Große Trennung oder großer Theaterdonner?

In den letzten Tagen überzieht man uns aus Richtung England mit immer neuen Geschichten über das Verhältnis der Prinzessinnen Beatrice und Eugenie of York und ihrem Vater Andrew Mountbatten Windsor.
Grund genug für mich, mal tiefer in das Thema zu blicken…

Zunächst die Fakten:
Prince Andrew Duke of York verlor mit dem endenden Jahr 2025 all seine Titel und Ehrenränge. Nach dieser öffentlichen Degradierung blieb ihm nur der Name Andrew Mountbatten Windsor.

Des Weiteren wurde er dazu gezwungen, seine bisherige Wohnadresse, die Royal Lodge, zu verlassen und in ein Gebäude auf dem Anwesen von Sandringham zu ziehen. (Wie gut, dass die Windsors mehr als ein Haus zur Verfügung haben…)
Wie es derzeit um den Umzug bestellt ist, lässt sich nicht klären. Es werden wohl immer mal wieder Lastwagen gesehen, doch da diese prinzipiell ohne Firmenlogo unterwegs sind, könnte es sich hierbei auch um Lieferanten handeln.

Nun hat man Andrew zu Beginn der Woche in Windsor ausreiten sehen. An seiner Seite einen Mitarbeiter und im Schlepptau Prinzessin Beatrice, deren Tochter wohl gerade Reiten lernt. Beatrice begleitete ihre Tochter zu Fuß.

Offensichtlich war das Ziel, keine gemeinsamen Fotos von Vater, Tochter und Enkelin machen zu können. Dieses Ziel wurde erreicht.

Nichtsdestotrotz wurde deutlich, dass Beatrice noch immer ein enges Verhältnis zu ihrem Vater pflegt. Offensichtlich sind alle Enthüllungen der letzten Jahre und Monate spurlos am Vater/ Tochter- Verhältnis vorbeigegangen. In bekannter royaler Manier versucht man einfach nur, die Bilder zu steuern und macht ansonsten, was man für richtig hält.

Royales Motto: Duck dich nur tief genug unter dem Sturm weg, dann wird er schon weiterziehen.

Was ist daran so problematisch?
Ganz einfach: Man fragt sich natürlich, inwieweit die Töchter noch glaubwürdig für ihre Charities eintreten können, wenn sie es bislang nicht einmal geschafft, öffentlich zu den Skandalen der Eltern Stellung zu beziehen. Business as usual – ist das wirklich genug?

Schauen wir uns also mal diese Charities der Prinzessinnen an:
Aktuelle Schirmherrschaften und Initiativen von Prinzessin Beatrice:

Teenage Cancer Trust: Zusammen mit ihrer Schwester Eugenie und ihrer Mutter ist sie Schirmherrin des Teenage Cancer Trust, der junge Menschen, die an Krebs erkrankt sind, unterstützt. (Sarah wurde inzwischen vor die Tür gesetzt…)

The Big Change Charitable Trust: Beatrice ist Mitbegründerin dieses Trusts, der sich der Unterstützung junger Menschen widmet, um ihnen zu helfen, ihr Potenzial auszuschöpfen. (Mach mal jemand das Fenster auf, damit der Wortdunst abziehen kann…)

Outward Bound Trust: Im November 2025 wurde sie zur stellvertretenden Schirmherrin ernannt, nachdem sie zuvor sechs Jahre als Treuhänderin tätig war. Die Organisation inspiriert junge Menschen durch Abenteuer in der Natur. (Hat sich der König mit dieser Ernennung einen Gefallen getan?)

Chartered College of Teaching: Im Juli 2025 (!) übernahm sie die Schirmherrschaft für diese Organisation, eine Rolle, die zuvor ihr Großvater Prinz Philip innehatte. Damit unterstreicht sie ihr Engagement für den Lehrerberuf und Bildung.

Borne: Nach der Frühgeburt ihrer eigenen Tochter im Januar 2025 wurde sie Schirmherrin der Wohltätigkeitsorganisation, die sich für die Erforschung von Frühgeburten einsetzt und das Bewusstsein dafür schärft.

Wichtigste Schirmherrschaften und Initiativen von Prinzessin Eugenie:

  • The AntiSlavery CollectiveEugenie ist Mitbegründerin dieser Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Bewusstsein für moderne Sklaverei und Menschenhandel zu schärfen und sich für die Rechte der Opfer einzusetzen. Sie arbeitet eng mit Partnern wie der Heilsarmee zusammen, um Überlebende zu unterstützen.
  • Artswork: Im Oktober 2025 wurde sie zur Schirmherrin dieser Kunstorganisation ernannt. Artswork setzt sich dafür ein, jungen Menschen Zugang zum kreativen Sektor zu ermöglichen und ihre Stimmen zu verstärken.
  • Royal National Orthopaedic Hospital (RNOH): Als Schirmherrin unterstützt sie dieses Krankenhaus, in dem sie als Kind selbst wegen Skoliose behandelt wurde. Das Thema liegt ihr sehr am Herzen.
  • Scoliosis Association UK: Seit Oktober 2020 ist sie auch Schirmherrin dieser Vereinigung, die Menschen mit Skoliose und ihren Familien Unterstützung bietet.
  • Teenage Cancer TrustZusammen mit ihrer Mutter Sarah Ferguson und ihrer Schwester Beatrice ist sie Schirmherrin dieser Organisation, die sich um junge Krebskranke kümmert.
  • Horatio’s Garden: Sie ist Schirmherrin dieser Wohltätigkeitsorganisation, die Gärten in Wirbelsäulenverletzungszentren im Vereinigten Königreich anlegt. 

Sie nutzt ihre Plattform auch, um das Bewusstsein für andere Themen wie Umwelt- und Meeresschutz zu schärfen, unter anderem als Botschafterin für die Blue Marine Foundation

Hier springt einem direkt die erste Organisation ins Auge: „The Anti-Slavery Collective“ – eine Gruppe, die es sich zum Ziel gesetzt hat, gegen moderne Sklaverei zu kämpfen.
Hierzu zählt mit Sicherheit auch Menschenhandel und Prostitution zumal Minderjähriger.
Finde den Fehler!
Da fragt man sich natürlich schon, wie weit es mit diesem Engagement her ist, wenn die Schirmherrin es noch nicht mal nach Jahren schafft, mit dem eigenen Vater über das Thema zu sprechen und sich von diesem zu distanzieren … Oder hat irgendwer mitbekommen, dass Andrew zu seinen Taten Stellung genommen hätte? Dass er an irgendeiner Stelle mit den amerikanischen Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet hätte, so wie er es vollmundig verkündet hatte?

Angeblich – so hören wir jetzt aus England – habe Eugenie jetzt endgültig mit dem Vater gebrochen. „Big Time!“ „Beckham- Style!“
„Aaaaah-ja“, sagt sich da der überraschte Leser.
Seit wann gibt es die Vorwürfe gegen Andrew? Wann gab es die außergerichtliche Einigung zwischen Andrew und Virginia Guiffre? Wann war die Selbsttötung von Virginia Guiffre? Wann sind ihre Memoiren erschienen?
Und JETZT erst fällt es der großen Vorkämpferin gegen moderne Sklaverei ein, sich vom Vater zu distanzieren …
Was für ein mutiger Schritt.

Was lernt uns das? Nun, es lernt uns, dass zumindest Eugenie davon ausgeht, dass sie den Kopf nur einziehen muss und dann wird alles schon wieder. Irgendwie.

Versuchen doch beide Schwestern derzeit den Limbo zwischen Öffentlichkeit, Eltern, Königshaus und ethisch- moralischem Anspruch, sprich dem eigenen Image.
Und vertun wir uns nicht: Dieses Image dient nicht etwa dem persönlichen Seelenfrieden oder einer besseren Welt, sondern ist Grundlage ihrer Geschäfte, ihrer Einnahmen, ihrer Jobs. Ihr wirtschaftlicher Erfolg gründet auf ihrer persönlichen Integrität und da Eugenie sich da offensichtlich derzeit am meisten bedroht fühlt, hat sie an die Medien durchgereicht, dass sie mit dem Vater gebrochen habe.
Was es jetzt noch zu tun gilt? Nun – keine gemeinsamen Fotos auftauchen zu lassen.
Man darf künftig Eugenie weder auf dem Weg zur Royal Lodge fotografieren, noch beim Ausritt mit dem Papa.
Insofern dürfte sie aufatmen, wenn er in Sandringham wohnt, denn dann kann sie ihn besuchen und sagen, sie sei aus anderen Gründen dort gewesen. Zum Beispiel um den König zu treffen.

Bis dahin demonstrieren beide Schwestern Einigkeit mit dem Königshaus, indem sie – wie zuletzt anlässlich des Weihnachtsfestes – Seite an Seite mit dem König marschieren.

Im „Rette sich wer kann“, waren die Yorks ja schon immer Weltmeister.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert