Man kriegt die Prinzessin aus dem Kaiserhaus – aber niemals das Kaiserhaus aus der Prinzessin!

So könnte man das Schicksal jener Prinzessinnen zusammenfassen, die in den letzten Jahren das japanische Kaiserhaus verlassen haben.
Andere hingegen sind freiwillig in den goldenen Käfig mitten in Tokio gestiegen. Wissend, dass es kein Zurück mehr für sie geben konnte. Der Preis? Ein sehr hoher! Sie bezahlten mit ihrer psychischen Gesundheit und ihrer menschlichen Integrität.

Es gab nach dem Krieg mehrere Prinzessinnen, beziehungsweise Kaiserinnen in Japan, die auch im Westen Schlagzeilen gemacht haben:

  • Kaiserin Nagako, Ehefrau von Kaiser Hirohito
  • Takako Shimazu, jüngere Schwester des zurückgetretenen Kaisers Akihito
  • Kaiserin Michiko, Ehefrau des zurückgetretenen Kaisers Akihito

Kaiserin Masako

  • Sayako Kuroda, Prinzessin Nori, Tochter von Kaiser Akihito
  • Mako Kamuro, Tochter von Kronprinz Fumihito
  • Prinzessin Kako, Tochter von Kronprinz Fumihito
  • Prinzessin Aiko, Tochter von Kaiser Naruhito

Damit hätten wir alle maßgeblichen (ehemaligen) Prinzessinnen und bürgerlichen Damen beisammen, die das Schicksal im Kaiserhaus zusammengeführt hat.

Kaiserin Michiko, geborene Michiko Shōda

Die bürgerliche junge Frau hatte den Kronprinzen Akihito auf dem Tennisplatz kennen,- und lieben gelernt. Sie entstammte einer römisch-katholischen Wissenschaftler-Familie und wurde nach westlichen Idealen erzogen.
Mit Michiko zog die Moderne in den Palast ein, denn das junge Paar erzog seine Kinder, allen voran Sohn Naruhito, selbst. Ein bis dato absolut unbekanntes Phänomen.
Es begann der „Michiko- Boom“. Die junge Kronprinzessin wurde bald das große Vorbild für japanische Frauen, die sich an ein neues Rollenbild wagten.

Allerdings kam dieses neue Leben mit einem Preisschild. Michiko, die ihrem Mann zeitlebens Stütze und Freundin ist, musste nicht nur mit der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit klarkommen.
Sie musste sich auch mit einer alles dominierenden Schwiegermutter herumschlagen, die ihr vom ersten Tag das Leben schwer machte, indem sie die junge Frau stets daran erinnerte, nicht die Richtige für den künftigen Tennō zu sein.
Das Ganze ging so weit, dass Michiko, die sich aber stets der Unterstützung ihres Mannes sicher sein konnte, in den 60er Jahren ihre Stimme zeitweise verlor. (Was für eine in jeder Hinsicht sprechende Erkrankung …)
Eine geplante China-Reise erklärte die Wucht der Angriffe auf Michiko. Die Politik hatte angefangen, mitzumischen. Man wollte dem Kronprinzen klarmachen, dass wenn er aus der Reihe tanzte, man sich den Menschen vornahm, der ihm am wichtigsten war: seine Frau!

Das Niedermachen Michikos bekam sogar einen eigenen Namen – „Michiko-Bashing“.

Als Akihito dann seinem Vater auf den Thron nachfolgte, wurde das Leben etwas leichter für die Kaiserin.

Der neue Kaiser begann eine Regentschaft, die mit ungewöhnlich vielen Naturkatastrophen einherging. Hätte man dies normalerweise als schlechtes Omen gedeutet, so nutzte das Kaiserpaar diese Katastrophen, um mit einigen alten Traditionen zu brechen: Zum ersten Mal sah man ein Kaiserpaar, das bei den Opfern kniete, sich ihre Erlebnisse anhörte und ihnen Trost zusprach.

Ein Kaiser auf Augenhöhe – unerhört.

Er ging sogar noch weiter: beim Besuch eines Altenheims spielte er mit einer Bewohnerin ein Kartenspiel. Der Einsatz war eine Nackenmassage. Der Kaiser verlor und begann, zur größten Begeisterung aller, die alte Dame zu massieren.

Immer wieder zeigte der Kaiser sich renitent, wenn es darum ging, dass die Regierung versuchte, ihn zu instrumentalisieren, oder gar, die Verfassung auszuhöhlen. Das Paar demonstrierte einen höchst eigenen Kopf, wenn sie sich zum Beispiel vor den „Banzai- Cliffs“ verbeugten, von denen sich aberhunderte Japaner zum Kriegsende hin aus Angst vor den Amerikanern und weil man es verlangt hatte, in den Tod gestürzt hatten.

Und nun schlug die Politik zurück.

Da man nicht gegen den Tennō vorgehen konnte, knöpfte man sich die Kaiserin vor. Ungehemmt prügelte man in den Medien auf jene Frau ein, die sich nicht wehren durfte.

Als sich dann der Super GAU von Fukushima ereignete, erwies sich das Kaiserpaar als die Stütze der Nation. Sie zeigten sich solidarisch und hielten sich an die gleichen Stromsparregeln wie Normalbürger.

Wichtig zu wissen ist, dass der Kaiser in Japan religiös- rituelle Bedeutung hat. Er symbolisiert tatsächlich Japan an sich. In dieser Funktion obliegen ihm diverse Riten, die nur der Tennō durchführen kann. Er ist auch der Fürsprecher für sein Volk bei den Göttern. Wenn das Volk leidet, leidet auch der Kaiser.

Die Bedeutung der Yellow-Press in Japan

Was das Kaiserhaus und die Frauen des Kaiserhauses angeht, so kommt den Massenmedien hier eine ganz besondere Bedeutung zu.

Da zum Beispiel der Kaiser als unantastbar gilt und sich deswegen offiziell sowohl die Politik als auch die Qualitätsmedien aus den alltäglichen Belangen des Kaiserhauses heraushalten, obliegt es der Yellow-Press die Lücke zu füllen.

Hier wird in den Artikeln mit einer Brutalität gegen missliebige Royals vorgegangen, die bei uns schlicht unvorstellbar ist.

Nicht nur Kaiserin Michiko bekam das zu spüren, auch andere – vor allem weibliche Mitglieder des Kaiserhauses werden attackiert, wenn man sich den Kaiser selbst nicht vornehmen kann. Politiker wiederum instrumentalisieren diese Medien, um ihre eigene Agenda durchzusetzen.

Selbst der Rücktritt des Kaisers Akihito stoppte die Jagdhunde nicht. Auch wenn sein Rücktritt wohl eine politische Ursache hatte. Es war die letzte Möglichkeit des Kaisers, ein Gesetz zu stoppen, das die Verfassung in seinen Augen bis zur Unkenntlichkeit entstellt hätte.

Takako Shimazu – So macht man das!

Die Schwester von Tennō Akihito verliebte sich in einen (ehemaligen) Adligen, dessen Vater den Grafentitel nach dem WKII hatte abgeben müssen und der nun als Angestellter einer Bank arbeitete. Wenn man ihn in westlichen Medien als „Bürgerlichen“ kennzeichnete, so muss man sagen, dass dies falsch war, denn tatsächlich ist er sogar ein Cousin ersten Grades und Nachkomme des letzten Daimyo.
Indem sie einen Adligen heiratete, nahm die Prinzessin das Beste aus beiden Welten mit: Wenn sie auch ihren Titel verlor, so bekam sie doch eine stattliche Mitgift und konnte ein normales, wenn auch privilegiertes Leben ansteuern.

Sayako Kuroda

Die Prinzessin hatte japanische Sprache und Literatur studiert und ist begeisterte Ornithologin. Nachdem sie 2005 einen bürgerlichen Städteplaner geheiratet hatte, legte sie nach dem Hausgesetz des Kaiserhauses, ihren Prinzessinnen- Titel ab, erhielt aber im Gegenzug über eine Million Dollar und startete ein Leben, wie es Harry und Meghan vorgeschwebt haben mag.

Tatsächlich übernimmt sie bis heute zahlreiche offizielle Verpflichtungen und ist dem Kaiserhaus nach wie vor eng verbunden.

2017 wurde sie Hohepriester des Ise-Schreins. Ihren Beruf hatte sie seinerzeit wie es von Japanerinnen erwartet wurde, aufgegeben, um sich einem Leben als Ehefrau und Mutter zu widmen.

Indem sie die Erwartungen erfüllte, wurde der von ihr gewählte Lebensweg weitgehend akzeptiert. Dennoch bleibt ihr Weg ungerecht, denn kaiserliche Prinzen müssen im Fall einer bürgerlichen Heirat den Hof keineswegs verlassen.

Ich denke, dies erklärt sich aus der alten (und bei uns früher ebenfalls gültigen Haltung), dass eine Frau bei ihrer Heirat in die Familie des Mannes eintritt. Dass dies kaum noch zeitgemäß ist in einer modernen Industrienation, dürfte keine Debatte brauchen.

Kaiserin Masako, geborene Owada

Sie hat ohne jeden Zweifel den schwersten Weg von allen.

Wurde sie auch nicht von einer bösartigen Schwiegermutter kujoniert, so hat(te) sie doch ein ganzes Volk gegen sich. Kein leichter Standpunkt …

Nun muss man vielleicht mal erklären, wie ein künftiger Kaiser allgemein heutzutage so an eine Ehefrau kommt … Das ist nämlich keine ganz einfach Sache.

Noch immer ist es nicht vorstellbar, dass er in Clubs geht oder sich in seinem Freundeskreis umsieht, oder gar bei Hofe. Dass er ein Mädchen datet, dass es irgendwann ernster wird und man sich dann verlobt etc. So wie es in europäischen Fürstenhäusern üblich ist.

In Japan bekommt der Heiratswillige Prinz eine Liste mit jungen Frauen, die man seitens seiner Eltern und der Hofhaltung für ihn als passend erachtet.
Er trifft sich dann mit dem Mädchen, dem man zu diesem Zeitpunkt bereits eröffnet hat, was von ihr erwartet wird.

So geschah es auch der Diplomatin Masako Owada.

Womit aber niemand gerechnet hatte – Fräulein Owada zeigte sich wenig beeindruckt. Sie wusste, was auf sie zukommen würde, und sie mochte es nicht.

Sie lehnte den Heiratsantrag so lange ab, bis man ihren Eltern zu verstehen gab, dass es nun genug sein mit dem Blümchen-rühr-mich-nicht-an-Spiel und, dass Masako endlich Ja sagen solle. Sechs Jahre Hin und Her seien genug. Selbst eine Flucht zum Studium nach Oxford nutzte nichts mehr. Der Kronprinz war entschlossen. Masako oder keine.

Der Druck wurde nochmals erhöht und nun bedrängten nicht nur Freunde und Kollegen die Eltern, sogar der Premier schaltete sich ein.

Endlich tat die junge Frau, was man von ihr wollte. Sie sagte Ja.

Und wenn wir uns alle an Prince Charles bemerkenswerten Satz „Whatever In Love means“ erinnern – Masakos Mutter hatte etwas Ähnliches am Start. Sie erklärte nämlich in die TV-Kameras: „Ich wünsche, dass sie für das Land hart arbeitet.“ WOW!

Nach der Hochzeit tat sie, was man weiterhin erwartete: Sie gab ihren Beruf auf und ging in ihren imperialen Pflichten auf. Es war wirklich ein Opfer, das die erfolgreiche Diplomatin da brachte.

Masako spricht mehrere Sprachen fließend (unter anderem Deutsch). Sie war in diplomatischen Missionen in der ganzen Welt unterwegs. Und nun war sie mit einem Mal nicht mal nur auf Japan zurückgeworfen, sondern auf den kaiserlichen Palast.

Nun hatte sie nur noch einen einzigen Job: Einen Thronfolger gebären.

War sie nun auch wahrhaftig nicht mit der Schwiegermutter aus der Hölle gestraft, so hatte sie im Gegensatz zu früheren Kaiserinnen ein wesentlich gravierendes Problem: Eine Nation war ihr auf den Fersen!

Monat um Monat verging ohne die frohe Botschaft. Die Nachfragen aus der Presse und aus dem Familienkreis schmetterte Naruhito mit Humor ab. Als Masako eine Erkältung erwischte, fragte man bei einer Pressekonferenz nach. Er reagierte humorvoll, dass wenn es zu hohe Wellen gäbe, man den Storch verschrecke. Nein, es sei wirklich nur eine Erkältung.

Dann aber wurde auch das Hofamt ungeduldig.

Nicht zuletzt weil es ja nun nicht gerade Kandidaten auf das höchste Amt in Hülle und Fülle gab.

Zwei Jahre nach der Hochzeit wartete die Nation – und das Hofamt – noch immer vergebens auf die gute Nachricht. Hatte sie früher bei Staatsbesuchen geglänzt, interessierte das jetzt niemanden mehr. Masakos Zeit lief aus.

Es tröstete wohl auch wenig, dass Nagano, die Schwiegermutter aus der Hölle und Ehefrau des Kriegs-Kaisers Hirohito, ganze neun Jahre gebraucht hatte, bis sie dem Land den ersehnten Thronfolger schenken konnte. (Möglicherweise war das der Grund, warum sie ihren aufgestauten Hass an ihrer – bereits nach einem Jahr schwangeren – Schwiegertochter Michiko ausließ und diese von allen und jedem für alles und jedes verantwortlich gemacht wurde.

Nach fünf Jahren begann das Ehepaar eine Unfruchtbarkeitsbehandlung. Masako wurde schwanger, verlor das Kind aber. Nun begann die Presse endlich, sich zurückzuhalten. Kein Rumhacken und Drängeln mehr, denn der Palast hatte klargemacht, dass die Fehlgeburt nicht zuletzt durch den Druck aus den Medien gekommen war.

Im Jahre 2001, acht Jahre nach der Hochzeit kam das so sehr ersehnte Kind. Eine Tochter. Aiko.

Ein Jahr nach Aiko Geburtstag durfte Masako dann auch zum ersten Mal wieder eine Auslandsreise antreten. Auf einer Pressekonferenz erklärte sie, dass ihr das schon gefehlt habe. Daraufhin zeigte man sich Palastseits überrascht, dass sie gerne gereist wäre. (…)

Damit war die Katze aus dem Sack: Zwischen dem allmächtigen Hofamt und der kaiserlichen Familie gab es ein Zerwürfnis.

Dies ging soweit, dass der Chef des Hofamtes in einer Pressekonferenz beiden Prinzenpaaren deutlich machte, dass sie ihre Aufgabe bislang nicht erfüllt hätten. Es fehle noch der Thronfolger.
Eine Indiskretion und Anmaßung, die ihresgleichen suchte. Zudem schien man sich an Masako rächen zu wollen. Man packte ihren Terminkalender so voll, dass sie gedroht haben soll, alles hinzuwerfen.

Und nun meldete sich ihr Körper: sie erkrankte an einer – wohl stressbedingten – Gürtelrose. Obendrein brach eine schwere Depression (wieder) aus. Ihr Zustand war so schlecht, dass sie oftmals morgens nicht mal aufstehen konnte.

Der Druck wurde so heftig, dass Naruhito vor die Presse ging und offen über den Zustand seiner Frau sprach. Ein unerhörter Vorgang. Er zeigte sich als besorgter Vater und Ehemann. Aber was die Öffentlichkeit umso mehr schockierte: Er machte andere für Masakos Zustand verantwortlich.

Der Leiter des Hofamts trat allerdings nicht zurück, sondern ließ nur von seiner Überraschung wissen und, dass er nicht wisse, was Naruhito damit wohl gemeint haben könne. Die Prinzessin leide an einer „Anpassungsstörung“ und das sei es dann.

Diese offenen Auseinandersetzung hatte dann allerdings eine positive Folge: Die Regierung legte einen Gesetzentwurf vor, der es Frauen ermöglichte, den Thron zu besteigen.

Hoch lebe Kaiserin Aiko!!!

Oder etwa doch nicht?

Nein. Ich bedaure.

Denn es kamen natürlich auch andere Vorschläge. Wie zum Beispiel der des Prinzen Tomohito von Mikasa, der eine Wiedereinführung des Konkubinats vorschlug. Damit hätte der Kaiser/ Kronprinz sich eine (oder mehrere) Nebenfrauen nehmen können, die dann für den männlichen Erben gesorgt hätten. Juristisch okay. Menschlich im 21. Jahrhundert vielleicht einen Hauch daneben.

Nach diesem Startschuss brachen andere aus den Büschen mit ihren Ideen: Man könne ja auch die nach dem Krieg aus dem Adelsstand und vom Hof verbannte Adligen wieder aktivieren. Diese könnten dann ihre Söhne ins Rennen bringen, indem der Kaiser einen von ihnen adoptierte. (Alles – nur keine Kaiserin, bitte!)

Wie der Autor Wieland Wagner recherchierte, kamen zum damaligen Zeitpunkt aber noch gerade mal zwei solcher Ex-Adliger überhaupt für eine Adoption in Frage. Also jetzt auch nicht gerade viel.

Diskutiert wurde aber auch, dass – sozusagen in einem ersten Schritt zur Gleichberechtigung – Prinzessinnen nach der Heirat bei Hofe bleiben könnten.

Doch dann kam die Meldung, mit der niemand mehr gerechnet hatte: Der Bruder des Kaisers, Prinz Akishino und seine Gattin Prinzessin Kiko haben einen Sohn. Prinz Hisahito!

Hatte man nun erwartet, dass Ruhe einkehren würde, und man Naruhito und seine Familie in Ruhe ließe, hatte man sich geirrt. Die Attacken gingen weiter: Man machte das Gegensatzpaar Naruhito – Masako / Fumihito – Kiko auf.
Erstere waren die Bösen, letztere die Guten, die ihre Pflicht getan hatten.

Wissenschaftler meldeten sich zu Wort, denen es schon nicht gepasst hatte, dass die Kronprinzenfamilie 2006 eine Einladung von Königin Beatrix angenommen hatte und mehrere Wochen auf Schloss Appeldoorn gelebt hatte. Beatrix kannte sich durch ihren Mann Claus mit dem Thema Depression aus und wollte der jungen Frau eine Auszeit ermöglichen.

Man legte dar, dass Naruhitos Verhalten ja sehr nett sei, wenn es sich bei ihm um einen Bürgerlichen handeln würde. Tatsächlich stünde er aber weit über den normalen Menschen. Er sei ein Symbol der Nation und als solches habe er sich in erster Linie um seine kaiserlichen Pflichten zu kümmern.

Man kritisierte auch, dass er seine Frau dahingehend unterstütze, dass sie Vorlesungen an der Universität Tokio belegte und zeitweise ganz bei ihren Eltern verschwand. Zudem wurde sie beim Essengehen mit Freunden gesehen. Tat das eine kranke Frau?

Ihr Aufenthalt bei ihren Eltern wiederum führte zu dem Gerücht, dass Naruhito sie verstoße und auf die Suche nach einer neuen, gesunden Frau gehe.

Das Gegensatzpaar Kiko – Masako eroberte nun die Titelseiten. Während Masako sich aus der Öffentlichkeit zurückzog und ihren Mann selbst wichtige Zeremonien und Termine alleine durchführen ließ, eilten Fumihito und Kiko von einem Termin zum anderen und gaben einen Vorgeschmack, wie sie das Kaiseramt ausüben würden.

Das ganze Geschrei rund um die beiden Paare endete erst 2016, als Kaiser Akihito seinen Rücktritt bekannt gab. Nun war Naruhito Tennō und damit über jeder Kritik erhaben.

Wen sollte man sich medienseits jetzt vorknöpfen???

Das war die große Frage. Sie sollte bald beantwortet werden …

Prinzessin Mako – Das Ende aller Herrlichkeit

Prinzessin Mako, Tochter des Kronprinzen Fumihito und Bei Komuro – Sie hatten sich 5 Jahre zuvor beim Studium kennen und lieben gelernt. 2018 sollte die Hochzeit stattfinden.

Was dann losbrach, sollte die schlimmsten Alpträume des Paares und ihrer Familien übertreffen.

Der vorgegebene Weg war zunächst klar: Mako würde ihre Stelle an einem Tokioter Museum aufgeben und den Hof verlassen. Mit dem Unterhalt des Hofes würde sie eine bürgerliche Existenz als Hausfrau und Mutter ansteuern.

Das gefiel den meisten nicht wirklich, denn die Öffentlichkeit hatte die junge, gebildete und fleißige Prinzessin zu schätzen gelernt. Soweit so alltäglich.

Dann aber begannen Reporter Keis Leben zu durchleuchten. Sie entdeckten seine verwitwete Mutter, die ihn alleine großgezogen hatte und entdeckten deren Ex-Verlobten.

Schlagzeilenträchtigerweise behauptete der, Kayo Komuro schulde ihm noch umgerechnet 30.000 Euro, die er ihr für die Ausbildung ihres Sohnes Kei geborgt habe.

Nun brach der Sturm los.

Kei wohnte mit Mutter und Großvater in einem kleinen Apartment in Tokio. Die Mutter arbeitete in einer Konditorei und Kei war Anwaltsgehilfe. Wie konnten die sich jene teuren Schulen überhaupt leisten, die der junge Kei besucht hatte?

Dass eine Prinzessin einen Bürgerlichen heiratete, kam nun allenthalben vor. Damit konnte man sich arrangieren. Dass sie aber einen Kleinbürger heiratete – das war unerträglich.

Eine Hexenjagd auf die Komuros begann. Da man an die Kaiserfamilie nicht herankam, nahm man sich die Kleinen vor.
Social Media stiegen ebenfalls voll ein.
Man bezeichnete Komuro als Mitgiftjäger und Hochstapler.

Das Ende vom Lied: das ausgelaugte Paar verkündete, dass man die Hochzeit verschieben werde. Kamuro ging zum Studium in die USA und die Prinzessin blieb in Japan. Doch auch in New York heftete man sich an Komuros Fersen und stellte Fragen.
Als Prinz Fumihito, der angehende Schwiegervater, einstieg und mitteilte, Komuro müsse erst dieses leidige Schuldenthema in Ordnung bringen, bevor über eine Hochzeit geredet werden könne, war das Rennen wieder im vollen Gange.
Es müsse ein Zustand hergestellt werden „dem viele Leute zustimmen und über den sie sich freuen“, teilte der Kronprinz mit.

Damit konnte nun jeder („viele Leute“) bei der Verbindung seiner Tochter mitreden.

Wer sich einzig noch hinter die Prinzessin stellte, war deren Schwester Kako. In einer Erklärung teilte sie der konsternierten Öffentlichkeit mit, dass sie hoffe, dass sich die Wünsche ihrer Schwester als Individuum erfüllen werden.
„Individuum“ – beinahe ein Schimpfwort in Japan, wo sogar das Wort „ich“ vermieden wird.

Komuro nun versuchte eine Klärung der Situation, indem er eine 28-seitige Erklärung veröffentlichte, in der er Punkt für Punkt versuchte, die Vorwürfe gegen seine Mutter zu entkräften. Mako ihrerseits meldete sich zu Wort und unterstützte ihn.

Das war unerhört. Die Nichte des Kaisers, Schwester des künftigen Kaisers, mischte sich in die Geldangelegenheiten von Kleinbürgern ein.

Und nun begann man sich zu fragen, wieso eigentlich jemand auf Biegen und Brechen versuchte, sein kleines, privates Glück durchzuboxen, während sie sich doch eigentlich dem Wohl des Thrones und der Nation unterordnen solle. Kratzte da jemand ganz allgemein am Existenzrecht des Kaiserhauses?

Hoch lebe die Olympiade!

Denn im Schatten der Tokioter Olympiade begann man, die lästige Sache aus der Welt zu räumen.
Man erklärte, die Prinzessin leide unter einer posttraumatischen Belastungsstörung bedingt durch die Hexenjagd.
Die Hochzeit war eine Minutenangelegenheit, an deren Ende die Braut mit ihrem Gatten in Richtung eines gemieteten Apartments verschwand. Die einzige menschliche Geste war die nicht vom Protokoll gedeckte Umarmung der beiden Schwestern.

Mitte November 2021 hatten Mako und Kei dann alles geregelt und konnten in ihre neue Heimat New York abreisen.

Und selbst hier hackte man noch auf ihnen herum. Als man ihre Economy Tickets ungefragt auf Business Class umbuchte und sie in New York durch die Kontrollen geschleust wurden, wurde in den heimischen Medien getönt, dass sie selbst jetzt noch eine Sonderbehandlung einfordern würden.

In New York angekommen, lebten die beiden unauffällig. Komuro hat die (angeblichen) Schulden seiner Mutter bezahlt und die Ex-Prinzessin auf den kaiserlichen Unterhalt verzichtet.
Komuro machte jedoch noch immer Schlagzeilen. Nun ging es um sein Jurastudium. Er verpatzte die Abschlussprüfung zwei Mal, was in Japan bedeutete, dass er ein unglaublicher Versager sei. Dass das bei dieser Prüfung in den USA normal war, ignorierte man. Im dritten Anlauf schaffte er es aber. (Wie auch John F. Kennedy jr. übrigens)
Diese bestandene Prüfung war übrigens sogar Topnachricht in den Nachrichten zur besten Sendezeit …

Der Krieg der Brüder

Nachdem das Mako- Drama beendet war, hätte eigentlich Frieden und Ruhe einkehren müssen. Die kaiserliche Familie hätte es sich unter Kirschblüten gutgehen lassen können und mit einer gewissen Ruhe an die Zukunft denken. Kaiserin Masako kümmerte sich gemeinsam mit ihrem Gemahl um die kaiserliche Seidenraupenzucht und Kronprinz Fumihito kümmerte sich mit der Gemahlin Kiko um die Erziehung des künftigen Tennō.

Doch – man ahnt es – es kam alles anders …

Prinzessin Aiko, mit der praktisch schon niemand mehr gerechnet hatte, spielte sich plötzlich mit einer Pressekonferenz wieder in die erste Reihe der Aufmerksamkeit.

Man muss wohl sehr naiv sein, wenn man es für einen Zufall hält, dass diese Pressekonferenz ausgerechnet an jenem Tag stattfand, als Prinz Hisahito, der künftige Kaiser, die Abschlussfeier seiner Schule besuchte.
Die Blicke der Nation richteten sich allerdings auf die charmante und intelligente Prinzessin, die in helles Gelb gekleidet, zu den Medienvertretern sprach.

Ein neues Gegensatzpaar trat damit an das Licht der Öffentlichkeit: Cousin und Cousine!

Während Hisahito sich um seine schulische Ausbildung kümmert und bei wichtigen Zeremonien dabei ist, nimmt sich Aiko derweil sozialer Themen an.

In der Öffentlichkeit aber verschob sich das Bild mit der Zeit: Die Medien begannen, Hisahito zu kritisieren. Das kleine Bub hatte für einen Absatz über die Ferien aus einem Reiseprospekt abgeschrieben. Man machte tatsächlich eine Plagiatsaffäre daraus. Als er auf einer prestigeträchtigen Schule angenommen wurde, diskutierte man, wie er bei seinen Leistungen diesen Platz habe ergattern können.

Arme kleiner Hisahito …

Und wie geht’s weiter?

Sowohl Hisahito als auch Aiko haben ein Problem: Ihre Heirat!

Sollte sich nichts am Medieninteresse und der Ignoranz der Politik ändern, dürfte Hisahito in ein paar Jahren die größten Schwierigkeiten haben, eine junge Frau zu finden, die bereit ist, sich in den Medien samt ihrer Familie schlachten zu lassen, nur um danach in einem goldenen Käfig zu verschwinden.

Auch japanische Mädchen haben heute andere Zukunftsvorstellungen als das „Heimchen am Herd“ zu spielen. Die Geburtenrate ist massiv im Rückwärtsgang und in keiner Industrienation geht die Überalterung der Gesellschaft so schnell vonstatten wie in Japan. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander und die Politik bleibt ebenso tatenlos wie in der Frage der weiblichen Thronfolge.

Sollte Hisahito also keine Braut finden, dann wäre die weibliche Thronfolge wieder ein akutes Thema. Vor allem, falls Aiko bis dahin einen Mann hätte.
Für sie gilt aber bis dahin der Weg aller heiratenden Prinzessinnen: Raus aus dem kaiserlichen Palast und hinein in das volle Tokioter Menschenleben.

Man kann somit feststellen, dass die Dinge im Fluss sind. Die japanische Gesellschaft wandelt sich und die Politik wird auf Dauer nachziehen müssen.

Für das Kaiserhaus wiederum stellt sich nicht die Frage, ob man sich wandelt, sondern wann. Dies allerdings setzt voraus, dass die Politik mitspielt, denn das Kaiserhaus selbst kann keinerlei Entscheidungen in diesem Zusammenhang treffen.

Der Tennō ist die Verkörperung Japans. Der Nachkomme der Sonnengöttin Amaterasu. Er ist die Brücke zwischen den Göttern und den Menschen.

Alles ist im Fluss.


Schon wieder ein Preis – Nur: Für WAS???

Harry und Meghan hat es wieder erwischt: Sie bekommen einmal mehr einen Preis. Diesmal ist nicht Meghan die Glückliche für ihre nimmermüde Arbeit gegen Vorurteile und für Benachteiligte, sondern Harry, das größte Flieger-As seiner Generation.
Die Living Legends of Aviation haben sich umgesehen und die würdigsten Preisträger gefunden:

Für was Harry den Preis bekommt: Für seine Einsätze in Afghanistan und die Erfindung der Invictus Games.

Schauen wir doch mal genauer hin:

Es ist wahr: Harry war in Afghanistan im Einsatz und er hat das Fliegen eines Helikopters gelernt. Allerdings war er bei seinem Einsatz nur Bordschütze. Er ist nicht selbst geflogen.
Heißt das, die Aviators prämieren jetzt alle Leute, die einen Flugschein haben? Wow! Dann wird es künftig voll in Beverly Hills …

Es ist außerdem wahr, dass Harry die Idee zu den Invictus Games hatte. Na ja – sagen wir mal so: Er hat die Warrior Games der Amerikaner gesehen und gedacht: „Das sollten wir auch haben …“

Meghan hat auch nen Preis gekriegt!!!

…. Und zwar von der Robert F. Kennedy Human Rights Foundation. Kerry Kennedy, die Tochter des ermordeten Robert F. Kennedy ist die Schirmherrin und Vorsitzende jener Organisation, die mit Meghan eine Frau auszeichnete, die – so der Preis – für ihren Kampf gegen Rassismus und für seelische Gesundheit geehrt werden solle.

Professor David Nasaw, der eine vielbeachtete Biografie über Robert Kennedy verfasst hat, sagte zu den Preisträgern folgendes:

„I find it somewhere between sublimely ridiculous and blatantly ludicrous. It’s absurd. If you look at the people who have been awarded the Robert Kennedy prize in the past—Bill and Hillary ClintonNancy Pelosi, Bishop Desmond Tutu—and then you have to ask what are Harry and Meghan doing here? What in God’s name have they done to merit this? What percentage of Harry and Meghan’s wealth is going to worthy causes?“
(„Ich finde es irgendwo zwischen unterschwellig lächerlich und eklatant lächerlich. Es ist absurd. Wenn man sich die Leute ansieht, die in der Vergangenheit mit dem Robert-Kennedy-Preis ausgezeichnet wurden – Bill und Hillary Clinton, Nancy Pelosi, Bischof Desmond Tutu -, dann muss man sich fragen, was Harry und Meghan hier tun? Was, in Gottes Namen, haben sie getan, um dies zu verdienen? Welcher Prozentsatz des Vermögens von Harry und Meghan wird für wohltätige Zwecke verwendet?“)

Dieses Zitat kann man mit Sicherheit nur unterstreichen.

Wieso wimmelt es heutzutage nur so von Preisen?

Tatsächlich muss man wissen, dass Preise heutzutage inflationär sind.

Sie sind im Normalfall nicht dazu da, die Leistungen einer Person zu würdigen, sondern, um eine Werbeplattform zu generieren.

Deswegen sieht man auf den entsprechenden Verleihungen auch wie unter den Gästen/ Preisträgern Give- Away-Tütchen der gehobenen Klasse ausgegeben werden, Sektmarken verkünden, dass das perlende Nass im Glas von ihnen gesponsert wurde und der Limo-Service natürlich nicht nur an diesem Abend seine Dienste anbietet. Prominente posieren dann vor Leinwänden, die nicht nur mit dem Logo des Wohltäters, sondern auch mit denen der Sponsoren verziert sind. Es ist eine Win-Win- Situation: der Prominente sieht seinen Namen mit einer guten Sache verbunden. Diverse Sponsoren können das Gleiche von sich behaupten und der Wohltäter taucht zahllose Male in den Medien auf.
Man darf an diesen Preisverleihungen alles glauben: nur nicht, dass sie Leistungen prämieren.
Was nun Harry und Meghan angeht, so muss eine Einrichtung derzeit schon SEHR verzweifelt sein, wenn sie die beiden zu Preisträgern macht, denn man kann sich da nur einer Sache unbedingt sicher sein: Man kriegt richtig viel miese Presse, man braucht im Nachgang 100 Agenturen, um den eigenen Ruf wieder zu reparieren PLUS! echte Royals werden einen meiden wie die Pest. Insofern: Glückwunsch, Aviators!

Goodie- Bags!!!!

Wir kennen es alle vom Kindergeburtstag: diese unglaublich beliebten Tütchen, die gefüllt sind mit Nichtigkeiten, die nach einmaligem Gebrauch in den Müll wandern, und für die Muttis und Papis zuvor einen Haufen Geld gelassen haben. (Das summiert sich nämlich)

Bei diesen Preisverleihungen gibt es auch solche Goldie-Bags. Allerdings auf einem extraterrestrischen Niveau!

Im Fall der Oscars zahlt eine Firma, die etwas in die Tüte für nominierte Schauspieler und Regisseure packen will, zunächst einmal im vergangenen Jahr 3800 $, nur um auf die Auswahlliste zu kommen.

Was landet dann im Tütchen?
Neben einem dreitägigen Luxus-Wochenende für acht Personen auf einer italienischen Vulkaninsel vor Neapel auch zum Beispiel ein Gutschein für eine Fettabsaugung oder Haartransplantation. Auch ein Stück Land in Australien steht den glücklichen Oscarnominierten zu. (Woopie!)
Hinzu kommt Make-up im Gesamtwert von rund 12.000 Euro, ein paar Tage Urlaub im kanadischen Ottawa, ein Renovierungsgutschein der Umzugsfirma Maison Construction im Wert von rund 25.000 Euro, diverse Nahrungsergänzungsmittel, Accessoires, Tee, Wein und Süßigkeiten. Insgesamt landeten 2023 60 Produkte und Gutscheine in dem Geschenkpaket. Aus Deutschland kam auch etwas: ein personalisiertes Armband aus 18 Karat Gold von einem rein von Frauen geführten Unternehmen.

Man ahnt also, dass diese Preisverleihungen ein wunderbarer Tummelplatz für Werbetreibende sind.

Und nicht zuletzt das ist es, warum Harry und Meghan ihre Preise abholen dürfen: Sie versprechen Schlagzeilen!

Die Frage aller Fragen: Warum haben H&M den Kennedy-Preis bekommen?

Die Erklärung liegt für mich ganz und gar im Termin: Sie erhielten den Preis im Dezember 2022.
Im Oktober verkündete die Stiftung, dass die beiden Preisträger sein würden.

Das wiederum bedeutet, dass die Entscheidung für die Preisträger um einiges früher gefallen sein muss.

Wir erinnern uns: Das Annus Horribilis der beiden begann 2023. Kurz: Als man beschloss, den beiden den Preis zu geben, konnte kaum jemand wissen, wie toxisch das Paar bald sein würde. 2022 sah es für sie nämlich noch recht gut aus.
Sie hatten hochdotierte Verträge mit Netflix und Spotify, die Invictus Games für Düsseldorf waren gesetzt.

Zu diesem Zeitpunkt ritten sie noch die Welle.

Doch das sollte sich ändern.

Wenn man Kerry Kennedy heute fragen würde, ob sie den beiden den Preis 2024 verleihen würde, so wage ich die Behauptung, dass sie sich erst mal einen Drink nehmen würde.


Es ist was faul im Staate Dänemark

Sorry – DEN konnte ich mir jetzt nicht entgehen lassen. Mit dieser Überschrift habe ich nämlich nicht nur auf mein Thema hingewiesen, sondern auch noch Bildung (Shakespeare-Zitat) und Humor gezeigt. Letzteren werdet ihr auch brauchen, wenn ich mir gleich die Situation am dänischen Hof rund um die Noch-Königin Margrethe anschaue …

Wir alle sehen – wenn wir an die dänische Königsfamilie denken – eine fröhliche, kettenrauchende Königin, einen verschmitzt grinsenden Thronfolger und einen hageren, immer etwas verhärmten Spare. Dazu wechselnde, aber wunderschöne eingeheiratete Ehefrauen


Die schöne, makellose Mary ist dabei die Doppelgängerin der englischen Kate. Mit ebenso unroyalen Wurzeln, langem braunen Haar, sehr schlanker Gestalt und einem Benehmen, das jenseits aller Kritik liegt.
Beide Prinzessinnen benehmen sich, als hätte der liebe Gott nie etwas anderes mit ihnen im Sinn gehabt, als sie dereinst Königin werden zu lassen.

Wer bei dem Gruppenbild mit Damen noch fehlt, ist Henri Marie Jean André de Laborde de Monpezat, der verstorbene Prinzgemahl, der so gerne König gewesen wäre. Aber zu ihm später …

Da wir nun also die wichtigsten Akteure versammelt haben, sollten wir loslegen …

Die Vorgeschichte

Als die spätere Königin Margrethe geboren wurde, befand sich Dänemark unter deutscher Besatzung und es regierte ihr Opa.
An dem kleinen Mädchen gab es nun mehrere Außergewöhnlichkeiten – nicht nur, dass sie eines Tages Königin der Dänen werden würde, sie hatte auch einen zweiten – isländischen – Vornamen: Þórhildur, denn Island gehörte bis dato noch zu Dänemark.

Warum aber habe ich oben ein Foto der dänischen UND griechischen Königsfamilie gepostet?
Nun – Ex-königin Anne Marie von Griechenland ist die Schwester vom Margrethe. (Ihre andere Schwester ist Benedikte Prinzessin von Sayn- Wittgenstein- Berleburg.)

Seit dem 14. Januar 1972 nun ist Margrethe II Königin gleich dreier Länder: Dänemark, Grönland und Faröer. (Das Datum ist auch der Grund, warum sie ausgerechnet zum 14.01.2024 abdanken wird.)

Hochzeit und Ehe

Damit wären wir nun direkt in die Vollen gesprungen, denn Margrethe heiratete am 10. Juni 1967 den französischen Aristokraten Henri Marie Jean André de Laborde de Monpezat.
Ein Mann – eine Herausforderung!

Die beiden bekamen nacheinander zwei Söhne, die (fast) das gleiche Schicksal ereilen sollte wie so manch anderen „Heir and spare“ … Aber dazu später mehr …

Warum nun bezeichne ich Henri de Montpezat als eine „Herausforderung“?
Nun, er machte es der Königin nicht leicht und die Dänen machten es Henri nicht leicht …

Ein Prinzgemahl schüttet sein Herz aus …

Als einer der ganz wenigen Mitglieder eines regierenden Hauses hat er seine Memoiren verfasst. (Prins Henrik: Skæbne forpligter (= Das Schicksal stimmt zu))
Und in diesen nimmt er – wie ein gewisser Prinz nach ihm – kein Blatt vor den Mund.

„Wenige Monate nach meiner Ankunft wurde alles, was ich tat, kritisiert. Mein Dänisch war schwankend, ich bevorzugte Wein statt Bier, Seidenstrümpfe statt Stricksocken, Citroën statt VolvoTennis statt Fußball. Selbst für die Gauloises, die ich anstelle von Virginia-Tabak rauchte und die hierzulande den Ruf hatten, die Marke gesellschaftskritischer Intellektueller zu sein, konnte ich nicht auf Nachsicht hoffen. Ich war anders. Ich schien mit dieser Position zufrieden zu sein und mich nicht zu schämen. Das waren gleich zwei Fehler!“

Wenn solche Zeilen sicherlich schon schwer zu verdauen waren, traf das Interview, das er 2009 der Zeitung Extra Bladet gab, wie eine Bombe.
Hier erläuterte er nämlich offen seine Haltung zum Thema „Existenz als Prinzgemahl“. Zuvor hatte man die Bevorteilung von Prinzen gegenüber ihren Schwestern in der Thronfolge abgeschafft, was Henrik, wie er seit seiner Hochzeit hieß, zum Nachdenken über die Stellung von Prinzgemahlen brachte. (Man denke nur an Prince Philip oder Prinz Claus der Niederlande)
Er verlangte nunmehr, dass Gleichheit auch für die Männer gelten müsse. Was in seinem Fall bedeute, dass seine Frau ihm den Titel Königgemahl verleihen solle.
(Wir erinnern uns an dieser Stelle an Prinz Albert von Sachsen Coburg Gotha, der ebenfalls danach trachtete, König genannt zu werden und schlussendlich damit Vorlieb nahm, ein König zu sein in allem, außer im Titel.)


Wir ahnen es – es erfolgte für Prinz Henrik keine solche Ernennung.

Dieses Interview setzte allerdings keinen Schlusspunkt, sondern – ganz im Gegenteil – war der Auftakt für ein jahrelanges Aufbegehren des stolzen Franzosen gegen seine Position: – schön brav – mehrere Schritte hinter der Gemahlin.

In diversen Interviews zum Beispiel mit dem angesehenen Le Figaro (2015), machte er aus seinem Herzen abermals keine Mördergrube. So schlug er vor, man solle vom Begriff Prinzgemahl absehen und den des Königgemahls einführen. Dieser sollte dann der regierenden Königin protokollarisch nahezu gleichgestellt werden.

Damit war das Maß voll.

Im folgenden Jahr zog er sich offiziell von seinen offiziellen Verpflichtungen zurück und behielt lediglich ein paar Schirmherrschaften.
Seinen Rückzug nach Frankreich beendete er erst, als ihm die Königin nachreiste und nach Dänemark zurückholte.

Doch der größte Brocken stand der leidgeprüften Gattin noch bevor: Der Prinzgemahl kündigte den ehelichen Frieden noch bis jenseits des Grabes auf.

Er verkündete nämlich, dass er keineswegs vorhabe, sich neben seiner Gemahlin in der Kathedrale von Roskilde beisetzen zu lassen.

Dass diese Interview-Äußerungen aus seinem französischen Rückzugsort wie eine Bombe einschlugen, braucht man eigentlich nicht extra erwähnen.

„Sie macht aus mir einen Narren. Ich habe mich nicht mit der Königin vermählt, um in Roskilde begraben zu werden. Es ist meine Frau und nicht ich, die etwas an der Entscheidung ändern kann“, sagte Henrik der Zeitung. „Wenn sie will, dass wir zusammen begraben werden, muss sie mich zum Königgemahl machen. Fertig.“


Kann man sich vorstellen, dass Prince Philip festgelegt hätte „Begrabt mich wo ihr wollt, aber nicht neben IHR!“???

Die Situation – man muss es so zynisch sagen – wurde nur dadurch gerettet, dass der Prinz zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit wegen Arterienproblemen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Ein Umstand, der seine Gemahlin allerdings nicht dazu brachte, ihren Sommerurlaub in Südfrankreich abzubrechen.
Im Übrigen erklärte man, der Prinz leide an Demenz und wisse schlicht nicht mehr, was er sage.

Als der ruhelose Prinz im Februar 2018 auf Schloss Fredensborg starb, kam es zu einem weiteren Bruch mit der Tradition, denn er hatte festgelegt, dass man ihn kremieren soll.
Ein Teil seiner Asche wurde über dänischen Gewässern verstreut und der Rest in den Gärten von Schloss Fredensborg.

König oder nicht König – das ist hier die Frage …

Haderte Prinz Henrik damit, dass er nie den Titel „König“ bekam und so seiner Frau auf Augenhöhe begegnen konnte, kann sich Kronprinz Frederik, der nun wirklich König wird, mit seiner Rolle nur schwer anfreunden.

Liest man, was Prinz Henrik so von sich gegeben hat („Kinder sind wie Hunde und Pferde – man muss sie dressieren“), kann man verstehen, dass Kronprinz Frederik (demnächst König Frederik X) die Beziehung zu seinen Eltern als „lieblos“ bezeichnet hat.

Dass Frederik der Sohn seines Vaters ist, hat der gelernte Kampfschwimmer anlässlich seiner Rede zum 80. Geburtstag seines Vaters überdeutlich gezeigt.
So sagte er damals: „Papa, es wird gesagt, dass man den züchtigt, den man liebt. Wir haben nie an deiner Liebe gezweifelt! Manchmal war sie etwas überwältigend.“ (In anderen Quellen: »Wenn es stimmt, daß man den züchtigt, den man liebt, dann hat mein Vater mich wirklich sehr geliebt.« Beide Äußerungen sind gleichermaßen besorgniserregend, wie ich finde …)

Der Zeitung Billed-Bladet diktierte er in die Feder, dass seine eigene und die Erziehung seines Bruders praktisch ausschließlich Kindermädchen oblag.
„Dies zusammen mit der Tatsache, dass wir im Alter von vier Jahren zum ersten Mal mit unseren Eltern aßen, erregte Aufsehen. Das war ein Sakrileg, fast Kindesmisshandlung.“
Diesen aus jenen Äußerungen resultierenden Schlagzeilen, versuchten Frederik und Joachim entgegenzutreten. Sie seien nie von ihrem Vater geschlagen worden.
Wahrheit oder Schadensbegrenzung?

Was Wunder, dass der Kronprinz in den kommenden Jahren sein Heil in körperlicher Ertüchtigung suchte. So ließ er sich u.a. zum Kampfschwimmer ausbilden.

Doch die körperliche Ertüchtigung ging noch weiter… Nicht nur, dass er seine Nächte in diversen Clubs zubrachte und selbige gegen Morgen stockbesoffen verließ – er sammelte Freundinnen wie andere Briefmarken. Rund um seinen 18. Geburtstag gaben die Dänen ihm sogar den Titel „Prinz Turbo“.

Seine Freundinnen ließen allerdings in den Augen seiner Eltern oft zu wünschen übrig. So war Marie-Louise Aamund sogar verheiratet. Katja Storkholm wiederum modelte in Unterwäsche für Versandhaus-Kataloge.
Mit Maria Montell schien es dann wirklich ernst zu werden.
Und falls sich Prince Harry gerne über mangelnde Distanz der Öffentlichkeit zu seinem Privatleben beschwert, sollte er unbedingt mal mit Frederik reden: Zu Maria Montell gab es sogar eine Sondersendung im dänischen Fernsehen, bei der die Zuschauer abstimmen durften, ob sie Maria als künftige Königin wollten …

Problem dabei: Das dänische Parlament muss(te) einer Eheschließung zustimmen und diese war nur bei einer passenden Braut gesichert.

Es fehlte also der Kate-Effekt. Das Auftauchen der einen, ganz Besonderen. Der jungen Frau ohne fragwürdige Vergangenheit und ohne hellem Reif am Ringfinger.

Heir und Spare – die Zweite

Wir kennen das Drama zwischen den Thronfolger und seinem nachgeborenen Bruder aus England. Aber auch in Dänemark hat sich Ähnliches abgespielt…

Eine der Konsequenzen aus der wohl recht rabiaten Erziehung der beiden Prinzen, war mit Sicherheit, dass die beiden Buben sich eng aneinander angeschlossen haben.
Ob es nun Prince Harry und Prince William oder Princess Margaret und Queen Elizabeth sind – allen Geschwisterpaaren ist eines gemeinsam: Niemand versteht sie so gut, wie der Bruder oder die Schwester, denn niemand teilt deren Leben wie das jüngere Geschwisterkind.

Umso tragischer sicherlich, wenn die Bindung in späteren Jahren gelockert, oder gar zerstört wird.

Drifteten die Wales-Brüder nachhaltig über Jahre hinweg auseinander, passte zwischen Königin Elizabeth und ihre Schwester hingegen kein Blatt Papier.

Alleine – bei Frederik und Joachim sollten die Dinge anders laufen …

Prinz Joachim

Während sein Bruder zum Militär ging, machte Joachim ein mehrjähriges Praktikum auf der Wagga Wagga Farm in Australien. Danach vervollständigte er seine Ausbildung als Landwirt. Ergänzend dazu arbeitete er A.P. Møller-Maersk Gruppe in Hongkong und Frankreich. Zurück in der Heimat bewirtschaftete der die Güter von Schloß Schackenborg, wo er auch wohnte.
Nach seiner militärischen Ausbildung und mehreren Lehrgängen wurde er sogar zum Brigadegeneral befördert und diente als Militärattaché in Paris und Washington D.C.

Alles in allem offensichtlich ein junger Mann, der bodenständig und fleissig ist und seinen Weg geht, während sein Bruder lieber den Party-Prinzen zu geben scheint. Zudem ist er nicht auf den Kopf gefallen – beherrscht Joachim doch außer seiner Muttersprache Dänisch auch Französisch, Englisch und Deutsch.

Machen wir einen Sprung – denn 1995 heiratete Prinz Joachim die in Dänemark ungemein beliebte Alexandra Christina Manley.

Die beiden bekamen zwei Söhne, Nikolai und Felix.

Dann allerdings zerbrach die Ehe und man ließ sich 2005 scheiden.
Diese Scheidung brachte dem Prinzen sehr viel schlechte Presse ein, auch wenn die beiden sich im Guten getrennt zu haben scheinen. Alexandra nahm die beiden Kinder zu sich und heiratete den Sohn eines bekannten dänischen Filmproduzenten. Aufgrund dieser Eheschließung verlor sie den Titel Gräfin von Frederiksborg. 2015 wurde auch diese Ehe geschieden.

Joachims zweite Eheschließung mit der Französin Marie Agathe Cavallier und die Geburt der gemeinsamen Kinder Henrik und Athena halfen leider auch nicht wirklich, was sie öffentliche Meinung angeht.

Nicht nur die Namensähnlichkeit, sowie das beinahe gleiche Aussehen mit ihrer Schwägerin, führte in der Öffentlichkeit bald zu Gerüchten, die beiden seien miteinander in Konkurrenz getreten.

Ob dem wirklich so ist, oder einmal mehr das Märchen von der Stutenbissigkeit zwischen zwei Frauen gesponnen wird, vermag ich nicht zu sagen.
Am Ende des Tages muss man ja auch nicht Best Friends Forever werden, nur weil man Brüder geheiratet hat.

Wie dem auch sei – Joachim konnte keinen Weg zurück in die Herzen seiner Landsleute finden und als dann auch noch der Rückhalt durch seine Mutter wegbrach, war es offensichtlich Zeit zu gehen…

Der Titelstreit

Als habe es in den zurückliegenden Jahren noch nicht genug Ärger gegeben und als hätte die Königin nicht genug mit ihrer nachlassenden Gesundheit zu kämpfen – mit dem Jahreswechsel 2022/23 wurde ein neues Schlachtfeld eröffnet …

Da ließ die Königin nämlich verlautbaren, dass ihre Enkelkinder von Seiten Prinz Joachims nur noch dessen Titel der Grafen und Gräfinnen von Montpezat tragen sollen und ihre königlichen Titel (Prinz/ Prinzessin/ konische Hoheit) verlieren.
2015 war bereits bekannt geworden, dass sämtliche Enkelkinder außer Prinz Christian, dem ältesten Sohn von Kronprinz Frederik, ihre Bezüge verlieren sollen.

Die Königin äußerte, bezogen auf die Titelfrage, dass den Kindern so eine freiere Lebensgestaltung ermöglicht werde. Zudem hätten sie dann nicht mehr die königlichen Verpflichtungen, die ihnen ansonsten abverlangt worden wären. Außerdem wurde auf andere Königshäuser verwiesen, in denen man diesen Schritt bereits gegangen war, indem man nur noch den Kindern der Thronfolger die Titel zuerkannte.


Allerdings würden ihre Positionen in der Thronfolge von der Entscheidung unberührt bleiben.
Dieser Punkt brachte mich abermals zum Nachdenken, denn er bedeutet ja nicht mehr und nicht weniger, als, dass die Kinder Joachims zwar eines Tages durchaus König oder Königin von Dänemark werden könnten (zumindest theoretisch), dies aber ohne ihre Titel, ohne Aktivitäten als Working Royals und somit ohne Ahnung von dem Top Job, der da auf sie zukommt.
Das nenne ich eine interessante Denkweise.

Wie sich im Folgenden zeigte, traf diese Entscheidung zumindest Prinz Joachim vollkommen unvorbereitet und so reagierte er verletzt und empört.
Und äußerte sich – wie es nicht anders sein kann bei den Dänen – in aller Öffentlichkeit …

„Warum sollen sie so bestraft werden?“, fragte sich der gedemütigte Prinz in einem Interview laut.
Auch Prinz Nikolai tat seine Meinung in einem Interview kund:
„Meine ganze Familie und ich sind natürlich sehr traurig darüber. Wir sind, wie auch meine Eltern gesagt haben, schockiert über diese Entscheidung und darüber, wie schnell es wirklich passiert ist.“

Wer nun denkt, die Königin habe mit ihrem jüngeren Sohn Rücksprache gehalten, ihn auf das Kommende vorbereitet, wie es wohl jede Mutter tun würde, den belehrt der Prinz eines Besseren:

„Am 5. Mai wurde mir ein Plan vorgelegt. Dieser beinhaltet, dass dieser ganze Teil der Identität meiner Kinder von ihnen genommen werden soll, wenn sie 25 Jahre alt werden. Prinzessin Athena wird im Januar erst 11 Jahre alt.“

Auch die Mutter der beiden ältesten Kinder, Alexandra, äußerte sich in einem Interview:
„Wir sind traurig und stehen unter Schock. Das kommt wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Die Kinder fühlen sich ausgeschlossen. Sie können nicht verstehen, warum man ihnen ihre Identität wegnimmt.“

Wenn ich nun persönlich ein Fazit ziehen will, so muss ich sagen, dass ich die Entscheidung für kompletten Blödsinn halte.

Wenn mit den Titeln sowieso keinerlei finanziellen Zuwendungen (mehr) verbunden sind – wo bleibt da die „Verschlankung“?
Ist sie nur personell gemeint, kann ich nur darauf hinweisen, dass vier Personen nicht wirklich etwas ausmachen.
In meinen Augen hat die Königin unnötig Porzellan zerschlagen. Sie hat Joachim und seiner Familie kräftig eins mitgegeben und alle Erklärungen, warum dies geschehen ist, sind in meinen Augen Ausreden.

Wenn die Enkelkinder keine royalen Pflichten im späteren Leben übernehmen wollen, können sie es selbst entscheiden und die notwendigen Konsequenzen ziehen. Dass Kronprinzessin Mary in einer Rede mitteilt, dass man sich zeitnah auch die Titel der eigenen Kinder ansehen werde, ist da beinahe peinlich.
Ebenso, wenn Frederik gegen seinen Bruder Stellung bezieht und der Königin den Rücken stärkt.


Nicht die schlanke Monarchie ist heutzutage gefragt, sondern die präsente Monarchie! Teuer sind Monarchien so oder so. Doch nur, wenn sie Präsenz zeigen, können sie auch unbeschadet in die Zukunft gehen.

Ein bisschen Sex muss natürlich auch sein …

Halb zog sie ihn – halb sank er hin

Es ist nur wenige Wochen her, da wurde Kronprinz Frederik in einen merkwürdig halbgaren Skandal verwickelt …
Um es kurz zu machen: Kronprinz Frederik verließ am frühen Morgen das Stadthaus der bekannten Schauspielerin Genoveva Casanova in Madrid mit nichts als einem Rollköfferchen.

Man ahnt es – diesmal fehlt eine Dame im Bild.
Nämlich seine Ehefrau. Die war in jener Nacht nicht mit von der Partie.

Wenn Frau Casanova auch vom Aussehen her zu Frederiks altem Beuteschema passen würde, so ist die ganze Sache am Ende des Tages nicht viel mehr als heiße Luft. Und ob die Königin, wie jetzt gemutmaßt wird, abgedankt hat, um die Affäre zu ersticken, darf wohl bezweifelt werden.
Da gibt es sicherlich bessere Gründe.

Marie Cavallier und der problematische Ex-Freund

Als Prinz Joachim 2007 bekannt gab, dass er vorhabe, Marie zu heiraten, sorgte diese Nachricht zunächst für Freude bei den Dänen.

ÜBERRASCHUNG!

Die Freude hielt nicht an!

Denn kurze Zeit später meldete sich ein Ex-Freund der Französin und erklärte, hochnotpeinliches Material veröffentlichen zu wollen, dass ihn mit Marie bei Sexspielen zeige, außerdem habe er eindeutige Fotos der künftigen Prinzengattin.
Wie so oft bei solchen Skandalen: Es endete wie das Hornberger Schießen.
Ob der Palast eingegriffen hat, oder ob alles schlicht und ergreifend erstunken und erlogen war – wer weiß.

Ob es nun dieser (Pseudo) Skandal war, oder auch seine meistens so abweisende Miene – Prinz Joachim hat sich von den schlechten Schlagzeilen nie mehr wirklich erholt.

Hatte er seine Familie zunächst nach Paris mitgenommen, hat er mittlerweile auch dort seine Zelte abgebrochen und ist nach Washington D.C. gezogen, wo er ebenfalls Attaché im Dienste Dänemarks ist.

Offensichtlich kann er gar nicht weit genug von Dänemark weg sein.
Wenn man die Familie allerdings so in ihrem weihnachtlichen Glanz sieht, kann man sich nicht mehr vorstellen, welche Verwerfungen hinter ihnen liegen.

Für den Neujahrsempfang der Königin zeigten sich hingegen alle wieder in schönster Eintracht:

Dann sind wir jetzt mal alle gespannt, was die kommenden Monate bringen werden.

In diesem Sinne:

Prost Neujahr!


Harry und Meghan – Die Timeline

Es fällt inzwischen wirklich schwer, die verschiedenen Stationen der Geschichte (des Niedergangs) von Harry und Meghan im Blick zu behalten. Deswegen habe ich mich mal hingesetzt und die verschiedenen Daten zusammengestellt.
Ich hoffe, es hilft euch ein bisschen, auch wenn ihr mal wieder was nachschauen wollt.

2016

Juli – Blind Date in der 76, Dean Street in London;

31.10.: Die ersten Berichte erscheinen, dass Harry eine amerikanische Schauspielerin datet;
– Meghan Markle postet auf Instagram das Foto von zwei kuschelnden Bananen;

November: Meghan gibt ein Interview zu ihrer Zusammenarbeit mit Reitmans, erwähnt Harry dabei aber nicht; Zu dieser Zeit hat Harry Meghan bereits seinem Vater und der Queen vorgestellt.

8.11.: Harry veröffentlicht ein Statement, in dem er die Presse angreift und auffordert, die Verfolgung seiner Freundin zu unterlassen;

27.11.: Prinz William veröffentlicht ein Statement, nachdem in der Presse die Behauptung aufgestellt worden war, er sei gegen die schnelle Bekanntgabe der Beziehung zu Meghan Markle gewesen. Sie lautet: “The Duke of Cambridge absolutely understands the situation concerning privacy and supports the need for Prince Harry to support those closest to him.“ (=“Der Herzog von Cambridge hat volles Verständnis für die Situation in Bezug auf die Privatsphäre und unterstützt das Bedürfnis von Prinz Harry, diejenigen zu unterstützen, die ihm am nächsten stehen.“)

Dezember: Meghan wird in Toronto mit einer Halskette mit ihren und Harrys Initialen fotografiert;
– H&M werden beim Christbaumkauf gesehen;
– des Weiteren sieht man die beiden händchenhaltend durch Soho spazieren;
– Gemeinsam sehen sie sich eine Show im Westend von London an;
– Sie verbringen Weihnachten getrennt, treffen sich aber zu Neujahr wieder in London.

2017

Januar: Das Paar unternimmt eine Reise nach Norwegen; Sie reisen inkognito und wohnen bei Harrys Freundin Inge Solheim in deren Luxusanwesen in Tromsø;

Beginn des Jahres: Harry stellt William und Catherine seine neue Freundin vor;
– In einem Interview äußern H&M sich enthusiastisch über Bruder und Schwägerin und wie fantastisch sie miteinander ausgekommen seien.

Anfang Februar: Meghan dreht „Suits“ in Toronto. Dennoch treffen sie sich in London, wo sie in Soho House, einem Restaurant gesehen werden.

12.2.: Nach einer längeren Pause postet Meghan wieder auf ihrem Instagram-Account: („#NoBadEnergy“)

März: Die beiden reisen nach Montego Bay/ Jamaika zur Hochzeit von Harrys Freund Tom „Skippy“ Inskip;

April: H&M verbringen Ostern in Toronto; Meghan schließt nach drei Jahren ihre Homepage „The Tig“;

Mai: H&M treten zum ersten Mal offiziell als Paar beim Audi Polo Challenge in Ascot auf;
– Beide sind Gäste bei Pippa Middletons Hochzeit in London; Meghan ist bei der eigentlichen Trauung nicht dabei, kommt aber zum anschließenden Empfang.

August: gemeinsame Reise nach Afrika; Meghans 36. Geburtstag;

Oktober: In der Oktober-Ausgabe von Vanity Fair berichtet Meghan in der Cover-Story: We’re a couple. We’re in love. I’m sure there will be a time when we will have to come forward and present ourselves and have stories to tell, but I hope what people will understand is that this is our time. This is for us. It’s part of what makes it so special, that’s just ours. But we’re happy. Personally, I love a great love story.“ (= Wir sind ein Paar. Wir sind verliebt. Ich bin mir sicher, dass es eine Zeit geben wird, in der wir uns präsentieren und Geschichten erzählen müssen, aber ich hoffe, dass die Leute verstehen, dass dies unsere Zeit ist. Sie ist für uns. Das ist ein Teil dessen, was es so besonders macht, dass es nur uns gehört. Aber wir sind glücklich. Ich persönlich liebe große Liebesgeschichten.“);
– Meghan begleitet Harry zu einem ersten royalen Termin und zwar zur Eröffnungszeremonie der Invictus Games; Hier ist auch Doria Ragland mit von der Partie;

27.11.: Die Verlobung wird bekanntgegeben;

1.12.: Erster gemeinsamer offizieller Termin der beiden als Verlobte in Nottingham;
– Gemeinsamer Auftritt anlässlich des Weihnachtsfestes in Sandringham;

2018

1.2.: erster gemeinsamer Abendtermin für H&M für den Endeavour Fund;

28.2.: H&M Mit William und Catherine auf dem Podium für die Royal Foundation

19.5.: Hochzeit auf Windsor Castle; Es fehlt die komplette Familie von Meghan Markle. Alleine ihre Mutter Doria Ragland ist erschienen. Zuvor hatte es diverse Auseinandersetzungen mit Thomas Markle gegeben, die jeweils umgehend öffentlich gemacht wurden;

22.5.: Erster offizieller Termin als Ehepaar bei einer Gartenparty im Buckingham Palace;

14.6.: Erster offizieller gemeinsamer Termin Meghan Markle und Queen Elizabeth II;

Juli: H&M besuchen offiziell Dublin

5.10.: Die erste Schwangerschaft von Meghan Markle wird bekanntgegeben

15.-31.10: Die beiden bereisen Australien, Neu Seeland, Tonga, Fiji;

2019

23.-25.2.: H&M besuchen offiziell Marokko

4.4.: Sie ziehen aus dem Kensington Palace nach Frogmore Cottage

6.5.: Archie kommt im Portland Krankenhaus zur Welt. Bruch mit der Tradition, da seit Prince Williams Geburt alle Royals im Lindo Flügel des Saint Marys Krankenhauses zur Welt gekommen sind. Einen weiteren Bruch mit der Tradition stellt die Tatsache dar, dass keine Einzelheiten über die Geburt mitgeteilt wurden. Lediglich, dass Meghan in den Wehen läge. Zum Zeitpunkt dieser Verlautbarung war Archie allerdings schon auf der Welt;

8.5.: Archie wird bei einem Pressetermin vorgestellt;
– H&M teilen mit, dass sie für ihn den Ehrentitel „Earl of Dumbarton“ nicht verwenden werden;

9.5.: Harry reist nach Den Haag, um die Invictus Games zu starten;

24.5.: Harry reist nach Rom, um an einem Polospiel zugunsten von Sentebale teilzunehmen;

20.6.: H&M trennen sich von der Royal Foundation

7.7.: Taufe Archie; Im Bruch mit der Tradition werden keine Taufpaten bekanntgegeben;

August: Das Paar zieht die öffentliche Kritik auf sich, da sie mit einem Privatjet zu Elton John nach Südfrankreich fliegen;

September: H&M heuern die PR- Firma „Sunshine Sachs“ an, um sie zu vertreten;

3.9.: Harry kommt nach Amsterdam, um TraveLyst zu promoten, eine Firma, die sich nachhaltiges Reisen zum Ziel gesetzt hat;

23.9.- 2.10.: H&M reisen offiziell nach Malawi, Südafrika, Angola und Botswana; Hier gibt Meghan Thomas Brady eines von mehreren Interviews für eine Doku über die Afrika-Reise; Sie bedankt sich, dass er nach ihrem Zustand fragt und sie beklagt, dass sich niemand um sie kümmert und es ihr nicht gut gehe.

1.10.: Harry startet Attacke auf die Presse;

14.11.: H&M teilen mit, dass sie Weihnachten nicht in Sandringham verbringen werden, da Archie zu jung für eine solche Flugreise sei; stattdessen reisen sie für 6 Wochen nach Kanada;

2020

Beginn d.J.: Es wird bekannt, dass H&M bereits seit Beginn des. Jahres 2020 alleine 11 Firmen, sowie einen Trust in Delaware angemeldet haben. Dort ist aus steuerlichen Gründen auch Archewell „beheimatet“.

8.1.: Sie teilen offiziell mit, dass sie sich aus der Royal Family zurückziehen werden. Meghan kehrt nach Kanada zurück;

13.1.: Harry nimmt am „Krisengipfel“ in Sandringham teil

18.1.: Der Palast bestätigt die Austritts-Modalitäten; (Sie dürfen geschäftlich aktiv werden, dabei aber den Begriff „Royal“ nicht mehr verwenden;) Den HRH-Titel dürfen sie behalten, dürfen ihn aber nicht mehr verwenden. zu diesem Zeitpunkt kommen ca. 95% des Einkommens des Paares aus direkten Zahlungen von Prince Charles an seinen Sohn aus seinen Einnahmen aus der Grafschaft Cornwall. Harrys Rolle soll bis zum März 2021 betrachtet werden und danach entschieden, welche weiteren Veränderungen notwendig sind.

19.1.: Prince Charles lässt verlautbaren, dass er das Paar für ein volles Jahr weiter unterstützen werde, allerdings nicht aus seinen Einnahmen aus der Grafschaft Cornwall. Dies, damit sie sich in ihrem neuen Leben etablieren können.

20.1.: CNN berichtet, dass H&M entgegen den Absprachen mit dem Palast die Marke „Sussex Royal“ gestartet haben und deswegen damit gerechnet werde, dass dies noch einmal überarbeitet werden müsse;

21.1.: Harry reist nach Kanada ab; Kanadas Premier Trudeau verweigert einmal mehr eine Aussage dazu, wer die Sicherheitskosten für Prince Harry während dessen Zeit in Kanada übernehmen werde.

6.2.: H&M sprechen bei einem JP Morgan Event

14.2.: Das Paar lässt verlautbaren, dass es sein Büro im Buckingham Palace schließen wird;

19.2.: Sie geben auf Wunsch des Palastes hin offiziell ihre königlichen Titel zurück;

21.2.: Das Paar teilt mit, dass es den Begriff „Sussex Royal“ fortan nicht mehr verwenden werde;

27.2.: Die kanadische Regierung teilt mit, dass man weiterhin für den Schutz der Sussexes aufkommen werde, allerdings nur bis zum 31.3.2021, da dann deren Status sich ändern werde und es keine Verpflichtung zu ihrem Schutz mehr gebe.

9.3.: Letzte Rückkehr um noch letzte offizielle Termine wahrzunehmen; sie besuchen gemeinsam den Commonwealth Day service in der Westminster Abbey; Sie verlegen ihren Lebensmittelpunkt nach Kalifornien; Donald Trump lässt verlautbaren, die US-regierung werde nicht für die Sicherheit der Familie aufkommen, woraufhin die Sussexes mitteilten, dass sie darum gar nicht gebeten hätten. Sie bewohnen zu diesem Zeitpunkt ein Haus von Tyler Perry.

30.3.: H&M teilen mit, dass ihre Seite „Sussex Royal“ sowie die zugehörigen Social Media-Accounts geschlossen würden. Sie kündigten an, einen stärkeren Schwerpunkt auf ihre philanthropischen Aktivitäten lenken zu wollen.

31.3.: Offizielles Ende ihrer Karriere in der Royal Family; zu diesem Zeitpunkt wird Harrys persönliches Vermögen auf 30 Millionen Pfund geschätzt.

6.4.: Erste Arbeiten für die Gründung von Archewell beginnen;

Juni: H&M schließen einen Vertrag mit der Agentur Harry Walker, um sie für redner-Jobs zu vermitteln.

Juli: H&M kaufen eine Villa in Montecito;

11.8.: Omid Scobies „Finding Freedom“ erscheint;

September: H&M unterschreiben Netflix Deal; Die Renovierungskosten für Frogmore Cottage werden von ihnen erstattet;

Dezember: Ein Weihnachtsspecial mit H&M erscheint bei Netflix;

2021

Februar: Buckingham Palace teilt mit, dass die beiden nicht mehr zurückkehren werden. In zwei gleichzeitigen Statements bestätigen der Palast sowie H&M, dass es keine Rückkehr geben wird; Sie verlieren ihre royalen Schirmherrschaften und Harry seine militärischen Ehrentitel.
– H&M teilen am Valentinstag mit, dass sie ihr zweites Baby erwarten.

März: Oprah Winfrey Interview – im Zentrum steht Meghan, später kommt Harry dazu;
– BetterUp verlautbart, dass sie Harry als ersten Chief Impact Officer engagiert haben. Die Firma vermittelt Berater zur besseren Arbeitsatmosphäre in Firmen.
– Im gleichen Monat wird Harry vom  Aspen Institute’s Commission on Information Disorder engagiert, um eine Studie zur Falschinformation in Social Media durchzuführen.

21.3.: Das Forbes Magazine schätzt die Kosten für H&Ms Rund-um-die-Uhr- schütz auf 2,3 bis 3 Millionen Dollar jährlich.

April: Der Telegraph berichtet, dass H&M bereits 2019 Gespräch mit Jeffrey Katzenberg geführt hätten, um mehrere 10 Minuten-filme auf dem inzwischen eingestellten Streamingdienst „Quibi“ zu präsentieren.
– Harry gibt während der Invictus Games ein Interview mit Hoda Kotb von Today, in dem er behauptet, er habe seine Großmutter, die Königin, früher besucht, um sich zu vergewissern, dass sie „beschützt wird und die richtigen Leute um sich hat“.

9.4.: Prince Philip stirbt

17.4.: Beisetzung Prince Philip entsprechend den Corona-Vorschriften;
– Harry verlangt Gespräch mit William und Charles im Anschluss an die Beisetzung

21.5.: Harry bringt die Doku „The Me You Can’t See“ über die psychologischen Folgen seines Lebens zusammen mit Oprah Winfrey heraus; er fungiert als Co-Produzent;

4.6.: Geburt Lillibet Diana in Santa Barbara;

Juli: Harry kündigt „Spare“ an;
– Er kommt nach England, um gemeinsam mit Prince William die Statue ihrer Mutter in Kensington Gardens zu enthüllen;

– Für „Spare“ erhält er einen Vorschuss von 20 Millionen Pfund.

Oktober: H&M geben ihre Zusammenarbeit mit ETHIC bekannt, einer Firma, die sich um nachhaltige Investments kümmert und auch das Vermögen der Sussexes verwaltet.

2022

Januar: Es wird bekannt, dass Harry bereits seit 2021 in einem Rechtsstreit mit dem englischen Innenministerium ist, was die Übernahme seines Schutzes in UK betrifft.

April: Auf dem Weg zu den Invictus Games in den Niederlanden, machen H&M einen Zwischenstop in England und treffen die Queen und Prince Charles;
– Es wird berichtet, dass die Coaches von BetterUp die neuen Kriterien für die Bewertung ihrer Leistungen und die undurchsichtige Rolle von Harry in der Firma kritisierten.

Mai: Das Santa Barbara Police Department teilt mit, dass es zwei Fälle von illegalem Betreten der Villa von H&M gegeben habe;

Juni: Teilnahme am Dankgottesdienst anlässlich des Platin-Jubiläums der Queen

23.8.: Meghan startet ihren Podcast „Archetypes“ bei Spotify;

September: H&M Meghan besuchen Manchester und Düsseldorf für mehrere Charity-Events. Unter anderem in Vorbereitung der Invictus Games in Düsseldorf 2023;

8.9.: Während H&M sich für Charity Events vorbereiten, stirbt die Queen; Nach größerem Hin und Her wird klar, dass nur Harry zur Beisetzung erscheinen wird. Meghan müsse bei den Kindern bleiben, heißt es.

Titel- Eklat: Seit ihr Großvater Charles am 8. September 2022 seiner Mutter auf den Thron gefolgt ist, stehen Lillibet Diana und Archie – als Kinder eines Sohnes des Monarchen – die Prädikatstitel Her/ His Royal Highness und Prince(ss) zu (HRH Princess Lilibet of Sussex). Da ihre Eltern bereits bei der Geburt auf Adelstitel für ihre Kinder verzichtet haben, war zunächst nicht davon auszugehen, dass sie den Prinzen/ Prinzessinnentitel führen werden. Im März 2023 gaben ihre Eltern und der Palast jedoch bekannt, dass die Titel bei formellen Anlässen verwendet werden würden. Inzwischen werden die Kinder immer mit den Titeln erwähnt.

2023

Januar: Vor der Veröffentlichung seiner Memoiren „Spare“ hat Harry eine Reihe von Interviews gegeben, darunter ein Interview mit Anderson Cooper in 60 Minutes, ein weiteres mit Tom Bradby unter dem Titel „Harry: The Interview“ auf ITV1 und ein drittes Interview von Michael Strahan auf Good Morning America mit dem Titel „Prince Harry: In His Own Words“. In dem Interview mit Bradby sagte Harry, dass er „meinen Vater zurückhaben möchte, ich möchte meinen Bruder zurückhaben“. Er bezeichnete die Presse als „den Teufel“ und behauptete außerdem, dass „bestimmte Mitglieder“ seiner Familie mit ihnen „im Bett“ seien, um „ihr Image zu rehabilitieren“.

10.1.: „Spare“ erscheint und bricht alle Rekorde, was die Verkaufszahlen eines nicht-fiktionalen Textes angeht. Es werden am ersten Tag 400.000 Exemplare verkauft; Harry kündigte an, dass er 1,5 Mio Dollar an Sentebale spenden wolle und 300.000 Pfund an WellChild.

Juni: Archetypes, Meghans Podcast wird eingestellt. Einer der Spotify-Manager bezeichnet H&M als „verdammte Diebe“, da sie für ihr Geld nichts geliefert hätten. Harrys eigene Podcast- Ideen zu Interviews mit Personen wie Putin, dem Papst und Donald Trump waren von Spotify zurückgewiesen worden.

8.8.: H&M kaufen die Rechte am Roman „Meet Me At the Lake“ und wollen diesen verfilmen.

9.-16.9.: Invictus Games in Düsseldorf

September: Die Netflix- Doku „Heart of Invictus“ startet. Sie schafft es nicht mal auf die hinteren Ränge der Streaming-Charts.

Oktober: Die Byline Times meldet, dass König Charles seine Zahlungen an Harry eingestellt habe, da dieser Interna veröffentlicht habe. Zudem habe Charles die Übereinkunft von Sandringham für hinfällig erklärt nach diesen Vorkommnissen. Dies geschah Berichten zufolge, weil Harry in einem juristischen Schreiben vom April 2020 einen wichtigen Berater von Prinz William benannt hatte, der angeblich Zahlungen von Dan Wootton, dem damaligen leitenden Redakteur der Zeitung The Sun, für Geschichten über Megxit und Archie im Rahmen eines „Cash-for-Leaks-Skandals“ erhalten hatte. Diese Berichterstattung bestätigte Harrys eigene Darstellung in seinen Memoiren Spare, die Wootton zuvor abgestritten hatte.

28.11.: Omid Scobies „Endgame“ erscheint; Von dem hochgepuschten Titel verkauften sich in UK in den ersten Tagen gerade mal 6500 Exemplare.

Dezember: Die Zeitschrift Us Weekly meldet, dass H&M ihr großes Jahr vor sich hätten. Meghan sähe ihre Zukunft hinter der Kamera als Regisseurin und Produzentin.

LESETIPP:
https://edition.cnn.com/2020/01/19/uk/harry-meghan-royal-explainer-gbr-scli-intl/index.html – sehr interessanter Artikel, der auch anmahnt, dass das Paar seine Einnahmen substantiell steigern müsse, wollten sie ihren Lebensstandard erhalten

Einzelheiten der Trennungsvereinbarung mit dem Palast:

Die wichtigsten Details
– Das Paar wird die Königin nicht mehr vertreten. Dies steht im Gegensatz zu der früheren Erklärung des Paares auf ihrer Website sussexroyal.com, dass sie in Zukunft Aufgaben für die Königin wahrnehmen würden.
– Sie werden den Stil der Königlichen Hoheit beibehalten, ihn aber nicht verwenden.
– Sie werden finanziell unabhängig von der britischen Staatskasse sein (und werden die 2,4 Millionen Pfund Renovierungskosten für Frogmore Cottage zurückzahlen);
– Harry wird nicht mehr für alle Ernennungen des britischen Militärs zuständig sein (einschließlich Captain General Royal Marines) und wird die königliche Familie nicht mehr offiziell bei militärischen Zeremonien vertreten.
Weitere Einzelheiten
– Das Paar wird die meiste Zeit in Nordamerika verbringen.
– Frogmore Cottage würde weiterhin als ihr britisches Haus fungieren, aber sie würden eine „kommerzielle Miete“ dafür zahlen.[69]
– Das Paar würde seine privaten Schirmherrschaften und Vereinigungen (z. B. Invictus Games) beibehalten, nicht aber die königlichen (z. B. Commonwealth Youth Ambassador).
– Prinz Charles würde weiterhin finanzielle Unterstützung leisten.
Nicht enthaltene Punkte
– Die Sicherheitsvorkehrungen des Paares waren unklar; die Erklärung der Königin besagte lediglich, dass es gut etablierte unabhängige Verfahren gibt, um die Notwendigkeit öffentlich finanzierter Sicherheitsmaßnahmen zu bestimmen“.
– Es war nicht klar, ob die Marke „Sussex Royal“ verwendet werden konnte.
Quelle: wikipedia

Zwei Hochzeiten und ein Erbstreitigkeitsfall

Es ist zugegebenerweise etwas komplizierter, wenn sich der Hochadel erbschaftsmäßig in die Haare kriegt und wenn der Besitz unter anderem aus zahllosen über Spanien verstreuten Schlössern und Juwelen besteht…
Aber ich muss euch unbedingt den Fall der Victoria von Hohenlohe-Langenburg und ihrer Hochzeit im Sommer 2023 vorstellen.

Und warum sie ohne die berühmte Familien- Tiara, ihre Großcousine aber mit selbiger heiraten durfte – das erfahrt ihr auch gleich noch dazu …
Also – alles festhalten – es geht los!!!


Hochzeitstag-Impressionen … (Mehr dazu gleich …)

Wie alles begann …

Als Victorias Urgroßmutter 18. Herzogin von Medinaceli, doña Victoria Eugenia Fernández de Córdoba y Fernández de Henestrosa 2013 starb, legte sie fest, dass ihre Kinder, sowie deren Nachkommen, in einem Verwaltungsrat zusammenkommen sollten, der die Verwaltung des Vermögens der Familie regelte.

Den Herzogstitel übernahm als überlebender ältester Sohn, Victorias Vater, Marco de Hohenlohe-Langenburg y Medina.

Als Marco von Hohenlohe-Langenburg y Medina 2016 stirbt, erbt Victoria den Titel, während das Vermögen weiterhin vom Verwaltungsrat organisiert wird, deren Mitglied sie ist.

Alles geht gut bis 2020. Da beschließt Victorias Großonkel, Ignacio Medina y Fernández de Córdoba, XIX Herzog von Segorbe, dass eigentlich nach spanischem (Adels)Erbrecht nicht der Verwaltungsrat das Sagen haben müsste, sondern er selbst.

In einem Handstreich entmachtet er den Verwaltungsrat und erklärt sich selbst, als überlebenden Sohn der 18. Herzogin von Medinaceli, zum einzigen Erben.
So ganz Unrecht hatte er möglicherweise nicht, denn tatsächlich hätte ein Sohn in der Erbfolge überlebende Schwestern eingeholt und den verstorbenen Vater von Victoria direkt beerben müssen.
Das spanische Gericht entschied anders, und zwar zugunsten des letzten Willens der Herzogin, sowie des Rates. Bereits 2021 erging der Richterspruch, doch da der Herzog umgehend Einspruch einlegte, ruhen die Besitzverhältnisse seitdem.

Dies führte nun zu dem kuriosen Faktum, dass zwei Bräute, die im gleichen Sommer heirateten, höchst unterschiedliche Zugriffsmöglichkeiten auf Schmuck und Ländereien erhielten …

Sol de Medina wurde von ihrem Vater, Ignacio de Medina (der streitlustige Großonkel), zum Altar geführt und durfte dabei die berühmte Erdbeerlaub- Tiara der Familie tragen.

Gefeiert wurde in La Casa de Pilatos in Sevilla, dem Sitz der Herzöge von Medinaceli.

Das Nachsehen im Familienstreit hatte nun (vorerst) die deutsch-spanische Prinzessin Victoria von Hohenlohe-Langenburg.
Weder konnte sie im Stammschloss ihres Herzogtums heiraten, noch die berühmte Tiara tragen. Die hatte der streitlustige Großonkel seiner Tochter Sol vorbehalten.

Als Victoria in Jerez heiratete, beschloss sie offensichtlich, ein klares Zeichen zu setzen: statt einer Tiara trug sie das Haar lediglich hochgesteckt und hinten mit einer Diamantspange versehen und statt in einem ihrer Schlösser, wurde auf dem Landsitz eines Freundes gefeiert, der die Location zur Verfügung gestellt hatte.

Wie man an den Bildern erkennen kann, taten die Klagereien des alten Herrn allerdings der Stimmung bei beiden Hochzeiten keinen Abbruch.
Überraschenderweise wählten übrigens beide Bräute einen ungewöhnlichen Gelbton für ihre Kleider und sahen mit und ohne Tiara wundervoll aus.

Allerdings wünsche ich den beiden jungen Frauen, dass sie – sobald der streitbare Herzog zu seinen Ahnen heimgekehrt ist – sich zusammensetzen und das Kriegsbeil begraben. Der Verwaltungsrat, in dem sie dann beide sitzen werden, hat sicherlich gute Arbeit geleistet und so wie ich das Vermögen der Familie einschätze, ist genug für alle da.

Funfact: Der gute Ignacio hat seinerseits keinen Sohn zu bieten, nur die Töchter Sol Maria Blanca und Ana Luna. Also kämpft er nur für sich selbst.

Funfact: Wer bei mir immer gut aufpasst, dem müssten beim Namen „Hohenlohe-Langenburg“ die Ohren geklingelt haben, denn Queen Victorias Halbschwester Feodora war durch Heirat eine Fürstin Hohenlohe-Langenburg.

Ich hatte euch auch schon zu ihrem Grab nach Baden Baden mitgenommen. Dort hatte sie viele Jahre gelebt und war auch von ihrer geliebten (Halb)Schwester oft dort besucht worden.

Baden-Baden 2023
Credit: Petra von Straks
Grabinschrift
Credit: Petra von Straks
Credit: Petra von Straks, Baden Baden 2023

Nun ja – wir müssen wegen Prinzessin Victoria so oder so nicht in Tränen ausbrechen. Nicht nur, dass sie offensichtlich glücklich ist – sie hat (nächster Funfact🙂 mehr Titel als irgend ein anderer Mensch auf Erden. Bei der letzten Zählung waren es derer 43 …

Ich habe mir mal erlaubt, bei Wikipedia abzuschreiben …

1 Titel als Mitglied eines vormals regierenden Hauses:

  • Prinzessin zu Hohenlohe-Langenburg

5 Herzogtümer (ducados):

  • Herzogin von Medinaceli, mit grandeza de España, 
  • Herzogin von Alcalá de los Gazules, mit grandeza de España, 
  • Herzogin von Camiña, mit grandeza de España, 
  • Herzogin von Denia, mit grandeza de España, 
  • Herzogin von Tarifa, mit grandeza de España, 

15 Markgrafschaften (marquesados)

  • Markgräfin von Cilleruelo,
  • Markgräfin von San Miguel das Penas y la Mota,
  • Markgräfin von Aytona, mit grandeza de España, 
    Markgräfin von Camarasa, mit grandeza de España, 
  • Markgräfin von (la) Torrecilla, mit grandeza de España, 
  • Markgräfin von Priego, mit grandeza de España, 
  • Markgräfin von Alcalá de la Alameda,
  • Markgräfin von Comares,
  • Markgräfin von Denia,
  • Markgräfin von (las) Nava,
  • Markgräfin von Malagón,
  • Markgräfin von Montalbán,
  • Markgräfin von Tarifa,
  • Markgräfin von Villafranca,
  • Markgräfin von Villa Real,

18 Grafschaften (condados)

  • Gräfin von Ofalia,
  • Gräfin von San Martín de Hoyos,
  • Gräfin von Santa Gadea, mit grandeza de España, 
  • Gräfin von Alcoutim,
  • Gräfin von Amarante,
  • Gräfin von Castrogeriz,
  • Gräfin von Ossona,
  • Gräfin von Prades,
  • Gräfin von (del) Risco,
  • Gräfin von Aramayona,
  • Gräfin von Buendía,
  • Gräfin von Castellar,
  • Gräfin von Cocentaina,
  • Gräfin von Medellín,
  • Gräfin von (los) Molares, mit Adelantada mayor von Andalusien,
  • Gräfin von Moriana del Río,
  • Gräfin von Valenza y Valladares,
  • Gräfin von Villalonso,

4 Vizegrafschaften (vizcondados)

  • Vizegräfin von Bas,
  • Vizegräfin von Cabrera,
  • Vizegräfin von Linares,
  • Vizegräfin von Villamur

Sarah – in Gnaden zurück

So viele Jahre war es für Fergie ein einziges Auf und Ab. Mal wurde sie zu Events der Königsfamilie eingeladen, mal musste sie zu Hause bleiben.
Über die Jahre hinweg hat sie sich aber einen festen Platz in der öffentlichen Sympathie erarbeitet. Wobei niemand besser wissen dürfte als sie, wie wandelbar diese Sympathie ist.

Zu Harrys Hochzeit durfte sie kommen, musste sich aber nach der Trauung verziehen. Zum Essen und zur Party wollte man sie lieber nicht dabeihaben.

Als Diana beigesetzt wurde, war sie ebenfalls beim Trauergottesdienst mit dabei. Dies sicherlich, weil sie über die Jahre mit Diana eine On/ Off- Freundschaft verbunden hatte. Zuletzt hatte Diana sich von ihr losgesagt, aber Fergie wurde nicht müde zu betonen, dass sie gerade dabei gewesen seien, die Sache zu kitten.

Dass sie heute Morgen nun wieder mit von der Partie war, zeigt sicherlich, dass der König damit demonstrieren wollte, dass sie wieder in Gnaden aufgenommen ist.
Aber natürlich auch, dass Andrew jemanden an seiner Seite braucht, der ihn unter Kontrolle hält.
Nicht zuletzt mag man dabei hoffen, dass die Zuschauer ruhig bleiben, denn sie erinnern sich an bessere Zeiten Andrews, als dieser sich noch nicht mit minderjährigen Mädchen hat bespaßen lassen.

Es zeigt aber auch, dass der König nicht vergisst und zum gegebenen Zeitpunkt Dankbarkeit zeigt.
All die Jahrzehnte, da Fergie zwar Interviews gegeben hat (und nicht zu knapp), aber nie über die Königsfamilie hergezogen hat. Selbst in ihrer Autobiografie spricht sie von der Queen und Co. nur im Guten.

Fergie hat im Übrigen hart gearbeitet, um ihre Schulden zu begleichen. Im Gegensatz zu anderen hat sie keine Unterstützung dabei durch die Krone erhalten. Im Gegenteil: in einem ziemlich einzigartigen Vorgang, ließ die Queen seinerzeit mitteilen, dass sie nicht vorhabe, für die Schulden der (ehemaligen) Schwiegertochter aufzukommen. Nicht das einzige Mal, dass man sie seitens der Royal Family hat im Regen stehen lassen.
(Hier darf ich übrigens auch auf mein YouTube- Video zum Vergleich Sarah/ Meghan hinweisen: https://youtube.com/live/LEW9ZK7nObQ?feature=share )

Sie hat Bücher geschrieben, für die Weight Watchers geworben und jeden Job angenommen, der sich geboten hat. Ihr endgültige „Rettung“ kam von ihren historischen Romanen „Her Heart for a Compass“ und „A Most Intriguing Lady“. Die haben ihr schlussendlich sogar ein Haus in Belgravia finanziert.

Zudem – und das muss man ganz klar sagen – hat Sarah niemals nicht nur auf sich selbst geachtet, sondern stets an andere gedacht. Erst in diesem Jahr wurde sie führ ihr Engagement für die Krebshilfe geehrt.
Als bei ihr im Frühjahr Brustkrebs diagnostiziert wurde, ließ sie sich operieren und die ersten Interviews, die sie gab, drehten sich um den Aufruf, die Vorsorgemöglichkeiten zu nutzen.

Was würde Sarah aber selbst als ihre größte Leistung bezeichnen?
Mit Sicherheit ihre Töchter Beatrice und Eugenie.

Die Weihnachtsansprache von König Charles III

Die im Buckingham Palace aufgezeichnete Weihnachtsansprache von König Charles III wurde mit viel Interesse erwartet. Ob die Erwartungen erfüllt wurden, lest ihr hier …
Es gab tatsächlich einige Veränderungen, wenn man an die Ansprachen der Queen zurückdenkt…

Wo die Queen immer an ihren Schreibtisch saß, zog der König es vor, im Raum stehend, das Victoria-Monument im Hintergrund, seine Rede zu halten.
Der Christbaum an seiner Seite ist übrigens zum ersten Mal eine Tanne, die wieder eingepflanzt werden wird. (Wer jetzt kritisch schaut – bei unsereinem verrecken diese Tannen im Topf grundsätzlich, wenn wir sie auspflanzen wollen. Aber beim Herrn von Highgrove sind andere Gärtner am Werk. Sie wissen, was man tun muss, damit so ein Baum überlebt …)

Wenn wir nun an die Reden der Queen zurückdenken, waren die Fotos auf dem Schreibtisch immer ein interessanter Einblick in das, was in jenem zurückliegenden Jahr besonders wichtig war.
Seien es Hochzeiten, Geburten oder Todesfälle.
Aber es war auch immer ein Hinweis darauf, wer in der Familie einen festen Stand hatte und wer diesen verloren hatte.

So sah man im einen Jahr noch Harry und Meghan auf dem Schreibtisch prunken – im nächsten Jahr waren sie dann w – wie weg.

Der König hat in diesem Jahr auf diese weniger subtilen Botschaften verzichtet. Stattdessen lag das Hauptaugenmerk auf der Rede.

Er erinnerte hierbei an die diversen Aktivitäten seiner Familie auf dem sozialen Sektor, aber auch an seine Auslandsreisen. Wie ihr gleich lesen werdet, hat er dabei die Verbindung zu all jenen Bürgerinnen und Bürgern hergestellt, die sich ebenfalls so engagieren und damit das Land tragen.

Überraschenderweise fand die Krönung lediglich eine kurze Erwähnung in seiner Ansprache und in dem filmischen Einspieler.

Mit Sicherheit ein Zeichen dafür, dass der König andere Themen speziell im Kontext des Weihnachtsfestes für wichtiger erachtet.

Hier könnt ihr die Rede nochmals im Original nachlesen…

„Many of the festivals of the great religions of the world are celebrated with a special meal. A chance for family and friends to come together across generations; the act of sharing food adding to conviviality and togetherness. For some, faith will be uppermost in their hearts. For others, it will be the joy of fellowship and the giving of presents.

It is also a time when we remember those who are no longer with us and think also of those whose work of caring for others continues, even on this special day. This care and compassion we show to others is one of the themes of the Christmas story, especially when Mary and Joseph were offered shelter in their hour of need by strangers, as they waited for Jesus to be born. 

Over this past year my heart has been warmed by countless examples of the imaginative ways in which people are caring for one another—going the extra mile to help those around them simply because they know it is the right thing to do: at work and at home; within and across communities.

My wife and I were delighted when hundreds of representatives of that selfless army of people—volunteers who serve their communities in so many ways and with such distinction—were able to join us in Westminster Abbey for the Coronation earlier this year. They are an essential backbone of our society. Their presence meant so much to us both and emphasized the meaning of Coronation itself: above all, a call to us all to serve one another; to love and care for all.

Service also lies at the heart of the Christmas story—the birth of Jesus who came to serve the whole world, showing us by his own example how to love our neighbor as ourselves. Throughout the year, my family have witnessed how people of all ages are making a difference to their communities. This is all the more important at a time of real hardship for many, when we need to build on existing ways to support others less fortunate than ourselves.

Because out of God’s providence we are blessed with much, and it is incumbent on us to use this wisely. However, service to others is but one way of honoring the whole of creation which, after all, is a manifestation of the divine. This is a belief shared by all religions. To care for this creation is a responsibility owned by people of all faiths and of none. We care for the Earth for the sake of our children’s children.

During my lifetime I have been so pleased to see a growing awareness of how we must protect the Earth and our natural world as the one home which we all share. I find great inspiration now from the way so many people recognize this—as does the Christmas Story, which tells us that angels brought the message of hope first to shepherds. These were people who lived simply amongst others of God’s creatures. Those close to nature were privileged that night…

And at a time of increasingly tragic conflict around the world, I pray that we can also do all in our power to protect each other. The words of Jesus seem more than ever relevant: ‘do to others as you would have them do to you.’ Such values are universal, drawing together our Abrahamic family of religions, and other belief systems, across the Commonwealth and wider world. They remind us to imagine ourselves in the shoes of our neighbors, and to seek their good as we would our own.

So on this Christmas Day my heart and my thanks go to all who are serving one another; all who are caring for our common home; and all who see and seek the good of others, not least the friend we do not yet know. In this way, we bring out the best in ourselves. I wish you a Christmas of ‘peace on Earth and goodwill to all’, today and always.“

Die Übersetzung:

„Viele der Feste der großen Weltreligionen werden mit einem besonderen Essen gefeiert. Eine Gelegenheit für Familie und Freunde, über Generationen hinweg zusammenzukommen; der Akt des gemeinsamen Essens trägt zur Geselligkeit und zum Zusammengehörigkeitsgefühl bei. Für einige wird der Glaube im Vordergrund stehen. Für andere ist es die Freude an der Gemeinschaft und das Überreichen von Geschenken.

Es ist auch eine Zeit, in der wir derer gedenken, die nicht mehr unter uns weilen, und wir denken auch an diejenigen, die sich auch an diesem besonderen Tag um andere kümmern. Diese Fürsorge und das Mitgefühl, das wir anderen entgegenbringen, ist eines der Themen der Weihnachtsgeschichte, insbesondere als Maria und Josef in ihrer Stunde der Not von Fremden aufgenommen wurden, als sie auf die Geburt Jesu warteten.

Im Laufe des vergangenen Jahres wurde mein Herz durch unzählige Beispiele dafür erwärmt, wie einfallsreich Menschen füreinander sorgen – sie gehen die Extrameile, um ihren Mitmenschen zu helfen, einfach weil sie wissen, dass es das Richtige ist: am Arbeitsplatz und zu Hause, innerhalb und außerhalb von Gemeinschaften.

Meine Frau und ich waren hocherfreut, als Hunderte von Vertretern dieser selbstlosen Armee von Menschen – Freiwillige, die ihren Gemeinschaften auf so vielfältige Weise und mit so viel Anerkennung dienen – zu Beginn dieses Jahres in der Westminster Abbey an der Krönung teilnehmen konnten. Sie sind ein wesentliches Rückgrat unserer Gesellschaft. Ihre Anwesenheit bedeutete uns beiden sehr viel und unterstrich die Bedeutung der Krönung selbst: vor allem ein Aufruf an uns alle, einander zu dienen, zu lieben und für alle zu sorgen.

Das Dienen steht auch im Mittelpunkt der Weihnachtsgeschichte – die Geburt Jesu, der kam, um der ganzen Welt zu dienen, und uns durch sein eigenes Beispiel zeigte, wie wir unseren Nächsten wie uns selbst lieben können. Das ganze Jahr über hat meine Familie miterlebt, wie Menschen aller Altersgruppen in ihren Gemeinden etwas bewirken. Dies ist umso wichtiger in einer Zeit, in der viele Menschen in echte Not geraten sind und in der wir auf bestehenden Möglichkeiten aufbauen müssen, um andere, die weniger Glück haben als wir, zu unterstützen.

Denn durch Gottes Vorsehung sind wir mit vielem gesegnet, und es obliegt uns, dies weise zu nutzen. Der Dienst am Nächsten ist jedoch nur eine Möglichkeit, die gesamte Schöpfung zu ehren, die schließlich eine Manifestation des Göttlichen ist. Dieser Glaube wird von allen Religionen geteilt. Für diese Schöpfung zu sorgen, ist eine Verantwortung, die den Menschen aller Religionen und keiner Religion zukommt. Wir kümmern uns um die Erde um der Kinder unserer Kinder willen.

Im Laufe meines Lebens habe ich mit großer Freude festgestellt, dass das Bewusstsein dafür wächst, dass wir die Erde und unsere natürliche Welt als unser gemeinsames Zuhause schützen müssen. Die Art und Weise, wie so viele Menschen dies erkennen, inspiriert mich sehr – wie auch die Weihnachtsgeschichte, die uns erzählt, dass die Engel die Botschaft der Hoffnung zuerst den Hirten brachten. Es waren Menschen, die einfach unter anderen Geschöpfen Gottes lebten. Die Naturverbundenen waren in dieser Nacht privilegiert…

Und in einer Zeit, in der die Konflikte in der Welt immer tragischer werden, bete ich, dass auch wir alles in unserer Macht Stehende tun können, um uns gegenseitig zu schützen. Die Worte Jesu scheinen aktueller denn je zu sein: „Was ihr wollt, dass euch die anderen tun sollen, das tut ihnen auch“. Solche Werte sind universell und verbinden unsere abrahamitische Religionsfamilie und andere Glaubenssysteme im Commonwealth und in der ganzen Welt. Sie erinnern uns daran, uns in die Lage unserer Nachbarn zu versetzen und ihr Wohlergehen genauso zu suchen wie das unsere.

An diesem Weihnachtstag geht mein Herz und mein Dank an alle, die einander dienen; an alle, die sich um unser gemeinsames Haus kümmern; und an alle, die das Gute im anderen sehen und suchen, nicht zuletzt den Freund, den wir noch nicht kennen. Auf diese Weise bringen wir das Beste in uns zum Vorschein. Ich wünsche Ihnen ein Weihnachtsfest des „Friedens auf Erden und des Wohlwollens gegenüber allen“, heute und immer.“

FAZIT

Die Rede bot wenig Überraschendes. Es war klar, dass er – besonders in den für Großbritannien wirtschaftlich so schwierigen Zeiten – den Fokus auf das gegenseitige Helfen legen würde.
Dass auch der Natur,- und Umweltschutz Erwähnung finden, konnte einem ebenfalls klar sein.

Aber ich sehe in der Ansprache noch ein bisschen mehr, nämlich den Hinweis des Königs auf seine Familie als Vorreiter des Community-Building. Durch die Demonstration ihrer vielfältigen Aktivitäten, betonte er außerdem die Unverzichtbarkeit der Royal Family auch für die kommenden Generationen, wenn es um das Beispielgeben geht.

Des Weiteren wurde mit der Rede auch das Bild abgerundet, für das die Familie auch künftig stehen soll: nämlich traditionelle Werte. Die Familie als Trägerin der Gesellschaft, als Kern des Miteinanders.
Deswegen war auch die Erwähnung des von Prinzessin Catherine entwickelten musikalischen Weihnachtsgottesdienstes so wichtig. Mit diesem Event und ihrer ShapingUs- Kampagne, erfüllt sie dieses Aufgabenspektrum mit Leben.

Und um noch eine Frage zu beantworten, den musikalischen Gottesdienst in der Westminster Abbey betreffend.
Das Königspaar hat aus mehreren Gründen nicht daran teilgenommen: zum einen hatten sie Termine in Sandringham, die sie einhalten mussten. Zum anderen wollte der König der Prinzessin wohl nicht die Show stehlen.

Im Gründungsjahr des Gottesdienstes (2021) hatten Charles und Camilla ebenfalls nicht teilgenommen, waren dann aber im vergangenen Jahr dabei.
Vor diesem Hintergrund würde ich sagen, dass es keine Herabsetzung des Events oder gar der Person der Prinzessin bedeutet, wenn das Königspaar nicht teilgenommen hat. Vielleicht sind sie im nächsten Jahr wieder dabei.

Der lustigste Artikel des Jahres

Ich habe gestern Abend den lustigsten Artikel des Jahres nominiert.
Gewonnen hat …

„Harry & Meghan’s Hollywood Comeback“ in der aktuellen Ausgabe von Us Weekly.

Der Anfang des Artikels überzeugt hierbei noch nicht. Da werden die üblichen Flops des Paares gelistet, die verlorenen Verträge, die üblen Nachrufe. Ja, selbst auf die Erwähnung jener Sendungen verzichtet man nicht, in denen das Paar der allgemeinen Lächerlichkeit preisgegeben wurde. Sei es nun „Southpark“ oder „Family Guy“.
Man vergisst auch nicht zu erwähnen, dass einer der Chefs von Spotify sie „verdammte Diebe“ genannt hat.
Den Höhepunkt erreicht die Liste der Schande in der Erwähnung ihrer Ernennung zu den „Biggest Losers 2023“.

Dann aber kommt die geschickte rhetorische Wende – denn HA HAAAAAA! –

Jetzt kommt 2024!

Denn das wird – so sind sich zumindest die Redakteure der Us Weekly einig – das

Harry und Meghan Jahr!!!

Und ab hier verdient der Artikel jeglichen Albernheits-Pokal, der jemals vergeben worden ist!

Wir dürfen nämlich erfahren, dass vor allem Meghan einem All-Time-High entgegensteuert, das Seinesgleichen sucht.

Es beginnt noch harmlos mit der zitierten Erkenntnis einer ungenannten Quelle aus dem Umfeld der Sussexes, dass Harry im Dezember einen erdrutschartigen Sieg über die ihn hackenden Zeitungen davongetragen habe. (Man könnte relativieren: er bekam 180.000 Dollar zugesprochen, während sein Bruder von den gleichen Zeitungen siebenstellig abgefunden wurde.)

Jetzt aber steigt der namenlose Journalist voll ein …

Harry und Meghan seien so unglaublich gefragt („…are in extremely high demand“), lässt die anonyme Quelle nämlich wissen. Sie würden hofiert („courted“) bezüglich Vorträgen, Geschäftspartnerschaften und Auftritten in der Unterhaltungsbranche.

Um nun all diesen unglaublichen Anfragen nachkommen zu können, planten die beiden – so die Quelle – von Montecito direkt nach Los Angeles zu ziehen. (Jenes verschlafene hispano-amerikanische Städtchen, in dem sich Fuchs und Häslein Gute Nacht sagen und wo die Familie jene Ruhe finden kann, die ihnen in England so abging.)

Wo sie die Abgeschiedenheit finden, nach der sie sich im Trubel des Königshauses so gesehnt haben.

Und es geht noch weiter. Jetzt kommt nämlich eine „zweite Quelle“ zu Wort. (Ich frage mich, wieso man bei zwei anonymen Quellen betonen muss, dass es derer ZWEI sind …) Diese schildert dem verblüfften Leser, dass Meghans Team Angebote rechts und links ablehne. („…Meghan’s Team has been turning down offers left and right.“)

Oh WOW! Wir sind fassungslos!

Aber – abwarten – DAS kann noch getopt werden!

Ihr Team war nämlich schockiert (!) WIE beliebt Meghan ist. (Kann ich mir gut vorstellen. Manchmal ist man überrascht, wie tief der Abgrund tatsächlich ist, in den man blickt.) Ihr Team habe so etwas noch nie gesehen.

„They’ve actually been shocked by how popular she is.

Her team has never seen anything like it.“

Die Quelle lässt ebenfalls wissen, dass Meghan über einen dicken Medien-Deal verhandele. Des Weiteren gehe es um millionenschwere Verträge zu Schauspielrollen und Werbeverträge mit Mode und Beauty-Firmen.

Für alle, die nun fürchten, Meghans unverzichtbare Unterstützung für die Armen und Entrechteten dieser Welt ginge nun unter im Schatten von Chanel und Dior, dem wird aber sogleich zugerufen: „Fürchtet euch nicht! Sie ist noch die gleiche gute alte Meghan, die die Extra-Meile geht, um anderen zu helfen.“

Sie werde nach wie vor ihren Fokus auf Archewell und philanthropische Themen legen. („Laser-focused“ ist der verwendete Begriff …)

Man hat auch gleich ein Beispiel in Petto: Das „Welcome Project“, in dem man afghanische Frauen, die in den USA angekommen sind, finanziell unterstützt. Und zwar bei Aktivitäten wie „Schwimmen, Kochen und Geschichtenerzählen“.
Gewiss alles wichtige Punkte – aber (und hier muss ich den amüsierten Duktus meines Beitrags kurz verlassen): wie unfassbar frauenfeindlich ist denn dieser Ansatz?! Einmal mehr werden Frauen nicht für eine modernes Leben in einem modernen Land unterstützt, sondern sie dürfen Kochen und Quatschen. So viel „Empowerment“ ist nur schwer zu ertragen.

Wenn die Flüchtlingsfrauen dann gerade beim Nähen und Käffchenschlürfen sind, können sie dann gleich noch bei „The Tig“ vorbeischauen, Meghans Homepage. Denn die soll größer und besser den je zurückkommen.

Natürlich darf in dem Artikel auch ihr einziger Schauspielerischer Erfolg „Suits“ nicht fehlen. Ja – man sehnt sich nach einer Rückkehr der Serie – aber natürlich nur, wenn Meghan mit von der Partie ist.
Diesen Hoffnungen setzt der Journalist Grenzen, denn laut der Quelle ist Meghan wesentlich mehr daran interessiert daran, …

Regie zu führen!!!

Im Artikel heißt es: „Meghan is currently „100 per cent more interested in directing and being behind the camera.““ (Das musste ich einfach zitieren, sonder würde es keiner glauben.

Damit wäre auch die Frage aus meinem letzten Film beantwortet, wer sich wohl die Karriere mit dem Film „Meet Me at the Lake“ versauen würde, dessen Rechte die beiden gekauft haben – MEGHAN!

Und was tut Harry?

Auch das wird beantwortet in dem Artikel.

Man stellt nun ganz klar, dass Harry einen VIER-Bücher-Vertrag mit Pinguin Randomhouse abgeschlossen hat.
Man schildert nun noch einmal die Verkaufserfolge von „Spare“, betont danach aber, dass Harry noch viel mehr zu sagen habe. Allerdings wird das kein Bekenntnis-Titel mehr sein.
Also nichts mehr über die Royal Family.


Stattdessen wollen sich die beiden weiterentwickeln. Ja!
Was das aber für die kommenden drei (!) Bücher heißt – darüber hüllt sich der Artikel in geheimnisvolles Schweigen. Wir müssen also weiterbangen …

Die anonyme Quelle befasst sich auch noch mit dem Mythos, dass die beiden von Hollywood die kalte Schulter gezeigt bekämen.
Ha! Weit gefehlt!!!
Harry und Meghan sehen es eher so, dass sie Qualität vor Quantität stellen. Sie nehmen eben nicht jeden Quatsch mit, der ihnen angeboten wird.

Wo aber kommt nun all dieser Theaterdonner her, der das Paar permanent umgibt? Warum brodelt die Gerüchteküche dann am heftigsten, wenn „Harry und Meghan“ in den Topf kommt? Die Quelle hat die Erklärung – direkt von Harry und Meghan: Alles, was sie angeht, wird einfach vollkommen überdimensioniert wahrgenommen. Sie selbst leben anders. Sie achten darauf, dass dieser Lärm ihr Leben nicht berührt.
Und wenn überhaupt – dann hat die Kritik sie stärker gemacht denn je. Und das gelte auch für ihre Ehe.

Wie bodenständig sie sind, erzählt uns die Quelle auch gleich noch: Sie sind wirklich Eltern, die selbst Hand anlegen. Sie wollen sich nicht so auf Nannies und Dienstboten verlassen, sondern tun die Dinge lieber selbst (… in ihrer 14 Millionen-Dollar- Villa, wie der Artikel gleich nachschiebt).

Harry und Meghan sind viel draußen. Wandern mit den Hunden, spielen Fußball mit den Kindern. (Letztere kommen scheinbar nicht so oft raus, wenn man bedenkt, wie selten sie in der Öffentlichkeit auftauchen …) Ansonsten geben die beiden gerne Einladungen im Haus oder strecken die Beine aus und schauen Serien.
Also Harry und Meghan – ein Paar wie du und ich …

Und was tut der König?

Laut dem Artikel nicht viel. Die im November anlässlich seines Geburtstages aus Montecito in Richtung London ausgestreckten Hände hat er nicht wirklich angenommen. (böser, alter König …) Und auch die Beziehung zur restlichen Familie bliebe unter Druck. Es gäbe keinerlei Kommunikation.

Und damit hat der Artikel wohl mit dem einzigen Satz geschlossen, der wahr und zutreffend ist …

Ah – noch ist die Hoffnung nicht ganz verloren: Da 2024 beruflich solch ein rekordebrechendes Jahr für Harry und Meghan werden wird, hoffen sie, dass sich dies auch auf ihre Beziehungen zu den anderen Royals auswirken wird. (Dann sehen die auch mal ein, welchen Diamanten sie da haben ziehen lassen …)

Margaret Greville – der Society dickster Fisch

Margaret Greville ähnelt auf ihren späteren Fotos einer dicklichen Margaret Rutherford- Darstellerin. Wer würde bei diesen Bildern auf die Idee kommen, dass sie eine der reichsten Frauen Großbritanniens war und einen Schmuckschatz hinterließ, der Seinesgleichen suchte?

Geboren wurde Margaret Greville heute vor 160 Jahren als Margaret Helen Anderson in London.
Wenn auch in ihren Geburtsunterlagen Helen Anderson und William Murray Anderson als Eltern eingetragen waren, so war doch klar, dass ihr Vater in Wahrheit der Brauerei-Multimillionär William McEwan war.

Die ganze Sache war vertrackt, denn Anderson war Mitarbeiter in McEwans Brauerei und dieser schickte das Paar zur Geburt des Babys nach London. Als Helen 21 und verwitwet war, heiratete McEwan sie. Wobei er allerdings stets als Stiefvater der kleinen Margaret auftrat, um den Schein des Anstands zu wahren.
Das junge Mädchen entwickelte sich schnell zu einer jungen Frau, die wusste, was sie wollte. Vor allem wollte sie den smarten und hutaussehenden Ronald Greville.

1891 heirateten die beiden und sicherlich spielte bei der Entscheidung Margarets gutes Aussehen und die Mitgift ihres Vaters keine geringe Rolle.

Damit das Mädel anständig wohnt, schenkte ihr Vater dem Paar 1906 das Anwesen Polesden Lacey. Dort entwickelte sie sich zu einer der bekanntesten Gastgeberinnen der englischen Society. Königs Edward VII fühlte sich bei Maggie schon wohl, als er noch Prince of Wales war. Die Gästelisten in Polesden Lacey waren gespickt mit Superreichen, Royals und Politikern.

Allerdings war sie die meiste Zeit ihres Lebens auf ihrem Landsitz Witwe, da ihr Mann Ronald 2. Lord Greville bereits 1908, zwei Jahre nach Übernahme des Hauses, starb.

1913 starb dann auch ihr Vater, der mit ihr in Polesden Lacey gewohnt hatte.

Mit dem Vermögen ihres Vaters und dem Titel ihres Mannes ausgestattet, baute Margaret ihre Position weiter aus. Sie schaffte Schmuck an, ging auf Reisen, lehnte Heiratsanträge ab und sammelte königliche Hoheiten wie andere Briefmarken. Gäste in Polesden Lacey waren deswegen auch unter anderen der König von Ägypten, der Maharadscha von Mysore, sowie der Ana Khan.

Die Grevilles gehörten zum so genannten Marlborough House Set, eine der berühmtesten royalen Cliquen der Zeit. Bis heute sind vor allem die Maskenbälle mit historischen Themen berühmt, die dort veranstaltet wurden.

Maggie wiederum betonte immer wieder, dass sie als Gastgeberin ihren Gästen nicht in die Schlafzimmer folge, was den schönen Vorteil hatte, dass sich die Gesellschaft zu einem lustigen Bäumchen-Wechsel-Dich- Spiel in Polesden treffen konnte. Dies bevorzugt bei den Samstagen-bis-Montag-Einladungen der Grevilles.

So verwundert es auch nicht, dass Alice und George Keppel große Freunde der Grevilles waren. Polesden erlaubte es Edward VII nämlich, sich ungestört mit seiner Geliebten Alice Keppel (ebenfalls eine Vorfahrin von Queen Camilla) zu Stelldicheins zu treffen.

So kam es, dass Maggie Greville sich unter anderem mit Queen Mary anfreundete.

1922 wurde Margaret Dame Commander of the Order of the British Empire. Schließlich nutzt einem ja die beste Freundschaft nichts, wenn sie sich nicht mal in einem Titel niederschlägt.

Margaret war nun nicht nur ein kleiner Sonnenschein. So sagte Lady Leslie über sie „Maggie Greville – Ich hätte lieber einen offenen Abfluss in meinem Wohnzimmer.“ Sir Cecil Beaton nannte sie eine „neidische, giftige alte Kröte, deren Mund beim Anblick von Hoheiten wässrig wird. Sie hat niemals etwas für irgendwen getan außer für die Reichen.“ Rudyard Kipling, der Autor des Dschungelbuchs, nannte sie eine abstoßende Schnecke.
Elizabeth, die Queen Mum, charakterisierte sie folgendermaßen:
„So shrewd, so kind and so amusingly unkind, so sharp, such fun, so naughty; altogether a real person, a character, utterly Mrs Ronald Greville“ („So ruppig, so freundlich und so amüsant unfreundlich, so scharfsinnig, so lustig, so frech; ganz und gar eine echte Person, ein Charakter, ganz und gar Mrs. Ronald Greville.“)

Die nicht so charmante Seite der guten Maggie zeigte sich bereits 1933 als es zwischen ihr und Violet Bonham-Carter (einer Verwandten der Schauspielerin Helena Bonham-Carter) zu einer wüsten Auseinandersetzung kam, als Bonham-Carter die Behandlung von Juden durch Hitler anprangerte und Greville heftig dagegenhielt.

1934 reiste sie dann nach Deutschland und nahm an Nazi-Aufmärschen teil. Margaret kehrte als glühende Bewunderin Hitlers nach England zurück.

Diese durchaus politisch nicht goutierten Ansichten hinderten die Königin-Mutter aber nicht daran, 1942 das Erbe Margaret Grevilles anzunehmen.
Die beiden Frauen verband eine enge Freundschaft und die Liebe zu außergewöhnlichen Juwelen.

Übrigens gibt es auch eine Verbindung zu Königin Camilla: jenes Haus, das später zu Polesden Lacey werden werden sollte, stammte vom Baumeister Thomas Cubitt, dem Ur-Ur-Großvater von Queen Camilla.

Die Queen Mum und ihr Gemahl, der Duke of York, verbrachten ihre Flitterwochen in Polesden, was sicherlich ein hervorragender Hinweis auf den Rang darstellt, den Margaret Greville zu jener Zeit in der Gesellschaft einnahm.
Wer nun denkt, nur die modernen Royals würden von den Medien verfolgt, muss sich eines Besseren belehren lassen. Anlässlich der Flitterwochen des Paares kreisten sogar Leichtbau-Flugzeuge über Polesden, um Fotos zu bekommen.
Für Maggie Greville war dieser Honeymoon der ultimative gesellschaftliche Triumph.


Ich hätte da mal was zu vererben …

Es war bereits zu Margaret Grevilles Lebzeiten eine große Frage, wer was von ihr erben würde. Besonders vor dem Hintergrund, dass sie keine Kinder hatte. Klar war, dass Marie Adeline Liron, ihre persönliche Zofe und enge Freundin, ein lebenslanges Wohnrecht in einem Apartment in Polesden erhalten würde.
Aber was tun mit dem Rest des gewaltigen Vermögens?

Sie hatte bereits mit der Herzogin von York Freundschaft geschlossen, suchte aber auch die Anbindung an die übrigen jungen Royals. So begleitete sie den späteren Edward VIII 1922 bei seiner Indien- Reise. Dieser bevorzugte allerdings wesentlich jüngere Gesellschaft.

Somit blieb ihre Freundschaft auf den Herzog und die Herzogin von York beschränkt. Nach Rücksprache mit George V, verkündete Maggie Greville 1914, dass nach ihrem Ableben das Herzogspaar Polesden erben sollte. Sie ging davon aus, dass man dem Herzog einen Ausgleich dafür schaffen müsse, dass sein ältere Bruder David König werden würde.

Wie wir alles wissen, kam es anders. David schmiss hin, um Wallis Simpson zu ehelichen und – schwups – wurde der „Bertie“, der Duke of York, zu König George VI.

Trickie Maggie ließ alle in dem Glauben, es sei gesetzt, dass Bertie Polesden bekommen würde, was das Königspaar natürlich an die langsam alt werdende Dame band. Man ist ja nicht undankbar….
Erst 1942 nach dem Tod Maggie Grevilles, erkannten die Royals, dass sich alles doch ein ganz kleines bisschen anders verhielt: Maggie hatte nämlich zwischenzeitlich ihr Testament geändert und Polesden dem National Trust vermacht, der das Haus bis heute unterhält und Besuchern zugänglich macht. Da Bertie inzwischen König geworden war, brauchte er ja nicht NOCH ein Schloss.

Juwelen – Juwelen – Juwelen

„Die hast du doch immer so gemocht …“ – Das muss sich Maggie Greville wohl gedacht haben, als sie – sozusagen als Ausgleich für Polesden – der Queen Mum ihre fabelhafte Juwelensammlung vererbt hat.

Bis zum heutigen Tag sind nicht alle Stücke bekannt, die sich in jener Kiste befunden haben, die nach Grevilles Tod an die Königinmutter übergeben wurden. Bis zum heutigen Tag aber tragen die weiblichen Royals Tiaren, Colliers, Broschen und Ohrringe, die einst Margaret Greville schmückten.

Hier eine kleine Auswahl …

Dies sind nur ein paar der spektakulären Stücke, die das heutige Königshaus dem enormen Bierkonsum der Briten zu verdanken hatte. Denn dieser hatte Mr. McEwan zu solch enormem Reichtum verholfen.

Oder wie es seine Tochter so schön formulierte:

„I’d rather be a beeress than a peeress.“ (Maggie Greville)

Die schönste Hochzeit des Jahres, die nicht stattgefunden hat …

Manchmal übersieht man etwas. In dem Fall war es eine Hochzeit … Und zwar eine, die nicht stattgefunden hat.

Es ist immer etwas Merkwürdiges rund um die griechische Königsfamilie.

Jetzt nicht mal so sehr, dass sie in England im Exil leben – DAS Schicksal hat schon ganz andere ereilt – sondern die einzelnen Biografien. Besonders aber Theodora hatte ich noch nie so im Blick.

Von ihrem ältesten Bruder kannte ich nicht nur die Hochzeitsfotos mit der spektakulären Chantal Miller, sondern auch die aktuellen mit Augenklappe. (Sehr! interessantes Aussehen …)

Als ich nun für meinen royalen Jahresrückblick recherchiert habe, kam ich natürlich auch zu den spektakulären Hochzeiten des Jahres.

Wo ich auch hinblickte – überall wurde die Hochzeit von Prinzessin Theodora für den Frühsommer 2023 angekündigt. Sie wurde als DAS royale Großereignis gefeiert, was bei einem unbekannten Bräutigam (er ist Rechtsanwalt) und einer Prinzessin im Exil eher unwahrscheinlich ist.

Nichtsdestotrotz suchte ich dann heftig nach Fotos von diesem Event, das mir irgendwie durch die Finger geschlüpft zu sein sein schien.

Was fand ich? Berichte zur Hochzeit ihres Bruders Philippos und dessen Braut Nina Flohr aus dem Vorjahr.

Die beiden hatten – Covid-bedingt nur standesamtlich heiraten können. Lediglich die Eltern bei der Zeremonie dabei.

Im Jahr 2022 war es dann soweit und die beiden konnten endlich kirchlich heiraten. Sogar in Griechenland, wohin die Königsfamilie zwischenzeitlich auch wieder hinreisen darf. (Ex-Königin Konstantin wurde dort auch im Tatoi Palast bestattet.)

Die kleine Schwester Theodora traf – dank Covid – das gleiche Schicksal.

Hatte die Königsfamilie noch 2018 voller Begeisterung die Verlobung bekanntgegeben und die Trauung für 2020 angekündigt, musste die Prinzessin unter dem Eindruck der Distanzvorschriften ihre Trauung verschieben.

Wir erinnern uns, dass dieses Schicksal viele – auch nicht-berühmte – Brautpaare getroffen hat.

Was mich nun verwundert hat, war die Tatsache, dass die beiden die Trauung komplett verschoben haben. Denn es gab auch andere Lösungen – so hatte nicht zuletzt ihr Bruder ja vorgemacht, dass man die Ziviltrauung in Abgeschiedenheit machen konnte und dann die kirchliche Trauung nach der Pandemie so groß man leben möchte.
Zumal die standesamtliche Hochzeit für die meisten Royals sowieso nur die unumgängliche, juristische Notwendigkeit ist.

Oder denken wir an Prinzessin Beatrice von York, die kirchlich geheiratet hat, aber die Distanzvorschriften einhielt.
Wobei ich – ehrlich gesagt – denke, dass Beatrice die Hochzeit so gemacht hat, weil sie die Großeltern unbedingt dabeihaben wollte und offensichtlich war, dass es Prince Philip nicht gut ging. Vielleicht hätte sie unter anderen Umständen auch die kirchliche Trauung verschoben.

Dies alles wäre also möglich gewesen.

Dennoch hat sich Theodora für ein komplettes Verschieben entschieden. Gut – das ist natürlich die persönliche Entscheidung eines jeden, zumal eine Hochzeit selbst im Hochadel heutzutage keine Voraussetzung mehr dafür ist, zusammenleben und sogar Kinder bekommen zu können.

Nun warteten die Fans des griechischen Königshauses gespannt, wann es soweit wäre. (Wir alle freuen uns ja über schöne – und auch nicht ganz so schöne Brautkleider)
Die Monate gingen ins Land, die Pandemie wurde für beendet erklärt – und – nichts geschah.

Dann kam, wie beschrieben, die Hochzeit von Prinz Philippos und man dachte: gut, sie will dem Bruder nicht das Rampenlicht nehmen. (So zumindest die Kommentare). Also warten wir weiter …

Endlich dann zu Beginn des Jahres 2023 kam die gute Nachricht: das griechische Königshaus teilte mit, dass die Trauung der Prinzessin im Frühsommer 2023 in Porto Heli/ Griechenland stattfinden solle. Ich kann kein Griechisch, aber ich kann mir die Begeisterung der Menschen vor Ort sehr gut vorstellen. Mit Sicherheit wurden bereits Pläne geschmiedet und die Hoteliers hatten Dollarzeichen in den Augen wenn sie an den royalen Sommer dachten.

Ab hier klafft eine Lücke.

Und die kann ich nicht füllen, egal wie ich mich auch bemühe. Alles, was ich weiß, ist, dass es keine Hochzeit gegeben hat. Nicht im Frühsommer, nicht im Sommer, nicht im Spätsommer.

Das Königshaus hüllte sich in Schweigen und auch das Brautpaar äußerte sich scheinbar nicht. Theodora postet nach wie Fotos von ihrem Bräutigam und sich selbst auf Instagram, aber das war’s dann auch.

Erst vor wenigen Wochen dann erbarmte sich das Königshaus. Man teilte mit, der Tod des Vaters habe die Prinzessin so mitgenommen, dass man die Hochzeit im Frühsommer abgesagt habe. Die Hochzeit werde aber definitiv stattfinden und zwar in Griechenland. Nur wann – das wisse man eben nicht.

Dieses ganze befremdliche Heckmeck brachte mich dazu, ein bisschen über die Prinzessin zu recherchieren. Dabei stellte ich fest, dass sie Schauspielerin ist. Sie zog 2010 nach Los Angeles, um dort ihre Karriere voranzutreiben.
Als Schauspielerin nennt sie sich Theodora Greece und hat ihm Jahr ein bis zwei Rollen. Bis 2018 war sie in „Reich und schön“ zu sehen. Ihre vorerst letzte Rolle hatte sie als Savannah im Spielfilm „The Great Awakening“. Letzterer bekam bei IMDB eine Wertung von 4,4 von 10, was ziemlich nah an „unterirdisch“ ist.
Ich sage mal vorsichtig – sie scheint keine Liz Taylor zu sein und für einen Film eine Million Dollar zu bekommen.
Wovon sie de facto lebt, vermag ich nicht zu sagen, zumal die griechische Königsfamilie gegenüber den anderen Royals eher auf der bescheidenen Seite lebt.

Oder ist ihr am Ende eine ganz andere Rolle wie auf den Leib geschrieben – nämlich…

Die Braut, die sich nicht traut …