigung von Murdoch bekommen habe.
Ziel der Blockade sei es gewesen, so Harry in seiner Zeugenaussage, den Palast in Ruhe das Image von Charles und Camilla aufpolieren zu lassen, ohne die Presse zu verärgern.
Da die Königin ihre Zustimmung zu dem Deal erteilt habe, habe es verständlicherweise von den Stäben des Buckingham Palace und Clarence House wenig Interesse an unterstützenden Maßnahmen gegen die Presse gegeben.

Harry wiederholte in seiner Zeugenaussage auch seine bekannte Klage, dass es die Presse gewesen sei, die sämtliche seiner Beziehungen zerstört habe. Man habe versucht, ihn als gestört und labil darzustellen und gehofft, so einen öffentlichkeitswirksamen Zusammenbruch seinerseits heraufzubeschwören.

Der Anwalt von NGN verlangte gestern vom Gericht, die Klage des Herzogs wegen Verjährung ebenso zurückzuweisen wie die von Hugh Grant.
Man rechnet damit, dass die Anhörung noch drei Tage dauern wird und dann entschieden wird, ob man die Klagen zulässt.

Kensington Palace hat eine Stellungnahme bezüglich dieser angeblichen geheimen Übereinkünfte verweigert.

24.04.2023 – Was ist das Problem?

Boris Johnsons Schwester Rachel Johnson beschrieb in der Mail on Sunday das Problem zwischen den Windsor-Brüdern und ihren Frauen folgendermaßen: „Bei uns mögen wir es nicht so sehr, wenn Frauen ihre Stimme zu sehr erheben (ich weiß das selbst am besten), ganz zu schweigen von Frauen, die anderen Frauen vorschreiben, dass sie ihre Stimme erheben sollen und Männern, dass sie zuhören sollen. Und als Nation ziehen wir es definitiv vor, wenn königliche Damen nicht wirklich sprechen, wie die Königin oder die Herzogin von Cambridge.“
Sie führte weiter aus, dass das Vereinigte Königreich nun zum ersten Mal eine feministische Aktivisten- Prinzessin habe. Wobei sie selbst der Meinung sei, dass Frauen keine Opfer seien und auch niemand bräuchten, der wohltätigerweise permanent für sie spricht. Sie erinnerte Meghan auch daran, dass sie stets der Tatsache eingedenk sein solle, dass sie in eine konstitutionelle Monarchie einheirate, und jeder zwingend wissen müsse, wo sein Platz in der Hackordnung sei. Ein ständiges Übertreten roter Linien sei da keine gute Idee.

Wenn ich mir diese Zeilen so anschaue, muss ich gestehen, dass mir bei solcher Weltsicht Angst und Bang wird. Sind die Briten wirklich so?
Nun – vielleicht jene, mit denen sich die Johnsons umgeben. Die, die ich kenne, definitiv nicht.
Im Gegenteil.
Schwierig ist nur, das rechte Maß zu finden. Wie geht man als Neu-Royal mit der Macht um, die einem qua Trauschein gegeben wurde? Wie lenkt man den Blick der Öffentlichkeit geschickt auf bestimmte Themen, ohne dabei zum Besserwessi zu werden?
Rote Linien …
Die übertrat Meghan aber von Anfang an.

Ein Beispiel hierfür ist jener, bei uns wenig bekannte, Zwischenfall, als Prince Charles sie zu einer persönlichen Führung durch die Ausstellung „Prince & Patron“ im Buckingham Palace einlud. Sie zeigte von ihm persönlich ausgewählte Kunstwerke und fand anlässlich seines 70. Geburtstages statt.

Meghan sagte begeistert zu.
Die Begeisterung ebbte allerdings ab, als sie hörte, dass ein Filmteam dabei sein werde. Die BBC wollte Aufnahmen für die Dokumentation „Prince, Son and Heir: Charles at 70“ machen.
Sie zog ihre Zusage zurück.
Da fragt man sich natürlich, warum??? Wollte sie vielleicht das Rampenlicht nicht mit dem künftigen König teilen? War sie beleidigt, weil sie den Eindruck gewonnen hatte, es sei eine private Veranstaltung und keine öffentliche/ offizielle?
Wer kann sich einen Grund vorstellen, eine solche Einladung auszuschlagen, außer, weil man plötzlich verstorben ist?

Ich denke, wenn man in eine königliche Familie einheiratet, muss man willens und in der Lage sein, den Ball erst mal flach zu halten. Man sollte Ratschläge annehmen und beherzigen. Eigene Wege kann man erst gehen, wenn man Laufen gelernt hat. Vor allem, wenn man sich auf royalem Parkett bewegen will.

Wie ist eure Meinung? Hat Meghan richtig gehandelt, als sie gleich ein markantes Profil gezeigt hat, oder hätte sie erst mal das Terrain sondieren müssen?

Was natürlich zu der Frage führt, ob Harry und Meghan zu schnell geheiratet haben? Hatte sie überhaupt genug Zeit, sich zu überlegen, ob dieser Weg der richtige ist? (Aller Liebe zum Trotz) War sie einfach die richtige Frau am falschen Ort?

Wie müsste eine Frau aufgestellt sein, die zu Harry passen würde und die die Monarchie nicht an die Kante treibt?

Was mich zu der Frage bringt, inwieweit tatsächlich Meghan für Harrys geistige Amokläufe verantwortlich ist.
In Jobsons neuer Charles- Biografie zitiert der Autor hochrangige Mitglieder des Hofes, die durchaus Harry als selbstverantwortlich ansehen. Er war es, der nach dem Oprah Winfrey- Interview von einer Talkshow zur nächsten geeilt ist. (Und dies nicht erst, um Werbung für sein Buch zu machen) Es ist zu einfach, immer das Frauen-Bashing zu betreiben, wenn Männer hohldrehen, oder?

Ich glaube, bei Harry ist es einfach so, dass er mit seiner Situation bei Hof überfordert war. Er hatte keine richtige Arbeit und auch keine Aussicht auf eine Aufgabe.
Seltsamerweise wird immer wieder betont, dass Harry immer und überall davon sprach, dass ihm gerade mal 10 Jahre blieben, bis seine Rolle hinfällig sei. Zehn Jahre bis Williams Kinder gänzlich ins Rampenlicht treten würden.
Bis dahin müsse er sozusagen seine Fahne gehisst haben, denn danach werde ihm niemand mehr Aufmerksamkeit schenken.

Dieser selbst auferlegte Zeitdruck scheint mir ein wichtiger Anteil an Harrys Persönlichkeit zu sein.
Es taucht nicht nur bei seinem öffentlichen Wirken auf, sondern auch bei seiner Zielsetzung bezüglich Ehe und Familie.

Ein selbstauferlegter Zeitdruck, der durch nichts zu begründen ist. Denn hätte er sich wie bei den Invictus Games mit bestimmten Themen im öffentlichen Bewusstsein platziert, hätte es keinerlei zeitliche Begrenzung gegeben und es wundert mich, dass es scheinbar niemanden bei Hof gab, der ihm diesen seltsamen Spleen genommen hätte.
Dies ist umso verwunderlicher, als König Charles seit Jahrzehnten betont, dass man in der Königsfamilie Marathon läuft und nicht die Kurzstrecke.

Wie bei so vielen Themen hätte Harry nur auf seinen Vater und seine Großmutter schauen müssen. Aber wenn ich jetzt lese, wie schändlich er sich zu Zeiten von Prince Philips Todeskampf aufgeführt hat und wie abstoßend sein Wunsch (oder Befehl?), sich zur Aussprache mit Vater und Bruder am Tage der Beerdigung des Großvaters (!) zu treffen … Man ist einfach angeekelt von so viel Ignoranz und Kaltschnäuzigkeit.
Der Begriff „taktlos“ reicht da nicht mehr.


Wie ich die Sache sehe, hatte Meghan keinen Anteil an Harrys Idee, ausgerechnet an solchem Tage Bruder und Vater in einer emotionalen Ausnahmesituation in solch ein Gespräch zu zwingen. Wäre dem so gewesen, hätte Harry es in seinem Buch geschrieben.

Ach – ich glaube, dazu MUSS ich ein Video machen …

Royals 2.0 arbeitsscheu?

Diese Frage stellt sich der Sunday Express in seiner Wochenendausgabe.
Frank Young, verantwortlich für die Civitas-Umfrage, deren Zahlen dem Artikel zugrunde liegen, betont, dass man sich vielleicht damit abfinden müsse, dass die Königliche Familie unsichtbarer sei als irgendwann in den zurückliegenden hundert Jahren.

Er empfiehlt im Interview, der König solle darüber nachdenken, Prinzessin Eugenie und Zara Tindall als potentielle Vollzeit Working Royals ins Auge zu fassen, denn Zara habe die Schule ihrer Mutter Prinzessin Anne durchlaufen und beide Frauen seien vor allem auch bei der jungen Generation extrem populär.

Umfragen haben des Weiteren ergeben, dass der ruf nach einer Modernisierung der Monarchie inzwischen um ein Drittel gefallen ist. Offensichtlich sehnen sich die Menschen in weit größerem Maße nach Stabilität und Tradition, als man bislang erwartet hatte. Einen Anspruch, den die stets disziplinierte Königin mit ihrem stets vorhersehbaren Kleiderstil immer erfüllt hat.

Wie eine Analysen ergaben, sind die ältesten Mitglieder der Königsfamilie, wie König Charles, Königin Camilla und Prinzessin Anne für 3/4 aller Termine verantwortlich.
In die Lücke springen Zara Tindall und Prinzessin Eugenie. Aber nicht in ausreichendem Maße.
Wer fast nie auftaucht, ist leider Kate.

Das Ganze ist nicht nur körperlich eine Herausforderung, wenn man bedenkt, dass die fleissigsten Royals locker die 80 streifen, sondern es widerspricht auch dem Ziel des Königs, die Familie zu verschlanken und moderner, zukunftsweisender, zu werden.
Was machst du nämlich, wenn die Working Royals gar keine WORKING Royals mehr sind? Wenn die junge Generation, die die Monarchie ins nächste Jahrhundert tragen soll, das einfach nicht tut?

Bedenklich!
Die Zahlen der im Vereinigten Königreich wahrgenommenen Termine fiel von 3.338 im Jahre 2014 auf 2.029 im vergangenen Jahr.

Wie sagte die Königin mal so schön: „I musst be seen to be believed“. Leider können Charles und Anne aber nicht überall und nicht an mehreren Orten jeweils gleichzeitig sein.
Somit läuft die Königliche Familie Gefahr, immer unsichtbarer zu werden.

Wobei man dazusagen muss, dass der Duke of Kent 87 ist und Prinzessin Alexandra 86!!!

Das sind natürlich extrem bedenkliche Zahlen.
Ich bin eine großer Fan des Prinzenpaare von Wales, aber da kann ich leider keine Rechtfertigung finden. Nicht mal eine Erklärung.
Wenn Kinder in der Schule sind (was bei den Wales-Kindern inzwischen der Fall ist), kann man definitiv wenigstens am Vormittag Termine wahrnehmen. Es kann nicht genügen, sich bei einem Gottesdienst zu zeigen und das war’s dann.
Dass Prinz William zwischenzeitlich mit der Verwaltung des Herzogtums Cornwall beschäftigt ist, mag ja sein. Dennoch gehe ich davon aus, dass er nicht selbst Buchführung machen muss, sondern für diese Themen seine Fachleute hat.
Insofern sind beide in meinen Augen in Erklärungsnot.

Vor allem Kate, die ihrer ungeheuren Beliebtheit definitiv Rechnung tragen könnte, ist zu wenig bei den Menschen. Oder fällt sie wieder in alte Gewohnheiten aus ihrer Waity-Katie-Zeit zurück, als sogar die Königin zu mehr Aktivität und beruflichem Engagement aufrief?

Alles in allem ist es eine bedrohliche Situation, denn: nur in Social Media und den Schlagzeilen präsent sein, genügt nicht.

Ich erinnere mich noch, als vor ein paar Jahren eine Analyse der königlichen Termine durch die Way-Ahead-Gruppe (u.a. Prince Philip, Prince Charles, Prince William etc) durchgeführt wurde und man dabei feststellte, dass die meisten Termine in England, und hier bevorzugt rund um London wahrgenommen wurden. Der Norden kam praktisch nicht vor. Erst Schottland bekam wieder ein paar Termine ab.
Dazu hat man festgestellt, dass sozial benachteiligte Gegenden praktisch nicht mit einem Royal rechnen können. Dies hat man noch unter Prince Philips Ägide versucht, in den Griff zu bekommen und so sieht man den König und die Königin heute auch öfter mal z.B. Moscheen und Tempel in schwierigen Vierteln besuchen.

Da Kate vor wenigen Wochen ihre Stiftung zu den prägenden ersten Jahren des Kindes gestartet hat, hätte ich erwartet, dass sie nun sozusagen von Krippe zu Krippe tourt und versucht, ErzieherInnen und Eltern ins Boot zu bekommen und zu sensibilisieren.

Verschlingen Social Media- Auftritte die persönlichen Begegnungen vor Ort?
Hier aber liegt in meinen Augen die Crux von Social Media: auf diesen Plattformen hat sich die Königsfamilie ein neues Gesicht gegeben. Frisch, ungezwungen, nahbar.
Dass diese Auftritte aber die Termine vor Ort, das Händeschütteln und Reden-Halten nicht ersetzt, müssen die Royals wohl erst wieder lernen.

Und wenn Königin Camilla es geschafft hat, nach all den Schmutzkampagnen gegen sie, ihre Angst vor Walkabouts niederzuringen, dann kann die junge Generation das auch.

Vielleicht ist es langweilig, das fünfzigste Muffin zu probieren oder im Altenheim von Little Brackham bei der Seniorengymnastik mitzumachen, aber wenn man bedenkt, wie glücklich die Menschen über einen solchen Besuch sind, sollte alleine das schon Ansporn sein.

Stell dir DAS mal vor…

Stell dir mal vor, dein Opa wird zum König von England gekrönt (okay – lassen wir den Wahrscheinlichkeitsfaktor mal kurz beiseite …) und deine Eltern sagen: „Nur der Papa geht hin!“

Jetzt stell dir mal vor – 15 oder 20 Jahre später. Du redest mit deiner Mama über damals und fragst sie, warum du und deine Schwester nicht dabei sein durften – damals in der Westminster Abbey. Als sie den Opa und die Oma gekrönt haben. Warum ihr nicht mitfahren durftet in der goldenen Kutsche. Und dann nachher erst – auf dem Balkon … da unten tausende und abertausende jubelnder Menschen.
Und was sagt deine Mama dann?

Um Antworten war die liebe Mama ja noch nie verlegen. Von daher ist davon auszugehen, dass sie sich auch auf diese Fragen schon sehr lange gut vorbereitet hat.
Und im Übrigen kennst du sie ja …

Tatsächlich sind – zumindest in meiner Wahrnehmung – Archie und Lilibet eher Randfiguren bei den Debatten um Harry und Meghan.

Für mich selbst sind sie aber SEHR wichtig, denn sie sind die ersten Opfer der elterlichen Kampagnen.
Dank der prahlerischen Berichte des Vaters über seine Tötungszahlen in Afghanistan, stehen sie an allererster Stelle der Gefährdetenliste für alle Islamisten. (Dass es dann ausgerechnet dieser Vater ist, der ständig nach Sicherheit schreit, ist nur einer der vielen Treppenwitze dieser Geschichte).

Die widersprüchlichen Narrative der Eltern werden auch die beiden eines Tages einholen, denn man kann wohl kaum davon ausgehen, dass sie ihren Kindern gegenüber in Erziehung und in der Vermittlung ihres Weltbildes stringent sind.
Es ist wohl vielmehr davon auszugehen, dass den Kindern jeweils das vermittelt wird, was gerade opportun ist.

Wenn wir nüchtern darauf schauen, stellen wir fest, dass mit dem Führen des königlichen Titels und der gleichzeitigen Ablehnung der königlichen Pflichten, den Kindern eine Lebenswirklichkeit vermittelt wird, die so nicht machbar ist. Ihnen wird vorgeführt, dass man sich einfach das heraussuchen kann, was einem in den Kram passt, während man ungeliebte Sachen den anderen überlässt.

Was mich mindestens ebenso bewegt, ist die Tatsache, dass Harry seinen Drogenkonsum sowohl in seinen Memoiren als auch im Gespräch mit Dr. Maté nicht nur verniedlicht, sondern – viel schlimmer noch – als medizinisch notwendig hinstellt.
Harry tut nichts weniger, als seinen Kindern vorführen, dass es okay ist, das Gesetz zu brechen, wenn man es nur vor sich selbst rechtfertigen kann.

An der Stelle fällt mir ein, dass Harry die BBC wegen eines Sketches verklagen wollte, indem der Komiker – auf den Namen seines Freundes van Custem bezugnehmend – sagte: „Van cuts them and Harry snores them.“ („Van schneidet sie und Harry schnupft sie.“)
Er erregte sich darüber, dass ihm da Kokoainkonsum unterstellt werde. Bei Dr. Maté korrigierte er, indem er mitteilte, dass ihm Kokain „nichts gebe“ …
Vielleicht ganz gut, dass er die BBC nicht verklagt hat…

Kommen wir aber wieder zurück zu Oma und Opa Wales

Ja, ich bin Traditionalisten, denn ich bin der Überzeugung, dass es künftigen Generationen helfen kann, wenn sie das Rad nicht neu erfinden müssen. Ich bin auch der Meinung, dass alle Menschen Glieder einer gewaltigen Kette sind, die sich durch die Zeit windet.
Was den Adel von den „normalen“ Menschen unterscheidet, ist im Normalfall, dass sie einfach mehr Glieder ihrer ganz persönlichen Kette kennen.

Wenn wir nun die Familien Windsor / Wales / Cambridge anschauen, so stellen wir fest, dass die Kinder stets in dieser Tradition erzogen werden. Sie lernen von klein auf, was von ihnen erwartet wird. Sie sind TrägerInnen eines Titels und sollen diesem gerecht werden.

Gelingt eine Erziehung, so erlebt man einen Menschen, der sich seiner Aufgabe bewusst ist und seine eigenen Wünsche hintanstellt. Er ordnet sich in diesem Fall der Krone unter. Ein kleines Beispiel dafür ist Prinz William, der seine Karriere als Rettungsflieger zugunsten der eines Working Royal aufgegeben hat.
Die Entscheidung, sich dem Wunsch der Königin zu beugen, hat ihn Monate gekostet.

Harry und Meghan wiederum scheinen auch hier die Rosinen herauspicken zu wollen. Die Kinder sollen einen Titel führen, ansonsten wollen sie aber mit dem Königshaus nichts zu tun haben, wie Meghan bereits Oprah Winfrey mitgeteilt hat.
Da fragt man sich natürlich, was an einem Leben, das man seinem Land und den Menschen widmet, so abstoßend sein soll?
Wenn ich mir George, Charlotte und Louis so anschaue, sehe ich drei offensichtlich sehr glückliche Kinder, die in einem liebevollen Elternhaus aufwachsen und zu verantwortungsbewussten Royals erzogen werden. Junge Menschen, denen klar ist, dass sie immer im Rampenlicht stehen werden und, dass mit ihren Rechten auch Pflichten einhergehen.
Zudem lernen sie, damit umzugehen.

Dies wiederum wird den Sussex-Kindern verwehrt, denn die Eltern machen sich scheinbar nicht bewusst, dass das Rosinen-Picken auch Konsequenzen hat.

Tatsächlich erleben wir ja sogar einen Harry, der im Interview für den Sender ITV seinen Vater mit den Enkelkindern erpresst. Wenn man nicht mit ihm spreche, dann werde der Großvater halt die Enkel auch nicht sehen können.
DAS ist nun wirklich ein Knaller, wenn man mich fragt, denn hier wird ganz klar mit den Gefühlen des Großvaters Charles Erpressung betrieben.

Wie begeistert König Charles als Großvater ist, beweisen übrigens nicht nur die zahllosen Aufnahmen, die ihn mit seinen Enkelkindern in der Öffentlichkeit zeigen, sondern auch die Reaktionen der Kinder auf ihn.

Wie man an dem Foto, das ich 2019 in Highgrove gemacht habe, sehen kann, stehen für den König die Kinder und Enkelkinder stets im wahrsten Sinne des Wortes im Mittelpunkt.
Wenn man also diese sehr positiv auftretende Familie so sieht, tut es einem um die Sussex-Kinder noch viel mehr leid, denen der Kontakt zu ihren Cousins und Cousinen so unglaublich selbstsüchtig verwehrt wird.

Vielleicht gibt es jetzt den einen oder anderen, der sagt, dass das alles nur der schöne Schein sei, der da verbreitet wird.
Wer das behauptet, dem sage ich: Ganz wie es in dem englischen Spruch so schön heißt: You can fool some of the people some of the time but you can’t fool all the people all of the time!
Oder übersetzt: Du kannst manche manchmal verarschen, aber nicht alle ständig.

Zudem gibt selbst Harry in seinen Memoiren zu, dass Charles eigentlich ein guter Vater war. Dass er sich bemüht hat, Harry nach Dianas Tod aufzufangen, indem er ihn z.B. nach Südafrika mitgenommen hat, oder den Spice Girls vorgestellt.
Zudem hat der spätere König Wert darauf gelegt, das Abendessen immer mit Harry gemeinsam einzunehmen (William war damals in Eton). Ging das einmal nicht, weil er auf Terminen war, legte er dem Sohn immer einen kleinen Brief unter das Kopfkissen. Für die Söhne ließ er in Highgrove ein fantastisches Baumhaus bauen, in das sich die beiden zurückziehen konnten.
Andere Arten von Abenteuern erlebten die Söhne im „Club H“, der im Keller des Hauses eingerichteten Party-Location.
Das offenbart, dass Charles kein Helikopter- Vater ist, sondern seinen Söhnen auch stets Freiräume gelassen hat.
Inwieweit er sie auch schützen wollte, zeigt sich daran, wie lange er gewartet hat, bis er sie offiziell mit Camilla zusammengebracht hat. Im Gegensatz zu Diana, die zum Beispiel die Söhne sogar ohne zu zögern zu James Hewitt und dessen Mutter zu gemeinsamen Wochenenden mitgenommen hat.

Dass Harry Jahre später seinen Vater so mies aussehen lässt, ist wohl den Umständen geschuldet. Immerhin musste er in seinem Buch Gründe liefern, warum er der Krone im Allgemeinen (und seiner Familie im Speziellen) derart mit Anlauf ins Kreuz gesprungen ist.





Tipps zum Thema „Bücher über Royalty“:

Es gibt eine Zeit vor dem Tod der Königin Elizabeth II und eine Zeit danach.
Vor allem für Bücher über das englische Königshaus.

Und deswegen hier schon mein erster Tipp:
Schaut auf das Erscheinungsjahr! Ist das Buch schon mehrere Jahre alt und hat nur nach dem Tod der Königin einen neuen Umschlag bekommen?
Bezieht man sich noch auf Charles, den Prinzen von Wales? Oder spricht man schon von König Charles III? (Aktueller Prince of Wales ist sein ältester Sohn William. Und Princess of Wales ist nicht mehr Diana, sondern Kate …)

Warum ist das wichtig?

Weil die Königin 70 Jahre und 214 Tage regierte. Könnt ihr euch einen Bundeskanzler oder eine Bundeskanzlerin vorstellen, die 70 Jahre über unsere Geschicke bestimmt? Wohl eher nicht.
Und tatsächlich hatte diese ungeheuer lange Regierungszeit direkte Auswirkungen nicht zuletzt auf die Bücher, die geschrieben wurden.
Über den politischen Einfluss der Königin, der ganz und gar nicht nicht existierte, schreibe ich in einem späteren Blog …

Wer meine YouTube-Videos schaut (KTT – Kronen, Tee und Traditionen), wird es längst wissen: König Charles ist ein Reformator.

Er hat es sich seit Jahren zur Aufgabe gemacht, die königliche Familie, den ganzen royalen Apparat, zu verschlanken und die freiwerdenden Gelder in sinnvollere Richtungen zu lenken.

Ist nun ein Buch vor seinem Amtsantritt geschrieben, kann der Autor nur sehr wenig über diese Reformen berichten. Reformen, die sicherlich auch – sollten sie gelingen – Auswirkungen auf die Politik als solche haben dürften. Bei ihrem Gelingen wären sie die Krönung seines Lebenswerkes und würden alle Bereiche des Lebens beeinflussen. (Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Klimawandel, Architektur, Bildung …)

Deswegen Tipp 1: Schaut auf das Erscheinungsjahr (meistens auf der zweiten oder dritten Seite eines Buches, wo auch das Copyright etc. hinterlegt ist)!
Je aktueller, desto besser.

Tipp 2: Wenn auf dem Cover eines Buches steht, dass es nach dem Tod der Königin überarbeitet wurde, solltet ihr wachsam sein.
Es gibt nämlich tatsächlich Geldmacher, die einfach nur das Cover ändern, ansonsten aber alles gleich lassen.
Oder Verlage, die ein oder zwei Seiten dazupacken und stolz eine „aktualisierte Ausgabe“ anpreisen.
Was kann man da machen?
Vergleichen!
Wenn ihr online kauft, könnt ihr die angebotenen Bücher anhand der Seitenzahl vergleichen. Manchmal steht auch in der Inhaltsangabe ein komplett neues Kapitel.
Dann liegt die Entscheidung bei euch, ob euch diese paar aktualisierten Seiten den Kauf des Buches wert sind.
Anschluss-Tipp: Wenn das Buch sehr gute Bewertungen hat und/ oder es in anderen Büchern, die ihr bereits gelesen habt, empfohlen wird, solltet ihr die Ausgabe wagen.

Handelt es sich um eine Ebook-Ausgabe, wird es naturgemäß schwieriger. Da habt ihr nämlich nicht immer Seitenangaben. Hier könnt ihr aber die Leseprobe herunterladen und die Kapitel anschauen. Oder das Datenvolumen mit der alten Ausgabe vergleichen. Manchmal seht ihr auch die Angabe „Entspricht xxx Druckseiten“.

Zusatz-Tipp: Ebooks könnt ihr zurückgeben, wenn ihr sie noch nicht gelesen habt. Bis ca. 30% gelesener Seiten sind die Anbieter normalerweise kulant und nehmen den Titel zurück. Das solltet ihr selbstverständlich nicht ausnutzen.
Schaut euch lieber die Leseprobe an und entscheidet danach. Die meisten sind sehr ausführlich und geben ein gutes Bild von dem ab, was man bekommt, wenn man das ganze Buch kauft. Die Leseprobe ermöglicht euch auch, zu schauen, ob eure Fremdsprachenkenntnisse ausreichen, den Text zu verstehen.*

Empfehlung oder einfach nur abgeschrieben???

Wie erkenne ich nun ein gutes Buch über Königshäuser?
Nachdem ihr gaaaaanz viele gelesen habt und vergleichen könnt!
Im Prinzip trifft das zu, ist aber natürlich viel verlangt, zumal die meisten Bücher speziell über das englische Königshaus auf Englisch sind und nur die wenigsten übersetzt in Deutschland herausgebracht werden.

Theoretisch gesehen könntet ihr euch auf die vollmundigen Empfehlungssprüche auf der Rückseite der Bücher verlassen. („Royale Geschichte muss jetzt neu geschrieben werden“ und Ähnliches …)
Davon würde ich eher abraten.
Hat man mal ein paar gelesen, stellt man schnell fest, dass gerne und vieles schlicht und ergreifend abgeschrieben wird.
Für mich als Germanistin und Zeithistorikerin ist es natürlich umso schlimmer, wenn ich nicht mal einen Quellenanhang angeboten bekomme. Wenn also alles, was ich lese, hingenommen werden soll.
Das finde ich nur schwer zu verdauen. Ich habe es lieber, wenn ich Sachen im Zweifel nachprüfen kann.

Tatsächlich begegnen euch immer wieder die gleichen Namen bei den Autoren, denn die meisten kommentieren das royale Geschehen seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten. Ihr könnt die Autoren natürlich auch googeln. Dann seht ihr, ob sie zum Beispiel für eine namhafte Zeitung schrieben, ob sie mehrere Bücher zum Thema veröffentlicht haben etc.

Folgende Autoren sind empfehlenswert: Gyles Brandreth (persönlich bekannt z.B. mit Prinz Philip), Tom Bower (Einer der fundiertesten Kenner der Szene), Valentine Low (hat gerade Furore gemacht mit seinem Titel über die Verwaltungsmitarbeiter des Hofes – nicht so langweilig, wie es klingen mag…), Lady Colin Campbell (seit vielen Jahren als Insiderin unterwegs), Robert Lacey (einer der profiliertesten Royalty-Autoren), Angela Levin (Hervorragende Camilla- Biografin), Penny Junor (mit Vorsicht zu genießen; bei ihr wird es gerne süßlich), Tina Brown (absolut empfehlenswert: Die Palace Papers/ auch auf Deutsch erschienen), Jonathan Dimbleby (Autor einer der besten Charles- Biografien), Catherine Mayer (sehr gute Charles-Biografie), Tina Brown (gute Diana-Biografie).



Dies ist zugegebenermaßen nur ein kleiner Ausschnitt der zur Verfügung stehenden Autoren, wenn auch – wie ich denke – ein recht guter.

Wer sich übrigens für die Garderobe der verstorbenen Königin interessiert, kommt um die auch auf Deutsch erschienenen Bücher von Angela Kelly nicht herum.
Sehr schön bebildert, geben sie einen hervorragenden Einblick hinter die berühmten Kulissen.

Empfehlenswert sind auch immer die Sonderhefte von Zeitschriften wie Geo, ZEITGeschichte etc.
Wer nach Großbritannien reist, sollte unbedingt bei WHSmith, der Schreibwarenkette, vorbeischauen. In ihrer Zeitschriftenabteilung gibt es eine historische Reihe, die sich mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten und Ereignissen befasst. Sie sind sehr schön aufgemacht und haben sehr gutes Bildmaterial. Sie kommen aus dem Verlag „Future“ und stehen stets zusammen. Warnung: Die Hefte machen süchtig!

Wenn ihr euch noch aus einer weiteren Quelle Infos holen wollt, empfehle ich natürlich auch meine eigenen Rezensionen. Ihr findet sie auf allen gängigen Plattformen. Sei es nun Facebook, Instagram, oder sogar bei TikTok.
Tipps gebe ich auch im Zuge meiner YouTube-Videos. Natürlich jeweils passend zum Thema.
Zugegebenermaßen habe ich das bislang etwas stiefmütterlich behandelt, werde das aber zukünftig intensiver machen. Dann habt ihr immer das Thema des Videos plus die Buch- Empfehlung.

*Hier noch eine kleine Anmerkung … Wenn ihr ein fremdsprachiges Buch entdeckt und es unbedingt lesen wollt, aber sprachlich nicht gaaaanz sattelfest seid: Die Leo.org-App ist kostenlos. Man kann sie aufs Handy laden und dort Begriffe übersetzen lassen. Möchtet ihr längere Textstellen übersetzen – unbedingt: Deep L. Dieses Programm wird sogar von Unternehmen genutzt. Es ist hervorragend. Deep L wird ebenfalls als App angeboten. Will man die Extra-Features nutzen, wie zum Beispiel ganze Bücher in Sekundenschnelle übersetzen lassen, muss man allerdings die kostenpflichtige Variante nutzen.

Ich hoffe, diese Tipps haben euch ein wenig geholfen. Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt – stellt sie gerne hier auf der Seite oder auch per Mail.

In diesem Sinne: Keep on Reading!!!

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