Können die Engländer „Republik“?

Können die Engländer „Republik“?

Wir alle sind mit dem Wissen aufgewachsen, dass Großbritannien eine konstitutionelle Monarchie ist, mit einer Königin oder einem König als Staatsoberhaupt.

Die wenigsten dürften sich hierbei allerdings noch an den Vater der Queen erinnern, die Queen selbst aber gehört zum englischen Inventar wie Miss Marple und Gurkensandwiches.

Schon in meinem Studium der Politikwissenschaft und Zeitgeschichte habe ich mich mit dem Thema des politischen Systems in Großbritannien befasst und im Zuge dessen die Stimmen jener Historiker gehört, die beklagten, dass GB in der „glorreichen Vergangenheit“ stecken geblieben sei.

Während die damaligen „Verlierernationen des WKII“ wie Deutschland oder Japan den Sprung nach vorne in die Moderne gemacht hätten, seien die Briten der glorreichen Vergangenheit verhaftet geblieben und hätten so die Zukunft – auch wirtschaftlich – verpasst.

Als dann der Brexit kam, fühlte ich mich wieder daran erinnert.
Meine Spaziergänge durch Buchhandlung und Zeitschriftenabteilungen taten ihr Übriges.
Hier findet man in ganz Großbritannien Buch an Buch und Zeitschrift an Zeitschrift mit einem fröhlich grüßenden Churchill oder – wahlweise – Queen Victoria.

Man hat die Engländer seit Jahrzehnten darauf getrimmt, alles was schief läuft, Europa in die Schuhe zu schieben und alles was klappt, der eigenen heroischen Vergangenheit zuzuschreiben.
Das klappte für Politiker aller Couleur ganz ordentlich.

Das musste spätestens nach dem Brexit schiefgehen, denn danach hatte man den Buhmann nicht mehr.

Kein Wunder, dass die Briten noch nie so unzufrieden mit ihren Politikern waren wie heute. Und in diese Unzufriedenheit platzt ein Jeffrey Epstein und ruiniert im Alleingang nicht nur das Königshaus, sondern mal eben nebenbei auch noch die Regierung, deren Fortbestehen an einem seidenen Faden hängt.

Was aber hat dies mit den Royals zu tun? (Abgesehen vom Offensichtlichen)

Nun – es ist die Frage, ob die Briten, speziell die Engländer, sich wirklich ein Leben ohne die Royals vorstellen können.

Gibt es die Psyche der Nation?

Wer weiß. Aber auf jeden Fall kommt es auf diese Psyche an, wenn noch mehr Skandale herauskommen.

Ich denke, derzeit wird in der Polizei und bei den Ermittlungsbehörden allgemein geknobelt, wer seine Karriere an den Nagel hängen mag. Der kriegt dann die Akte Andrew …
Aber nicht nur Andrew hält die Menschen in Atem mit Arroganz und Ignoranz.
Die Kommentatoren werden nicht müde, zu fordern, dass man Andrew die gleiche Behandlung angedeihen lassen müsse wie Lord Mandelson, da beide die gleichen Sachen auf dem Kerbholz haben.

Die Nation muss sich VORSTELLEN können, wie es ohne Monarch wäre.
Käme nun ein geschickter Politiker daher, der ihnen vermitteln könnte, wo ihre massiven Vorteile liegen … dann könnte man für nichts mehr garantieren …

Wie könnten solche Vorteile aussehen?
– Die Einnahmen aus den Grafschaften Cornwall, Lancaster etc. würden nicht mehr in die Taschen des Monarchen, bzw des Prince of Wales wandern. Das wären über 60 Millionen Pfund pro Jahr netto mehr in der Staatskasse
– In den Archiven der königlichen Schlösser lagern für die Allgemeinheit unzugänglich die mit wertvollsten Kunstwerke der Menschheit – die könnten dann in Museen allen zugänglich gemacht werden
– Die königlichen Schlösser könnte man ganzjährig besichtigen; die Gärten könnten ebenfalls der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden und die Einnahmen gingen zu 100% in die Staatskasse
– Ein Präsident könnte abgewählt werden als Staatsoberhaupt, bzw nach einer Legislaturperiode ersetzt werden
– NHS, Armee, Stiftungen, die jetzt noch Millionen an Pacht an den König und den Kronprinzen zahlen müssen, könnten Vorzugskonditionen eingeräumt bekommen, damit würden auch die Bürger entlastet
– Der Monarch und seine Familie könnten keinen Einfluss mehr auf die Politik respektive die Justiz nehmen
– Ein Andrew könnte nicht mehr – gedeckt durch seine Mutter – schalten und walten, sondern wäre ganz regulär dem Gesetz unterworfen
– Das Oberhaus könnte aufgelöst werden und der Adel hätte keinen Einfluss mehr auf die Gesetzgebung

Was fehlen würde?
Nun – der Pomp wäre weg. Aber natürlich auch die Kosten für den Pomp.
Kein König mehr an den diversen Kriegs- Denkmälern…
Keine großen royalen Familienfeste mehr auf Staatskosten (Pssss… Spoileralarm: Sie würden trotzdem noch bombastisch heiraten – müssten das aber selbst bezahlen…)

Was bislang immer gegen eine Abschaffung des Königshauses eingewendet wird, ist die (angebliche) Tatsache, dass das Königshaus ja so viel Geld via Tourismus ins Land brächte.
Ehrlich gesagt, konnte ich diese Zahlen nie nachvollziehen. Auch das Herunterbrechen der Kosten auf den einzelnen Bürger macht für mich keinen Sinn, denn der Betrag fehlt ja nicht pro Bürger, sondern als Gesamtbetrag im Haushalt.

Was den Tourismus angeht – wie will man das überhaupt berechnen?
Woher will man denn wissen, welches Pfund wegen der Royals ausgegeben wurde und welches wegen der Cotswolds?
Das kann man gar nicht festmachen.

Und was sagen die Umfragen?

Derzeit liegt die Zustimmung zur Monarchie als solcher bei besorgniserregenden (?) 57% (laut YouGov- Umfrage vom Januar). Das heißt, im Grund will jeder zweite Brite keine Monarchie mehr.
Einzig wirklich beliebt sind William und Catherine.
Charles Popularität ist inzwischen ein wenig gestiegen, aber immer noch auf einem bemerkenswert niedrigen Level.

Und was ist mit der Revolution?

Mein persönliches Lieblingsargument: In Versailles sitzt auch kein Ludwig mehr und trotzdem kommen jedes Jahr Millionen Touristen hin. Und jeder Cent, den sie dort lassen geht so oder so in die Staatskasse …




Was lernt uns das?
Dass ein Volk sich nur vorstellen muss, wie es ohne König wäre …
Nicht ohne Grund galt alleine das Nachdenken über den Tod des Königs in England als Hochverrat und wurde mit dem Tod bestraft.
Und wenn Charles und William sich nicht schnell eines Besseren besinnen, könnte es verflixt eng werden.

Marie Antoinette – Nur nicht den Kopf verlieren

Marie Antoinette – Nur nicht den Kopf verlieren

Fast auf den Tag genau 230 Jahre ist es jetzt her, dass Königin Marie Antoinette von Frankreich (oder die „Witwe Capet“, wie sie damals offiziell hieß) in Paris die Guillotine besteigen musste. 91 Jahre ist es wiederum her, dass die bekannteste und derzeit einzige deutschsprachige Monographie über die Königin auf Deutsch erschienen ist: Stefan Zweigs „Marie Antoinette: Bildnis eines mittleren Charakters“. (Was die ganze Sache in vier Worten zusammenfasst …)
Höchste Zeit also, eine neue Biografie der Königin vorzulegen:

Credit: Molden Verlag

Michaela Lindinger und dem Molden Verlag ist es zu verdanken, dass man sich heute ebenso frisch wie fundiert mit dem Leben der Tochter Kaiserin Maria Theresias befassen kann.
Es war höchste Zeit, denn inzwischen haben mehrere Filmemacher Werke über die Königin vorgelegt, die dringend einer sachlichen Darstellung des Themas bedürfen.

Da ich oft in Frankreich bin, habe ich mich schon seit Jahren mit Titeln über das Thema eingedeckt. Klar – auf Französisch gibt es ganze Bibliotheken mit Büchern über die französische Revolution und das Ancien Régime. Hierbei speziell zur berüchtigten Torten-Königin.
Aber auf Deutsch fehlten mir entsprechende Informationen.

Nun ist es in der Geschichtsschreibung so, dass immer neue Quellen auftauchen, die bewertet werden müssen. Briefe, Akten, Memoiren etc. Wenn nun nahezu hundert Jahre vergehen, bevor sich jemand wieder mit dem Leben einer historischen Persönlichkeit befasst, bedeutet dies, dass falsche Behauptungen stehen bleiben. Dass Fabeln weitergetragen, sprich: abgeschrieben werden.
Wenn dann solch alten Zöpfe abgeschnitten werden und das Bettzeug ausgeschüttelt wird, freue ich mich ganz ungemein.

Ein Beispiel: Bei Zweig wird noch jene Geschichte kolportiert, dass Marie Antoinette, als sie an den französischen Hof übergeben wurde (das geschah auf einer Insel vor Straßburg, im Niemandsland sozusagen), nackt ausgezogen worden sei (vor den versammelten Höflingen), eine Linie habe überschreiten müssen, um dann französische Kleidung angelegt zu bekommen.
Eine ebenso rührende wie falsche Geschichte, die Generationen von LeserInnen mit Mitleid für das gedemütigte junge Mädchen erfüllt hat.

Es gab nichts dergleichen. Nicht eine zeitgenössische Quelle berichtet von dieser Entkleidung. Tatsächlich bekam sie zwar französische Kleider, aber so wie man das normalerweise tut: hinter verschlossenen Türen.
Es ist Michaela Lindinger vorbehalten gewesen, mit dieser Mär aufzuräumen.

Lindinger gebührt ebenfalls ein großes Lob dafür, dass sie das Thema an sich in die Gegenwart transportiert hat. Was früher Lügen und Propaganda hieß, sind heute Fake News.
So befasst die Autorin sich nicht nur mit dem Schicksal Marie Antoinettes in dieser Zeit, sondern mit dem Schicksal der Frauen im revolutionären Frankreich insgesamt.
Eindrucksvoll schildert sie das Schicksal der wenigen in der Revolution an der Spitze mitkämpfender Frauen. Überraschung! Sie wurden sehr schnell von den Männern vertrieben. Und zwar entweder auf die Guillotine, oder an den Herd, denn dort war – aus der Sicht des Revolutionärs – der einzig richtige Platz für eine Frau. Dort sollte sie viele, viele kleine Revolutionäre gebären und großziehen.

All die Freiheiten, die Frauen während des Ancien Régime genossen hatten, was Kunst, Kultur und Lebensweise, sogar Kleidung anging, das wurde ihnen mit einem Mal entrissen.

Damit habe ich bereits ein weiteres Stichwort genannt, das Lindinger einer genaueren Untersuchung unterzieht: Mode!

Sicherlich nicht unerwartet bei einer Königin, die für ihre Verschwendungssucht berüchtigt war.
Mit ihrer Schneiderin Rose Bertin entwarf Marie Antoinette zahllose neue Moden und die äußerst geschäftstüchtige Madame Bertin machte aus allem beinahe einen Gassenhauer.
So stellte sie in ihrem Laden in Paris eine Marie Antoinette- Puppe auf, die die gleichen Maße wie die Königin hatte und präsentierte dort die neuesten Follies Ihrer Majestät. Fertig zum Nachkauf durch die extrem betuchte Kundschaft.
Doch es waren nicht die Reifröcke, die unfassbar kostbaren Geschmeide, oder die meterhohen Perücken, die zum Beispiel aktuelle Ereignisse abbildeten, die die Königin den Kopf kosteten … Es war ein einziges Kleid. Dargestellt auf einem einzigen Bild. Allerdings von einer genialischen Malerin dargestellt und auf einem Pariser Kunstsalon ausgestellt:

Auf Anraten des Pariser Polizeichefs musste das Gemälde entfernt werden.
Was war nun so skandalös an der Darstellung, dass man einen Aufstand fürchtete?
Das Kleid der Königin!
Was uns heute wie ein charmantes Porträt einer sommerlich zurechtgemachten Dame erscheint, war damals offene Revolte gegen alle bestehenden Regeln.
Für die damaligen Betrachter war die Königin beinahe nackt. Das locker fallende Kleid sah wie Unterwäsche aus. Der Skandal ließe sich heutzutage nur nachvollziehen, wenn Prinzessin Catherine sich in Dessous fotografieren ließe.
Dazu der sommerliche Strohhut – das war eine halbnackte Bäuerin, aber keine Königin!

Wieso nun diese Aufregung? Weil Kleidung, speziell im Ancien Régime eine staatstragende Rolle hatte. Man trug zu besonderen Ereignisse noch immer Hofkleidung. Besonders elaborierte Stücke, die gleichzeitig die Unverrückbarkeit des Throns versinnbildlichten.
Lindinger beschreibt sehr lebhaft, wie Marie Antoinette aus reiner Modebegeisterung und dem Hang zum Eskapismus in jenen leichten, frivolen Kleidern in ihrem Hameau herumwanderte, Bauernmärkte für ihre Clique veranstaltete und durch Abwesenheit vom eigentlichen Hof glänzte.
Indem sie sich so etwas wechselhaften wie der Mode verschrieb, stellte sie schon rein optisch jene Krone, jenes System in Frage, auf dessen Schultern sie stand.

Doch sie ging noch weiter: Sie ließ Stücke von Beaumarchais inszenieren, die kurz zuvor verboten worden waren und trat auch selbst noch darin auf. Der König saß währenddessen im Publikum, anstatt seine Frau in die Schranken zu weisen.
Dies war nun kein politisches Statement Marie Antoinettes. Sie mochte das Stück. Die politischen Implikationen verstand sie gar nicht.

Kurz: die Königin tat alles, um die Herrschaft ihres eigenen Mannes zu torpedieren.

Und mehr noch: Sie reduzierte ihn, der – dem Beispiel seiner Vorgänger entsprechend – viril und allgewaltig zu gelten hatte, auf einen schlossernden Jammerlappen. Einen dickbäuchigen Bruder Sinnlos, der weder seine Frau noch sein Land im Griff hatte.
Denn: über lange Jahre wurde die Königin nicht schwanger.

Damit erfüllte sie die einzige Aufgabe nicht, die sie in ihrer Existenz hatte: einen künftigen König auf die Welt setzen. Eine Prinzessin gebären, die mittels Heirat den Frieden sichern und Bündnisse zementieren konnte.
Und mit jedem Jahr das verging, ohne, dass ein Dauphin geboren wurde, zersetzte sich das System selbst.
Lindinger schildert nun eindringlich die Anstrengungen, die Kaiserin Maria Theresia unternahm, um ihre Tochter zur Vernunft zu bringen, beziehungsweise mit Ratschlägen zu unterstützen. Wie alle um das Paar herum mit dem Thema beschäftigt waren, nur die Hauptpersonen nicht. Der König schien nichts von Sex zu halten und die Königin legte sich ihren privaten Hofstaat mit Ersatzkönig Axel von Fersen zu.

Als das Problem endlich gelöst war und die Königin sogar mehrere Kinder gebar: Marie-Thérèse-Charlotte (* 19. Dezember 1778; † 19. Oktober 1851), Louis-Joseph-Xavier-François (* 22. Oktober 1781; † 4. Juni 1789, Louis-Charles (* 27. März 1785; † 8. Juni 1795), Sophie-Hélène-Béatrice (* 9. Juli 1786; † 19. Juni 1787), war es bereits zu spät.

Sie mochte sich mit ihren Kindern malen lassen, so viel sie wollte: der Ruf des Hauses war nachhaltig zerstört. Die Staatsfinanzen (vor allem nach der Unterstützung des amerikanischen Freiheitskrieges gegen England) unrettbar ruiniert.
Alles Umdenken kam zu spät. Und hier zeigt sich auch, wie wenig Marie Antoinette noch zu beeinflussen vermochte: sie begann, sich angemessen zu kleiden, stellte die Glücksspiele ein, bei denen sie Millionen verloren hatte, konzentrierte sich auf ihre Kinder, lehnte den Ankauf von Schmuck ab.

Es war zu spät. Die Finanzminister gaben sich die Klinke in die Hand und der König konnte sich zu keinen Reformen durchringen. Eine Abwendung vom Ancien Régime war ihm ebenso unmöglich wie eine Besteuerung aller Stände. Letzteres hätte übrigens mit absoluter Sicherheit den Adel in die alten Verteidigungsstellungen der Fronde zurückgebracht, die Ludwig XIV mit so viel Mühen und Kosten vor kaum 100 Jahren erst aufgelöst hatte.
Kurz: wie auch Lindinger es darstellt: die Situation glich der einer griechischen Tragödie. Es gab keinen Ausweg.

Nachdem alles verloren war, blieb nur die von Axel von Fersen organisierte Flucht. Auch diese scheiterte. An der Entschlussunfähigkeit des Königs, an der Unfähigkeit der Königin, sich von ihrem Mann zu lösen und auf eigene Faust mit den Kindern zu fliehen. An persönlichen Mätzchen, wie der Erkenntnis Seiner Majestät, dass er sich nicht vom Liebhaber seiner Frau kutschieren lassen wolle. Man verlor wertvolle Zeit, indem man in einer gewaltigen Reisekutsche nur langsam vorankam, der König Plauderrunden mit Bauern einlegte und und und.

Alles endete zunächst in Varennes und dann unter der Guillotine.

FAZIT:

Michaela Lindinger gelingt es mit ihrer Biografie, die Schwierigkeiten, in denen sich Marie Antoinette befand, in die Gegenwart zu übertragen. Man begreift sehr schnell, dass die politische Situation des Ancien Régime und der Revolution auch noch heute nachvollziehbare Ursachen hatten. Ja, Marie Antoinettes Schicksal wird zum beinahe exemplarischen Frauenschicksal in Zeiten massiver Veränderungen.
Es ist eine eigentlich zeitlose Geschichte, die hier vorgestellt wird.
Unterhaltsam und spannend geschrieben, kann sie sicherlich auch jüngere Leser für das Thema interessieren. Wobei es – wohlgemerkt – natürlich kein Jugendbuch ist.

Das verwendete Bildmaterial wurde nicht in einem Mittelblock zusammengefasst, sondern an der jeweils passenden Stelle eingefügt, wo es das zuvor Gelesene illustriert und auf den Punkt bringt. Das gefällt mir sehr gut, denn so wird vermieden, einfach ein Sammelsurium an netten Fotos zu präsentieren.

Wem würde ich das Buch empfehlen? Im Prinzip jedem, der sich zum einen für das französische Königtum interessiert und zum anderen für die individuellen Lebensgeschichte(n). Außerdem ist es ein wichtiger Beitrag zur Geschichte der Frauen.

ANREGUNG:

Mir fällt immer wieder auf, wie gerade „skandalöse“ Paare in den Medien identisch behandelt werden: Der Mann als der Trottel, der sich wie ein Ochse am Nasenring über den Dorfplatz führen lässt und die Frau an seiner Seite, die – mehr oder minder öffentlich – diejenige ist, die den Nasenring hält und somit schlussendlich für die Erniedrigung und das Scheitern des Mannes verantwortlich ist.
Sei es nun Ludwig XVI / Marie Antoinette, Edward VIII / Wallis Simpson, Henry VIII / Anne Boleyn, Prince Harry / Meghan Markle. Es ist immer das gleiche Schema.
Ich fände es hoch interessant, wenn das mal genauer studiert würde. Wenn so viele Paarungen dem gleichen Schema unterworfen werden, kann es kein Zufall mehr sein …

FAKTEN:

Manuela Lindinger: Marie Antoinette – Zwischen Aufklärung und Fake News, Molden Verlag 2023, 304 Seiten, 30 €

Weitere Infos:

www.styriabooks.at
https://magazin.wienmuseum.at/author/michaela-lindinger

https://www.styriabooks.at/molden